Gesangsunterricht: Wann habt ihr erste Fortschritte bemerkt?

von Timothy Sideburns, 24.07.05.

  1. Timothy Sideburns

    Timothy Sideburns Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.07.05   #1
    Wenn man sich dieses feine Forum hier so ansieht, findet man eigentlich, egal an welcher Stelle man liest, immer wieder sehr engagierte und treffende, teilweise sehr ausführliche und professionell wirkende, oftmals außerordentlich hilfreiche Hinweise zum Thema Gesangstechnik. Okay, so sollte es in einem Forum zur Gesangstechnik wohl auch sein ;) , aber was ich sagen will ist eigentlich, dass es doch offensichtlich viele Leute gibt, die sich damit eingehender und möglicherweise auch schon länger beschäftigen. Das finde ich erst einmal klasse, denn man kann hier, wie gesagt, immer wieder einmal was mitnehmen, liest andere Meinungen, betrachtet deshalb manches vielleicht auch einmal unter einem anderen Gesichtspunkt usw.

    Was mich jetzt einmal interessieren würde: Immer wieder trifft bzw. traf man im Zuge dieser Castingsshows so Sachen an, die ich unter dem Begriff "Gesangsunterricht light" zusammenfassen würde. Da sah man dann solche Pop-Sternchen, die unter der Anweisung irgendeines Vocal Coaches ein oder zwei Atem- oder Summübungen machten und die dann wohl so etwas wie "Sänger" sein sollen. Zumindest machten sie den Eindruck, sie glaubten selbst dran. Ich glaube, dass diese Dinge auf der einen Seite möglicherweise dazu geführt haben, dass sich (wieder) mehr Menschen, vor allem junge, mit dem Singen beschäftigen. Soweit gut. Auf der anderen Seite habe ich manchmal den Eindruck, dass Gesangsunterricht und -technik dadurch so etwas wie eine Inflation erfahren haben, also irgendwo in ihrer (wahren) Bedeutung und Handhabung abgewertet wurden. So nach dem Motto: Mach ich halt mal so ein paar Stunden, dann singe ich wie der und der und der Karriere steht nichts mehr im Wege. Geht es euch auch manchmal so?

    Mich würde mal interessieren, wie lange eigentlich die Leutchen, die vielleicht schon länger dabei sind, ihre Stimme unter professionellen Gesichtpunkten und Anleitung zu trainieren und zu bilden, benötigt haben, bis sie erste echte und nachhaltige Resultate bei sich festgestellt und geradezu gespürt haben. M. E. hat dieser "Gesangsunterricht light" dazu geführt, dass viel zu früh viel zu große Resultate erwartet werden und so sowohl die Lehrer als auch die Kandidaten unter einem gewissen Erfolgsdruck stehen, etwas "abzuliefern", und darüber hinaus vergessen wird, welche Arbeit, Anstrengung, Ausdauer, Konzentration und Übung das Ganze benötigt. Ganz verkürzt gesprochen: Es ist Letzten Endes in erster Linie eine Sache der Muskelarbeit und deren Beherrschung. Dazu kommt Arbeit an den Resonanzräumen, Zunge, Mund usw. Das ganze Programm. Ihr wisst, was ich meine. Es ist eigentlich völlig utopisch zu meinen, das ginge innerhalb von Monaten oder gar Wochen. M. E. ist es sogar utopisch zu meinen, das ginge gänzlich ohne Anleitung, egal wie talentiert jemand ist.

    Also, wann habt ihr erste wirkliche Resultate bemerkt und was waren das für welche? Ich würde mich über zahlreiche und ausführliche Beiträge freuen!
     
  2. Doppelkorn2004

    Doppelkorn2004 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.07.05   #2
    Hi!

    Je später der Abend, umso mehr hab ich auch Lust zu schreiben hab ich festgestellt.:D

    Erst einmal das Thema Casting Shows. Auf der einen Seite magst Du recht haben, dass aufgrund des Erfolgdrucks viel zu viel innerhalb dieser kurzen Zeit verlangt wird. Ich selbst bin auch kein Fan dieser ganzen Castingshows, jedoch muss ich auch einmal was loswerden:
    Ich finde es immer wieder empörend wenn ich sehe, WER sich so alles bei so einer Show bewirt. Nehmen wir mal an, dass da 10.000 Kids in einer Stadt sich casten lassen, davon sind stimmlich vielleicht 5 % verwertbar.
    Ich selbst muss doch so ehrlich sein und mir eingestehen können, dass meine Stimme nicht für den Popolymp taugt. Ich selbst singe jetzt seit 2 Jahren und nehme seit knapp 1,3 Jahren Gesangsunterricht, aber ich würde mich NIE trauen zu so einer Show zu gehen weil ich selbst weiß, dass ich es nicht schaffen könnte, obwohl ich besser wäre wie manch einer....
    Zudem würde es die qualitative Entscheidung der Jury leichter machen und sich auf gewisse konzentrieren zu können.
    Das Thema Musik rückt immer mehr in den Hintergrund...und ob die Stimmen harmonieren ist auch schon lang nicht mehr gegeben.

