Einkommen der "großen" Bands

von Bannockburn, 27.11.07.

  1. Bannockburn

    Bannockburn Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.11.07   #1
    Hallöchen zusammen!

    Neulich grade wieder eine Diskussion zum Thema Plattenfirmen, Plattenverträge, etc. gehabt und dabei kam mal wieder die Frage auf, womit die "großen" Bands nun eigentlich wirklich ihre Brötchen verdienen. Der eine meint allein durch Konzerte/Touren, andere sagen widerum durch das Merchandise etc.

    Jetzt würde mich mal interessieren, ob hier der eine oder andere vielleicht etwas Einsicht in die ganze Angelegenheit hat und vielleicht sogar mal ein paar Zahlen/Fakten nennen kann.
    Es soll vor allem um "richtige" Bands gehen, also sowas wie Iron Maiden, Green Day, Nightwish und so weiter, nicht aber um diese kurzlebigen Popsternchen, die ja eh immer nur von den Plattenfirmen ausgenommen werden (;)) aber auch nicht um Newcomer- oder Regionalbands.

    Also konkret: Was verdient eine international bekannte Band im Schnitt an einer verkauften CD, einem Konzertticket oder an einem (lizensierten) Band-T-Shirt?
    Und (jetzt mal abgesehen von Werbeverträgen etc.) welcher dieser Posten trägt am meisten zum Gewinn der Band bei, sprich durch was finanzieren sich die Jungs ihr Privatleben?
     
  2. Boerx

    Boerx Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 27.11.07   #2
    Diese Fragen lassen sich nicht wirklich pauschal beantworten. Zumal diese Informationen auch nicht gerade leicht zu bekommen sind. Die Bands Künstler und Agenturen schauen schon, dass das nicht zu bekannt wird.

    Um dir ungefähr eine Hausnummer zu geben:

    An einer CD verdient eine Band (abhängig von der Vertragsart) ca 5-15%. Das rechnet sich erst ab wirklich großen Verkaufszahlen.

    An einem Auftritt verdient die Band die Gage - Managementanteil - Produktionskosten.

    In der Merchandising-Ecke kenn ich mich nicht wirklich aus.
     
  3. Queen Bee

    Queen Bee Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.01.08   #3
    Aloha,
    zumindest für Queen/F.Mercury gibt es Folgen der "Liquid Assets"-Serie bei Youtube:
    queen
    die ich persönlich recht aufschlußreich fand.
    Queen schrieb allerdings alle Songs selbst, womit dann dabei auch Autorenhonorare enthalten sein dürften.
    (und sie wurden am Anfang ihrer Karriere von ihrem ersten Manager böse über den Tisch gezogen, (quote: our manager just ordered his 2nd RollsRoyce and we earn 60 GBP per week, something seems to be wrong...), der Ausstieg aus diesem Vertrag kostete sie Hunderttausende)

    Beste Grüße, Q-bee
     
  4. Schpaddl

    Schpaddl Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.01.08   #4
    Boerx hat recht, die Frage ist wirklich nicht pauschal zu beantworten.

    Ich persönlich denke, dass die Konzerte/Touren am meisten Kohle einbringen, da es hierbei am wenigsten Mittelmänner gibt, die einen Stück des Kuchens für sich beanspruchen.
     
  5. kaffeetrinker

    kaffeetrinker Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.01.08   #5
    Ich hab von meinem Bruder mal zu dem Thema von ner Quelle (wo genau hab ich leider vergessen) über ne Punk-/andere "alternative" Musik-Band gehört, die meint, denen wäre CD Verkauf nicht sooo wichtig, denn den Hauptteil würden die eh durch Karten reinkriegen. Aber ich denke auch, pauschalisieren sollte mans auf keinen Fall, außerdem gibts ja auch so einiges an Wechselwirkungen zwischen CD- und Kartenverkauf.
     
  6. LongLostHope

    LongLostHope Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.01.08   #6
    Ich meine mal gelesen zu haben, dass an nem viel verkauften Album maximal 50cent pro CD für die Band rausspringt.

    D.H. sie werden druchaus reich durch CD-Verkäufe wenn sie millionen Exemplare verkaufen.

