Einschätzung PA-Systeme: RCF Art 708 mit Sub 702 vs RCF Art 945 vs Seeburg A3 mit G1201 Sub

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Inzwischen - auch dank allem was ich hier gelesen habe - steht das kleine Seeburg System bei mir.
Glückwunsch :)

Zu meinem Problem gibt es auch noch ne kleine Rückmeldung:
Ich hab letzten Freitag nochmals das System aufgebaut und mit der Pegelanpassung herumprobiert. Hat direkt funktioniert, für meinen Geschmack bin ich nun bei -3db für den Sub. Was da letztes Mal war als ich das probiert habe, weiß ich leider nicht...
 
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Das Problem bei den Boxen wie die 945er ist, dass die Sprachwiedergabe durch das Konzept der Box leidet. Der Tieftöner muss höher rauf spielen als er eigentlich mag und der Hochtöner weiter runter als er sollte. Das führt dazu dass in dem wichtigen Bereich der Übergabe von Tief nach hoch eine sehr unsaubere Wiedergabe erfolgt. Die 945er hat zwar eine recht große Voicecoil aber das ist auch nicht alles. Wenn du da die A3 her nimmst, die hat zwei 8" Treiber die besser nach oben hin spielen können. Ich habe zwar keine Daten zur 945er gefunden, aber z.B die nexo PS15-2 trennt bei 1,1 kHz. Eine ähnliche Übergangsfrequenz vermute ich auch bei der RCF, da muss der Tieftöner recht weit runter. die A3 trennt aber erst bei 1,4 kHz, weil der 8" Speaker da mit machen kann. Der Hochtöner muss ich auch nicht untenrum abquälen und kann feiner Höhen wiedergeben. Mit zwei 8" Speaker (von der Fläche her also in etwa ein 12" Speaker) kann man auch schon wieder einiges an Wind im tieferen Bereich bewegen. Wenn man dann den Tieftöner nicht in den Keller spielen lässt, sondern irgendwo bei 80-100 Hz mit einem Sub entlastet, dann wird das auch wieder knackiger und präziser, was da aus dem Top kommt. Udn wiel der Sub mit seine 12" ja "nur" bis ca 100 Hz spielen muss, hat auch er weniger Stress.
Better late than never (?)
Eine Ergänzung, auch wenn die Entscheidung für den TE schon gefallen ist: Die 945er (wie auch die 745er oder die NX45A) haben eine sehr niedrige Trennfrequenz (NX45A 650Hz), ein entsprechend großes Horn und einen sehr leistungsfähigen HT-Treiber (mit 4" VC), der auch schon ab diesem Bereich uneingeschränkt einsatzfähig ist. Von meiner NX45A kann ich im Gegensatz zu dem hier geschilderten Eindruck berichten, dass gerade der Mitteltonbereich außerordentlich gut und sauber gelungen ist und mir ein breites Grinsen auf das Gesicht zaubert. Der von @Mfk0815 genannte Hinweis bezieht sich vermutlich darauf, dass die 15er bei den meisten anderern Herstellern mindestens eine Oktave höher getrennt werden, da muss der 15er deutlich mehr im Mittenbereich übertragen und kämpft mit den in diesem Bereich schon relevanten Partialschwingungen.

Ein Vorteil dieser Konstruktion ist ein insbesondere bei der NX-45A durch das große Horn ein sehr gleichmäßiges Abstrahlverhalten. Man mag sich gern mal anhand der gll-Dateien im EASE-gll-Viewer die Abstrahlcharakteristik von verschiedenen Boxen mit ähnlichen Nominalwerten laut Datenblatt ansehen. Da ist manchen Fällen bei den genannten Werten viel Fantasie im Spiel (und oft werden die genannten Werte nur in einem kleinen Bereich oder oft erst 2 Oktaven höher als bei der NX45A erreicht). Die FIR-Technik tut das Übrige, um das Signal auf Basis der guten Komponenten möglichst unverfälscht zu übertragen.

Der 15er der NX45A kann auch schon ordentlich Bass liefern, so dass man auch ohne Sub für kleinere Einsätze klarkommen kann. Ein weiterer Vorteil des 15ers ist die Fähigkeit, im Low-Mid-Bereich ordentlich Reserven mitzubringen (zum Vergleich: ein 2x12er-System hat nur gut 10% mehr Membranfläche). Zu den Nachteilen: Beim HT-Treiber bringt die 4"-VC den Nachteil mit sich, dass Partialschwingungen tiefer in Erscheinung treten als bei kleinerer Voice-Coil - der oberste Bereich oberhalb von 10 kHz ist somit nicht so fein aufgelöst, wie das ein kleinerer Treiber könnte. Die neue NX945A wäre mir persönlich zu groß (Volumen hat gegenüber der NX45A zugenommen) und zu schwer (27,3kg - leider teilweise in Shops falsch mit 22,4kg angegeben).

Da mich auch die A3 sehr interessiert hat (und ich immer noch ein Auge auf diese werfe) und um Missverständnissen vorzubeugen: Ich konnte die Box selbst noch nicht testen, die Erfahrungen anderer (und die Hersteller-Messungen) sprechen aber für ein gelungenes System. Die Box hat durch das "Dipol-Prinzip" eine sogar noch etwas tiefer reichende Wirksamkeit der Richtwirkung. Die beiden 8er-TT haben aber zusammen nur etwa 50% der Fläche eines 15ers und sind so im Low-Mid und Bass-Bereich natürlich hinsichtlich der Pegelreserven begrenzt. Wo eine RCF ART945 laut Production-Partner Testbericht bis etwa 70Hz noch erstaunliche Pegel liefern kann, geht bei der Seeburg A3 der Wirkungsgrad bereits unter 200Hz deutlich zurück - die Pegelreserven sind in diesem Bereich eben beschränkt. Der kleinere HT-Treiber bietet aber ganz sicher eine bessere Auflösung in der obersten Oktave - und schließlich wiegt so eine A3 mit 12,5kg auch nur rund die Hälfte einer NX45A.

