[REVIEW] QSC K12.2 white

von Benson, 28.10.18.

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QSC
  1. Benson

    Benson Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.10.18   #1

    Einleitung


    Im board-internen Gewinnspiel anlässlich des 50. Firmenjubiläums von QSC wurden zwei QSC K12.2 Boxen in limitierter Sonderedition in weißer Farbe verlost - und ich war der glückliche Gewinner :)
    Mein herzlicher Dank dafür geht an @Robin Lussu (stellvertretend für alle Boardbetreiber, die immer wieder tolle Gewinnspiele organisieren) und natürlich an QSC selbst, die diese zwei Boxen zur Verfügung gestellt haben.
    "Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul" heißt es ja gerne - dennoch wird ein Review bei Gewinnspiel-Artikeln natürlich gern gesehen und ich schaue dem Gaul ins Maul :great:

    Ich möchte im folgenden Review ersteinmal beschreiben, wie die K12.2 aufgebaut sind, was sie können und wie sie aus Sicht eines E-Gitarristen klingen. Ich bin kein Tontechniker, kenne mich aber einigermaßen mit PA-Anlagen aus, da in unserer Coverband nicht nur Gesang, sondern auch meine E-Gitarre über eine solche Anlage läuft. Wir nutzen in der Band ebenfalls QSC, nämlich die kW 122 ( https://www.thomann.de/de/qsc_kw_122.htm ), die mir als gedankliche Referenz dienen. Allerdings hat man im Laufe vieler Jahre und Gigs auch schon einige andere Anlagen gespielt: Von den billigsten Behringern und dB bis hin zu QSC und RCF.

    Lieferumfang und Verarbeitung



    Genau eine Woche nach dem Gewinnspiel sind beide Boxen per TNT angekommen:

    IMG.jpg

    Mit dabei waren die passenden Tragetaschen und Netzkabel, also entspricht es zweimal diesem Bundle https://www.thomann.de/de/qsc_k_12.2_tote_bundle.htm, bloß in weißer Farbe:

    IMG4.jpg
    [Der Kater dient als Größenvergleich ;)]

    Die Boxen verfügen über einen 12" Tieftöner und 1,4" Titan-Kompressionstreiber sowie einen Class-D Verstärker mit 2000W. Die Boxen strahlen im 75° Winkel ab. Eine Box wiegt 17,4kg und besitzt zwei 35mm Buchsen zur Aufnahme von Hochständern - eine Buchse für die gerade Montage, die andere Buchse für eine leicht nach unten geneigte Aufstellung. Die K12.2 sind auf den ersten Eindruck (wie für QSC typisch) sehr gut verarbeitet. Sie wirken etwas schmächtiger als die QSC kW 122 - und tatsächlich sind sie in jeder Dimension ein paar Zentimeter kleiner und wiegen ca. 5kg weniger. Für mich persönlich ist das ein positives Merkmal, weil es bei den Auftritten der Coverband meist meine Aufgabe ist, die Boxen auf die Hochständer zu hieven :o
    Auch die Taschen sind von guter Qualität. Bei E-Gitarren sind häufig Taschen dabei, deren Reißverschlüsse nach ein paar Monaten den Geist aufgeben - die QSC Taschen sind aber sehr wertig verarbeitet, die Reißverschlüsse robust eingenäht und die ganze Tasche auf das Gewicht ausgelegt.

    Durch die abgeschrägte Rückseite eignen sich die Boxen auch als Bodenmonitor:

    IMG2.jpg

    Mit den oben genannten Merkmalen unterscheiden sich die K12.2 nicht grundliegend von anderen aktiven Fullrangelautsprechern oder den bereits länger auf dem Markt befindlichen QSC kW 122, die sogar in derselben Preisliga spielen.
    Die K.2-Serie ist allerdings recht frisch auf dem Markt, bei thomann beispielsweise seit Mai 2017 gelistet. Der Unterschied zu den kW 122 und vielen anderen Aktivboxen liegt im Anschlussterminal und den damit verbundenen Möglichkeiten.

