Fingerpicking: Probleme mit dem kleinen Finger

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Andrej G.
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Hey Leute,
ich habe beim Fingerpicking das Problem mit der rechten Hand meinen kleinen Finger zu koordinieren und kontrolliert einzusetzen... Gibt es dafür eine gute Übung o.ä.?

Danke schonmal im Voraus. :)
 
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deinen kleinen finger?

es gibt nur ganz wenige, i.d.r. herausragende fingerstyler, die den kleinen finger benutzen.
normalerweise spricht man bei picking von den 2 varianten daumen+zeigefinger+mittelfinger oder daumen+zeigefinger+mittelfinger+ringfinger.

was hat dich dazu veranlasst, den kleinen finger beim picking mit einsetzen zu wollen?

groetjes
 
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Andrej G.
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Ich habe zuerst auch nur den Daumen, Zeige-, Mittel- und Ringfinger benutzt. Aber dachte, wenn man auch noch den kleinen Finger benutzt könnte man dadurch noch um einiges schneller und flexibler werden ^^ Ich habe dann also damit begonnen alle Fingerpicking-Songs mit dem kleinen Finger neu einzustudieren. Aber gut zu wissen, dass das keine sehr gebräuchliche Spielart ist ;) Also Danke für die Info :)
 
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der kleine finger rückt mehr in den focus, wenn du hybrid-picking betreibst. dann sind daumen und zeigefinger mit dem plek belegt und mittel-, ring-, und kleiner finger werden für die diskantsaiten gebraucht.
 
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ich glaub der torben weiß wovon er redet ;-)
dem würd ich da vertrauen.

im grunde spricht nichts dagegen den kleinen finger mitzubenutzen. hat man halt nen finger mehr.
aber wirklich oft zwanghaft brauchen tut man ihn eher selten (wie eben bei torbens beispiel mit dem hybridpicken).
also ich spiel seit 15+ jahren klassische gitarre, wo man ja nur fingerpickt und bin ja in sachen folk und klassik bis hin zu country sachen eigentlich immer problemlos ohne kleinen finger ausgekommen.

was jetzt nicht heißen soll, dass der verkümmert rumhängt ;-)
sachen wo ich den gerne benutze sind zum beispiel künstliche flageoletts (auf fachenglisch: artificial harmonics), wo man z.B. im 3. Bund greift, dann im 15. bund mit dem zeigefinger leicht dämpft und dahinter anschlägt. viele leute schlagen dann mit dem daumen an, das ist aber blöd, wenn man nen stück hat, wo man gleichzeitig noch nen basston spielen muss, und viele andere nehmen den ringfinger. ich habs mir mit dem kleinen finger angewöhnt, weil sich das für mich natürlicher anfühlt.. hey jeder muss seinen eigenen stil entwickeln ;-)
und bei großen arpeggios nehm ich den kleinen finger auch öfters mal dazu, dann hab ich 5 von 6 saiten, statt 4 von 6. aber wie gesagt, das muss man nicht zwanghaft machen. es gibt auch immer andere möglichkeiten.

ist so ein bisschen wie die geschichte mit dem daumen die tiefe e-saite zu drücken.
gibt viele die das machen, aber halt auch nicht jeder.
 
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Andrej G.
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Das sind schonmal sehr gute Infos :) Danke dafür :) Ich werde mich dann weiter ans üben machen ;)
 
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wenn du das halbwegs gezielt üben willst, kannst du so übungen machen wie:

p i m a m i
p m i a i m

etc.
p = daumen
i = zeigefinger
m = mittelfinger
a = ringfinger

nur dass du das dann für den kleinen finger erweiterst. (für den es nichtmal nen buchstaben gibt. ich nenn ihn mal k)

p i m a k a m i

dann halt irgendnen akkord greifen und für jede saite einen finger nehmen.
obiges beispiel wäre dann einfach einmal runter und wieder rauf.
das dann zig-mal wiederholen.
und dann kannst du umstellen wie ganz oben angedeutet.
wenn du sowas 10 min am tag machst, vllt zum aufwärmen, wirst du in nem monat den fortschritt merken
 
