ein weiteres Fell auf die Snare legen?

DarkStar679
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heute habe ich einen dämpfring für die snare gekauft und dieser hat das sustain der snare deutlich tighter gemacht.

Der typ im laden meinte, wenn ich noch mehr wumms möchte, dann soll ich mal ein resonanzfell in passender größe ausschneiden und auf die snare legen.
gesagt, getan, ich habe aus einem günstigen resonanzfell einer 18" trommel eine 14" scheibe ausgeschnitten und auf die snare gelegt.

ich bin sehr positiv überrascht. die tonhöhe senkt sich ab, der spitze snare ton ist gedämpft, der metallische teppich ton bleibt.

klingt sehr rund und knackig.

macht man sowas öfter oder ist das eher ungewöhnlich?
 
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ThaInsane88
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Ist nichts ungewöhnliches. Ich selbst mag es nicht weils dem Sound zu stark abtötet. Das kann gewollt sein. Gerade beim stoner Rock oder Funk bekommst du so nen fetten snaresound hin. Aber im gegenzug verliert die snare jegliches leben und jede charakteristika. Obetöne, die zum durchsetzen des Sounds wichtig sind, werden unterdrückt. Das kann dann tatsächlich auch nach hinten los gehen.
 
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Ich neige dazu, @ThaInsane88 zuzustimmen. Es ist eine Geschmacksfrage, berührt aber auch die Ausdrucksmöglichkeiten. Und der Rebound wird ebenfalls beeinflusst.
 
DarkStar679
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ich habe mal die 3 varianten aufgenommen:
snare ohne dämpfung:


snare mit dämpfring:


snare mit aufgelegtem fell:


von den aufnahmen her, gefällt mir version 2 am besten. aber wenn ich auf die trommel haue, dann finde ich version 3 besser.
 
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Du lernst gerade den Unterschied zwischen Natursound und Aufnahme. Natursound ist nie wie auf CDs oder Produktionen.

Man hört hier sehr gut, wie bei v.3 alles Leben aus der snare gewichen ist.
 
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Man hört hier sehr gut, wie bei v.3 alles Leben aus der snare gewichen ist.
Und der dominante Ton ist sehr tief geworden, was an der zusätzlichen Masse liegt, die das zweite Fell mitbringt. Was du mal versuchen kannst: stimme die Snare sehr knackig hoch, so in Richtung alter James Brown Aufnahmen, und leg dann erst das zweite Fell drauf. Dann ergibt sich ein etwas anderes Bild. Die Obertöne sind natürlich trotzdem weg.
 
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Du lernst gerade den Unterschied zwischen Natursound und Aufnahme. Natursound ist nie wie auf CDs oder Produktionen.

Man hört hier sehr gut, wie bei v.3 alles Leben aus der snare gewichen ist.
bei gitarre und bass habe ich den amp sound super einfangen können für die aufnahmen. das klingt zum verwechseln ähnlich.
beim schlagzeug gelingt das irgendwie nur bedingt. wahrscheinlich weil die mikros mit so impulsen nicht so gerne umgehen und dämpfen?

das die tonhöhe absinkt finde ich eigentlich positiv, daß nimmt dem sound die schärfe. ich mag diesen scottish grenadier snare sound nicht, sondern man den sound eher tief, auch weil die toms tief gestimmt sind. 110, 98, 65, 55 Hz
 
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Dazu muss man zunächst bedenken, dass eine Gitarre keine Akustische Soundquelle ist. Du nimmst da im Grunde das mit einem Mikrofon ab, was zuvor bereits über Lautsprecher herauskommt. Da hast du ja nur minimal Einfluss drauf, indem du mit dem Mic mehr Richtung Rand oder zur Kuppe der Membran hin abnimmst.

Akustische Schlagzeuge entfalten ihren Klang je Instrument anders.

Nehmen wir die Snare als direktes Beispiel. Du hörst eine Snare im Raum je nach Position anders. Das hängt damit zusammen, dass vom Fell in der Regel mehrere Frequenzen angesprochen werden. Zunächst erzeugst du beim Schlag einen Attacksound auf dem Schlagfell und einen Resonanzsound am Reso inklusive Teppich. Im Raum verteilen sich die Frequenzen je nachdem wo du stehst anders, manche werden von den Wänden geschluckt, ehe sie zu dir prallen können. Der Kessel an sich klingt auch mit. Passen die Frequenzen nicht und ist das Fell nicht vernünftig gestimmt, legen sich auch noch störende Obertöne drauf (Mit ein Grund, warum viele Neulinge Dämpfen was das Zeug hält). Was passiert beim Micing? Da wird der Sound, der direkt am Fell entsteht, aufgenommen. Vom Kesselklang hört man erst einmal nicht viel. Da hört man erst den Attack - je nach Ausrichtung des Mikrofons stärker oder Schwächer - und dann kommt der Sustain - und wenn die Trommel schlecht gestimmt ist, die Obertonarmee.

