[Effekt] Mooer GE200 Multieffekt

von innuendo, 19.03.20.

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  1. innuendo

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    Erstellt: 19.03.20   #1
    Nach einigen Jahren der Nutzung (ich spiele nur zu Hause, keine Band o.ä.) des VOX Tonelab wollte ich u.a. aus folgenden Gründen ein neues Multieffektgerät:

    1. Beim Home-Recording (Gitarre und evt. Drumcomputer) war ich nie wirklich zufrieden, mir war es zu viel Aufwand alles zu verkabeln.
    2. Mal schnell den Drumcomputer (auch schon älter) anwerfen und ohne ein drittes Gerät (Amp, Mischpult oder PC) zu spielen war nicht drin. Von den Störgeräuschen über Amp/Mischpult ganz zu schweigen.
    3. Ein robustes und einfach zu bedienendes Gerät mit ausreichenden Soundmöglichkeiten.
    4. Das Tonelab hat schon einige Jahre auf dem Buckel.

    Neben dem Mooer GE200 waren noch das Boss GT-1 und Mooer GE150 im Rennen. Die Zoom G3-G5, Boss GT-001 kamen nicht in Betracht (aufgrund von Testberichten), Boss ME 80 oder GT-100 oder noch bessere Modelle waren mir zu teuer.

    Letztendlich viel die Entscheidung auf das GE200, da es von den Testberichten (Bondeo, Amazona) gut abgeschnitten hat und mit dem Einbinden von Impulse Responses einen Vorteil gegenüber dem Boss GT-1 hatte. Das GE150 viel letztendlich raus, da ich mir nicht sicher war, ob es das gleiche (qualitative) Innenleben wie das GE200 hatte. Ansonsten hätte dies für meine Belange auch ausgereicht.

    Das Mooer GE200 kommt in einem stabilen grauen Karton. Das GE200 ist mit Schaumstoff (oder ähnlichem Material) gut im Karton fixiert, so das ihm auf dem Transport normal nichts passieren kann. Es liegt ein Netzteil, ein USB-Kabel und eine kurze deutsche Beschreibung bei.

    Das Gerät macht auf mich einen wertigen Eindruck und stimmt natürlich mit den Bildern im Internet überein.

    Mooer GE 200.png

    Die Fußschalter und Drehregler arbeiten gut, bieten den richtigen Widerstand. Die Beschriftung der (LED beleuchteten) Tasten lässt sich nur mit Licht gut ablesen.
    Die Software, um das GE200 vom PC aus zu verwalten, muss man von der Herstellerseite herunterladen.

    Damit das Gerät mit der Software auf dem PC zusammenarbeitet, muss es auf den neuesten Software-Stand gebracht werden. Hierzu müssen beide Fußtaster gleichzeitig gedrückt und das Gerät eingeschaltet werden. Hat bei mir problemlos geklappt. Nachdem das Update erfolgte, konnte das GE200 mit dem PC gekoppelt werden.

    Sound
    Das GE200 bietet einiges an fertigen Patches. Einige davon habe ich quasi unverändert übernommen, da sie für mich passten.
    Andere der „mitgelieferten“ Patches kommen für mich nicht in Frage, das sie mir einfach nicht gefallen. Ist eben geschmacksache. Hierzu muss ich anmerken, dass ich kein „super Highgain“ spiele sondern mich mehr im Bereich clean und crunch bewege. Ab und zu auch mal mehr Verzerrung, aber nichts in Richtung Metal.

    Es werden sehr viele Amps angeboten (55 ab Werk, mittlerweile habe ich 3 weiter „nachgeladen“), von denen ich viele gar nicht kenne. Für mich wichtig sind der Vox AC 30, Marshall Plexi und Verstärker die sich clean gut anhören, Richtung Fender.

    Auch von den vielen Effekten und Boxen kenne ich nur ganz wenige. Einige hören sich für mich gut an, andere nicht. Zumindest ist das der momentane Stand. Denn einen richtigen Überblick habe ich nach etwa einer Woche Nutzung noch nicht, dafür gibt es zu viele Soundmöglichkeiten.

    Ich habe einen Vergleich des GE200 mit dem Tonelab angestellt, hierbei bei beiden den Vox AC 30 inkl. (Trebble) Booster, etwas Delay/Reverb und Chorus eingestellt (Richtung Brian May Setting). Gespielt bei beiden mit einer Red Special Kopie über Kopfhörer (AKG 271 Studio und Superlux HD 681). Der erste Eindruck: das Tonelab bringt den Ton doch besser rüber. Da ich jahrelang das Tonelab spielte, sind mir die Einstellungen doch sehr geläufig bzw. bekannt. Ok, am GE200 mehrmals an den Einstellungen geschraubt, es wurde besser und besser.
    Letztendlich muss ich sagen, dass das Tonelab irgendwie mehr „wärme“ im Ton hat, aber das GE200 klingt besser. Im direkten Vergleich kam es mir vor, als ob das Tonelab mit einer Wolldecke abgedeckt wäre, es klang gegenüber dem G200 dumpf. Das wurde nochmal deutlicher, nachdem ich eine Impulse Response (die ein Vox Cabinet simuliert) in das GE200 geladen hatte. Für mich ist der Ton des GE200 viel klarer als beim Tonelab. Aber so richtig den AC30 habe ich dabei noch nicht getroffen, denke da muss ich noch einiges am GE200 probieren.
    Ich habe auch stellenweise beim GE200 etwas „bruzzeln“ bzw. Ton-Artefakte gehört. Sie verschwanden, nachdem ich beim Booster bzw. Amp gain etwas zurückgenommen habe. Dies war mir beim Tonelab so nie aufgefallen.