    Anschlussterminal



    IMG3.jpg

    Oben im Bild ist ein kleines LCD-Display zu sehen mit zwei Knöpfchen ("Zurück" & "Bestätigen") und einem Endlos-Rasterpoti zur Bedienung. Im Bild ist das Display in seinem dunkleren Ruhezustand, aber sobald ein Knöpfchen gedrückt oder das Poti gedreht wird, erleuchtet eine sehr helle Hintergrundbeleuchtung die Anzeige. Dadurch ist eine leichte Bedienung und gute Sicht gegeben. Die automatische Abschaltung der Hintergrundbeleuchtung verhindert störenden Einfluss in Bühnenumgebung.

    Darunter befinden sich drei (ebenfalls gerasterte) Potis zur Input-Gain Regelung der drei Eingänge A, B und C. Eingang C ist ein Stereo-Aux (3,5mm Stereo-Miniklinke) gleich rechts neben den Potis.
    Eingang A und B sind kombinierte 6,3mm-Klinke / XLR-Eingänge für Line-Pegel, wobei Eingang A auch direkt angeschlossene Mikrofone und Eingang B direkt angeschlossene Musikinstrumente mit hochohmigem Signal ("HI-Z") vertragen können.

    Die jeweils direkt darunterliegenden XLR-Buchsen dienen zum Durchschleifen des Signals an weitere Lautsprecher. Die unterste XLR-Buchse gibt einen Summen-Mix aller Kanäle aus.
    Das blaue Netzkabel ist ein sogenanntes "V-LOCK"-System. Der kleine gelbe Knopf an der Seite des Kaltgerätesteckers muss zum Ausstecken des Kabels gedrückt werden. Das verhindert ungewollte Spielpausen im Livebetrieb :D
    Die unter dem Lochblech befindliche Endstufe wird im Betrieb natürlich Wärme entwickeln, weshalb ein kleiner Lüfter nach etwa 10-minütiger Benutzung anspringt.


    Display-Menü



    Wozu kann das kleine Display nun genutzt werden?

    - Pegeleinstellungen der Kanäle (Line/Mic/HI-Z)
    - Hochpassfilter bei 80Hz, 100Hz, 125Hz / kein Hochpassfilter [Hochpassfilter sind bei einer kombinierten Verwendung mit Subwoofern sinnvoll]
    - Signalverzögerung zwischen 0ms und 100ms [Signalverzögerung hilft bei einer Verteilung mehrerer Lautsprecher in verschiedener Distanz zum Hörer, dass der "gemischte" Sound der verschiedenen Lautsprecher gleichzeitig ankommt]
    - EQ: 4-Band parametrischer Equalizer
    - Presets: Presets des EQ und der Signalverarbeitung für bestimmte Anwendungen
    - Settings: Abspeichern und Laden eigener Presets; weitere Bedienungsfunktionen (Displaykontrast, Werkseinstellungen,...)

    Der Menü-Baum ist in der Bedienungsanleitung wie folgt skizziert:
    manual.png

    Während die ersten beiden genannten Punkte auch noch zum Funktionsumfang der QSC kW 122 (und vieler anderer Aktivboxen) gehören, ist die Flexibilität der K12.2 durch die mögliche Signalverzögerung, den EQ und die Presets deutlich erweitert worden.
    Die Bedienung des Menüs mit den zwei Knöpfchen und dem Poti ist intuitiv.

    Presets



    Auch die Beschreibung der Presets entnehme ich dem Manual:

    DEFAULT: Grundeinstellungen für den Lautsprecher
    LIVE: Für Live-Sound und klare Stimmwiedergabe
    LIVE BRIGHT: Ähnlich wie LIVE, Anhebung einiger hoher Frequenzen zum Ausgleich des Subwoofers
    DANCE: Betonung der hohen und tiefen Frequenzen
    STAGE MONITOR 1: Für die meisten Bühnenmonitor-Anwendungen. Reduziert Bassfülle auf der Bühne.
    STAGE MONITOR 2: Beim Einsatz als Bühnenmonitor zur Betonung der tiefen Frequenzen
    AC GUIT / VOX: Für Akustikgitarre und Stimme
    BASS AMP: Bei direktem Anschluss einer Bassgitarre
    HAND MIC: Klare Sprachwiedergabe und Unterdrücken von Rückkopplungen für Handmikrofone
    HEAD MIC: Klare Sprachwiedergabe und Unterdrücken von Rückkopplungen für Headsets
    STUDIO MON: Beim Einsatz als Studiomonitor

