Fragen zum Engl Savage 60

von AlX, 22.02.08.

  1. AlX

    AlX Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.02.08   #1
    Hi,

    ich finde den Savage60 von Engl recht interessant, aber die Kiste ist ja schon was älter, und man findet im Forum und im Netz nicht sehr viel dazu, geschweige denn irgendwo Soundsamples oder Demos auf Youtube :rolleyes:. Sind hier vielleicht Leute unterwegs, die einen Savage60 haben und etwas aus dem Nähkästchen plaudern wollen? :D

    Man ließt z.B. an manchen Stellen, dass der Savage60 nicht so der Bringer in Sachen Druck und Transparenz sein soll, anderswo wird er wieder als toller Metalcore-Amp angepriesen, und müsste demnach ja doch schon etwas Schub mitbringen. Ist schon etwas verwunderlich, warum der bei Engl schon wieder aus dem Programm geflogen ist?
    Und wie genau funktioniert der HiRange-Supressor in der Praxis, ist das ein nützliches Feature für Soundflexibilität, oder ist der immer in einer bestimmten Position, damit ein brauchbarer Sound rauskommt? Taugt der Line Out auch was für die Abnahme direkt ins Pult? Und hat vielleicht schon jemand mal nen Endstufenmod auf 6L6 oder KT66-Röhren ausprobiert? Oder einen Serviceplan für den Savage 60? Sowas habe ich leider auch noch nicht finden können. Für alle sachdienlichen Hinweise wird gedankt. :)
     
  2. joeck

    joeck Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.02.08   #2
    Vorab - ich bin total von dem Savage 60 überzeugt, daher ist meine Aussage sicherlich nicht besonders objektiv...

    Allerdings spiele ich ihn nur in der typischen Röhrenbestückung und ich habe leider auch keinen Serviceplan... Zumindest das Handbuch steht über die Engl-Seiten zum Download zur Verfügung.
    (http://www.engl-amps.com/manuals/e630-ba.pdf)

    Die Frage nach dem Druck stellt sich immer wieder, dazu kann ich nur aus eigener Erfahrung schreiben, dass wir in unserer Band melodischen Metal spielen, trotzdem aber stark verzerrte Gitarren brauchen - das bekomme ich locker mit Amp alleine hin. Der zweite Amp bei uns ist ein Marshall JCM 2000. Mein Sohn dagegen nutzt den Amp gerne für Auftritte mit seiner Metalcore-Band und schaltet davor entweder sein Metal-Distortion- Fußtreter davor oder schleift ein entsprechend programmiertes GT-8 in den Effektweg. Als zweiter Amp wird dort häufiger ein Mesa Rectifier eingesetzt. In allen Fällen ist der Sound brachial, aber trotzdem klar definiert und im Bandgefüge gegen die anderen Amps durchsetzungsfähig.

    Neben den eingesetzten Gitarren (solide Qualität) kommt es aber auch sehr auf die eingesetzten Lautsprecher an. Ich fahre eine alte (gut eingespielte) Marshall-Box mit 12 " GT-75 Speakern; habe aber mehrfach gehört, dass sich der Amp mit anderen Boxen regelrecht beschissen, weil zu harsch und undynamisch, anhören kann.

    Den HiRange-Surpressor habe ich ehrlich gesagt nicht so sehr auf dem Schirm, er ist (soweit ich es in Erinnerung habe - muss am WE mal im Proberaum nachsehen...) bei beiden Kanälen auf ca. 11 Uhr eingestellt - habe da nie was dran geändert. Wenn ich am Sound arbeite, dann immer mit Gain in direktem Zusammenhang mit den jeweiligen Presences und den Höhen - da kann man so richtig viel ´rausholen! Den Gainregler habe ich übrigens noch nie höher als 14 Uhr gehabt, darüber wird der Sound eher matschig und der Amp neigt zumindest in unserem kleinen Proberaum zu schnell zu Rückkopplungen.

    Bei unserer ersten Studioaufnahme war genau dieser Amp die erste Wahl - auch unser Studiohexer war von dem Sound ehrlich begeistert...

    Ein nicht unwesentlicher Kritikpunkt ist der fehlende Standby-Schalter, allerdings hat dies offensichtlich meinem Amp nie geschadet - er ist mittlerweile wohl an die 10 Jahre alt und war schon immer viel im Einsatz, trotzdem war er bisher immer extrem zuverlässig.

    Warum Engl den Amp aus dem Programm genommen hat, weiß (und verstehe) ich nicht - ich vermute mal, dass der Fireball die grobe Nachfolge antreten sollte - die aktuellen Savage-Modelle haben wohl mit dem 60iger nicht allzuviel zu tun.

    Mein persönliches Fazit zu diesem Amp - ich würde ihn mir in der normalen Preislage (600 - 700 EUR)immer wieder kaufen.

    Gruß
    Jochen
     
  3. AlX

    AlX Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.02.08   #3
    Danke für die ausführliche Antwort, haben wir ja schon per PM weiterdiskutiert. :)

    Hat sonst keiner mal einen Savage60 unter den Griffeln gehabt oder eine Idee, warum der vom Markt verschwunden ist?
     