    So jetzt zum Thema Gesangsunterricht:
    Bei mir lief das damals so ab. Ich hab immer gern gesungen für mich im stillen Kämerlein. Habe mir dann gedacht..."komm such dir nen Lehrer und mach was draus". Ich habe immer Gedacht ich würde nur noch Hilfe bei Atmung und den anderen Spezialitäten brauchen. Pustekuchen. Nach der ersten Stunde war ich erst einmal schlauer und bin allein schon für diese erste Efahrung dankbar. Meine Intonation war total daneben und von richtiger Atmung hab ich nie was gehört ;-)
    Rückblickend muss ich sagen, dass ich selbst Veränderungen immer in Blöcken merke. Irgendwann kommt immer der Punkt, wo ich eine gewisse Technik verinnerlicht habe und auch soweit beherrsche, dass es mir das singen unheimlich erleichtert oder aber meine Stimme hörbar schöner wird. Das sind dann immer so Aha-Effekte, die mich immer bestrebt haben, weiter zu machen. Denn manchmal ist es schon ganz schön anstrengend immer wieder korrigiert zu werden. Denn als Sänger ist Dein Körper Dein INstrument und mit "persönlicher" Kritik musst Du erst einmal klar kommen. Bei Gitarre oder was anderem ist das immer was anderes.
    Ich merke immer so in Abständen von 2-3 Monaten immer gravierende Änderungen, weil ich meine Stimme aufnehme.
    Mittlerweile ist es so, dass die Intonation sitzt. Jetzt geht es um die ganzen Feinheiten die erlernt und verfeinert werden wollen.
    Mein Gesangslehrer sagte letztens etwas:

    "Ist es nicht faszinierend wenn man bedenkt, dass man nur mit seiner eigenen Stimme ein Werk erschaffen kann?"

    Das ist echt toll wenn man das mal überlegt....denn es stimmt.

    Andere Erfahrungen von anderen sängern würden mich hier auch interessieren.
     
  3. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 25.07.05   #3
    Mach ich halt mal so ein paar Stunden, dann singe ich wie der und der und der Karriere steht nichts mehr im Wege. Geht es euch auch manchmal so?

    Es ist eigentlich völlig utopisch zu meinen, das ginge innerhalb von Monaten oder gar Wochen. M. E. ist es sogar utopisch zu meinen, das ginge gänzlich ohne Anleitung, egal wie talentiert jemand ist.

    Der zeitfaktor und reifungsprozesse werden oft unterschätzt. Ich singe nicht selbst, habe aber bei der arbeit mit sängern viele erfahrungen und beobachtungen gemacht. Ich meine auch nicht das in ein mikrofon säuseln und hoffen, die technik wirds schon richten, auch nicht das "chargieren", d.h. mit verstellter, verzerrter stimme und geborgter phonetik (es könnte ja, um himmels willen wie deutsch klingen) singen, wie es manche stilrichtung verlangt.
    Die laufbahn eines sängers beginnt mit 30, wohlverstanden nicht das singen selbst, sondern die nötige robustheit und technik, die zu anspruchsvollen partien im aufreibenden "kunstbetrieb" nötig sind. Begabte junge sänger sind selten und werden gern verheizt, bevor sie ihre reife erlangen, aber opernhäuser haben oft ein "studio", aus denen viele bedeutenden sänger/innen hervorgegangen sind. Man fängt mit kleinen rollen an, die aufgaben wachsen, und eine so organisch entwickelte stimme reicht bis ins alter. Mit 40 stehen die, die geduld hatten und gut geführt wurden auf dem höhepunkt ihrer stimmlichen entwicklung.
    Um nicht missverstanden zu werden, das betrifft die hohe schule des singens, die nicht jeder durchmachen muss und kann, aber dient vielleicht als maßstab. Es ist erfreulich, wenn junge leute ihre stimme entdecken und spaß am singen haben, aber man hüte sich vor falschen erwartungen und selbstüberschätzung. Gerade auf diesem gebiet tummeln sich so viele scharlatane, auf die man vertraut wie der werbung, die pillen und salben für alle lebenslagen anbietet, erfolg garantiert! Aus büchern singen lernen ? Aber, aber - - - -
    Es gibt naturtalente, aber auch die brauchen schliff, jede stimme ist individuell, aber es ist schwierig, sich selbst zu kontrollieren.
    Ich will niemanden entmutigen, im gegenteil, singt, wie ihr könnt und wollt, aber seht auch die grenzen, wer sich keine illusionen macht, kann nicht enttäuscht werden. Aber vielleicht gehören illusionen zum leben, und da bin ich mit meiner weisheit am ende, und es fällt mir der Dalai Lama ein, der am schluss eines vortrags über die lehren des Buddha sagte: "es kann aber auch ganz anders sein!"
     