    Sound



    Eines vorweg: Ich kann die Boxen momentan nur zuhause und in dementsprechender Lautstärke testen. Deshalb kann ich keine Aussagen über die wirkliche Leistungsfähigkeit der K12.2 in einer Live-Umgebung machen. Aber ich habe versucht, möglichst viele Einsatzmöglichkeiten mit den dafür vorgesehenen Presets zu simulieren. Diese ersten Erfahrungen möchte ich euch nun beschreiben:

    1. E-Gitarre + Preamp
    Dieses Setup verwende ich auch meist in der Coverband. Eine Fender Telecaster in ein Harley Benton American TrueTone (Fender-Style Amp & Boxensimulation) direkt in die K12.2 mit DEFAULT Setting und Line-Level.
    Meine gewohnten EQ-Einstellungen am Pedal musste ich nicht verändern. Die Tele kommt clean schön knackig. Auch im angezerrten und verzerrten Betrieb wird alles sauber und neutral wiedergegeben.
    Den Test eines anderen Presets habe ich hier nicht für sinnvoll erachtet.
    Hier sehe ich auch durchaus eine Verwendung als Endstufe + Monitor für die Kemper-Fraktion als möglich.

    2. Westerngitarre mit eingebautem Tonabnehmer und Preamp
    Hier kam eine Harley Benton Dreadnought mit Fishman Preamp zum Einsatz. Die K12.2 wurde auf AC GUIT eingestellt. Auch hier war der Sound absolut klar und unverfälscht, ich konnte mit dem parametrischen EQ noch etwas die Bässe rausnehmen. Das funktioniert grundsätzlich genauso gut wie am Preamp, der auch einen Bass-Regler besitzt. Allerdings kann der parametrische EQ der K12.2 die Frequenzbereiche, die geboostet oder beschnitten werden sollen, genauer auswählen. Die Bedienung eines solchen 4-Band parametrischen EQ ist für einen normalen Gitarristen ein bisschen ungewohnt, weil der lieber drei Knöpfe mit "Treble", "Middle", "Bass" dreht :)

    3. Smartphone + Miniklinke
    Eine klassische Verwendung auf Hochzeiten und Firmenevents ist das Abspielen von "Musik vom Band".
    Ich habe mein Smartphone mit einem Aux-Kabel angeschlossen und ein paar Songs aus verschiedenen Genres angehört. Dabei habe ich zwischen DEFAULT und DANCE gewechselt. DEFAULT gibt alles so wieder, wie es reinkommt. Neutral und mit ausgewogenem Klangbild.
    Das Preset DANCE liefert einen etwas "moderneren" in den Mitten leicht gescoopten Sound, der durch geboostete Bässe und Höhen viele Songs "gefälliger" wirken lässt. Allerdings könnte man dieses Equalizing genauso gut am Smartphone (oder sonstigen Eingangsgeräten) vornehmen.

    4. E-Bass
    Viele E-Gitarristen haben auch einen Bass zuhause, aber oftmals keinen Bassamp. In manchen Bandräumen gibt es auch keinen Bassamp. D.h., dass eine Aktivbox auch als Bassamp dienen kann, sehe ich als sehr sinnvolles Feature an.
    Ich habe auch einen Bass daheim, aber keinen Bassamp. Ich habe öfters trocken geübt, oder einen meiner Gitarrenamps missbraucht. Da hat man dann das Problem, dass eben genau der tiefe Frequenzbereich nicht "fett" genug übertragen wird.
    Die K12.2 habe ich mit einem Harley Benton Jazzbass (passive Elektronik) in Kanal B (HI-Z) mit dem Preset BASS AMP getestet.
    Ich muss sagen, hier hat mich der Sound wirklich positiv überrascht. Die K12.2 übertragen in einem Frequenzbereich von 50Hz - 20kHz bei -6dB und 45Hz - 20kHz bei -10dB.
    Das tiefe E eines Viersaiters liegt mit 41Hz also nur ganz knapp außerhalb dieses Bereichs. Dennoch kommt das tiefe E noch sauber und fett aus der Box.
    Ich habe mit meinen begrenzten Bass-Fähigkeiten einige Songs angestimmt und viel Spaß dabei gehabt. Das klingt natürlich deutlich erwachsener als über einen Gitarrenamp.
    Als "Notlösung" für manche Bandproben oder Heimlösung, wenn kein Geld und Platz für einen extra Bassamp da ist, wäre die K12.2 also meiner Meinung nach durchaus geeignet.


