Generalbass

von Fastel, 25.07.08.

  1. Fastel

    Fastel Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 25.07.08   #1
    hi leute, einfache frage:
    ich muss einen generalbass aussetzen und habe 4 töne zur verwendung.
    welcher ton wird gedoppelt? der grundton des entstehende akkordes oder der basston? in beispielen finde ich immer wieder beides varianten.
    falls letzteres: was ist mit dem "verbot" die terz zu verdoppeln wenn ich einen sextakkord habe?

    danke :)

    edit:
    ok, die sache mit der terzverdopplung... ein verbot gibt es nur wenn der klang dominantisch ist? die terz ist in dem fall ja leittönig und muss zum grundton (der tonika) aufgelöst werden. somit ergeben sich zwangsläufig parallelen. ist das der einzige grund?
     
  2. Hagenwil

    Hagenwil Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 26.07.08   #2
    Unter welchen stilistischen oder epochalen Bedingungen musst du den dieses Werk ausschreiben?

    Die Bezifferung sagt ja schon ziemlich präzise aus wie die Noten zu spielen sind. Welcher Töne dann bei einem vierstimmigen Satz verdoppelt werden, oder nicht, ist unter anderem Epochenbedingt. Anders gesagt, wenn du einen solchen Satz schreibst, könntest du unter Berücksichtigung der stilbildenden Regeln z.B. Telemann, Lasso, Monteverdi oder Händel imitieren, oder alle gesammelten Regeln von denen kaum jemand weiss von wo sie herstammen oder von welchen Werk sie abgeleitet wurden, einfach ignorieren und etwas regelfreies schreiben.
     
  3. Fastel

    Fastel Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 26.07.08   #3
    regelfreiheit und klausuren vertragen sich meistens nicht so. meisten sehe ich den basston gedoppelt. bei wikipedia ist im beispiel der akkordton gedoppelt (ich weiß dass ich eher meiner literatur glauben sollte als wiki).

    auf funktionsharmonische zusammenhänge muss ich ja eigentlich seit dem barock achten. somit wäre die terzverdopplung.... doof.
     
  4. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 26.07.08   #4
    Man sollte bei allem akkordischem denken die stimmführung nicht aus den augen lassen. Wenn sich da eine ungewohnte verdoppelung ergibt, ist sie, etwa als durchgang, plausibel. Bei klausuren bleibe man am besten bei bewährten regeln, aufgaben werden nämlich so gestellt, dass sie möglichst leicht zu korrigieren und bewerten sind.
    In der aufführungspraxis haben sich die cembalisten, zumal, wenn sie die komponisten waren, seinerzeit allerhand einfallen lassen, es muss ja nicht immer 4stimmig/vierschrötig zugehen.
     
  5. Hagenwil

    Hagenwil Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 02.08.08   #5
    Funktionharmonische Zusammenhänge im Sinne der Funktionstheorie welche sich nach der Stufentheorie durchgesetzt hat als Analysemittel gab es in der Zeit welche man heute Barock nennt noch nicht, das klingt vielleicht komisch, ist aber so, und Barock als Begriff für die Zeitepoche wurde auch erst Ende Neunzehntes Jahrhundert zum Begriff
     
  6. Effjott

    Effjott Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 02.08.08   #6
    Zitat:

    "Funktionharmonische Zusammenhänge im Sinne der Funktionstheorie welche sich nach der Stufentheorie durchgesetzt hat als Analysemittel gab es in der Zeit welche man heute Barock nennt noch nicht, das klingt vielleicht komisch, ist aber so..."

    Es gab zur Barockzeit zwar noch nicht die von Riemann gegen Ende des 19.Jahrhunderts entwickelte Funktionslehre mit dem gesamten Beziehungsgeflecht, allerdings durchaus schon funktionales Denken bezüglich der Akkordfolgen.

    J.P.Rameau führte in seiner 1722 herausgegebenen Schrift "Traite de l`harmonie" die Begriffe "Son principal"(Tonika), "Dominante" und "Sousdominante" ein.
    Im Spätbarock spielen die drei Akkorde eine zentrale Rolle.
    Auch kadenzierende Harmonik war im Barock durchaus üblich.
     
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