  4. sunflower

    sunflower Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.07.05   #4
    also ich selbst singe im nicht-klassischen bereich. also pop/rock/jazz.

    ich hab noch lange nicht alle möglichkeiten meiner stimme erforscht und kann natürlich noch einiges verbessern, aber das kann man eigentlich immer.
    aber es geht ja hier darum, wann man fortschritte merkt.
    fortschritte hab ich eigentlich schon recht früh gemerkt.
    ich singe jetzt seit 10 monaten mit unterricht und meine stimme hat in diesen 10 monaten so viele entwicklungen durchgemacht... seit den ersten stunden bis jetzt hat sich so viel geändert und weiterentwickelt, ich bin also sehr zufrieden! was jetzt eben nicht heißt, dass ich "perfekt" bin, aber innerhalb dessen was ich vorher konnte, habe ich sehr viel und sehr hart gearbeitet. auch an meiner persönlichkeit. und das ist ja beim singen auch ein sehr wichtiger teil. einfach auch meine einstellung zu meiner stimme.
    meine lehrerin lässt mich sehr vieles selbstständig erleben und erarbeiten. es wird also von meiner seite aus sehr viel gefordert, dass ich selber auch genau hinhören und spüren lerne, wo meine probleme liegen, ... das heißt, bei ihr lerne ich auch, wie ich mich selber immer wieder kritisch kontrollieren kann und damit dann mein eigener lehrer werde. eigentlich bringe ich mir den großteil selbst bei (ich war eigentlich immer schon jemand, der eigenständig dinge erarbeiten wollte) und sie ist dazu da, mich - wenn ich mal vom weg abkomme - auf den richtigen weg hinzuführen und mich zu begleiten wenn ich sie brauche. aber die meisten wegstrecken will und muss ich alleine laufen.
    sie ist auch für mich eine ansprechpartnerin, eine vertrauensperson, wenn es um innerliche dinge geht. um die auseinandersetzung mit meiner stimme, um meine probleme damit, um meine zukunftsorientierung, etc ...

    ich mag es, wenn ein lehrer mir diese freiheiten lässt.
    und ich mag es auch, größtenteils mein eigener lehrer zu sein.
    es ist einfach spannend, selbst zu merken, wo probleme sind, und selbst nach lösungen zu suchen. wenn einem also nicht alles einfach nur vorgekaut wird. der lernprozess ist durch dieses "selber tun" viel intensiver.
    ich habe also ein gespür dafür, mich selbst zu beurteilen ob etwas falsch oder richtig ist.
    und ich finde das auch wichtig, sich selbst einschätzen und beurteilen zu können.


    aber um nochmal zusammenfassend auf die frage zu antworten:
    ich habe die ersten wochen kaum fortschritte gemerkt was die stimme betrifft, dafür hat sich da aber bei meiner persönlichkeitsentwicklung gerade einiges getan, und dann kam plötzlich - so nach 4 oder 5 monaten - eine stimmliche wende um 180 grad (die bestimmt auch mit meiner persönlichkeitsentwicklung zu tun hat) und seitdem tut sich enorm viel bei meiner stimme.
    ich kann also noch nicht von einer jahrelangen gesangserfahrung sprechen, aber diese 10 monate waren extrem intensiv und es hat sich seitdem einfach alles geändert.
    an diesen punkt, wo ich jetzt stehe, wäre ich ganz alleine wohl noch lange nicht gekommen (und vielleicht auch niemals...)
    der lehrer ist in meinen augen dazu da, um impulse zu geben. die richtigen impulse zum richtigen zeitpunkt.
     