    5. Synthesizer
    Ich habe im Musikzimmer auch noch ein paar kleine Synthies stehen, nämlich einen Arturia Microbrute sowie Korg Volca Beats, Bass und Keys. Bisher hatte ich sie in Zimmerlautstärke über eine Fullrange-TV-Bar laufen, was zum Rumspielen ausreichend aber vom Sound (gerade Bassdrum) natürlich suboptimal war. Die Synths gehen in ein Mischpult und von da aus ins DEFAULT Preset der K12.2.
    Endlich drückt die Bassdrum des Volca Beats! Auch die anderen Synthies werden sehr "offen" und "breit" wiedergegeben. Ich war ja die Wiedergabe durch die TV-Bar gewohnt, und da sind die K12.2 natürlich ein klares Upgrade.
    Jetzt muss ich eher aufpassen, dass keine Nachbarn genervt werden, wenn die Boxen auf dem Boden stehen und den Bass ein Stockwerk nach unten weitergeben ;)


    6. Shure SM57
    Als letzte Anwendungsmöglichkeit habe ich einen Redner simuliert :D
    Dazu wurde das SM57, das ja im Grunde bis auf den fehlenden Korb baugleich zum SM58 ist, direkt in Kanal A gestöpselt, und die Box auf MIC-Pegel gestellt. Als Preset kam HAND MIC zum Einsatz, das Rückkoppeln unterdrücken und Sprache klar wiedergeben soll.
    In meiner Wohnung ist die Lautstärke für eine Rückkopplung schwer zu erreichen, deshalb habe ich mich auf Gesprochenes und die Wiedergabe konzentriert.
    Das Preset räumt im Bassbereich auf, sodass kein Matschen/"Brummeln" entsteht. Dadurch wird der Redner präzise verstärkt.

    Ich habe jetzt im Kapitel Sound versucht, meine Eindrücke mit Worten wiederzugeben. Ich bin noch unschlüssig, ob es Sinn macht, Soundfiles aufzunehmen, da durch die Aufnahme (mit einem SM57) vermutlich mehr verfälscht werden würde, als sie nützen würde.


    Fazit



    Nach den ersten Eindrücken werde ich eine K12.2 sicherlich in meinem Musikzimmer behalten, um als Multifunktionsbox Westerngitarre, E-Bass und Synthesizer zu verstärken. Die andere Box werde ich bei Gelegenheit zu einer Bandprobe mitnehmen, um sie als Monitor und im Vergleich zu den Boxen im Proberaum zu testen. Für den Live-Einsatz sind mir die weißen Boxen (momentan zumindest) zu schade :tongue:

    Für detailiertere Infos könnt ihr mich gerne fragen oder die deutschsprachige Bedienungsanleitung konsultieren: https://www.qsc.com/resource-files/productresources/spk/k.2/q_spk_k.2_usermanual_de.pdf
     
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  2. siebass

    siebass Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.10.18   #2
    muß man die taschen zum einsatz abnehmen? bei meine RCF habe ich mich dran gewöhnt die auch zum gig draufzulassen, stört im endeffekt niemanden.
     
  3. mix4munich

    mix4munich Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 31.10.18   #3
    Die QSC-Taschen muss man im Betrieb abnehmen
     
  4. Frank-vt

    Frank-vt Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.10.18   #4
    Außerdem sieht es Sch... aus:tongue:
    Es gibt aber noch irgendwelche Extra-Hüllen für den Außeneinsatz
     
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