Erfahrungen mit Stimmplatten-Sonderanfertigungen für Steirische?

von Stoager, 12.01.16.

  1. Stoager

    Stoager Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.01.16   #1
    Hallo,

    ich hätte wieder einmal eine Frage an die Stimmplatten-Experten im Forum.

    Wer hat Erfahrungen mit Stimmplatten-Sonderanfertigungen ?
    Vorgeschichte:
    Ich komme aus der Steirischen-Ecke und habe die jeweils höchsten Töne meiner 4-reihigen (46-knöpfigen) G-C-F-B-Harmonika bisher noch nie benötigt. Statt dessen aber wären diverse Halbtöne sehr hilfreich, welche den musikalischen Horizont erweitern würden. Diese werden in vielen Fällen bei den tiefsten Tönen am Diskant angebracht (welche ebenfalls eher selten benötigt werden) und können so z.B. mit dem Daumen bequem gespielt werden.

    Daher spekuliere ich mit einem sogenannten „versetzten Diskant“ (ist in der Steirischen-Branche gar nicht mehr so unüblich) mit weniger hohen „Quietsch-Tönen" und dafür mit mehreren Halbtönen. D.h. der gesamte Diskant rutscht hinsichtlich der Tonhöhe nach unten). Zudem ist es mit den Halbtönen dann möglich die bauartbedingten G-C-F-B-Einschränkungen zu lockern.
    Da am Diskant der Steirischen ja grundsätzlich stimmlicher Platzmangel herrscht, möchte ich hier (für mich) das Maximum rausholen.
    Nun habe ich das Problem, dass meine individuellen Wunschvorstellungen mit den bisherigen zahlreich vorhandenen Halbton-Varianten nicht umgesetzt werden können.

    Konkret geht es mir um Stimmplatten der Klasse tipo a mano (VOCI ARMONICHE) meinetwegen auch eine Klasse darunter,
    jedoch mit der Kombination a / es´´ (220,0 / 622,3 Hz) und e / es´ (164,8 / 311,1 Hz).
    Da meine Harmonika 3-chörig ist, würde ich also jeweils 3 Stimmplatten benötigen.

    Ich möchte noch vorausschicken, dass der Tausch der Platten inkl. dem Stimmen für mich technisch kein Problem darstellt, da ich an meiner Harmonika schon einiges selbst gemacht habe. Weiters ist mir bewusst, dass ich dadurch natürlich auch andere Stimmstöcke benötige.

    Nun meine Fragen zu den Sonder-Stimmplatten:
    Wer macht so was bei uns (Raum Österreich/Deutschland) ?
    Oder können dies nur die Italiener (ernst gemeint - ohne Sarkasmus) ?
    Was würde das ca. kosten ?
    Wie gehe ich die Sache an ?
    Was muss ich sonst noch beachten ?

    Bitte um eure Hilfe !

    Gruß
    Michael

    PS: Der Italienischen Sprache bin ich leider nicht mächtig, sonst hätte ich mich schon beim Stimmplatten-Erzeuger entsprechend erkundigt.
     
  2. lil

    lil Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 13.01.16   #2
    ich vermute stark, dass die Stimmplatten bzw. -zungen nicht Dein Hauptproblem werden werden. Denn die zusätzlichen Töne sind ja (wenn ich Dich richtig verstanden habe) nur je einen Halbton anders als im Instrument bereits vorhandene Töne. Stimmzungen werden nicht für jeden Ton einzeln hergestellt, sondern für Tongruppen; der Rest geschieht durchs Stimmen. Also z.B. aus einer F-Zunge eine Fis-Zunge zu "schnitzen" sollte kein Problem darstellen, wobei ich empfehlen würde, eine tiefere Zunge höher zu stimmen und nicht nach unten (bei Materialabtrag an der Zungenspitze besteht weniger Gefahr, eine "Sollbruchstelle" zu erzeugen).
    Das Hauptproblem wird der Stimmstock sein, in den die Stimmplatten hinein müssen. Es wird ja quasi jede Stimmplatte um eine Kanzelle verschoben, und ob das größenmäßig überall passt, wage ich nicht abzuschätzen. Ich wünsche Dir aber viel Erfolg für das Vorhaben!
     
