Erik Satie - 3 Gymnopedies

von Asteroid, 22.04.06.

  1. Asteroid

    Asteroid Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.04.06   #1
    Hallo zusammen <img>

    Ich möchte gerne die drei Gymnopedies von Erik Satie spielen... an sich recht einfache und unkomplizierte Stücke, trotzdem stehe ich vor einen spieltechnischen Problem!<img>

    Da ich keinen Scanner habe und nicht weiß wo ich die auf die Schnelle aus dem Netz bekomme habe ich hier nun leider kein Bild zur Veranschulichung, daher richtet sich meine Frage an jede, welche die Stücke kennen (oder Wissen wo sie sie auf die schnelle einsehen können und auch motiviert sind das zu tun<img>).

    Die drei Stücke sind ja im wesentlichen von gleicher Art... aber, wenn man sie genau so spielen will, wie sie notiert sind braucht man dazu "Pranken" wie Arthur Rubinstein (mir ist schon bewusst dass es grundsätzlich Stücke gibt, welche sich nur mit überdurchschnittlich großen Händen vollkommen authentisch wiedergeben lassen, aber ich bin mir nicht sicher, ob das hier der Fall ist)!

    Jetzt meine konkrete Frage: Ist es bei diesen Stücken vielleicht üblich die Unterstimme welche durchgehend aus einer punktierten Halben pro Takt (3/4 Takt) besteht tatsächlich nur über das erste Viertel des Taktes mit dem Finger und danach lediglich durch Pedaleinsatz (welcher nicht in der Notation steht) zu halten, und dann mit der linken Hand "hochzuspringen" und nur den Dreiklang der Mittelstimme zu spielen (welcher in jedem Takt immer auf der zweiten und dritten Viertelnote liegt), während man mit der rechten lediglich die obere Melodiestimme spielt? So ließen sich die Stücke jedenfalls problemlos bewältigen und es käme mir auch logisch vor, allerdings wiederstrebt es mir eine Note lediglich durch Pedal zu halten, wenn dies nicht so angegeben ist! Falls das aber sogar so gedacht bzw. gar nicht anders möglich ist, wäre das natürlich was anderes!

    Normalerweise hätte ich gedacht, der Akkord in der Mittelstimme wird grifftechnisch zwischen recher und linker Hand aufgeteilt, aber selbst dann müsste man an manchen Stellen schon fast Tredezimen greifen können!!!<img>


    Vielen Dank schon mal im Voraus<img>
     
  2. lucjesuistonpere

    lucjesuistonpere Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.04.06   #2
    Ja, das ist richtig. Du kannst hier durchaus das Pedal einsetzen, auch wenn es nicht explizit da steht (wo steht sowas denn schon). Der eher meditativen Atmosphäre der Gymnopedies tut das Pedalspiel keinen Abbruch.
    Wenn du zufällig gerade einen Konzertflügel zur Hand hast, kannst du auch das mittlere Pedal benutzen. ;)
     
  3. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 22.04.06   #3
    Du wirst solche stellen in der "gehobenen" klavierliteratur immer wieder finden, wo die klangvorstellung des komponisten über seine und unsere 10 finger hinausgeht. Den Satie habe ich nicht zur hand, um praktische hinweise zu geben, in der regel: den bass sichern und die stelle von unten nach oben ausbauen, man kann auch sehr verschiedenartig arpeggieren etwa bei Chopins Nocturne c-moll, da muss man "seine" weise suchen und finden. Und - - - wenn es dich tröstet, man lernt nie aus!
     