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(für den es nichtmal nen buchstaben gibt. ich nenn ihn mal k)
Er wird öfters mal "c" genannt. Richtiger wäre allerdings blöderweise wieder "m" wegen:

[OT Exkurs]
Die Buchstaben stammen von der spanischen Bezeichnung der Finger:
p = (dedo) pulgar = Daumen
i = (dedo) indice = Zeigefinger
m = (dedo) medio = Mittelfinger
a = (dedo) anular = Ringfinger

folglich müsste der kleine Finger wieder "m" heißen wegen (dedo) meñique = kleiner Finger.
[/OT Exkurs]

Gruß,
Matthias
 
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danke rancid für die erklärung!

das hab ich mich schon lange gefragt warum gerade diese buchstaben gewählt wurden :great:
 
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Älterer Faden, jedoch für mich brandaktuell, da ich aufgrund eines Handicaps im Bereich wo Daumen und Zeiger in der Handwurzel entspringen, nicht dazu in der Lage bin diese differenziert einzusetzen.

p = daumen
i = zeigefinger
m = mittelfinger
a = ringfinger

nur dass du das dann für den kleinen finger erweiterst. (für den es nichtmal nen buchstaben gibt. ich nenn ihn mal k)

Es gibt einen mehr oder weniger offiziellen Buchstaben: "d", abgeleitet von "dedo pequeno" oder "dedo cinco" oder "digitus minimus" (aus "Fünf Finger Anschlag", Leonhard Beck, )

Bin aufgrund meiner Einschränkung schon seit längerem zum reinen Hybrid-Spieler mutiert - also Plektrum + Finger. Meine Idee war, mit dem Plec den Daumen zu ersetzen und anstelle von p-i-m-a eben p(plec)-m-a-d zu spielen. Bei Appreggien und vierstimmigen Akkorden klappt das langsam so einigermaßen. Wenn jedoch die g-, und die e-saite mit m und d gespielt werden, und darauf die h-saite mit a folgt - also der kleine und der Ringfinger rasch aufeinander unabhängig agieren sollen gibt es Schwierigkeiten, da kleiner- und Ringfinger sehr miteinander in der Handwurzel verbunden sind.
Weiterhin resultiert aus einem Basslauf mit gleichzeitigem Wechselschlag in den oberen Saiten, die Ausführung des Wechelschlages mit Ring-, und Mittelfinger. das funktioniert auch irgendwie - ergibt aber niemals dieselbe Geläufigkeit und möglichen Tempi der normalen Mittel/Zeiger-Kombination. Daher mache ich es meist so, dass ich die Baßnoten als auch die Läufe mit dem Plec spiele, und nur dann wenn der Baß-, und ein Melodieton zusammen erklingen sollen dies mit Plec + m, oder Plec + a anschlage. Dies erfordert wiederum eine genaue Treffsicherheit der Saiten, da die Position oft und schnell gewechselt wird.

Die Rechnung aber, auf diese Spielweise genau so agil wie mit klassischer Zupftechnik zu spielen, geht bisher nur sehr bedingt auf. Ein Vorteil ist aber die Geschwindigkeit des Plektrons bei Läufen. Ich habe mal einfach angefangen meine alte Klassik-Gitarren-Schule nochmal von vorne durchzuarbeiten - mit dem neuen Fingersatz für die rechte Hand. Mal sehen wie ausbaufähig das noch ist - ein kleines Abenteuer!

Die Methode die Läufe mit dem Plec zu spielen ist übrigens abgeleitet von der überlieferten Renaissancelautentechnik, wo der Wechsel mit p und i gespielt wird. Dies resultierte aus dem mittelalterlichen Plektrumspiel, nur dass das Plec ab ca. 1500 weggelassen wurde. Nach neueren, musikwissenschaftlichen Erkentnissen, hat es wahrscheinlich von ca. 1450-1500 eine Zwischenphase gegeben, in der mit dem Plec und den übrigen Fingern gespielt wurde - dies versuche ich schon länger auf der Laute zu rekonstruieren - jedoch wird der kleine Finger dabei auf die Decke gestützt und fungiert wie ein "Scharnier". Zum Anspielen wird er dabei nicht benutzt.
 
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