Frage zur Stimmaufnahme

von Suiheisen, 12.10.16.

  1. Suiheisen

    Suiheisen Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.10.16   #1
    Hallo, ich bin momentan musikalisch tätig, in dem Sinne, dass ich angefangen habe eigene Lieder zu schreiben und aufzunehmen. Immer mal wieder probiere ich auch verschiedene Aufnahmen mit der Stimme. Ich habe keine gute Gesangsstimme - versuche dennoch mein bestes.
    Die Frage auf die ich hinaus will: mir ist aufgefallen, wenn ich z.B. über ein Headset oder über mein Aufnahmegerät etwas singe und dies zeitgleich aus meinen Kopfhörer heraus kommt hört es sich immer ganz angenehm an. Höre ich mir aber nur die Aufnahme davon an klingt es wieder nur halb so gut. Obwohl ich immer der Meinung bin, dass sich das Aufgenommene doch eigentlich genau so anhören müsste wie wenn ich mich direkt selbst höre oder etwa nicht? Oder spielt hier der Effekt, dass man sich selber anders hört als andere, hier immer noch eine Rolle?

    Ich hoffe ihr versteht was ich meine und hoffe auf eine Antwort :)
     
  2. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 12.10.16   #2
    Willkommen im Musikerboard,

    Meinst du die reine Klangquallität der Aufnahme selbst (also verzerrt, dumpf, leise, schrill) oder den subjektiv empfundenen Klang deiner Stimme (schief, wackelig, monoton, emotionslos)?

    Das zum einen (je nachdem, wie laut der Kopfhörer ist). Hinzu kommt auch noch, dass du während des Singens mit singen beschäftigt bist und nur zu einem kleineren Teil mit hören.
     
  3. rbschu

    rbschu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.10.16   #3
    Auch von mir ein herzliches Willkommen. - Des Rätsels Lösung liegt auf der Hand. Wenn Du aktiv singst oder sprichst, übertragen sich die Vibrationen Deiner Stimmbänder auch auf die Schädelknochen. Nicht nur die Schwingungen der Stimmbänder, sondern jede endogene Aktion, sei es Atmen oder sogar das Wenden des Kopfes erzeugt in geringem Maße eine Resonanz der Schädelknochen. Wenn Du jedoch passiv singst - blödes Wort an dieser Stelle -, eigentlich ausschließlich (Deine eigene Stimme) hörst, was ein Aufzeichnungsgerät recordet hat, so fehlt logischerweise der Anteil der Knochenresonanz an der Wahrnehmung. Das ist die Hauptursache des unterschiedlichen Klangeindrucks wie Du es beschrieben hast.
     
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  4. Suiheisen

    Suiheisen Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.10.16   #4
    Danke schon einmal für die ersten Antworten. Wie gesagt ist mir ja dieser Effekt bekannt, nur dachte ich wenn ich in ein Mikro rein singe und das Gesungene auch direkt aus meinen Kopfhörern kommt(was auch lauter ist als ich mich selbst höre) dann wäre das das gleiche wie dann die Aufnahme im Endeffekt. Aber nun gut..
    Ich habe leider immer noch nicht so wirklich für mich entdeckt wie ich am besten singe, außer vielleicht wenn ich den Tag über mich einsinge und Abends dann aufnehme :/...
     
  5. Tim

    Tim Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.10.16   #5
    Nein, da kommt noch das hinzu, was rbschu oben sehr gut beschrieben hat!
    Ich hätte es jetzt vereinfach mit "Hören übers Innenohr" beschrieben, was es aber nicht so gut trifft.
    Die Resonanzen deiner Stimme, gehen auch über die Knochen usw. also nimmst du es anders wahr, als jemand der im Raum steht und zu hört. Ob du dich dabei selbst auch über den Raum hörst oder über Kopfhörer spielt nur eine eher untergeordnete Rolle.

    Als ich mit Aufnehmen anfing, hatte ich beim Singen meist das Gefühl, daß das richtig gut wird, als ich mir dann hinterher die Aufnahme anhörte, war ich fast immer mehr oder minder stark enttäuscht.
    Diese Selbstwahrnehmung zu verbessern, auch direkt beim Singen, kann man nach meiner Erfahrung nur durch viel Übung erreichen, denn nun bin ich beim direkten Hören beim Singen viel kritischer geworden und achte anscheinend auf Details, die mir zuvor nicht so auffielen.
    Du mußt dein Gehör bzw. die Selbstwahrnehmung beim Singen offenbar noch sensibilisieren, so wie es wohl bei den meisten der Fall ist, die noch nicht so lange Singen und Aufnehmen.
    --- Beiträge zusammengefasst, 13.10.16 ---
    Richtig ist, daß Einsingen meist hilfreich ist, auch daß man morgens meist erst einige Stunden nach dem Aufstehen vernünftig singen kann, weil die Stimme erst wach werden muß. Morgens kann man in der Regel tiefer singen und die Höhen dagegen weniger gut, auch das Töne halten ist da schwieriger, weil die betreffenden Muskeln noch nicht so richtig warm sind.
    Meine persönliche Erfahrung ist, mindestens 2,5-3 Stunden nach dem Aufstehen warten, bevor ich anfange mich einzusingen.
     
  6. mjmueller

    mjmueller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.10.16   #6
    Hallo,
    ergänzend zu rbschu: Es kann sich auch ein Phaseneffekt beim Singen ergeben. So kann sich zB durch eine kleine Latenz beim Einsingen die Stimme voller anhören, als sie ist. Umgekehrt (und da fällt es mir besonders auf) hört sich die Stimme beim Einsingen "komisch" an, weil einige Frequenzen sich gegenphasig überlagern und auslöschen können
    Wenn Du das an Deinem Aufnahmegerät hast: Teste doch mal spaßeshalber, die Phase um 180° zu drehen und hör dann ob und welche Veränderung sich ergibt.
    Grüße
    Markus
     
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