Gainstaging: Gedanken zum Zusammenhang zwischen Gain und Kanalfader. Was ist sinnvoll, was nicht?

  • Ersteller Trommler53842
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wäre das auf ein mischpult übertragbar?
Nein, die verschiedenen Verstärkerstufen im Pult sollten doch anders als im Gitarrenamp möglich linear, klangneutral und verzerrungsfrei arbeiten.
Wie oft geschrieben ist für das Feedbackpotential mit Mikrofonen der Ort der Verstärkung im Pult unerheblich.
 
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ich hab mal die KI befragt....die vertritt eine andere meinung:
Is there a difference on a mixing console if the gain is high or the output fader is high with regards to feedback?

Yes, there is a functional difference regarding feedback

While both high gain and high faders increase overall volume and feedback risk, high gain increases sensitivity across all outputs (monitors/house), whereas high faders typically only affect the main mix, making gain adjustments more likely to cause catastrophic feedback across the whole system.
Key Differences and Feedback Impacts:

  • Gain (Preamp/Trim): This controls the input sensitivity. Setting this too high makes the microphone "hotter," increasing its susceptibility to picking up sound from speakers. It affects all post-gain sends, including monitor mixes.
  • Fader (Channel/Master): This controls the volume level being sent to the output. If the gain is set correctly, high faders primarily increase the loudness in that specific mix (e.g., house speakers), which can still cause feedback, but usually with more control over which speaker zones are affected.
  • Signal-to-Noise Ratio: High gain/low fader can sometimes increase pre-fader noise, whereas low gain/high fader provides better signal control.
Best Practice to Avoid Feedback:
Set your preamp gain to the optimal level (hot enough, but not clipping) first, then use the faders to mix the volume. If feedback occurs, lower the gain (or fader) on the offending channel, or use a graphic EQ to cut the specific feedback frequency.


wenn ich das korrekt lese, dann wird mit high gain das mikrofon deutlich empfänglicher für störungen, während das bei high fader nicht so stark in den vordergrund tritt?
deshalb wäre dann low/medium gain mit high fader die bessere wahl als high gain mit low fader?
 
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Es lohnt sich, die sprachlichen Fälle "hoch", "höher" und "zu hoch" auseinanderzuhalten.
Eine KI kann das nicht, wie man hier sehen kann.

Solange ein Mischpult nicht "zu hoch" angesteuert wird, gibt es keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen Gain und Fadern.
Ein Gitarrenverstärker ist, wie gerade schon geschrieben, nicht-linear. Der ist auch absichtlich so konstruiert, daß er ziemlich schnell nicht-linear wird. Das ist bei den Mischpulten, die ich kenne, anders ;)
 
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Wie ich schon sagte, bei rein statischen Pegeln ist es egal wo der Pegel eingestellt ist. Spannend wird es eben erst wenn die Pegel nicht statisch sind, man also an einem Pegelsteller auch dann und wann herum dreht. Wenn dieser Regler es an Genauigkeit missen lässt und kleine Änderungen daran verhältnismäßig g

Aber auch hier gilt: 10db beim gain produziert das selbe Feedback wie 10db am Fader. Dass ein Fader Praxis bedingt eine nicht lineare Auflösung hat, ändert nichts an dieser Tatsache.
 
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frage: wenn das gain niedrig eingestellt ist.....könnte es sein, daß ein mikro ein leises signal nicht aufnehmen kann, weil es unterhalb einer schwelle bleibt. zieht man nun den fader hoch, wird dieses "fehlende" signal eben nicht verstärkt, weil es nicht da ist?

ich mache nachher mal einen test mit einem mikro, einem störgeräusch und gain settings.
 
frage: wenn das gain niedrig eingestellt ist.....könnte es sein, daß ein mikro ein leises signal nicht aufnehmen kann, weil es unterhalb einer schwelle bleibt. zieht man nun den fader hoch, wird dieses "fehlende" signal eben nicht verstärkt, weil es nicht da ist?
Nein, das Mikrofon hat kein Gate integriert
 
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Manche schon :D
Duckundweg - ja, es ist kein pegelabhängiges Gate
 
