Erfahrungen mit Batteriemanagement?

von albert1, 17.05.07.

  1. albert1

    albert1 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.05.07   #1
    wir (5 köpfige acapella gruppe) singen seit 3 jahren mit kabelsalat, und überlegen auf wireless umzusteigen. was mich noch abschreckt, ist die ganze batteriegeschichte dabei:
    dauernd an geladene batterien denken,
    ausfälle auf der bühne wegen leeren akkus,
    nachlassende akkukapazitäten (memory-effekt)
    kosten...

    was gibts für erfahrungen?
    habt ihr schon live ausfälle gehabt?
    merkt man niedrigen batteriestatus rechtzeitig, oder fällt das ding schnell aus?
    gibts unterschiede im stromverbrauch der sender (denke z.b. an Shure PGX Beta 58, SM 58 oder Beyerdynamic Opus 500 MK II)?
    sind 9V systeme oder 2x1.5 V empfehlenswerter?

    Albert
     
  2. Basselch

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    Erstellt: 17.05.07   #2
    Hallo, Albert,

    das Problem bei Akkus ist die geringere Leistung gegenüber Batterien und der rapide Ausfall ab einem bestimmten Entladezustand (will heißen, die Spannung sinkt zunächst langsam und dann irgendwann mal ganz schnell ins Bodenlose). Pluspunkt: Die Umweltverträglichkeit (jede Batterie braucht mindestens 20 x ihrer Leistung alleine an Energie für ihre Herstellung). Bei Batterien fällt die Spannung langsamer ab.
    Um der Akkuproblematik zu begegnen: LiMh-Akkus verwenden, deren Leistung ist höher als bei NiCd-Akkus, und es ist halt kein giftiges Cadmium drin. Außerdem entfällt der gefürchtete Memory-Effekt. Und besorgt euch ein wirklich gutes (!!!) Ladegerät - keinesfalls so ein Steckerteil aus dem Baumarkt! Das darf schon 60 - 70 Euronen kosten, da eine Ladeüberwachungs- und Frischhaltefunktion unbedingt an Bord sein muß. Einfache Steckergeräte ohne Zustandsüberwachung überladen die Akkus, die dann anfangen, auszugasen. Dabei geht Elektrolyt verloren und die Kapazität sinkt ab. Intelligente Ladegeräte erkennen "Akku voll" und gehen dann auf Erhaltungsladung über.
    Übrigens haben sowohl Batterien als auch Akkus mit modernen Wireless-Geräten häufig ein Problem, nämlich dann, wenn diese Teile eine Spannungsüberwachung haben. Sinkt die Spannung unter den Grenzwert, schaltet die Anlage ab. Das passiert aber ebensogut bei leeren Batterien wie Akkus.
    Ich hatte noch keine Ausfälle, gehe mit frisch geladenem Akku in jeden Auftritt (zuhause ist es ja halb so wild, wenn der Akku schlappmacht...) und habe zur Sicherheit Reserveakkus, ebenfalls vollgeladen, dabei.

    Viele Grüße
    Klaus
     
  3. Gast 23432

    Gast 23432 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.05.07   #3
    Hi,
    ich betreibe seit 1991 eine 8Kanal MP-Alage mit 9V-Batterien, seit 2000 dazu eine 12er Anlage mit 3xAA-Akkus (und zwischendurch, wenn die Proben zu dicht aufeinanderfolgen, auch mit Batterien).
    Ja, was soll ich Dir auf Deine Fragen antworten?
    Mit der Zeit habe ich sehr viele Erfahrungen sowohl mit 9V / 1,5V / Akkus / Batterien gemacht. Wenn man ein Multimeter besitzt und alle Eneriespender vor dem Einsatz kontrolliert - kein Problem.
    Batterien prüft man kurzzeitig auf Kurzschlußstrom. Bei neuen 9V ist ein I = 5...8 Ampere sehr gut, in meinen Geräten (Beyerdynamik) halten Batterien mit 1,8 A noch ca. 4-5 Stunden aus.
    R6 (AA oder Mignon) bringen zwischen 10 und über 20 Ampere aufs Meßgerät, die halten bis zu 16...18 Stunden (Anlage AKG). Bei 4A reicht es noch etwa für 3 Stunden.
    (Ich spreche natürlich ausschließlich von Alkaline-Batterien, meist sind die vom Discounter durchaus vergleichbar mit den Markenprodukten.)
    Wenn man das weiß (durch ein paar Tests), kann man damit sehr gut leben.

