G.A.S., die ewige Suche - mein Seelenfrieden! Ähnliche Ansichten, Entwicklungen ?

  • Ersteller Seven 11
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Was heißt "obwohl man eigentlich alles hat"?

Dass damit gemeint ist "obwohl man eigentlich alles hat", dann hat man ja alles und es gibt nichts weiteres anzuschaffen. Also schließt sich diese Deutung per se aus.

Dann kann man es nur als "obwohl man NICHT alles hat" verstehen.

Jetzt gibt es zwei Fälle:

1. Man ist mit dem, was man hat absolut glücklich und kann alles machen, was man will. Träfe das auf mich zu, würde ich sicher nichts Neues mehr dazu kaufen.

2. Man ist auf der Suche nach etwas anderem als man mit dem vorhandenen Equipment bekommt. Da gibt es mehrere Möglichkeiten, damit umzugehen:

a) Man arbeitet an seiner Spieltechnik, weil nicht alles nur "elektrische" Technik ist, was das beeinflusst, was hinten rauskommt.

b) Man lernt, das, was man hat, vollumfänglich zu nutzen -> Nur ein Beispiel, was eine Gitarre mit einem Amp ohne weitere Elektrik leisten kann, wenn man die Möglichkeiten von Gitarre und Amp (evtl. gepaart mit eigener besserer Spieltechnik) kennen und nutzen lernt:


View: https://www.youtube.com/watch?v=ZkGCvLstPrE

c) Man überlegt in der Theorie, welche elektrischen Helfer welche Sounds erzeugen helfen und beschafft sie sich, um sie auszuprobieren und um zu sehen, ob man das bekommen kann, was man sucht. Je nach Ergebnis muss man halt konsequent auch wieder loslassen und irgendwie buchführen. Es bleibt allerdings manchmal die Angst, dass man ja in Zukunft vielleicht eine andere Signalkette zur Verfügung hat, die mit dem Testobjekt andere/bessere/gesuchte Ergebnisse erzeugen könnte. Da hat die Falle zugeschnappt!

d) Man ist einfach neugierig darauf, was alles möglich ist. Dann gibt es einfach keine Grenzen!

Für mich gilt, dass ich phasenweise zwischen 2.a) und 2.b) und 2.c)/d) wechsle, dadurch aber trotz einem mit persönlich grundsätzlich auferlegten Kaufverbot halt immer wieder über etwas stolpere, was in Kategorie 2.c)/d) fällt, und - da ich nur "günstig" gebraucht kaufe, um auch bei einem Wiederverkauf tendenziell verlustfrei zu sein - dann, wenn dann ein Preis passt, meine Hemmschwelle so dermaßen sinkt, dass ich Kategorie 2.c)/d) Tür und Tor öffne und halt "zuschlage". Gott sei Dank kommt das aber im Gitarrenbereich (ich hab ja noch meine Keys und Synths, wo ich aber schon seit bestimmt 4 oder 5 Jahren nichts mehr gekauft habe, vor allem, weil ich bei meinem Bestand von ca. 40 Maschinen schier unendlich weit weg davon bin, auch nur annähernd ausgelotet zu haben, was mein Fuhrpark alles kann) inzwischen nur noch etwa 5 mal im Jahr vor.

Letzteres liegt auch daran, dass ich mit dem Wiederverkauf aus Zeitgründen und, da ich Equipment überwiegend Anwendungschancen zumindest in der Zukunft zubillige, nicht wirklich in die Gänge komme. So habe ich über 20 Delay/Echo-Maschinen hier, von denen jede wenigstens einen Sound besonders gut kann und bei denen ich mir noch bisher unentdeckte Anwendungen vorstellen kann. DAS ist mein Problem.

Langsam sickert aber in mein Gehirn, dass meine Restlebenszeit gar nicht mehr ausreicht, um die Möglichkeiten des vorhandenen Equipments auszuloten geschweigen denn die von neuen weiteren Gerätschaften zu testen, was mich mit den ca. 5 Neuanschaffungen pro Jahr seit einiger Zeit schon sehr gut leben lässt.

