[Effekt] Markbass Distorsore – Röhren Distortion Pedal

von djaxup, 21.07.10.

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  1. djaxup

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    Erstellt: 21.07.10   #1
    Markbass Distorsore – Röhren Distortion Pedal


    TL;DR Version:
    Großes, recht schweres Pedal
    Kein 9V Betrieb möglich, Netzteil enthalten
    Eine Röhre
    True Bypass
    Volume und Gain als stacked Poti, mit Clip LED
    Eingebauter Compressor vor der Röhre
    High pass / Low pass Filter
    Tube Drive für die Intensität der Verzerrung
    Mix Poti für Anteil Zerre/Clean
    Sehr fein justierbare, leider etwas zu typische Röhrenzerre
    teilweise abgefahrene Sounds durch die Filter möglich

    Übersicht/Optik/Verarbeitung:

    Ich hab mir einfach mal auf gut Glück dieses italienische Distortion Pedal gekauft, da ich nirgends die Möglichkeit hatte das Teil mal auszuprobieren. Optisch nett gemacht, mit dem klassischen Markbass Schwarz/Gelb. Es ist von der Form her genau gleich gehalten wie die restlichen MB Pedale. So kann man die Dinger wunderbar nebeneinander reihen, dann sieht das aus wie ein Profil. Alle Anschlüsse sind demnach hinten. Im Falle des Distorsore ist das Strom, Input und Output. Die eigenwillige Form der Pedale hat klar den Zweck, das man auf dem Pedal rumtreten kann ohne die Potis zu treten, da diese schon deutlich versenkt sind. Gute Idee wie ich finde.
    Die Potis sind das nächste Thema. Relativ schwergängig, allerdings ohne zu nerven. Die muss man schon bewusst und mit etwas Kraft bewegen, was aber nicht dazu führt, das man ständig über den Punkt heraus dreht, den man treffen wollte. Sie fühlen sich nach Hartgummi an, griffig und stabil. Einzig der stacked Poti für Volume und Gain ist etwas dünne. Den finde ich allgemein nicht so gelungen. Der Lautstärke Regler ist der gelbe Rand unten, schwer erreichbar und nicht wirklich zu sehen, wie weit der nun aufgedreht ist. Der Gain Regler ist der schwarze Zapfen in der Mitte, wirkt etwas wacklig.
    Das Gehäuse ist sehr stabil, die Lackierung auch und der Schalter scheint mir der gleiche wie beim Sansamp zu sein, klackt allerdings leicht ein wenn man ihn betätigt, es gibt also schon ein recht klares Feedback. Die Klinkenbuchsen sind soweit auch gängig, was ich da z.T. schon hatte war schauderlich. Die Röhre kann man durch ein schickes gelochtes Blech sehen. Ich nehme an das der Wechsel der Röhre durch Abschrauben dieses Bleches passiert.
    Sound:

    Nach dem Aussteuern des Gain, durch gut gängigen Poti und Clip LED eine einfache Sache, habe ich mich erstmal von dem Compressor überzeugt. Man kann mit dem einen Poti nun nicht sonderlich viel einstellen, aber er tut seinen Dienst. Sehr vergleichbar mit dem Compressor des Roland Cube 100, man merkt nicht so viel davon, wenig bis so gut wie kein Rauschen.
    Der nächste Knopf in der Reihe ist der Tube Drive Poti. Hiermit kann man den Distortion Grad einstellen, von garnicht über nur leicht angezerrt bis hin zu recht krassem Fuzz – und das sehr schön gleichmäßig. Es klingt bis hierhin immer ganz klar nach Röhrenzerre bzw. übersteuertem, alten Verstärker ;). Macht man den Drive komplett zu ist die Zerre aber immer noch recht krass finde ich.
    Der Clou an dem Teil sind meiner Meinung nach (neben dem echt ganz netten eingebauten Compressor) die zwei Filter. Mit denen lassen sich die hohen bzw. niedrigen Frequenzen aus dem verzerrten Signal ausblenden. Man kann sich damit ein unverfälschtes Tiefensignal lassen und sich gleichzeitig die hohen Frequenzen ordentlich verzerren. Auch lässt sich damit eine, ja wie drücke ich das aus, schnelle Zerre erreichen, die dann eher nach Knattern, Brummen oder Summen klingt. Das Teil kann also deutlich mehr als nasser Furz. Aber wer den will, kann auch den damit einstellen. Mit den Filtern kann man den Sound auch sehr blechern klingen lassen... aber irgendwie verändert es halt nie so ganz seinen Charakter. Und der ist leider auch ein wenig beliebig.
    Das Feature mit dem Einmischen des cleanen Signals ist ja mehr oder weniger Standard mittlerweile, und tut auch hier genau das, was es soll. Interessanter als sonst wird es im Grunde dadurch, das ich mein verzerrtes Signal quasi maßschneidern kann. Die Frequenzen, die ich rausdrehe kommen dann fein im cleanen Signal durch.

    Fazit:

    Gefällt mir eigentlich gut. Und ich bin mir ziemlich sicher bislang nur an der Oberfläche gekratzt zu haben was die Möglichkeiten angeht. Das Teil kann wirklich viel, aber man darf sich nicht der Illusion hingeben, daß es mal nicht nach Röhrenzerre klingt. Aber was das angeht, kann er ne Menge. Was mir fehlt ist ein minimal angezerrter Sound, der lässt sich nur mit hoher Kompression erzielen, und das klingt dann eben auch nicht mehr wirklich geil bzw. schon sehr speziell. Der Kompressor nimmt der Zerre den Biss, macht es aber schon irgendwie einsetzbarer finde ich.
    225€ ist nicht wenig Kohle, aber damit ist der Distorsore in nicht allzu schlechter Gesellschaft. Einer der Klassiker auf dem Gebiet, das EBS Valvedrive, ist noch ein bisschen teurer – und für schlechter halte ich das Markbass Gerät auf keinen Fall. Man kann ihm aber fehlenden Charakter vorwerfen, denn die Sounds, die der Treter erzeugt, sind allesamt zwar klassisch Röhre, aber auch irgendwie schon tausendmal gehört. Der EBS klingt... gemeiner und trotzdem wärmer... auch wenn der Markbass Zerrer feiner einstellbar ist, im direkten Vergleich sieht er nicht allzu gut aus finde ich. Man schaue sich das Video an. Ich hab gedacht das liegt am Video bzw der nicht so tollen Aufnahme, aber der Klang hat mich wirklich nicht vom Hocker gehauen. Sehr laut geht es dann wiederrum, für Aufnahmen fand ich das zu beliebig.
    Ein wenig ist der Distorsore der Zwilling des Compressore. Der Compressore kann zwar nicht wirklich fies zerren, aber anzerren und Röhrenklang reinbringen – dafür aber sehr genau justierbar komprimieren. Der Distorsore kann sehr simpel komprimieren, dafür aber in alles Facetten zerren. Leider leider wie ich finde etwas zu eintönig.
    http://www.markbass.it/products.php?lingua=en&cat=6&vedi=135

    http://www.youtube.com/watch?v=S4JarZSPMG4
     
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