Beide Boxen bieten im Rahmen ihrer jeweiligen Konstruktionsprinzipien sehr viel für's Geld und gehören meiner Ansicht nach zu den "preis-wertesten" Produkten. Die A3 dann außerhalb von Sprachbeschallung sicher meist mit Sub, aber auch die RCF wird man bei Bands wohl selten solo einsetzen. Die RCF hat auch nicht ganz so schön aufgelöste Höhen in der obersten Oktave, kann aber mit ordentlich Reserven im Low-Mid / Bass-Bereich punkten. Beide bieten eine im Unterschied zu vielen anderen Angeboten sehr gut kontrollierte Abstrahl-Charakteristik, was im Sinne von "Gain-before-Feedback" sicher kein Nachteil ist. Die FIR-Technik der RCF ist vorteilhaft, ein ausschlaggebendes Argument ist sie aber bestimmt nicht.
 
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Nach mittlerweile über 1,5 Jahren mit der Seeburg Anlage kann ich von den Lautsprechern nur Gutes berichten!

Was @Hanseat über die RCF ART 945 bzw. NX45 schreibt, kann ich bestätigen. Ich erwähnte ja eingangs irgendwo, dass ich mit der ART945 auch eigene Mixing-Erfahrungen sammeln konnte.
Aber die Seeburg Lautsprecher sind alleine schon haptisch eine Liga drüber und klanglich irgendwie "feiner" und reagieren sozusagen feinfühliger auf die Arbeit am Mischpult (mir fällt keine bessere Beschreibung ein).

Ich verwende die A3 übrigens völlig ohne Controller Preset.
Angetrieben wird sie entweder vom G Sub 1201++ (auf dem kein spezielles A3 Preset gespeichert ist! - das wäre aber machbar) oder bei Jobs ohne Subwoofer (Sprache/Gesang, kleine Akustikbands ohne großen Bassbedarf) von einer meiner Endstufen (QSC GXD8 oder Crown XLS 1502).
Sie klingen sehr sehr transparent und klar, ohne Schrillheit und sie tragen sehr weit! Außerdem ist die Optik ausgesprochen Galatauglich und macht auch bei Sprachjobs im Corporate-Bereich einen guten Eindruck!

Inzwischen besitze ich auch noch ein Pärchen A4, für die qualitativ das Gleiche gilt. Auch diese Lautsprecher klingen ohne Controller bereits hervorragend (sagt Seeburg ausdrücklich selbst!) und taugen als klassische 10" Zweiwegeboxen entweder als SEHR LAUTE Gesangsanlage (bereits mit meiner Rockband mehrfach eingesetzt) oder Fullrange für meine Akustikcombo - da geht dann sogar E-Bass und Cajon problemlos in gemäßigter Lautstärke. Wenn's wilder wird, auch gerne mit den G Sub 1201ern.

Wenn die Lautsprecher nicht vom Subwoofer angetrieben werden, setze ich in den DSPs der Endstufen lediglich einen Schutzhochpass (86 Hz bei der A3 und 65Hz bei der A4) - könnte man ja aber auch im Summen-EQ des Pultes machen. Bei der QSC programmiere ich noch den Limiter (kann die Crown leider nicht).
Entzerrt wird nichts, alles klingt auch so schon sehr gut. Wenn ich mir die niedrigen Gains in den Presetfiles bei Seeburg anschaue, wird mir auch klar, warum das garnicht zwingend nötig ist.

Mir haben sowohl A3 als auch A4 wieder einmal vor Augen geführt, wie gut passive Lautsprecher ohne jede elektronische Unterstützung klingen können, wenn sie sauber entwickelt sind und gut gemachte Frequenzweichen beinhalten.
Seit ich die Seeburg Lautsprecher besitze, bin ich quasi zum "Passiv"-Fan zurück mutiert (ganz Old-School). Irgendwie vermittelt mir dieser Ansatz subjektiv (!!) ein sehr gutes Gefühl bzgl. Robustheit, Zuverlässigkeit und Ausfallsicherheit.
Das ist mir den kleinen Mehraufwand beim Transport mit einer zusätzlichen Kiste Speakon-Kabeln und Amps auf jeden Fall wert. Zumal meine Amps ja ohnehin zu den Fliegengewichten zählen.

Gut machen würde sich natürlich noch ein dritter und vierter G-Sub 1201, aber da versuche ich gerade die Vernunft siegen zu lassen, denn bei der Größenordnung meiner Jobs wäre das eigentlich nicht notwendig... eigentlich... :engel:
 
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... aber da versuche ich gerade die Vernunft siegen zu lassen...

Schau Dich doch mal um in der Welt, dann siehst Du, wohin uns die "Vernunft" gebracht hat...
Ich sage, go for it! Yolo! Besser haben als brauchen! Man lebt (und beschallt jeden Job) nur einmal!
Get what you need! (wie die Rolling Stones schon sagten)
 
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