Frage zu Dante im Heimstudio

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Ein Frohes Neus Jahr 2024 wünsche ich reihum!

ich habe versuche gerade, mein Heimstudio zu einem Dante-Netzwerk umzubauen und habe bei der Planung einen entscheidenden Denkfehler gemacht, als ich davon ausging, dass auf einem Rechner Dante Virtual Soundcard und Dante Via parallel laufen können. Ist aber nicht so.
Die Frage ist, stark verkürzt: was nun?

Ausgangslage

ich hatte die Idee, aus meinem Home-Studio die (eigentlich gar nicht schlechten) Behringer Pre-Amps zu verbannen und auch die Verbindung zwischen Aufnahme- und Regie von AES-50 auf Dante umzustellen. Allerdings ist dies mein absolut erster Kontakt mit Dante, ich habe bislang null Erfahrung.

Die beiden Räume befinden sich in unterschiedlichen Gebäuden auf meinem Grundstück und eine Verbindung besteht nur über das gemeinsame CAT.7 Netzwerk. Bislang nutzte ich eine Behringer S16 Snake im Aufnahmeraum, die über die vorhanden Netzwerk-Verkabelung point-to-point (per AES-50) mit einem X32 Rack in der Regie verbunden war. Das X32 lieferte über die USB-Karte die Signale an Cubase, die analogen Outputs des X32 hatte ich mit meinem Audient iD44 verbunden, um die Monitor-Lautsprecher zu steuern. Eigentlich nutze ich das iD44 hauptsächlich als Interface, das X32 kam nur zum Einsatz, um Signale aus dem Aufnahmeraum anzuliefern.

Ich habe mit der Zeit passend zum iD44 noch ein Audient ASP800 und ein ASP880 erworben (außerdem hatte ich noch ein ADA8000 und ein ADA8200 – beide vornehmlich wegen ihrer Ausgänge). Damit habe ich in Summe 20 gute Audient Preamps und Wandler. Nun möchte ich das Ganze auf Dante umstellen und auf das X32 verzichten.

Das Ziel

Mein Ziel ist es, im Aufnahmeraum die 16 Audient-Preamps und Wandler zu nutzen (plus 8 weitere Eingänge über das ADA8200 für „unkritische“ Signale wie Talkback oder Room-Mics). Gleichzeitig sollen dort die 8 Ausgänge des ADA8200 für Monitoring, Talkback, Reamping etc. zur Verfügung stehen. Dies habe ich realisiert über ein Ferrofish Verto32, an das alle genannten Geräte per ADAT (Toslink) angeschlossen sind und alle Kanäle im Dante-Netzwerk zur Verfügung stehen.

In der Regie soll der Output von Cubase (oder anderen PC-Signalen) über das iD44 an die Monitore geregelt und geschickt werden. Außerdem möchte ich z.B. für Overdubs etc. die 4 Preamps und Wandler des Audient iD44 nutzen können. Zudem ist an das iD44 über ADAT auch noch ein altes ADA8000 angeschlossen, dessen Ein- und Ausgänge ebenfalls nutzbar sein sollen (z.B. für Talk Back). Hier steht also aktuell keine Dante-Hardware, alles sollte über den PC gelöst werden.

Die Problem / Die Frage

In meiner Planung war ich davon ausgegangen, dass Dante Virtual Soundcard und Dante Via gleichzeitig nutzbar sind. Somit hätte ich die entsprechenden Dante-Verbindungen zu meinem an den PC angeschlossenen Interface (iD44) herstellen können und in Cubase dann alle Dante-Kanäle einrichten können. Geht aber nicht, entweder/oder.

Gibt es eine andere Lösung? Oder habe ich einen Denkfehler (was ich nie ausschließen würde)? Ich könnte ggf. eine Dante-Karte für das X32 kaufen, allerdings wird damit beschriebene Ziel auch nicht erreicht, fürchte ich.

Hat jemand dazu eine Idee? Siehe auch das erläuternde Schaubild.