    9V-Akkus habe ich (trotz teurer Ladegeräte) sehr bald verworfen, die Akkus sind zu instabil, was meiner Meinung nach an der Reihenschaltung mehrerer Akkuzellen liegt. Auch die besten Ladegeräte können durch die Reihenschlatung die einzelnen Zellen nicht separat behandeln, wie es nötig wäre.
    Das ist bei 1,5V-Zellen kein Problem. Nach jeder Benutzung stelle ich am Lader den Zyklus: Entladen/Laden/Erhalten ein, dadurch wird der auch bei NiMh auftretende Memory-Effekt weitgehend vermieden. Selbstverständlich wird der Akku nach jedem Einsatz wieder in das Ladegerät gelegt - so gibt es kein Risiko bei der nächsten VA.
    Außerdem prüfe ich alle Akkus vor dem Einsatz - allerdings messe ich da die Spannung bei einem 10tel Belastung. D.h. bei der Messung liegt parallel zum Akku ein Widerstand, durch den etwa 1/10 des Kapazitätsstromes fließt, also bei 1600 mAh = 160 mA. Je nach Akkutyp, Alter, Ladegerät (ich habe 4 verschiedene Lader) und Dauer, wie lange der Akku aus dem Lader entnommen wurde, kann ich abschätzen, was von dem Akku zu erwarten ist. Unterlast-Spannungen von 1,34...1,45 Volt sind gut bist bestens, 1,30...1,33 V brauchbar und alles unter 1,3 V verwende ich nicht mehr. Das lasse ich im Lader lieber nochmal auf Kapazität prüfen, ev. auffrischen und meistens entsorge ich sie dann.

    Hier steht schon sehr viel dazu:
    https://www.musiker-board.de/vb/funk-mikrofonsysteme/107641-tdk-batterien-9-volt-block-aldi.html
    https://www.musiker-board.de/vb/zubehoer/172401-funk-system-mit-akku.html


    Zur Frage 9V oder xx1,5:
    ich würdeauf jeden Fall ein System mit 1,5 Volt-Batterien empfehlen, erstens sind die Batteriene/Akkus meistens preiswerter und leichter zu erhalten, Zweitens habe ich mal auf einem Seminar von Sennheiser gelernt, daß bei den Geräten, die 9V benutzen kein Spannungs-Managment verwendet wird, die Spannungsversorgung ist also ungeregeltund hängt nur von der Qualität der Batterie ab...
    Das ist allerdings schon ein paar Jahre her.
     
  4. Harry

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    Erstellt: 18.05.07   #4
    im Prinzip schließe ich mich an
    9V-Akkus sind problematisch
    AA- und AAA- (Micro-/Mignon-) Zellen sind unproblematisch, sofern NiMH-Typen verwendet werden. NiCd werden auch nur noch selten angeboten.
    Als Ladegerät unbedingt eines mit Prozessorsteuerung nehmen (einfache Ladeabschaltung genügt nicht !) - dann macht das auch mit Akkus Spaß (und Sinn).

    Bei AA-Typen gibt es derzeit welche mit 2600 oder sogar 2700 mAh.
    Bei AAA-Typen gibt es derzeit welche mit 1000 mAh.
    Das ist so das Maß der Dinge - die haben fast eine ähnliche "Online-Zeit" wie Batterien.
     
  5. 8ight

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    Erstellt: 20.05.07   #5
    ic habe meine Audio Technica 3000er immer mit billig ebay akkus (4stck 4,44€ "Profitexx 2500mAh") betrieben und ein kleines 10€ ladegerät, welches jedoch selbstständig auf erhaltungsladung umstellt benutzt.
    akkulaufzeit in der anlage ca 8-10 std. nach 3-4 jahren und x ladevorgänge merke ich jetzt langsam bei einigen der akkus, dass der memory effekt in kraft tritt
     
  6. Gast 23432

    Gast 23432 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.05.07   #6
    @8ight: ich bin sicher, daß ist nicht der Memoryeffekt, sondern das ganz normale Ende der Lebensdauer. Ca. 3 Jahre bei etwa 2-3x wöchentlicher Wiederaufladung - das entspricht ziemlich genau auch meiner Erfahrung mit R6-Akkus (hauptsächlich von GP, verschiedene Kapazitäten im Laufe der Zeit).
    Da bringt auch eine Regeneration im teuersten Ladegerät nichts mehr, die max. verfügbare Kapazität nimmt dann sehr schnell ab.
     
