Gebrauchten Röhrenamp kaufen, was beachten?

von Damokles, 13.01.05.

  1. Damokles

    Damokles Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.01.05   #1
    Hallo
    Ich möchte mir demnächst mal meinen ersten röhrenamp kaufen, vorzugsweise gebraucht, da ich einen neuen nicht bezahlen kann. Jetzt möchte ich wissen ob ich da etwas besonders beachten muss, und ab wieviel betriebstunden ich einen röhrenwechsel einplanen darf. Ich kenne mich da nicht so aus, und wenn mir jemand sagt, der Amp ist 2 jahre alt und wurde recht häufig gespielt, kann ich wahrscheinlich gleich nochmal 100€ für neue röhren+Einbaun einplanen, oder? Und woran bemerke ich beim kurzen anspielen, ob irgendwas an dem Amp möglicherweise nicht stimmt, was mit Röhren zusammenhängen kann? Und wie sehr beeinflussen alte Röhrend en Klang bei solchen Amps?
    Vielen dank für eure Hilfe!
     
  2. marshbox

    marshbox Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.01.05   #2
    halte ich für ein gerücht, dass du die röhren nach 2 jahren gebrauch austauschen mußt. verkaufe ein röhrenamp. siehe signature. am besten antesten und du wirst es schon hören!
     
  3. Fischi

    Fischi Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 13.01.05   #3
    man kann davon ausgehen, daß, wenn er zwei jahre lang intensiv gespielt wurde, die röhren getauscht werden müssen

    100 euro?? naja...öhm.....ja. eine vorstufenröhre kostet um die 10 euro, eine endstufenröhre rund 15 euro.
    und wenn du net weißt, wie man die bias spannung einstellt, müsste das auch ein techniker machen, was auch wieder kostet.


    als faustregel kann man sagen, daß alle zwei jahre die röhren tauschen sollte. es ist aber nur ne faustregel. einige nutzen ihre röhren 5 oder sogar 10 jahre.
     
  4. LostLover

    LostLover Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 13.01.05   #4
    Da gehört beim Gebrauchtkauf immer etwas Glück dazu.
    Wenn der Amp Dir beim Antesten in Übungsraum/Konzert-Lautstärke gefällt, wenig Nebengeräusche, Rauschen, Brummen und vor allem keine Mikrofonie produziert (mal vorsichtig gegen die heissen Endstufen-Röhren klopfen oder tippen, wenn der Amp an ist: dann darf nichts aus dem Speaker zu hören sein), wenn er frisch und dynamisch klingt - auch clean und besonders nach einer Stunde, wenn er warm geworden ist - dann ist alles Okay. :D

    Aber wer kann Amps so testen?? Und wer hört solche Feinheiten bei einem unbekannten Amp?

    Röhren verschleissen dann schnell, wenn sie oft in Vollast gefahren werden (betrifft besonders die Vorstufe: High Gain!), bei laufendem Betrieb umgeschaltet (Powerreduzierung), ein Powersoak im Spiel ist, sie an einer Box mit zu hoher Ohmzahl hängen, oder der Amp oft mit noch warmen Röhren von der Bühne gerollt wurde (ich habe meine 6L6 gern geschüttelt, nicht gerührt :D). Besonders die letzten beiden Punkte sind Killer. Zu niedrige Ohmzahl der Box führt u.U. innerhalb der Dauer eines Soundchecks zum Exitus des Trafo, da muss man sich über die Röhren dann keine Gedanken mehr machen.......

    Wenn Du das alles ausschliessen kannst, sollten die Röhren bei einem 2 Jahre alten Amp noch lange nicht verbraucht sein. Dabei stellt sich dann wieder die Frage: was heisst "viel gespielt"? Wenn man von einer normalen Amateur-Band-Belastung ausgeht (2 Proben á 3 Stunden pro Woche und 1 Auftritt im Monat) wirst Du keine Probleme haben - unbenommen der Tatsache, dass Röhren grundsätzlich zickig sind und jeden Tag ein wenig anders klingen.......

    Ansonsten kann ich aus meiner Erfahrung sagen: Die letzten Röhren in meinem Concert haben über 8 Jahre gehalten. Als er keine Mucks mehr von sich geben wollte - Pentoden/Trioden-Umschaltung bei laufendem Amp betätigt, das hat er mir übel genommen - habe ich ihn zum Amp-Tech gebracht. Die 120Euro waren ein Freundschaftskurs. Einen Vorher-Nachher-Soundunterschied konnte ich nicht feststellen.
     
  5. Namenlos

    Namenlos Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.01.05   #5
    *stöhn*

    Vorstufenröhren werden durchgehend mit Volllast gefahren, egal ob "High Gain" oder ohne jegliche Übersteuerung (Class A Betrieb Arbeitspunkt liegt in der Mitte der Aussteuerung). Die Überlastung wirkt sich nicht sonderlich stark auf die Lebenszeit aus. Ich würde Vorstufenröhren einmal beim Kauf wechseln je nach gewünschtem Klang und dann vielleicht alle 3-5 Jahre.

    Sicher, dass nicht etwas anderes kaputt gegangen ist und die gleichen Röhren nochmal eingesetzt wurden? Das würde auch den Preis erklären, der ist nämlich bestimmt kein Freundschaftspreis. Wenn man den frischen Röhrenklang mag sollte man schon bei ca. alle 2 Jahre je nach Spielhäufigkeit wechseln.

    Allerdings kann der Klang verbrauchter Röhren auch ihren Reiz haben.

    Umgekehrt:
    Zu niedrige Ohmzahl macht dem Trafo nichts aus, wenn man es übertreibt (z.B. Kurzschluss) gehen eher die Röhren kaputt.
    Zu hohe Ohmzahl macht dem Trafo kaputt wenn man es übertreibt (z.B. keine Last).

    Grüße
    Namenlos
     
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