P.S. Die gesamte Hardware ist wie beschrieben vorhanden und soll auch genutzt werden, daher seht bitte ab von Kommentaren, die eine komplett andere Hardware voraussetzen oder das Unterfangen an sich in Frage stellen. Ich suche hier nach einer Lösung wie beschrieben, die zumindest weitestgehend auf der vorhanden Hardware basieren soll.



1704135485758.png
 
Ja, interessantes Vorhaben. Ich habe schon vor Jahren mit Dante Experimentiert und auch im Board dokumentier. Findet sich hier. Da haste ich mir auch viele Geräte angesehen, unter anderem auch den Ferrofish.

DVS funktioniert gut und ist auch eine professionell nutzbare Lösung. Dante VIA hingegen nicht. Das ist eigentlich nur dafür gedacht, irgendwo aus einem Dante Netzwerk am besten noch mit Domain Controller ein Signal rauszuholen und auch wieder was reinzuschicken. Das kann zwar auch externe Hardware Ein. und Ausgänge einbinden und im Dante Netzwerk verfügbar machen, aber immer nur "in sich selbst" sozusagen.

Die Software Dante Controler, die zum Routing verwendet wird, kann auch Dante VIA nicht sehen. Also kann ich auch nichts Routen von da in das Dante Netzwerk. Erschwerend hinzu kommt, dass es nicht zuverlässig funktioniert, die Takt Verkopplung der angeschlossenen Hardware eher fragwürdig ist und da ist man dann auch noch auf 48 kHz "festgenagelt.

Also muss in der Regie eine Dante Lösung her, die es ermöglicht, die 20 gewünschten Kanäle in das Dante Netzwerk zu bringen. Die ja eigentlich 24 sind laut Deiner Zeichnung.

Das wäre dann ein zweiter Ferrofish oder was äquivalentes. Das sollte funktionieren. Das gibt zwar eine Routing Orgie aber danach..... (;
 
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Danke für die Antwort.

Ja, dass Via mich nicht weiterbringen wird, das habe ich auch schon eingesehen...
Es stimmt, es muss eine Dante-Hardware für den Control Room her. Die 24 Kanaäle aus dem Aufnahme-Raum sind mit dem Verto32 ja schon im Dante-Netzwerk, zumindest sehe ich die 32 Kanäle des Verto im Dante Controller.

Das Problem ist "nur" der Control Room. Dort brauche ich ebenfalls mindestens 4 ordentliche Input-Kanäle, mindestens einen mit Insert, damit ich meinen GA Pre-73 Premier verwenden kann - denn im Control Room ist auch die Vocal Booth. Und ich möchte Re-Amping machen können mit Verstärkern, die im Aufnahmeraum stehen... ich brauche also im Control Room alle Funktionalitäten, die bislang das iD44 liefert. Ein paar anständige Preamps und Wandler mit Insert(s), die Monitor-Controller-Funktion und die anständigen Output-Wandler für die Abhöre, sowie Headphone Preamps. Noch ein Verto32 wäre keine Lösung, weil das iD44 seine Signale ja nicht über ADAT ausgibt, außerdem sollte für dieses Geld dann eher gleich ein Dante-fähiges Interface her... fällt Dir da etwas ein?

Edit: am ehesten passt zu den Anforderungen vielleicht das Focusrite RedNet X2P, wobei da halt Inserts und je 2 Ein- und Ausgänge fehlen würden...
 
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Das einzige, was ich für mich als tauglich erachtet hatte für den Regie Raum mit umfangreichen digital SPDIF/ADAT Anschlüssen und genügend Analogen IN ist das hier:


Kostet halt was.

Alternativ könnte man versuchen Das X32 in die Regie zu verlagern und Dante fähig zu machen. Wenn ich mich recht entsinne gibt es da eine Option für.
 
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Das X32 steht bereits in der Regie und könnte für rund 400 EUR für eine Dante-Karte "Dantisiert" werden.
Allerdings bleibt da weiterhin der Anspruch, Overdubs in der Regie in sehr guter Qualität machen zu können...