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Aber auch hier gilt: 10db beim gain produziert das selbe Feedback wie 10db am Fader.
Ja sicher doch, das steht doch gar nicht zur Diskussion. Wenn ich auf einem WING Compact den Fader im Bereich 0 dB um fünf Millimeter verändere, dann sind das so grob 2 dB Pegeländerungen. Mache ich das im Bereich -60 dB dann ergibt das 10 dB Pegeländerung. Und das ist dann schon ein Unterschied. Man kann da im unteren Pegelbereich mit dem Fader einfach nicht mehr feinfühlig arbeiten. Daher ist es immer besser, wenn man den Fader in der oberen Hälfte des Regelbereiches hat. Beim WING mit seinen 11 cm langen Fader ist die -10 dB Marke genau in der Mitte des Weges, also oben von -10 bis +10 dB darunter von -∞ bis -10.
Und genau dieser Unterschied der Auswirkungen einer Faderbewegung bringt die Leute dazu, dass sie meinen dass es besser ist weniger Gain aber dafür weiter oben im Regelbereich des Faders.
Darin liegt der Unterschied in der Praxis. aber 10 dB Änderung sind 10 dB Änderung, egal wo man die Änderung vornimmt.
frage: wenn das gain niedrig eingestellt ist.....könnte es sein, daß ein mikro ein leises signal nicht aufnehmen kann, weil es unterhalb einer schwelle bleibt.
Eine Signalquelle, also auch ein Mikro wird einen bestimmten Pegel liefern, egal ob dahinter der Preamp mit viel oder wenig Verstärkung (Gain) betrieben wird. Liefert das Mikro einen geringen Pegel, dann ist das halt so, dafür hat man ja den Gain am Pult. Um den Pegel, der von der Quelle geliefert wird auf einen Wert zu bringen, der im Mischpult gut zu verarbeiten ist. Und dann sollte man auch darauf achten, dass alle Signale, egal ob sie ursprünglich einen niedrigen oder hohen Pegel liefern, nach dem Gain am Pult so ziemlich im selben Arbeitsfenster, was den Pegel betrifft, sind.
 
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in diesem Fall ehe ich davon aus dass "ODER" kein exklusives ODER ist. ;)
 
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aus interesse habe ich einen test gemacht.
gain auf ca. -10dB pegel und gain auf -57dB pegel.
2.JPG


Normalisiert - man sieht sogar unterschiede in der waveform, die obere kurve wirkt weniger komprimiert als die untere:
1.JPG


für mich bedeutet das, mit weniger gain arbeitet der preamp weniger dynamisch?

man hört auch deutliche unterschiede:
high gain


low gain
 
Damit hast Du jetzt Deine KI selbst widerlegt.
 
inwiefern?
 
Die Aufnahme war wahrscheinlich digital, aus den wenigen Bits unten musste dann beim Normalisieren etwas "gemacht" werden?
Dass sich das in der Dynamik unterscheidet, wundert mich jetzt nicht.
Dein Messmittel taugt für den Versuch nicht, Du hast vermutlich nicht wie beabsichtigt den Preamp getestet ;)

1771850989890.png
 
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hier noch eine version:

1: normales gain, aber signal sehr leise.....und später normalisiert


2: niedriges gain, gleich leises signal.....und auch normalisiert


auch hier hört man unterschiede.
mit niedrigem gain erscheint die aufnahme höhenlastiger (und auch verrauscht)

fazit:
es macht einen unterschied, wo die verstärkung stattfindet....ob am anfang der kette, oder am ende der kette.
man hat zumindest deutliche klangliche veränderungen.

ob das auf das mikrofon feedback auswirkungen hat, kann ich derzeit nicht sagen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Von welchem verwendeten Pult oder Interface sprechen wir hier denn?
 
der einfachheit halber ein presonus AR12 USB
Beitrag automatisch zusammengefügt:

ich fahre nachher mal in den proberaum und teste mit dem mikro und einer provozierten feedbackschleife, welche einstellungen am mischpult anfälliger sind. und nehme das auf, falls möglich. das wird ein pfeifender nachmittag.
 
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wenn ich das korrekt lese, dann wird mit high gain das mikrofon deutlich empfänglicher für störungen, während das bei high fader nicht so stark in den vordergrund tritt?
Die Pegeländerungen haben natürlich Auswirkungen auf alle Ausgänge, die im Signalweg hinter der Pegeländerung liegen. Der Unterschied wird doch von der KI beschrieben: Gain wirkt auf alle Ausgänge, weil es die Verstärkung direkt am Eingang ist, der Fader regelt später im Signalweg.
Dreht man am Gain hoch und senkt den Fader, kann es zu Übersteuerungen z.B. auf dem Monitorweg kommen, wenn das Signal dafür Pre Fader abgegriffen wird.
Das ist aber eine Routing-Frage und ändert nichts daran, dass ein Aufdrehen des Gains und gleichzeitiges Senken des Faders das Signal Post-Fader unbeeinflusst lassen können (sofern die beiden Verstärkerstufen klangneutral sind).

Wenn es auf einem Ausgang pfeift, der nichts mit dem Kanalfader zu tun hat, nutzt es natürlich nichts, den Fader runterzudrehen.
 
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