Gambe spielen

von UNruhestifter, 02.01.05.

  1. UNruhestifter

    UNruhestifter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.01.05   #1
    da hier momentan ziemlich tote Hose ist, bis auf die vielleicht 6 Threads die sich ums Geige spielen drehen, wage ich mal den versuch mich eines etwas exotischeren Streichsinstrument zu widmen: Der Viola da Gamba

    n bisschen zu diesem Instrument:
    Die Gambe ist ein Sechsaitiges Streichinstrument, von der Form her am ehesten mit dem Kontrabass vergleichbar, das mit Darmsaiten bespannt wird und zwischen den Beinen gehalten wird, jedoch anders als ein Cello, da dieses Instrument keinen Stachel besitzt wie ein Cello, sondern einzig und alleine durch die Beine gehalten wird.

    Die Blütezeit hatte die Gambe wohl in der Rennaissance als Quasinachfolger der bis dahin weit verbreiteten Fidel. Sie wurde bis weit in die Barockzeit stark genutzt und war sehr beliebt, wurde ab da aber zunehmens durch den "Kreuzzug" der Geige in die Vergessenheit verdrängt, wurde jedoch anfang des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt und erfreut sich in diesen Jahren zunehmender Beliebtheit.

    Der Grund für die verdrängung durch die Geige war dieser: Während die Geige einen besonders strahlenden, hellen Klang hat, während die Gambe einen ehr zurückhaltenden Klang hat. Ich würde ihn als dunkel, gerade zu melancholisch bezeichnen. Die Geige als Solo und Consortinstrument wurde zunehmens beliebter und verdrängte die Gambe fast vollständig.

    Wer sich ein Bild von dem Klang dieses Instrument machen will gehe auf folgende seite http://alte-musik.net/modules.php?name=Downloads&d_op=viewdownload&cid=2 und lade sich das entsprechende Soundbeispiel von Paolo Padolfo herunter.

    Jetzt natürlich die Frage: Wozu dieser Thread, wozu spiele ich überhaupt so ein Instrument?

    Sagen wirs mal so, während viele dem Wagnerbombast oder den Paganini Capricen verfallen sind, übt dieser dunkle Klang der Gambe eine gerade zu süchtigmachende Ausstrahlung auf mich aus, den andere Leute, wenn sie die Möglichkeit haben, auch einmal antesten sollten. Ausserdem verlangt die Gambe eine sehr viel Gefühlsbetontere Spielweise als alle anderen Orchesterinstrumente (leider ist es dadurch für Anfänger auch schwieriger was vernümpftiges aus der Gambe herauszubekommen) wodurch sich bestimmte Emonitionen besser übertragen lassen, und der Zühörer total ergriffen wird. Ich spiele diese Instrument seit 2 Jahren und nehme seit 3 Monaten Unterricht und bin jedenfalls restlos begeistert.

    Ich hoffe jetzt bei einigen usern das Interesse für dieses Instrument geweckt zu haben, und werde natürlich weitere Fragen beantworten.
     
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  2. Hans_3

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    Erstellt: 02.01.05   #2
    Daher auch der volkstümliche Name "Kniegeige".

    Wie liegt denn der Tonumfang? Zwischen Bratsche und Cello? Oder werden wegen der 6 Saiten beide Instrumente nahezu "abgedeckt". Sind die Saiten wie bei den anderen Streichinstrumnten ebenfalls durchgängig in Quinten gestimmt?
     
  3. UNruhestifter

    UNruhestifter Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.01.05   #3
    bei der am meistens verbeiteten Bassgambe geht der tonumfang der leeren Saiten vom großen d (1 ton über der tiefsten saite vom cello) bis zum eingestrichenen d, also der 2. Saite der bratsche.

    D G C e a d'

    Theoretisch, aber klanglich irgentwann nichtmehr sinnvoll, können von der höchsten saite aus noch 2 weitere Oktaven gespielt werden

    EDIT: bis auf den terzsprung in der mitte ist das instrument durchweg in quarten gestimmt
     
  4. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 02.01.05   #4
    Ok, danke. Ich bin eher dem Cello zugetan, aber aus ähnlichen Gründen: der warme, tiefmittige Ton hat es mir angetan. Ich habe zwar seit 3 Jahren (neben meinen Gitarren) ein Cello rumstehen, bin aber wegen eines "Tennisarms" noch nie richtig zum Üben gekommen, weil nach kurzer Zeit immer die Schmerzen wiederkamen. Aber hören ist ja auch Genuss, besonders die alten Casals-Aufnahmen.
     
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  5. la folia

    la folia Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.05.15   #5
    Hallo an die Gambenspieler in diesem Forum,
    Ich hab ein bisschen herumgesucht und bin auf dieses Forum gestoßen.
    Ich spiele seit 2 Jahren eine Bassgambe.
    Ich habe früher verschiedene Instrumente gespielt, Klavier, Gitarre, Flöte. Vor 3 Jahren hörte ich im Radio eine Sendung über die neueste CD von Jordi Savall, dem berühmten katalanischen Gambisten und war wie elektrisiert. Das war das Instrument, nach dem ich immer gesucht hatte. Also suchte ich ein Instrument und fand eins aus dem sächsischen Geigenbauersdtchen
     
  6. Oktober

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    Erstellt: 30.05.15   #6
    Hallo,
    ich durfte auch mal eine Bassgambe bei einem Blockflötertreffen live erleben.
    Der Klang ist wirklich toll.

    Aber Gambenlehrer sind rar gesäht und Bassgamben teuer...
     
  7. la folia

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    Erstellt: 30.05.15   #7
    Sorry, aus Marktneudorf. Ich fand auch eine Lehrerin, zu der ich alle 2-3 Wochen mit ziemlichem Zeitaufwand und der Gambe auf dem Rücken "pilgere".

    Ich würde jetzt nach 2 Jahren unterricht gerne hin und wieder so workshopartig in einem kleinen Consort spielen. Hab aber bisher niemanden gefunden, der in einem ähnlichen " Anfängerstatus" spielt.

    Viele Grüße
    la folia
     
  8. Oktober

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    Erstellt: 30.05.15   #8
    @ La folia, hast du mal überlegt auch mit anderen Instrumentalisten zusammen zu spielen?
    Verschiedene Instrumente zusammen können auch sehr schön klingen.
     
  9. la folia

    la folia Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.05.15   #9
    @Oktober: ja, es gibt viel Literatur aus der Zeit des Barock für Ensembles mit Gambe und anderen Instrumenten, wie Gitarre, Flöte, Cembalo. Aber wo eine Gruppe finden?
     
  10. Oktober

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    Erstellt: 30.05.15   #10
    Wenn du dich traust, könntest du per Anzeige Mitspieler suchen.
     
  11. la folia

    la folia Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.05.15   #11
    @Oktober: Danke für die Antwort. Ich denk drüber nach.
     
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