Also haben mich außermusikalische Randbedingungen dazu gebracht, auch musikalisch/equipmentmäßig zufriedener zu sein. Und, ich bin tatsächlich zufrieden (könnte aber à la @eizo930 sicher weit mehr als zwei Bigbands, wohl eher zwei Musikgeschäfte key/synth- und gitarrenmäßig großzügig ausstatten). Aber ich habe interessierte Erben ...
 
Das, was man wirklich "braucht" und das, was man einfach haben möchte, unterscheidet sich oft sehr und das betrifft ja auch nicht nur das ganze Musikgeraffel.

Wenn es denn wirklich um das Brauchen geht: Wer braucht was und für welchen Zweck? Das ist sicher sehr vielfältig.
Und die tatsächlichen Gründe dafür einfach mal etwas "haben zu möchten" sind sicher auch recht unterschiedlich?

Ich finde ja, es ist erstmal wichtiger sich bewusst zu machen, was da jetzt gerade der Fall ist.
Was möchte ich und warum eigentlich wirklich? ;-)

Es ist ja nun wirklich nicht verwerflich und auch durchaus mal reizvoll einfach aus Spaß und/oder Neugier eine andere Gitarre, einen anderen Amp, Modeler, etc. auszuprobieren, oder auch mal einfach nur für einige Zeit spielen zu wollen. Gerade mit sehr hochwertigen akustischen Gitarren habe ich das z.B. über viele Jahre so gemacht. Was hier so alles durchgegangen ist, war insgesamt auch schon deutlich sechsstellig.

Auch eine gewisse haptische und klangliche Qualität ist mir genauso wichtig, wie das passende Zeug für meine ganz persönlichen Zwecke.

Problematisch finde ich eher folgendes:
Die Lust am Kauf, oder "die Jagt" selbst steht irgendwann im Vordergrund und dient am Ende auch nur einer kurzen Befriedigung.
Man redet sich ein, mit dem neuen Zeug wird alles sehr viel besser.
Man sieht das nächste Youtube Video mit dem nächsten geilen Amp und fängt schon wieder an zu sabbern.
Man spielt mehr mit dem Zeug herum, als damit zu spielen.
Der Sound ist irgendwann vielleicht "wichtiger" wird, als die Qualität des eigenen Spiels.
Das Instrument und die Technik sind nie gut genug.
Und sicher noch einiges mehr.

Ich persönlich bin irgendwann hart aufgeschlagen, als ich für mich erkannt habe, dass ich mich zum einen in den angeführten Punkten schon recht deutlich wiedergefunden habe und zum anderen auch noch das wichtigste Ziel manchmal zu sehr aus den Augen verloren habe, nämlich einfach mal entspannt ein bisschen Musik zu machen und in allererster Linie damit meine Freude zu haben.

Das ganze kann ich übrigens auch ganz gut auf einige andere Bereiche meines Lebens übertragen. ;-)

Alle zwei Jahre das noch größere SUV, das nächste teure Rad, das eigentlich gar nicht so recht zu mir passte, wieder irgendein neues schickes Geraffel für die Küche, den schnellsten Rechner, die ganze Klamotten, usw.. Da kann man sicher viele Beispiele finden. Ich habe insgesamt so einiges neu justiert und fühle mich seitdem auch deutlich wohler.

Natürlich bin ich nun wahrlich immer noch weit davon entfernt ein Asket zu sein, aber manchmal lebt es sich wirklich entspannter, wenn man sich ein bisschen mehr auf die Dinge konzentriert, die einem wirklich am wichtigsten sind.