    An Konzerten und am Merchandise wird aber ohne Zweifel am meisten verdient, wobei auch hier die Plattenfirma meistens als Organisator fungiert und mächtig abgreift. Ganz zu schweigen von promotern etc...
     
  7. metalandertaler

    metalandertaler Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.01.08   #7
    Also eigentlich hat die Plattenfirma mit den Lifesachen recht wenig am Hut. Wer sich da was von der Gage abzwackt sind in erster Linie Management und Bookingrgenturen. Zudem wir von der Gage bezahlt:
    -> Tonmann FOH
    -> evtl: Tonmann Monitoring
    -> Merchmann
    -> Manager / Booker bzw. die Agenturen
    -> Backliner / Guitar- / Bass- / Drumtechs
    -> Bus / Fahrer
    -> evtl. Stagehands / Aufbauhelfer
    -> Musiker / Band

    Ich wage mal zu behaupten, daß 99% aller Verträge - egal wie groß die Band ist - immer die Klausel beinhalten, daß über den Inhalt des Vertrages stillschweigen zu bewahren ist... und professionelle VAs begehen wegen sowas keinen Vertragsbruch, das kann bei den sehr bekannten Bands durchaus teuer werden... Ich kenne zwar ein paar Zahlen, aber die werde ich hier auch nicht breittreten...

    Das meiste dürfte für die Bands durch Gigs reinkommen. Danach dürften die Aufnahmen und deren Verwertung kommen (GEMA bzw. andere Inkassounternehmen für Sampler, Alben, Videos, Coverbands, Soundtracks etc... mit dem entsprechenden Multiplikator läppert sich das, was von den Verwertungsgesellschaften kommt...)

    Grusz,
    Malte
     
  8. aexel

    aexel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.02.08   #8
    bei ner tour gehen 10-20% an die musiker.
    5% buchhalter, 50% tourkosten und der rest plattenlabel
     
  9. LongLostHope

    LongLostHope Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.02.08   #9
    Darf ich fragen woher du diese Zahlen so genau zu kennen glaubst?
     
  10. aexel

    aexel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.02.08   #10
    stand in scar tissue..sind nich genau kann mich nurnoch teilweise erinnern ^^
     
  11. _xxx_

    _xxx_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.02.08   #11
    Verdient wird mit Konzerten und Merch hauptsächlich, von den Plattenverkäufen kriegt man nur Krümel und so ziemlich alle Rechnungen für Produktion, Videos, Hotels, Bus etc. zahlt die Band und nicht die Plattenfirma.
     
  12. LongLostHope

    LongLostHope Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.02.08   #12
    Ich frag mich woher ihr diese Märchen habt...

    Also ich kenne jetzt zwei Bands die deals haben. Einen hab ich mir sogar mal durchgelesen. Da wird ausdrücklich erwähnt dass im Falle einer Tour sowohl Reisekosten als auch Unterjunft und Verpflegung vom Label bzahlt wird. Und die Produktion für Alben bezahlt bei großen Bands ausschliesslich das Label bzw. stellt das Label einen bestimmten Vertrag zur Verfügung. Nur was darüber hinaus geht muss die Band selbst zahlen. Und dieser "Produktionsvorschuss" betrug sogar bie besagtem Deal schon 10.000€. Für ne kleine Underground-Band in einem Vertrag üner ein Album. Eine Band muss mit nem guten Deal nichts mehr aus eigener Tasche bezahlen, glaub mir. Erst recht nicht die großen.

    Und das sind kleine Underground-Labels im Metal-Bereich.

    Und pauschalisieren kann man sowas überhaupt nicht. Jeder Deal sieht anders aus und demnach bezahlt das je nach Deal immer jemand anders. Genau so mit den Einnahmen. Das kommt auf die Veträge an und kann einfach nicht pauschalisiert werden. Man kann nur Haunummern nennen... Und selbst die sind sehr gewagt.
     