  7. Tobse

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    Erstellt: 25.05.07   #7
    moin
    früher war ich ein gegner der akkus, schlicht aus dem grund das es zeit kostet und arbeit erfordert. das nervt. päckchen auf, neue batterien rein, nach der show wegschmeißen, nächstes mal wieder von vorne geht einfach schneller.

    mittlerweile habe ich auch mit akkus ganz gute erfahrungen gemacht. kurz ein paar punkte die ich für den road betrieb empfehlen würde.

    - AA Systeme. kein 9V Block
    - 19" Ladegeräte von Fischer Amps. Roadtauglich, leicht zu handeln, gute ergebnisse
    - Akkus durchnummerieren
    - excel tabelle oder ähnliches führen, die die einsatztage, ladungsvorgänge u.ä dokumentiert, um nen überblick zu haben wann es zeit wird welche zu ersetzten
    - in akkuboxen transportieren (fisher amps) und das ganze direkt so anlegen, das niemals geladene und ungeladene durcheinander kommen können (farbcodes auf den boxen)
    - nie mal eben zwischendruch laden, sondern eine feste prozedur kreieren (z.b. load in -> sobald der monito platz steht geht das ding an den Strom und es wird geladen ; bei ankuft damit in den backstage bevor was anderes passiert). so ein festes ritual garantiert das immer genug zeit zum laden da ist, es nie vergessen wird, der ladevorgang nie unterbrochen wird
    - nie mit lauter leeren akkus am venue ankommen. während einer show werden die geladen, die in der letzten verbraucht wurden, so das man immer mit mind. 1 satz vollen akkus aufschlägt
    - immer für den worst case ein set normale batterien dabeihaben.
    - akkus sofort entsorgen und ersetzen, wenn mn spürt das sie "früher schlapp machen"
    - akkus nie zweckentfremden. die sind nur für die funken und gehen nicht mal eben in die digicam
    - eine person bestimmen, die für das system verantwortlich ist

    ja, man merkt funksystemen an, wenn die akkus schlapp machen. dann ist es aber in der regel schon zu spät. beltpacks und handhelds neigen dann dazu auszusetzten. das macht so ein typischen geräusch, ein unangenehmes rauschen und knistern und knallen und fiepen. auch verändert sich der klang der übertragenen signal bei machen systemen.
    bei in ears systemen hört man meist das typische fffffffffffffffffffttttt, dropouts eben.

    eine havarie sollte man in jedem falle haben, egal ob batterie oder akku.
    kabel an den instrumenten die mit beltpack spielen bereithalten, falls nötig ggf auch DI boxen (akku klampfe über sender zb,)
    ersatzhandheld oder kabel mic für handhelds.
    ersatzpacks für iem systeme.

    im worst case ist immer schneller ein pack gegen ein anderes oder ein kabel getauscht, als batterien gewechselt. zumal man den fehler erstmal auf diese eingrenzen muss. andere fehler können sich genau gleich anhören. und ein totes display könnte auch daran liegen das das ding einfach kaputt gegangen ist usw...

    ob sich das ganze lohnt bzw ab wann kann man sich ja leicht ausrechnen, wenn man weiß wieviele gigs man spielt und um wieviele systeme es geht. die mehrarbeit zahlt einem keiner, dafür rechnet sich das ganze irgendwann wieder.

    eine investition ist es erstmal auf alle fälle, die ladegeräte kosten ne haufen geld (und ich würde hier wirklich nur profi material benutzen), die dinger müssen in ein case, die akkus müssen her, die brauchen akkuboxen, die müssen wieder in ne 19" schublade, die macht das case wieder größer usw..
    aber irgendwann lohnt sichs. die umwelt freut sich allemale.

    zum stromverbrauch der angegebenen systeme kann ich nichts sagen, ich habe nie mit ihnen gearbeitet.


    nun noch die links zu den angesprochenen dingen

    ladegeräte
    Akkus
    Kapazitätsmessgeräte (Bei großen setups macht eines als ergänzung zu den 19" einheiten sinn, als kontrolle)
    akkubox
    FAQs zu diesem System

    das ne sehr einseitige empfehlung ist: ich hab nicht das geringste mit dem hertseller zu tun, mich haben die produkte nur überzeugt.

    hoffe das hilft, viel erfolg
     
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