Frage zum Greifen von Akkorden

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SunBurst8y9
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Moin,

soll man mit den Fingern und dem Daumen drücken, oder soll die Kraft aus dem ziehenden Unterarm kommen?


MfG
 
Gibsosg
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Hey Jott,
ich gehe mal davon das du vom Gitarre spielen redest. Erstmal ist es wichtig das du so wenig wie möglich kraft anwendest. Man sollte immer versuchen locker und ohne kraft zuspielen. Eigentlich kommt es auch den Akkord an wie du deine Hand hältst. Deinen Unterarm solltest du auf keinen Fall ziehen. Der Hals muss locker in deiner Hand liegen und dann die Finger locker auf das Griffbrett legen. Gitarre spielen ist kein Kraftaufwand. Bei mir kommt es auf den Akkord an. Mal drücke ich mit dem Daumen von hinten dagegen und mal ragt mein Daumen über das Griffbrett hinaus und der Hals liegt in der Kuhle zwischen Daumen und Zeigefinger.

Grüße
 
Corkonian
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Du solltest mit den Fingern und dem Daumen greifen und nicht aus dem Arm ziehen.
Viele Anfaenger glauben an die "Todeskralle", dabei braucht man nicht so fest zuzugreifen, sondern nur gerade so fest, dass es klingt und nicht schnarrt, wer zu fest zugreift, der verstimmt sogar die Saite durch uebermaessigen Druck.
Gitarre spielen ist kein Kraftsport, sondern ein Ausdauer- und Geschicklichkeitssport.
 
SunBurst8y9
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Okay, danke für die Hilfe.
Hat sich auch ziemlich komisch und anstrengend angefühlt, als ich das mit dem Ziehen aus dem Arm gemacht hab.


MfG
 
Fantus
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du wirst noch des öfteren einen Krampf im Daumen haben, um dann festzustellen das du da mit viel zu viel Kraft gearbeitet hast. Das kommt mit der Zeit
 
Corkonian
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Wenn Du krampfst, dann drueckst/greifst Du viel zu stark, das tut weh, klingt Sch..., macht Dich langsam und ist dazu noch ungesund.
Du solltest gerade am Anfang ganz bewusst mit einem leichten Griff spielen. Setze die Finger auf und spiele die Saiten langsam durch. Wenn alles gut klingt, verringere den Druck, bis es gerade nicht mehr gut klingt, dann verstaerke nur ein bisschen, bis es wieder gut klingt. So wenig Druck und Kraft brauchst Du nur. Mehr ist in der Regel nie notwendig. Nach einer Weile, kontrolliere wieder wie hart Du zupackst. Meist hast Du wieder die "Todeskralle", dann wieder von vorn, ganz bewusst den richtigen Druck finden und ganz bewusst einhalten. Nach einer Weile, einer ganzen Weile automatisiert das, aber gerade am Anfang muss man das bewusst machen: NICHT DIE TODESKRALLE!
 
S
S.Tscharles
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Auch wenn die Herrschaften hier etwas anderes behaupten, die Kraft für's Akkordegreifen kommt aus dem Unterarm und auch etwas aus dem Oberarm. Einmal sitzt die Muskulatur für die Finger komplett im Unterarm, zweitens unterstützt ein leichter Zug aus Unter-/Oberarm die Greiftechnik.

Testen kann man das ganz einfach, indem man irgendeinen beliebigen Griff (kann auch ein Barre sein) nimmt, den Daumen weit von der Halsrückseite abhebt, und dann versucht, die einzelen Saiten zum Klingen zu bringen, ohne den Daumen aufzusetzen. Und siehe da, man muss den Unterarm mehr oder weniger stark zurückziehen, um saubere Töne zu erzielen.

Empfindsame Naturen merken bei Barregriffen auch noch ein Ziehen in der Brustmuskulatur, die beim Akkordspiel auch noch merklich beteiligt ist.

Ein wichtiger Test für die richtigen Fingersätze/richtige Handhaltung ist übrigens der nach dem Verlauf der Riefen oder Druckstellen in den Fingerkuppen. Laufen die mehr oder weniger parallel zu den Fingernägeln macht man alles richtig, wenn sie sehr schief verlaufen, stimmt was mit der Daumen- bzw. Handhaltung nicht.

Hauptursache dafür ist dann der hier auch erwähnte Daumen über dem Griffbrett bzw. die Haltung des Gitarrenhalses in der beschriebenen "Kuhle". Damit hat man keine Chance, die Finger von den einzelnen Saiten wegzubringen, bzw. für den jeweiligen Akkord benötigte Leersaiten wirklich zum Klingen zu bringen.