  3. Stoager

    Stoager Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.01.16   #3
    Hallo lil,

    danke für deinen Beitrag !

    Grundlegendes:
    Beim Runterstimmen arbeite ich persönlich eher mit Material-Auftrag statt mit Abtrag, denn wenn das Zungenmaterial erst einmal weg ist ….
    Weiters habe ich die Erfahrung gemacht, dass das unangenehme nachträgliche Hochlaufen der Zunge nicht vorhanden ist.
    Und das von mir ggf. vorne aufgebrachte Lötzinn lässt sich wunderbar bearbeiten und auch relativ leicht wieder entfernen
    - funktioniert übrigens mit einer Entlötsauglitze aus dem Elektrofachmarkt hervorragend.
    Lediglich die Plastik-Ventile sind durch die Hitze hier etwas mehr gefährdet.
    Negative Erfahrungen hinsichtlich der Stimmnachhaltigkeit durch die kurzfristige Hitzeeinwirkung habe ich nicht gemacht.
    Wäre eventuell was Interessantes für „maxitos“ Thema „Stimmplatteneffekte-Stimmplattendefekte.

    Vielleicht habe ich mich dem Begriff „Halbtöne“ auch missverständlich ausgedrückt.
    Bei einer Steirischen Harmonika sind das jene Töne, welche (in meinem Fall bei einer G-C-F-B) eben bauartbedingt nicht vorhanden sind,
    wodurch die musikalischen Möglichkeiten doch etwas einschränkt werden.
    OK eine Steirische ist nun einmal keine Chromatische Knopf, aber eben wesentlich handlicher, gepaart mit dem schönen Klang einer Steirischen halt.
    (Da kommen wieder die Emotionen hoch - sorry ! Zurück zum Thema.)
    Die Töne der G-Dur, C-Dur, F-Dur und B-Dur sind ja eh auf Druck oder auf Zug vorhanden.
    Aber eben nicht das von mir gewünschte: des´, des´´, as, as´...

    Also liegt mein oben beschriebenes Problem doch im Bereich der Stimmplatten, da (es meinen Recherchen nach) die Kombination
    a / es´´ auf einer Platte sowie e / es´ auf einer Platte eben nicht gibt – daher auch das Thema „Stimmplatten-Sonderanfertigungen“.

    Ein Vergleich im Anhang soll verdeutlichen was ich gerne hätte.
    Vielleicht hat jemand im Forum ja ähnlich gelagerte Wünsche.


    Daher nochmals meine Fragen zum Thema im ersten Beitrag:

    Wer macht solche Stimmplatten-Sonderanfertigungen ?
    Wer hat Erfahrungen damit ?
    Was würde das ca. kosten ?
    Wie gehe ich die Sache an ?
    Was muss ich sonst noch beachten ?

    Gruß
    Michael
     

    Anhänge:

  4. lil

    lil Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 15.01.16   #4
    Sorry, da hatte ich einen mittleren Blackout - da ich nur chromatisch spiele, kam mir nicht in den Sinn, dass bei den wechseltönigen Instrumenten auf einer Stimmplatte zwei unterschiedliche Stimmzungen sitzen! :embarrassed:
     
  5. maxito

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    Erstellt: 15.01.16   #5
    Das sind die spezielle Probleme, mit denen sich die Spieler Wechseltöniger Instrumente rumplagen müssen - einen ganz heißen Tip der alle Probleme löst habe ich leider grad auch nicht. Aber ich würde mal sagen, dass man hier am ehesten dort fündig wird, wo viel mit Steierischen los ist. Also am besten einen Fachbetrieb suchen, dessen Spezialgebiet die steirischen sind.

    In ähnlichem Zusammenhang hatten wir das Thema schon mal beim Bass:

    https://www.musiker-board.de/threads/bassplattentausch.628877/

    Vielleicht bringt dich das weiter.

    Gruß, maxito
     
  6. Stoager

    Stoager Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 16.01.16   #6
    @ lil
    Kein Problem, wie "Steirischen" sind halt schon ein besonders Folk :whistle:

    @ maxito
    Danke - leider nicht wirklich.
    Bin scheinbar der einzige Steirische-Spieler mit derart ausgeprägtem Hang zum Halbton-Wahnsinn :igitt:
     
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