In der Regel wird bei Aufnahmen der Teppich gesondert abgenommen, um der Besonderheit dieser Trommel Rechnung zu tragen.

Das Ganze wird durch die Overheads nur minimal relativiert. Darum klingen Drums in Produktionen schon in der rohen Aufnahme dichter als im Raum. Dass sich hier die Frequenzen nicht beißen ist dann auch nochmal ne eigene Kunst.

Nimmst du jetzt Frequenzen weg, was bei deiner Variante Nr. 3 der Fall ist, hast du nur noch ein schmales Spektrum, in dem du dich bewegen kannst. Und genau das ist technisch gesehen schlecht. Du Hörst dir jetzt den Sound der Trommel für sich an, wie es dir passt. Aber sobald eine Band dazu kommt, hast du nur dieses kleine Tor, in dem sich die Trommel im Sound durchsetzen kann. Was passiert also im Bandgefüge - die Snare geht unter. Was macht der Mann am Mischpult? EQ't ohne Ende und haut noch nen Sustain drauf. Das hat in den 70ern funktioniert, weil die Musikrichtung und die bevorzugte Produktionstechnik dieser Zeit es zugelassen haben. Ist aber auch nicht mit dem weiten Sound heutiger Produktionen vergleichbar.

Diese Unterschiede zwischen Akustischem Klang und dem abgenommenen muss man sich erst einmal bewusst machen. Dann weiß man auch, welche Stimmung einer Trommel im Mixdown welchen Klang hat. Das ist ein Prozess, der nicht innerhalb einiger Tage durchkommt. Manchmal auch nie. Ich kenne Schlagzeuger, die ihr Set dermaßen abtöten, dass da kein Unterschied mehr zwischen ihren teils hochwertigen Schießbuden und nem billigen Müllennium Eimer hörbar wäre.

Ne Tiefe Snare ist, wenn man weiß wie, auch ohne Trickkiste realisierbar. Dafür muss man sich mit Stimmtechnik und der richtigen Fellwahl auseinandersetzen. Es gibt einen Unterschied zwischen getrickst tief und sauber tief. Die getricksten Varianten ziehen in der Regel gegen die saubere den Kürzeren - Wenn der Geschmack aber die trickserei zulässt und man das ganzen auch im Bandgefüge unterbringen kann - dann spricht da überhaupt nichts gegen. Da du gerade erst angefangen hast, dich mit Schlagzeugen auseinanderzusetzen, ist es klar, dass du das alles noch nicht drauf hast - Analogien aus Gitarren-Recording helfen da nicht viel, da die Abnahme eines Drumsets eine ganz andere Disziplin ist. N Läufer kann auch nicht gleich Stabhochsprung. Das kommt mit der Zeit. Über Austausch lernt man dabei auch eine Menge.


Was mir gerade noch beim Drüberlesen so auffällt:

Du würdest dich wundern, wie tief knackig gestimmte Snares klingen können. Je nachdem welches Fell du verwendest, hast du einen recht tiefen Attack. Dieser wird im Mixdown hervorgehoben. Dann kann die Teppichseite mit Sustain belegt werden und Bums. Die Resoseite würde ich eh niemals tief stimmen: Snareresos sind sehr dünn und halten sich mit ihrem Eigensound zurück. Durch die höhere Stimmung spricht im Gegenzug aber der Teppich viel viel besser an und der Sound der Snare verkürzt sich.

Ich nutze hier seit über 10 Jahren nur noch ein einziges. https://www.thomann.de/de/aquarian_14_hiperformance_resonanz.htm sehr gut zu kontrollieren. Ist aber auch wie alles Geschmackssache.
 
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wir haben heute experimentiert, welcher sound der beste im bandkontext ist.
sound 2 kommt bei allen am besten an.
sound 3 ist zwar fett, geht aber etwas in den gitarren unter.
 
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wir haben heute experimentiert, welcher sound der beste im bandkontext ist.
sound 2 kommt bei allen am besten an.
sound 3 ist zwar fett, geht aber etwas in den gitarren unter.
Prima :great:

Weil's irgendwie zum Thema passt, besonders der mittlere Teil:
:D
 
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