  4. Asteroid

    Asteroid Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.04.06   #4
    Vielen Dank für die Antworten<img>

    @ lucjesuistonpere:

    Dann werde ich das jetzt mal so spielen. <img> Der Gedanke, dass hier nun das mittlere Flügelpedal wirklich praktisch wäre, kam mir auch, aber leider steht mir kein entsprechendes Instrument zur Verfügung. <img>


    @ Günter Sch.:

    Mit "gehobenerer Klavierliteratur" habe ich mich aktiv noch nicht so viel beschäftigt, besagte Nocturne in c-moll von Chopin ist mir persönlich im Moment technisch noch zu schwer (obwohl ich sie und ihre Verwandten sehr sehr gerne höre), aber ich arbeite daran im Laufe der Zeit dahin zu kommen. Dass sich solche Problemstellungen vermehrt ergeben glaube ich aber gern (ich tu mich im Moment allerdings selbst in Chopins vergleichsweise recht leichten A-Dur Präludium schwer, den Akkord im 12. Takt im flüssigen Spiel sauber zu greifen).
    Appregios kommen mir nun speziell bei besagten Satie Stücken eher nicht so passend vor, wobei mir schon klar ist dass das eher allgemein für entsprechende technische Herausforderungen gemeint war<img>.
    Dass man nie auslernt finde ich aber gerade das schöne an der Musik und am Klavierspielen, so wirds einem niemals fad<img>
     
  5. Jan1980

    Jan1980 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.05.06   #5
    Ich gehe davon aus, daß Satie das Pedal zur Umsetzung benutzen würde...

    Wenn Dir die Melodie in der rechten Hand zu verschwommen erscheint, solltest Du vielleicht mal das sogenannte "halbe Pedal" ausprobieren. Das Pedal wird nur halb getreten, in etwa so weit, daß der Dämpfer die Saite gerade verläßt. Durch minimale Korrekturen mit dem Fuß lassen sich Töne dann fast unmerklich ausblenden. Der Effekt bei den Gymnopédies sollte sein: der Baßton scheint weiterzuklingen, die Melodie ist klarer zu hören.

    Generell muß man zwischen zwei Notationen unterscheiden: Einer, die ich "technisch" nennen würde, daran orientiert, welche Töne man anschlagen, welches Pedal wie lange getreten werden muß usw. und einer die, am Klang orientiert ist: Hier wird geschrieben, was zu hören sein soll, die Ausführung ist dann dem Interpreten überlaßen. Hier haben wir es mit der zweiten Form zu tun, manchmal ist dann auch in der Umsetzung dieser Klangvorstellung Kreativität gefragt... ;)

    Skrupel, das Pedal zu benutzen sind hier also nicht angebracht. Was man sich aber überlegen sollte, ist ob man die Akkorde auch am Anfang schon in die linke Hand nimmt und nicht, obwohl es einfacher wäre, in die rechte. Der Klang der ersten Akkorde würde sich nämlich dann wahrscheinlich von den Melodiebegleitakkorden unterscheiden...

    Viel Erfolg beim Spielen und schöne Grüße
     
  6. Asteroid

    Asteroid Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.05.06   #6
    @ Jan1980:

    Oh, jemand in meinem Jahrgang... vielen Dank für die Antwort:great:

    Das mit dem halben Pedal werde ich mal ausprobieren, würde wahrscheinlich schon besser klingen, wenn die Melodiestimme weniger verschwommen wäre (besonders wenn ich es mit den Orchesterversionen vergleiche, wobei da natürlich effektvoller Weise noch die unterschiedlichen Klangfarben der unterschiedlichen Instrumente hinzukommen, mit denen die Stimmen besetzt sind), ich mache mir nur etwas Sorgen, ob mein bescheidenes Klavier das auch kann (der Kauf eines besseren Instruments ist in Planung, wird sich aber frühestens in einem Jahr verwirklichen lassen).

    Bisher habe ich tatsächlich die Akkorde in den ersten Takten bevor die Melodie einsetzt mit der rechten Hand gegriffen (allerdings natürlich trotzdem schon das Pedal eingesetzt), aber es stimmt schon was du sagst, da ist ein deutlich hörbarer Unterschied zum Spielen der Akkorde mit der linken Hand nach Einsatz der Melodiestimme. Ich werde auch das einmal ausprobieren, die ersten Takte nur mit der Linken zu spielen, die rechte Hand ganz ruhen lassen und einmal horchen, ob es sich in meinen Ohren schlüssiger und einheitlicher anhört!
     
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