  13. Bannockburn

    Bannockburn Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.08   #13
    Ja gut, dass die Bands ihre Tour nicht aus eigener Tasche zahlen, das dürfte klar sein. Aber im Vertrag wird dann wohl drin stehn, welchen Prozentsatz sie vom Eintritt bekommen und was für die Tourkosten draufgeht.
    Kann mir kaum vorstellen, dass das Label sagt "Wir organisieren euch ne Tour und ihr bekommt alle Einnahmen" :D
    Also wird's da sehr wohl ne Korrelation geben zwischen Tourkosten und Einnahmen der Bands.

    Vielleicht haben wir ja Leute hier, die sich mit Großveranstaltungen auskennen und mal so grob übern Daumen schätzen könnten, was es z.B. kosten dürfte, ein Maiden-Konzert im Südweststadion in Ludwigshafen zu veranstalten.
    Schätzungsweise waren da 25.000 Leute, von denen jeder ca. 50€ für die Karte berappt hat.
    Macht 1,25 Mio.
    Wenn man sich überlegt, was da so an Werbekosten, Locationmiete, Equipment, Personal, Anreise etc. drauf geht und dass davon sowohl Maiden, als auch Inflames, Papa Roach und Lauren Harris bezahlt werden wollen, die alle aufgetreten sind, dann kann da ja nicht mehr allzu viel übrig bleiben.
    Wobei das natürlich schon ein riesen Event ist, wenn man es mal mit einem "kleinen" Auftritt mit vielleicht 2000-3000 Fans, die aber nur 20 oder 30€ bezahlen vergleicht.

    Da schätze ich mal, dass die Bands weniger an den Tickets an sich verdienen, als vielmehr am Merchandising und eventuellen Werbepartnern, die die Show mitfinanzieren...
     
  14. LongLostHope

    LongLostHope Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.08   #14
    Natürlich greifen die Labels da mächtig ab, wenn sie die Tourkosten bezahlen das ist ja klar.

    Mein Post bezog sich allein auf den von mir kommentierten Satz in dem behauptet wurde, Bands würden grundsätzlich alle Tour- und Produktionskosten aus der eigenen Tasche zahlen.
     
  15. rockbuerosued

    rockbuerosued HCA Musik-Praxis/Recht HCA

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    Erstellt: 11.02.08   #15
    Sorry KOllegen,
    aber ich muss da mal mit etlichen Falschinformationen, Fehlinterpretationen und Märchen aufräumen.

    Ein LABEL finanziert i.d.R. keine Tour (vor).
    Es gehört aber zur Aufgabe eines Labels, unbekannte Signings per BUY-ON als Support bei bekannteren Acts quasi reinzukaufen. Aber: diese Supportkosten holt sich ein Label später bei der Tonträgerabrechnung vom Künstler wieder zurück. In voller Höhe.

    Der Reihe nach: Videos werden heute kaum noch produziert, weil es keine interessanten Sendeplätze mehr gibt. Steht in Verträgen noch eine Videoklausel, dann meistens mit einer so genannten 50prozentigen-Verrechenbarkeit. Das ist aber auch individuell verhandelbar. Aber 50:50 war ein üblicher Deal.
    Heute wird aber statt der Musikvideos eher in - wesentlich günstigere - EPKs investiert. die gibt für weniger als ein Zehntel der früheren Videokosten und sind vor allem für den Einsatz auf Community-Plattformen und die Fan-Base gedacht und dafür auch ideal.

    Zum Eingangspost:
    Einer "normalen" Durchschnittsband bleiben ca. 6 Prozentpunkte am HAP/Händlerabgabepreis. Dieser liegt bei einem Hochpreisprodukt bei ca. 12 € (Ladenpreis ca. 17,95 €). Will heißen: eine fünfköpfige Band muss 100.000 Alben (Gold) verkaufen, um rund 60.000 € zu verdienen.
    GETEILT durch 5 Mucker (und ggf. weitere Mitverdiener) macht das pro Nase 12.000 € ZU VERSTEUERNDES Jahreseinkommen. Wie schon oben erwähnt: davon kann keiner seine Miete und sonstigen Lebenshaltungskosten für ein Jahr tragen.

    Künstler müssen unterwegs sein, um solide von ihrer Mucke leben zu können. Das heißt: zwei mal 14 Tage-Tour im Frühjahr und Herbst und noch ein paar Open-Air-Shows im Sommer.