Der A-Moll und der C-Dur-Akkord sind die besten Testgriffe für sowas, wobei man mit etwas Übung schon hören kann, wer die richtige Handhaltung hat oder wer mit Daumen oben spielt. Bei diesen Herrschaften ist nämlich bei den beiden Griffen von der hohen e-Saite nix zu hören, weil sie die ungewollt/unbewußt abdämpfen und das nach einer Weile gar nicht mehr wahrnehmen.

Und gerade für den Anfang ist es ganz wichtig, daß der Daumen ungefähr auf der Halsmitte liegt und himmelwärts zeigt, und daß sich alle Knöchel der linken Hand vor dem Griffbrett befinden. Diese Fingerposition ist für alle möglichen Spieltechniken immens wichtig und auch bei den Barreakkorden bzw. den Problemen mit diesen der Schlüssel zum Erfolg.

Mit steigendem Können und neuen spieltechnischen Anforderungen wird der Daumen im Laufe der Zeit seine Position verändern. Für Ziehtechniken muss der Daumen über den Hals, um Bends zu unterstützen und die Kontrolle über die einzelnen Saiten zu verbessern. Genauso wird man bei Jazz-Akkorden oder Vierklängen mit der klassischen Daumenhaltung auch nicht sehr weit kommen, weil hier ebenfalls der Daumen über das Griffbrett muss, um das Abdämpfen nicht benötigter Saiten zu ermöglichen.

Und was den Druck auf die einzelnen Saiten angeht, wichtiger ist am Anfang, erstmal die Finger in die richtige Position zu bringen und alle für den jeweiligen Akkord benötigten Saiten zum Klingen zu bringen. Testgriff hierfür ist der D-Dur-Griff, bei dem wieder die hohe e-Saite einmal durch zu wenig Kraft und meistens auch noch durch den Ringfinger und eine schiefe Handhaltung (Daumen über dem Griffbrett) abgedämpft wird.

Wenn das alles läuft und auch zügige Akkordwechsel klappen, dann kann man daran arbeiten, den Kraftaufwand zu vermindern. Normalerweise kommt das aber nach ein paar Wochen bzw. Monaten regelmässigen Spiels von ganz alllein.

Und Tschüss!
 
Corkonian
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Tscharles,
Natuerlich hast Du Recht, die Kraft kommt aus dem gesamten Oberkoerper, schliesslich spielen wir ja auch keine Lap-Steel Gitarre.
Worauf Ich aber abgezielt habe ist die Vermeidung der Todeskralle, das Erwuergen des Halses ... wie immer Du das nennen willst. Der Klammergriff fuehrt zu Kraempfen, schneller Ermuedung, langsamer und unpraeziser Fingerbewegung ...

Ausserdem wissen wir nicht, welche Gitarre unser fragender Freund spielt. Auf einer klassischen Gitarre mit flacher Halsrueckseite und 52 oder 54 mm Griffbrett ist die Handhaltung zwingenderweise anders ala auf einer Dread mit 48 mm Griffbrett und deep V Halsprofil. Da kann ich die klassische Haltung naemlich vergessen, da ist zu viel Holz zwischen dem Daumen und den Fingern, da geht nur die Kuhle.
 
SunBurst8y9
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@Corkonian:
Ich spiele ne Dreadnought, genauer eine YAMAHA F310.
Wie sieht da der Standardgriff aus?
 
Corkonian
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Bei den meisten Yammies hast Du einen sehr bequemen Hals, der sich gut in der klassischen Position greifen läßt.
Also würde ich da "richtig" spielen lernen wollen.
Daumen auf die den Fingern entgegengesetzte Position und schön senkrecht die Saiten drücken.
Der "Schlunz" mit Daumen kommt früh genug und von allein. Es gibt aber hinreichend viel Zeug, wo man es sich "klassisch" einfacher macht als "schlunzig"
 
SunBurst8y9
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Ich übe zur Zeit ein einfaches Lied aus G-Dur, D-Dur, A.Moll und C-Dur.
Bei alen Griffen, ausser G-Dur, muss man ja eine, bzw. zwei Saiten nicht spielen.
Soll ich darauf achten, dass ich die Saiten mit dem Plektrum nicht treffe, oder mit dem Daumen muten, oder beides üben?
 
Corkonian
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Wenn Du die E und A mit dem Daumen muten wilst, dann greifst Du zu weit und zu falsch um den Hals.
Der Daumen gehoert klassisch an die dem Griffbrett gegenueberliegende Flaeche des Halses.
Die nicht zu spielenden Saiten werden nicht gespielt. Also ist hier Plektrumkontrolle angesagt.
 

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