    Ich habe das Mooer auch über einen Kustom Verstärker (KG 100 HFX) und eine selbstgebaute Box mit einem 12 Zoll Eminence V12 Lautsprecher gespielt. Mit abgeschaltetem Cabinet und/oder Amp kling das sehr gut. Getestet habe ich dies aber nur bei moderater Lautstärke.

    Noch ein Wort zur Software: über den PC lassen sich damit sehr einfach die verschiedenen Patches anwählen, verändern, speichern oder auch Neue erstellen.
    Sie ist relativ benutzerfreundlich und selbsterklärend, wobei da noch Luft nach oben ist.

    Die Anbindung des GE200 über USB an an eine DAW (Cubase LE10) ist problemlos, wenn man vorher den Asio4All Treiber geladen hat. Das GE200 wird sofort erkannt und kann auf eine Spur gelegt werden. Einen eigenen Treiber für das GE200 stellt Mooer nicht zur Verfügung, zumindest ist mir keiner bekannt.
    Die „eingebaute“ Drum Machine und Metronom ist für den Anfang für mich ausreichend. Sie hat 40 verschiedene Pattern, die in der Geschwindigkeit veränderbar sind. Zusammen mit dem Looper macht das Üben doch gleich viel mehr Spaß. Dies war auch eines meiner Kaufargumente. Meinen bisherigen Drumcomputer oder auch MP3 Player könnte ich über Aux-In anschließen (3,5mm Klinke).

    Ein Tuner ist auch dabei, nur der Vollständigkeit halber sei dies erwähnt.


    Das Expression Pedal nutze ich nicht. Ich kann auch keine Aussage treffen, wie sich das GE200 ggf. auf der Bühne schlägt. Das überlasse ich fachkundigeren Musikern, wie mit den beiden Fußtaster und dem Expression-Pedal auf der Bühne zu arbeiten ist.

    Eine Sache ist mir noch negativ aufgefallen: das Gerät hat keinen Ausschalter!!! Man muß also den Stecker ziehen.

    Fazit
    Ich werde das GE200 auf jeden Fall behalten. Es erfüllt meine Ansprüche in Bezug auf den Klang (ok, da stehe ich noch relativ am Anfang) und das Handling sowie Erweiterung (IR). Ggf. wäre das GE150 für meine Belange eine Alternative, da es doch 140,-€ günstiger ist. Ich weis aber nicht, ob es das gleiche Innenleben wie das GE200 hat. So gesehen, ist mir das Mooer GE200 die 299,-€ auf jeden Fall wert.

    Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung.

    LG innuendo13
     
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  2. Bholenath

    Bholenath Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.03.20   #2
    Ich hab ein Digitech RP360XP und sollte das mal kaputtgehen müsste ich mich um Ersatz umsehen und das wäre das Mooer eben auch in der engeren Wahl.
    Ich frage mich ob das so etwas wie einen "Stomp-Box Mode" beherrscht ?
    Da kann man mit den Fusstasten einzelne Effektgeräte aus der Kette zu- und wegschalten.
    (Max 3 von den 8 da ja nur 3 Tasten da sind)

    Das finde ich an meinem Digitech so angenehm da ich so einen bestimmten Verstärker/Speaker und ein Setup verschiedener Effekte anwählen kann
    und dann z.B. Delay/Chorus/Overdrive zu- und wegschalten kann mit einem Tipp auf die Fusstasten.
    So wie mit normalen Bodentretern.
     
  3. innuendo

    innuendo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.03.20   #3
    @Bholenath
    man kann scheinbar nur einen Fusstaster (den Ctrl / Tab Fußtaster) entsprechend programmieren.

    So komfortabel wie bei den Zoom ist es wohl nicht. Mehr habe ich aus dem Handbuch nicht herausbekommen.
     
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  4. Stratspieler

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    Erstellt: 20.03.20   #4
    Interessant! Denn ich spiele ja schon seit Jahren ToneLabLE und mich interessiert es, wie das vergleichsweise schnittig aussehende Ge200 dabei wegkommt... Ich glaube nicht, dass das GE200 klanglich dem TonelabLE das Wasser reichen kann, bin aber davon überzeugt, dass es sich erst einmal wesentlich komfortabler programmieren lässt. :gruebel:

    Was für ein ToneLab spielst Du?
     
  5. innuendo

    innuendo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.03.20   #5
    Hi,
    das Desktop Modell, einfach Vox Valvetronix Tonelab (dieser blaue Kasten).

    Ich weis nicht, welchen klanglichen Unterschied Dein Tonelab LE zu meinem Desktop Model hat und welche Verstärker, Effekt usw. an Board sind.
    Bei meinem Tonelab war die Software zum Programmieren nicht schlechter als die des Mooer. Es gab aber wesentlich weniger Möglichkeiten in Bezug auf Amps, Effekte, Boxen und auch deren Reihenfolge, so das der Vergleich doch etwas hinkt.

    Soundmäßig gefällt mir das Mooer besser als das Tonelab.

    Aber am Besten in den nächsten Musikladen gehen (wenn es wieder möglich ist) und einmal antesten. Denn nur Deine Ohren können das wirklich für Dich entscheiden.
     
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