    Die Livedeals laufen aber, wie schon erwähnt, ohne das Label ab. NOCH muss man sagen! Tim Renner/vorm. Universal, war als deren Chef einer der ersten, die bei den Konzerten mitverdienen wollten. Zum Verdruss der Livebranche. Die dreht den Spieß jetzt um, siehe Madonna, die von Live-Nation gesigned wurde und dort jetzt das volle Vermarktungspaket platziert hat.
    Die Zukunft dürfte aber auch in Deutschland (bis hinunter in den Mittelklasse-Act-Bereich) den Full-Service-Units gehören, die Label, Musikverlag, Management, Merche, Promoagentur und Touragentur unter einem Dach abwickeln können.

    Und bei den Tourneen ist es bis zum Mid-Level-Bereich immer so, dass Band/Management und Touragentur zunächst ins Risiko gehen.
    Die größeren Acts machen so genannte Arrangement-Deals, zu Deutsch: sie beauftragen eine örtliche Konzertagentur nur mit der Durchführung und Abwicklung der Show in einem lokalen Stadion oder einer lokalen Halle (Maffay macht das z.B.).
    Und die ganz großen Acts laufen wieder anders. Die werfen die Optionen in den Ring und die nationalen Agenturen bieten um die KÜnstler. Dass dann mal ein nationaler Verwerter angeblich nur eine Gewinnspanne von 3 % an allen Rolling Stones Konzerten in Deutschland haben soll, ist mehr als nur ein Gerücht. Das ist höchst riskant und wenn ein Künstler (u.a. auch die vorgenannten) dann mal einen Durchhänger hat, dann wäre es nicht das erste Mal, dass daran eine Veranstaltungsagentur pleite geht.

    MERCHE:
    Ein üblicher Deal ist vom Nettoerlös 50 : 50 für Künstler und KEV-Partner (i.d.R. Label). Bei den großen läuft das Merchandising aber inzwischen komplett über Dienstleister.

    MANAGEMENT:
    Hier ist die Spannweite für Abzocke mit am größten, aber 20 - 25 % Beteiligung können durchaus drin sein. Wenn ein KÜnstler gut verhandelt, auch weniger. Die fairen Leute partizipieren am Nettoerlös. Es gibt aber auch Schwarze Schafe, die sich eine Beteiligung an allen Bruttoerlösen holen. Da ist man dann als Mucker geplättet.

    Darum: immer VORHER Verträge von einem auf Musikfragen spezialisierten Anwalt checken lassen.

    Hoffe, das bringt Euch etwas Licht in die Gerüchteküche!

    lg.
     
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  16. LongLostHope

    LongLostHope Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.08   #16
    Das habe ich selbst in nem Labeldeal gelesen, dass das durchaus getan wird. Darin gab es eine klare Klausel die besagte dass das Label im Falle einer Tour Reisekosten, Verpfelgung und Unterkunft für Band und Crew übernimmt.

    Also kannst du das so pauschal nicht sagen. Es kommt auf den Vetrag an und der sieht bei jeder Band und jedem Label anders aus.

    Jede pauschale Aussage hier in diesem Thread ist sinnlos, da es keinen "Referenzdeal" gibt.
     
  17. Boerx

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    Erstellt: 11.02.08   #17

    Zitat von rockbuerosued

    Ein LABEL finanziert i.d.R. keine Tour (vor).
     
  18. rockbuerosued

    rockbuerosued HCA Musik-Praxis/Recht HCA

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    Erstellt: 11.02.08   #18
    Möglichkeit eins:
    Es gibt "Labels" und es gibt "Labels"! Das ist kein geschützter Begriff und unter diesem locker dahin gesprochenen Begriff ist auch viel Schmarrn auf der Piste unterwegs.

    Möglichkeit zwei:
    Ein Künstler hat sich bereits mit Haut und Haaren verkauft. Dabei ist es nachrangig, ob man sich als Madonna an Live-Nation verkloppt und dann der Live-Konzern auch Tonträger publiziert oder ob es umgekehrt versucht wird (Tim Renner/Universal).