Oder: Mit einem Mindestmaß an guten Sachen, möglichst viel zu machen. :D
 
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Ja, noch mehr Gear ist in den meisten Fällen unsinnig, aber es ist ein Hobby, macht Spaß und ich habe für mich irgendwann entschieden, dass ich mich deswegen nicht verrückt machen muss. Ich habe Sachen hier, die ich über Jahre nicht genutzt habe und dann greife ich doch irgendwann wieder dahin und dann macht es wieder Spaß. Nur weil man manche Dinge nicht regelmäßig verwendet, heißt ja nicht, dass man die Sachen nicht mag oder keine Freude daran hat. Ich kenne da zwei Typen: Einmal die, die sich ganz optimal auf ein Teil einschießen und gar nichts anderes mehr verwenden wollen und den Rest lieber wieder loswerden. Das ist beispielsweise auch meine Frau: Sie besitzt drei Fahrräder und nutzt davon eigentlich nur eines und fährt lieber kein Rad als auf eines ihrer anderen zurückzugreifen. Ich besitze fünf Fahrräder und fahre davon alle im Wechsel und je nach geplanter Strecke. Und so gibt es auch Gitarristen, die ihre eine Gitarre spielen und keinen Spaß an anderen haben. Da bin ich auch wieder anders: Ich habe gerne die Abwechslung - und dazu die passende Auswahl. Praktischer Sinn? Gering. Mit meiner Framus Diablo Pro könnte ich eigentlich alle Soundbereiche abdecken, von Clean bis Distortion, von Blues bis Metal - und alles in klanglich sehr guter Qualität und auch die Bespielbarkeit ist super. Alles, was darüber hinausgeht an Gitarren, ist eigentlich Unsinn. Macht aber Spaß. Und ähnlich mit Verstärkern, Effektgeräten und Zubehör. Aber hey: Ist ein Hobby. Hier muss man nicht alles rechtfertigen.
 
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Ich weiß ja, dass viele von euch auch viel zu viel Zeug rumstehen haben.
Hey, wer definiert, dass das ZU VIEL ist? :sneaky:🤭

Ich sehe es wie @Jiko, es ist ein Hobby, als darf man sich auch was gönnen. Allerdings versuche ich es mittlerweile sehr auf den Gebrauchtmarkt zu beschränken, da man dann auch ungefähr das Geld wieder bekommen sollte, was man selbst dafür hingelegt hat, falls es einem auf Dauer doch nicht so taugt, wie man anfangs dachte.
 
Allerdings versuche ich es mittlerweile sehr auf den Gebrauchtmarkt zu beschränken, da man dann auch ungefähr das Geld wieder bekommen sollte, was man selbst dafür hingelegt hat, falls es einem auf Dauer doch nicht so taugt, wie man anfangs dachte.

Mir geht es aktuell ganz ähnlich wie dem OP, allerdings mit einem Fractal FM3 im Rücken und einem Kemper Player, den ich mir bestellt habe, weil ich das Teil einfach geil und sexy finde! Eigentlich total überflüssig, im Gegenteil: ich finde den so geil, dass ich schon befürchte, meinen Fractal nicht mehr oft genug zu spielen :eek2:

Kurz zumThema "Gebrauchtmarkt" - ich habe 4 Monate versucht, bei kleinanzeigen.de einen Kemper Profiler Player zu kaufen. Das Teil 598€ neu, 550€ als Rückläufer. Ohne Witz: ALLE Angebot unter 500€ waren am Ende Betruf, immer das gleiche Modell: Zahlung nur per Paypal oder Überweisung und nicht über das Zwischenkontomodel des Portals. Spätestens einen Tag nach Kontaktaufnahme erhalte ich immer Mail vom Portal, dass das Konto des Anbieters gesperrt worden sei....Wahnsinn, und das passiert alleine beim Kemper Player mehrfach (!) pro Woche.

Naja, für nen Fuffi mehr würde ich dann lieber einen Rückläufer nehmen als einen 2 Jahre alten gebrauchten, der für 480€ verkauft werden soll. 🤷🏻‍♂️
 
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Mei... der Gebrauchtmarkt... Schnäppchen sind selten geworden. Viele Leute meinen, ein Hunni unter'm NP wäre ein lohnenswertes Angebot... da habe ich beim Neukauf ja mehr an Vorsteuerabzug... lol
 
Das wichtigste ist doch, dass wir alle mit unserem Leben glücklich sind.

Wenn es dich glücklich macht und due es dir leisten kannst, dann gibts doch kein Problem.
Wenn du es dir kaufen willst, aber dich deine dadurch entstehende Geldnot etc. unglücklich macht, dann lass es.
 

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