Nach einigem Nachdenken glaube ich, dass wahrscheinlich eine Dante-Karte für das X32 und eventuell so ein Teil (oder vielleicht sogar 2)
1704144577347.png


...für den Anschluss des GA Pre-72 Premier Preamps Sinn macht.
 
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Prinzipiell spielt Dante seine Stärkere eher aus als Netzwerk mit mehren Teilnehmern, als reine Point to Point Verbindung gibt es wenig Grund dafür. Es gibt mittlerweile eine Vielzahl an kleinen Kisten mit dem 2x2 bzw.4x4 Dante Chip, in ganz unterschiedlichen Preisstufen, z.B. AVIOs, Monacor, Neutrik, etc. Es kann z.B. ein Avio die Monitore versorgen und den Recordingkram in der Booth macht ein anderes Gerät. Auf ein Thema möchte ich auch noch hinweisen: Im Gegensatz zu extra Dante Interfaces fängt man sich mit der DVS recht viel Latenz ein, für Monitoring über die DAW eventuell schon zu viel. Das spricht für die X32 plus Karte Lösung, weil dann das Monitoring nicht über die DVS laufen muss.
 
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Ja, genau. Auf diesen Gedankenpfad komme ich gerade auch immer mehr. Das Monitoring über das X32 ist einen Versuch wert, ich hoffe halt, dass die Qualität noch einigermaßen passt. Ich bräuchte dann eben nur noch eine hochwertige Lösung für 4 Input-Kanäle.
Die Latenzen über die DVS... mir fehlt da völlig die Erfahrung. Man sieht doch schon häufig bei 32x32 mittlere einstellige Latenzen, so ca. 6ms, oder? In meinem Fall gibt es im Aufnahmeraum ja auch noch die zusätzliche Latenz durch die ADAT --> Dante Wandlung (bzw. umgekehrt). Da hoffe ich noch, dass sich das dann noch ausgeht - denn Ziel ist es, dass ich ja auch Re-Amping über diese Kette machen möchte: Gitarrist steht im Control-Room, Signal wird in Dante gewandelt, geht rüber in den Aufnahmeraum, wird Dante --> ADAT gewandelt und -geht dann aus dem ADA8200 über eine Reamping-Box in den Amp. Davor steht dann ein Mic, welches z.B. am ASP880 hängt und dann die gleiche Kette rückwärts läuft, also ADAT in Dante und dann im Control Room wiederum von Dante in Analog. Dort hört dann der Gitarrist das Signal seines Amps über die Monitore... über das Klark AES-50 des X32 mit der S16 Snake hat das ganz ordentlich funktioniert.

Was ich auch noch bedenken muss, ist, dass ich auch irgendwie noch den PC-Sound abspielen können muss, ein Audio-Interface ist eigentlich unverzichtbar. Ansonsten kann ich ja nicht mal eben ein YOUTUBE Video abspielen...
 
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m Gegensatz zu extra Dante Interfaces fängt man sich mit der DVS recht viel Latenz ein, für Monitoring über die DAW eventuell schon zu viel. Das spricht für die X32 plus Karte Lösung, weil dann das Monitoring nicht über die DVS laufen muss.

Das stellt nicht wirklich ein Problem dar. Solange irgend ein Dante Hardware Gerät als Clock Master fungiert. Alle anderen Slave. Dann kommt man in den Vorzug einer hochstabilen Clock die auch noch alle angeschlossenen Slave Phasenstarr und Sample genau beieinander hält. Informationen dazu gibt es hier.

Ich hatte die Latenz in meinem Dante Netzwerk mal verfolgt. Das waren durchschnittlich 1.7 ms. Im Netzwerk selbst. Und zu dem gehört natürlich auch DVS.