    Der Verlierer ist in beiden Fällen der Künstler! Keiner schenkt einem Künstler auch nur ein Sandwich auf einer Tour. Gerade in US-Verträgen ist die so genannte Verrechenbarkeit von Kosten ganz extrem. Wenn sich da zwei Product-Manager zum Mittagessen treffen, um über eine Kampagne für den Tonträger von Künstler XY zu sprechen, dann kann man sicher sein, dass diese Essensquittung bei der Kostenrechnung des Künstlers auftaucht. Sprich: das Mittagessen bezahlt auch der Künstler.


    Was verstehst Du unter Referenzdeal? Ich will Dich jetzt nicht provozieren, aber ich würde dafür nur ein Wort finden (wollen): nämlich FAIRNESS in der Branche.

    Alles andere geht immer zu Lasten der Künstler. In dieser Branche verschenkt keiner etwas. Schlussendlich zahlt (fast) immer der Künstler. Deswegen sollte - ganz nach dem DIY-Prinzip - möglichst viel in den eigenen Händen verbleiben. Rechte abtreten nur dann, wenn man davon einen ganz konkreten Nutzen hat - nachgewiesenermaßen!

    Komme mir jetzt keiner mit sog. "Standardverträgen", das sind nichts besseres als vorformulierte AGBs. Das Essenzielle eines Vertrages steht jeweils in den Variablen!

    Nix für ungut!
     
  19. LongLostHope

    LongLostHope Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.08   #19
    Ich zitiere mich selbst:

    Wenn ne Band nen Produktionsvorschuss bezahlt bekommt, was die Regel ist da ich jetzt schon von 3 unabh. Bands weiß dass es so ist, ist das im wahrsten Sinne des Worts ein Vorschuss, d.h. die Band bekommt das aber bekommt bis das Geld wieder eingespielt ist keinen Cent mehr. Allerdings darf sie die Kohle in jedem FAll behalten, auch wenn die CDs total floppt und sich nur 3mal verkauft.

    Das selbe ist es mit dem Touren und den bezahlten Kosten.
    Die Tour ist in dem Fall nicht von der Band sondern vom Label organisiert. Die Karten verkauft das Label und demnach bezahlt auch das Label die Band fürs auftreten. D.h. die Band fungiert als "gebuchter Künstler" und nicht als Veranstalter.
    Das ist vor allem der Fall wenn das Label gleichzeitig das management darstellt

    Um noch ein anderes Beispiel zu nennen, wo ich es weiß wies läuft: Nightwish.

    Nightwish werden von einer Firma namens "King Foo Entertainment" gemanaged. Der Konzertveranstalter ist bei NW die Band allerdings wird alles von King Foo organisiert. Nightliner, Hotels, Konzertlocations, Crew etc... Das heißt die Band bezahlt jemanden, um dies alles zu organisieren. Und das ist bei "großen Bands" eher(!) die Regel. Die Band spielt ihr Konzert, alles andere macht ihre Manegement-Agnetur. Selbst Verträge und Verhandlungen mit der Plattenfirma wird in der Regel von solch einer Agentur geregelt.
     
  20. Fair24

    Fair24 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.08   #20
    Diese Aussage kann ich nur unterschreiben. Wie vielleicht bereits bekannt, sind wir auch schon seit einigen Jahren, im Management tätig. Bei Musikern ist es unter den guten Kollegen üblich 20% bis 100K und 25% über 100k im Jahr zu berechnen. Hier gibt es unter den fairen Kollegen eine ganz klare Regelung. Die Prozente gibt es immer von den bereinigten Einnahmen, also dem quasi "Nettogewinn"

    Mir ist jedoch kein kompetenter, fairer Kollege bekannt der Deals unter diesen Sätzen macht. Der Großteil unseriöser "Kollegen" nehmen weitaus mehr und dann auch noch vom "Brutto"...

    Um mal eine andere Facette reinzubringen. Im Bereich Malerei sieht es ganz anders aus. Da ist das Management IMMER mit min. 50% am Verkauf beteiligt... Nur mal zur Info
     
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