  4. typhon

    typhon Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.02.08   #4
    Hatte mal die Möglichkeit gehabt bei nem Gig über nen Savage60 zu spielen.
    Von daher wars kein Ausführlicher Test.
    Also der Amp klingt auf jeden fall recht offen und sagen wir mal "Mittig"... Wenn du einen komprimierten Badewannensound haben willst, gibt es wesentlich bessere Amps für dich :)
    Finde es ehrlich gesagt auch sehr schade, dass er vom Markt genommen wurde, habe den Savage 120 zwar noch nicht angespielt und kann dementsprechen nicht sagen, was besser/schlechter ist aber den Savage60 kann ich auf jeden fall empfehlen...
    Den HighRange supressor hab ich nich ausprobiert, jedenfalls nicht bewusst =D
     
  5. homespun

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    Erstellt: 26.02.08   #5
    Kannst mal den User "audioinfected" anschreiben. Der spielt den Engl Savage 60 schon mehrere Jahre. Kann Dir gewiss bissel was drüber erzählen wenn er Bock hat.
     
  6. homespun

    homespun Registrierter Benutzer

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  7. NoEntry

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    Erstellt: 26.02.08   #7
    Moin,

    Hier mal meine (subjektive) Erfahrung:
    mein Kumpel hatte mal nen Savage60, aber er war nicht sehr überzeugt.
    Ihm war der Sound etwas zu leblos und klinisch. (wird ja auch öfters beim Fireball kritisiert und ist rein subjektiv) Der Savage war geeignet für ,Zitat: "80er-Metal-Rhytmus-Gitarre".;) Ihm fehlte das fette Rock-Brett und das Sustain. Man mußte um jeden Ton kämpfen, vor allem bei Soli. Auch störten die etwas überbetonten, "britzeligen" Höhen. Clean war recht gut und mit Tretern hat er sich auch gut vertragen. Naja, vielleicht hatte der Savage nen Defekt der unbemerkt blieb. :confused:
    Ich persönlich kann den Höreindruck auch bestätigen. Aber ich bin auch nicht der Metal-Fan.
    Vergleichsmöglichkeiten waren auch gegeben: Fender Deluxe Reverb, Engl Thunder, 83er JCM800 mit ToneHunter-Modding, JCM900, Framus Dragon, VHT Pittbull...
     
  8. AlX

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    Erstellt: 26.02.08   #8
    Hey, danke für die Mühe. Bei Harmony-Central hatte ich mich schon durchgelesen, da sahnt der Amp ja ordentlich ab bei den 9 Einträgen. Umso mehr hat es mich halt gewundert, dass man davon nix mehr liest.

    Die Sufu im Board hatte ich auch schonmal bemüht, allerdings waren für mich auch hier noch neue Threads dabei, komisch... :confused:
     
  9. AlX

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    Erstellt: 26.02.08   #9
    Hmm, weißt du noch, an was für einer Box dein Kollege den SAvage hatte?
     
  10. NoEntry

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    Erstellt: 10.03.08   #10
    So, hab meinen Kumpel nochmal gefragt. Er hatte damals ne 4x12er von Hughes&Kettner dran. Leider war die unbeschriftet und er weiß nicht mehr was für´ne Baureihe es war...
     
  11. AlX

    AlX Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.03.08   #11
    Hmmm, ne Kettner hab ich ja auch...
     
  12. Lasse Lammert

    Lasse Lammert HCA Amps und Aufnahmetechnik HCA

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    Erstellt: 03.05.08   #12
    habe jetzt selber den Savage60 (übrigens den von joeck, danke nochmal) und muss schon sagen, der macht genug Druck!

    Ich kenne den 120 ganz gut und klanglich hört man da SEHR deutlisch die Verwandschaft!

    ist ein vielseitiges kleines Biest!
    vielleicht schaff ich ja montag mal ein paar Soundsamples aufzunehmen.

    Gruß
     
  13. Grooveman

    Grooveman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.09.15   #13
    Hallo!

    Ich klinke mich hier einfach mal ein, auch wenn der Thread nuin schon ein paar Tage alt ist. Paßt aber gut :-)

    Ich bin seit ein paar Wochen durch eine Erbschaft auch Besitzer eines Engl Savage 60. Grundsätzlich halte ich das Teil für einen sehr schönen und auch heute noch völlig ausreichenden Amp. Im Detail bin allerdings mit ein paar Dingen noch nicht 100% zufrieden, und bin dabei da noch ein paar Sachen auf den Grund zu gehen.

    Zunächst, ich teile nicht ganz die Einschätzung, daß der Amp nu dem Metal- Bereich zuzuordnen ist. Soweit ich weiß, ist der ja für den Gitarristen der Jule Neigel Band designt worden, und der war ja nu nicht unbedingt ein Metaller ... Ich bin jedenfalls eher im Classic- Rock unterwegs und wir spielen unter anderem Stones und AC/DC. Und das kann der Amp durchaus auch.

    Insgesamt klingt er (mir) etwas zu hart, leicht ins sterile geneigt. Vermute aber mal, daß dies z.B. durch ein leicht höher eingestelltes Bias zu korrigieren wäre. Auch die Bässe sind nicht so sein Ding, habe aber gerade da nun nicht den Vergleich und weiß auch nicht, ob da wirklich (noch) alles in Ordnung ist an dem Amp.
    Was auffällt ist bei mir zumindest, daß die Bässe im Kanal 2 deutlich abfallen. Ich denke mal, da ist etwas nicht sooo, wie es sein soll. Was meint Ihr? Wie ist das bei Eurem Savage?

    Möglich wäre es ja auch, die EL34 in der Endstuge durch KT88 oder eL6 Röhren zu ersetzen, dann bringt der Amp garantiert mehr Bässe, könnte dann aber klanglich in der Tat eher in den Metal- Bereich hinneinreichen. Weiß da also noch nicht sooo genau, was ich da eventuell mache.

    mfg, Groove
     
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