Wie auch immer, wenn das X32 erst mal dran ist und läuft kann man dann ja mal sehen wie es am besten weitergeht.... (;

Ach ja, hätte ich fast vergessen:

Das Monitoring über das X32 ist einen Versuch wert, ich hoffe halt, dass die Qualität noch einigermaßen passt. Ich bräuchte dann eben nur noch eine hochwertige Lösung für 4 Input-Kanäle.
Das wäre dann die Ferrofish Lösung. Da schlisst Du das ADA8000 direct an. Das Audient hat noch mal 2 x ADAT IO. Damit hast Du 8x Analog rein in Dante mit dem ADA8000. Die analogen Verbindungen des Audient gehen dann raus über ADAT in den Dante Verbund. Ein X32 ist dabei nicht zwingend. Monitoring in der Regie kann dann so bleiben wie sie ist. Und das Audient passt auch auf den Schreibtisch.
 
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Zwar auch schon eine Weile her, aber: Klar taucht Dante Via im Dante Controller auf. Zumindest ist das bei mir so, ich hab das unter OS X mal ausprobiert, nicht unter Windows.

Allerdings läuft es immer mit 10msec Dante-Latenz-Einstellung. Dass es nicht zugleich mit der DVS auf einem Rechner geht, ist klar, also muss ein zweiter Rechner her.

Die Latenz im Dante-Netzwerk ist bei mir unter 1msec zwischen Hardware-Geräten (in der Einstellung 1msec), auch mit diversen Switches (Intellinet, Netgear, alle unmanaged)… aber mit der DVS kann ich auf einem nicht mehr ganz taufrischen Laptop im ASIO-Modus nicht zuverlässig die 4msec-Einstellung fahren. Die Latenz zwischen anderen Dante-Geräten bleibt davon unberührt.

Mich dünkt, dass ich für Dante und Niedriglatenz gleich noch einen Fred aufmachen muss…
 
Ah, ich hätte diesen Thread mal aktualisieren müssen...

Ich habe mittlerweile ein RME Digiface Dante plus ARC erworben und bin nun absolut zufrieden. Ausserdem hat das X32 eine Dante-Karte bekommen und ich habe mein Monitoring nun "perfekt" lösen können: Steuerung über TotalMix / das RME ARC und ich habe dafür gebraucht ein AVIO AES gekauft und konnte so direkt digital über Dante in den AES3-Input meines Neumann KH750DSP gehen (da musste allerdings auch noch ein Impedanzwandler dazwischen).

Die Latenz in dem System liegt laut in Cubase bei 5 oder 6 ms (256er Buffer) - das reicht mir vollkommen und läuft bislang absolut stabil, obwohl alles einfach direkt in meinem LAN hängt, wo ich nichts für Dante optimiert habe und ständig zig Geräte rumfunken.

So habe ich jetzt für insgesamt relativ (!) schmales Geld ein Dante-Netz mit analogen 24 In und 8 Out im Recording-Room, sowie analogen 16 In und 8 Out in der Regie über das X32, plus Dante AES Out für das "digitale Monitoring".

Wer - wie ich - als Ausgangslage 3 ADAT Preamps besitzt und ein X32, sowie ein Monitoring mit Digitaleingang kann sein Studio RELATIV günstig dantefizieren.

Im Kern waren das in meinem Fall (falls es interessiert):

Digiface Dante: 1.300€
Ferrofish Verto32: gebraucht 600€
X32 Dante-Karte: 360€ (Thomann B-Ware)
AVIO AES (gebraucht) plus Neutrik Impedanzwandler: 160€+56€=216€

=2.475€
...für die "Dantefizierung" von analogen 40 Ins plus 16 Outs, sowie "digitalem Monitoring".

Qualitativ ist das Setup flexibel. Die Preamps und Wandler des X32 und ADA8200 sind brauchbar, aber nicht mega toll. Für viele "unkritische" Signale reicht mir das aber vollkommen, zum Beispiel Synth-Signale. Und ich habe ja auch 16 ganz gute Audient-Preamps in dem Setup. Und ch habe dazu auch noch 2 Golden Age Premier Pre73 für die ich ich auch noch AVIOs ergänzen werde und sie so in Dante integrieren kann. So habe ich jetzt ein für mich ausreichend flexibles Setup, das auch hochwertige Signale produzieren kann, wo es nötig ist (wenn z.B. ein Bändchen ein schwaches Signal aufnehmen soll habe ich die Preamps dafür).
 
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