Also am Amp liegts sicher nicht, der Katana deckt schon ein sehr breites Spektrum von Ampsounds ab.
Wenn ich bei Nickelback mal das aktuelle "St. Quentin" nehme, kann ich mir allerdings vorstellen, dass der Player-HB nicht ganz Deiner Vorstellung entspricht... Der Knackpunkt ist halt, dass der BridgeHB entworfen wurde, um mit den SCs zu harmonieren, sprich sie nicht zu übertönen. Dementsprechend klingt er auch eher brilliant und klar, der Output geht maximal in Richtung PAF. Das entspricht aber auch dem Zeitgeist und der traditionelleren Ausrichtung der Player, denn die härteren Sachen deckt man im Konzern hauptsächlich mit Jackson und Charvel ab.
Trotzdem würde ich davon abraten, ins andere Extrem zu verfallen und sowas wie eine JB einzubauen. Einmal hast Du ja schon metalmäßige Gitarren und zum anderen bekommst Du sonst ein sehr unausgewogenes Verhältnis zwischen dem HB und den SCs, die Dir ja grundsätzlich auch gefallen.
Was Du brauchst, ist mMn vor allem ein mittigerer HB, der Zerrsounds mehr Dichte verleiht. Dieser Grundcharakter ist tatsächlich etwas, was sich alleine mit einem Booster oder Zerrer nur schwer komplett umbiegen lässt, da braucht man mindestens einen gut einstellbaren Midboost
vor allen Zerrstufen, damit hinterher die richtigen Frequenzen stärker bzw. weniger verzerrt werden.
Ich weiß nicht, ob Du auf bestimmte Marken bevorzugst - Duncans mag ich eigentlich sehr, aber für Dein Anforderungsprofil würde mir nicht so viel richtig passendes einfallen. Von daher würde Dir einen Dimarzio empfehlen, und zwar einen mit eher mittlerem Output. Der DP160F Norton hat stärkere Mitten und klingt damit um einiges fetter als der jetzige HB, ist aber auch nicht so einseitig abgestimmt wie zB ein Duncan JB oder ein Distortion-HB mit Ceramic-Magnet. Zerrsounds werden aber dichter und komprimieren speziell in diesem Bereich mehr, was Dich der gewohnten Wand etwas näher bringt, ohne dass die Abstimmung innerhalb der Gitarre ganz aus den Fugen gerät.
Hast Du das Gefühl, die Gitarre ist auch ungewöhnlich dünn in den Bässen, käme noch der AT-1 in Betracht. Den kannst Du auch ausprobieren in den Andy Timmons-Modellen von
Ibanez*, wenn Du eines im Laden findest. Ich selber finde die Bässe für viele Gitarren etwas zu stark, ich hebe die lieber hinter der Zerre mit der Klangregelung an. Aber wie gesagt, bei Defiziten in den tiefen Regionen macht er sich als Ausgleich gut, während der Norton einer recht ausgeglichen oder sogar in den Mitten etwas schwach klingenden Gitarre sehr gut aufgehoben ist. Vom Output her liegen beide schon im oberen Bereich, den ich in einer HSS-Strat verwenden würde.
Der SH-10 ist ein sehr guter HB, aber ich halte ihn nicht für ideal in der Player Strat. Er ist in den Mitten doch recht stark zurückgenommen. Das verwundert nicht weiter, wenn man weiß, dass es sich eigentlich um die Wicklung des Custom 5 handelt, nur die Spulen haben statt der klassischen Anordnung zwei Reihen Inbusschrauben. Die Bässe sind zwar nicht so aufgeblasen wie beim Custim 5, aber die Höhen bleiben ziemlich durchdringend und die Mitten eher "scooped". Das passt mMn eher zu Gitarren mit von Haus aus sehr fetten Mitten, während es in einer eher drahtigen Strat doch schnell mal zu schrill und in den Mitten zu dünn werden kann.
In meiner Charvel DK24 habe ich ihn gegen Duncan Hyperion getauscht, die jemand aus seiner IbanezAZ geschmissen hatte, und die Gitarre hat mir danach doch ein ganzes Stück besser gefallen. Leider gibts die Teile nicht im normalen Programm, am ehesten kommt dem BridgeHB wohl der Pegasus nahe. Den gibts aber nur in schwarz, was Dich evtl. stören könnte.
Ein Serien-Duncan ist mir jetzt doch noch eingefallen, und zwar der Jason Becker Perpetual Burn. Er liegt in einem ähnlichen, mittleren Outputbereich wie die anderen genannten und hat auch schöne Mitten, einer der besten Duncans für Leads, wie ich finde. Deren HB insgesamt sind allerdings auch um fast die Hälfte teurer als Dimarzios, und ich sehe da keinen qualitativen, sondern wirklich nur einen Geschmacksunterschied.
Gruß, bagotrix