Fragen zum Röhren-Verschleiß

von VurtoX, 03.11.08.

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  1. VurtoX

    VurtoX Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.11.08   #1
    Moin,

    mir sind Röhren manchmal etwas exotisch und ich habe keine Ahnung, wie sie auf die Beanspruchung im Alltag so reagieren.

    Ich frage mich, wie sich die Lebensdauer einer Röhre verhält, wenn ich nur recht leise mit meinem Vollröhren-Amp spiele und z.B. den Drive-Kanal fast nie benutze, da ich zumeist clean und mit Distortion-Pedal spiele. Gibts da Daumenregeln oder Diagramme zu Lebensdauer über der eingestellten Lautstärke?

    Zweite Frage: Heute ist ja bei Wikipedia der Tagesartikel über Röhren. Dieses Bild hier

    http://upload.wikimedia.org/wikiped...ode.jpg/180px-Röhre-ebc91-defekte-Kathode.jpg

    soll den Verschleiß zeigen bzw schon einen Defekt. Kann man mit bloßem Auge erkennen, wie verbraucht ne Röhre ist und wann man sie wechseln sollte? (klar, irgendwann hört man es wohl).

    Sind die kleinen Vorstufenröhren eher als die EL34-Endstufenröhren hinüber?


    Achja, drittens: Wieviel macht es auf Dauer aus, den Amp vorzuheizen und wieviel Sekunden sind da empfohlen?

    Danke für eure Aufklärung :)
     
  2. kypdurron

    kypdurron Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 03.11.08   #2
    Wenn eine Röhre durchbrennt oder sonstwie kaputtgeht, hört und sieht man das auf jeden Fall, zB an Knacken, Zischen, Rauschen oder komplettem Tonausfall. Oder daran, dass es viel heller leuchtet und heißer wird als normal (kurz vor dem Kollaps). Ansonsten ist es wohl Geschmacksache, irgendwann werden sie halt dumpf und undynamisch - das hört man durch Gewöhnung oft erst, wenn man mal wechselt und der Amp auf einmal wieder aufblüht.

    Generell halten Vorstufenröhren viel länger als Endstufenröhren. Kann man oft 10 oder 20 Jahre betreiben. Die Endstufenröhren würde ich so alle 3-5 Jahre wechseln. Ist wirklich davon abhängig ob Du glaubst, es tut not, weil der Amp nicht mehr klingt.

    Achja, drittens: Das beugt vorschnellem Exitus auf jeden Fall vor und ist daher unbedingt zu empfehlen ;) Ich lasse ihn meistens zwischen 1 und 5 Minuten vorglühen. Bei Proben ist das ja kein Problem. Amp auf Standby an, Gitarre stimmen, Effekte verkabeln, und dann ist auf jeden Fall genug Zeit vergangen :)
     
  3. 68goldtop

    68goldtop HCA classic amps & guitars HCA

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    Erstellt: 03.11.08   #3
    hi vurtox!
    ja, wie kypdurron schon sagte - vorstufenröhren muß man nur wechseln wenn sie anfangen komische geräusche zu machen.

    auch endstufenröhren "halten" bei geringer belastung ewig.
    ich hatte vor 2-3 jahren mal die röhren von meinem originalen (´94er) fender blues deluxe checken lassen und mein techniker (e-ingenieur) meinte die seien noch völlig in ordnung.

    also: solange dein amp gut klingt und keine komischen störgeräusche auftreten werden die röhren noch ok sein.


    cheers - 68.
     
  4. David88

    David88 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.11.08   #4
    Bei Class A verstärkern brennen die Röhren schneller durch, die könnten schon nach ein halben Jahr durchbrennen, bei Class A-B halten die länger, da es eine Vorstufenverzerrung ist, und die Röhren nicht so doll beansprucht werden. Bei Class A verstärkern, handelt es sich um eine Reine Endstufen Zerre, und dabei verschleissen die Röhren wesentlich schneller. Es gibt aber auch Amps die Vorstufen Röhren schneller fressen als Endstufenröhren
     
  5. Stoner

    Stoner Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.11.08   #5
    Also bitte :rolleyes:.
    Das ist absolut falsch.

    Btw, das Standbyproblem wurde hier kurz besprochen:
    https://www.musiker-board.de/vb/amps-boxen/190688-vorsichtsma-nahmen-bei-r-hrenamps.html
    Stichwort Kathodenvergiftung.

    -> 30 Sekunden Standby sind absolut ausreichend, über 15 Minuten sollte man ihn nicht im Standby laufen lassen.
    Afaik können Vorstufenröhren gut und gerne auch weit über 20 Jahre problemlos laufen.
     
  6. OneStone

    OneStone HCA Röhrenamps HCA

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    Erstellt: 03.11.08   #6
    Stimmt so allgemein nicht.

    Können sie bei AB auch, daher stimmt auch das so allgemein nicht.

    Das hat absolut nichts mit der Endstufe zu tun.

    Das ist ebenfalls falsch, diesmal aber so ziemlich absolut...

    Die betreiben die Röhren dann außerhalb ihrer Spezifikation und sind somit als Fehlkonstruktion anzusehen.


    Fakten:

    - 1 Minute vorheizen reicht (Emission ist dann praktisch voll da, das was danach noch kommt ist nicht viel, siehe Datenblätter zur normierten Anheizzeit von Röhren)

    - Endröhren verlieren schneller an Emission, da hier mehr Strom und Verlustleistung auftritt als bei den Vorstufen

    - Viele Amps fahren besonders die Endröhren (Schirmgitter!) außerhalb der Spezifikationen => verkürzte Lebensdauer

    => Endröhren können schon nach 2 Jahren runter sein, ich kenne aber auch Amps wo die 30 Jahre alten Röhren noch gut laufen...

    => Vorstufen werden meist mikrofonisch oder klingen irgendwann "taub" weil sie keine Verstärkung mehr liefern, aber das passiert oft erst nach 10-20 Jahren oder so...

    Röhren wirklich testen kann man nur mit einem Röhrenprüfer bzw Röhrenmessgerät und die Dinger kosten gutes Geld. Entweder man kennt einen, der einen hat, oder man vergleicht mit neuen Röhren, von denen man weiß, dass sie Okay sind. Die üblichen Probleme (Knacksen, knistern, Mikrofonie, krasses Leuchten usw) sind natürlich Anzeichen für Defekte.
    Aber die Wahrscheinlichkeit, dass man eine dermaßen defekte EBC91 antrifft wie sie in dem Bild zu sehen ist (Kathode runtergebrannt und dazu noch außerhalb des Systems...) ist relativ unwahrscheinlich.

    MfG OneStone
     
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