  5. Timothy Sideburns

    Timothy Sideburns Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.07.05   #5
    Vielen Dank schon einmal für die Antworten! :great:

    Ich selbst habe seit zweineinhalb Jahren Gesangsunterricht und ich habe in den letzten Tagen irgendwie einmal darüber nachgedacht, was sich eigentlich bisher so getan hat und wann es eben (erste) Veränderungen gab. So eine Art kleines persönliches Resümee. Deshalb wollte ich einmal nachfragen, wie es bei anderen so ausschaut.

    Ich für meinen Teil würde sagen, dass ich erste wirkliche und nachhaltige Veränderungen nach knapp eindreiviertel Jahren gespürt habe, also Ende Oktober / Anfang November letzten Jahres. Natürlich hat man auch vorher schon einmal seine Bauch- und Flankenmuskulatur gefühlt ;) und auch hier und da schon einmal etwas gesungen, was man vorher vielleicht nicht so gesungen hätte. Aber ich kann nicht sagen, dass es mir sonderlich gefallen hätte, was ich in der Zeit von mir gehört habe, und das bestrifft nicht den Klang meiner eigenen Stimme. Komischerweise hatte ich damit kaum jemals Probleme und konnte sie von Anfang an gut anhören ohne die Erfahrung zu haben "Oh Gott, wer ist das?!?" :eek: Aber wenn ich mir Aufnahmen aus der Zeit davor (im März/April 2004 hatte ich mal relativ viel aufgenommen) anhöre, dann gefällt mir das rein technisch überhaupt nicht. Wenn ich das heute höre, denke ich: "Meine Güte, wofür der Gesangsunterricht?" Auf der anderen Seite dokumentieren solche Sachen natürlich auch Fortschritte sehr deutlich und schön.

    Wie auch immer: Im letzten dreiviertel Jahr hat sich sehr viel getan. Das betrifft zum einen die Höhe, die mir sehr viel besser gelingt. In dem Zusammenhang hat sich die Deckung fast schon automatisiert, gelingt, ohne dass ich mich groß drauf konzentrieren muss und wird auch klanglich immer runder. Vor allem aber sind es massive Fortschritte, was die anfängliche Luftigkeit der Stimme angeht, von Anfang an mein größtes Problem. Und da hat sich seitdem sehr viel getan und darüber bin ich froh und irgendwie auch ein bisschen stolz drauf, dass ich dran gearbeitet habe und dass sich dann irgendwann eben doch Effekte zeigten. Ich war nämlich schon kurz davor, hinzuschmeißen.

    Wie gesagt, eindreiviertel Jahre bis ich erste wirklich Fortschritte bemerkt habe. Aber auf diesen Fortschritten baue ich eben seitdem auf und mache inzwischen sehr viel mehr und deutlichere Fortschritte. Der zweite große Einschnitt steht möglicherweise in den nächsten paar Wochen an, denn ab und an bahnt sich schon - zumindest in Ansätzen - so manchmal ein Vibrato seinen Weg, von dem ich vor einem Jahr noch keinen Schimmer hatte, wie ich jemals dran kommen sollte ... :(

    Aber ich glaube,das hängt auch alles zusammen: Irgendwann entwickelt sich die Muskulatur, die Luftigkeit schwindet, der Ton wird definiertrer, die Höhe klappt besser, ein Vibrato kommt. Es ist echt so cool, Fortschritte zu erleben, oder? Ich meine, dafür macht man das Ganze, dafür investiert man, nebenbei gesagt, ja auch eine Menge Geld und man will ja letztendlich was erreichen.

    Jetzt bin ich mal gespannt, was sich im nächsten halben, dreiviertel Jahr so tut.
     
  6. sunflower

    sunflower Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.07.05   #6
    was mich interessieren würde, mysterious rider: welche musikrichtung singst du denn?


    lg
    sun
     
  7. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 25.07.05   #7
    Ich hatte etwa 5-6 Jahre gesungen, als ich anfing, Unterricht zu nehmen. Ich hatte dann etwa 1,5 Jahre Gesangsunterricht. Ich hatte immer das Gefühl, das bringt nicht viel.

    Erst nach den eineinhalb Jahren merkte ich plötzlich, dass sich etwas getan hatte. Eigentlich schade, dass ich in genau der Zeit, als die Erfolge zu spüren waren, aufhören musste (wurde dann auf Dauer zu teuer)
     
  8. Timothy Sideburns

    Timothy Sideburns Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.05   #8
    Oh, das sehe ich ja erst jetzt. Tschuldigung.[​IMG]

    Also, was singe ich? Eigentlich schwer zu sagen ... :rolleyes: Keine Klassik. :D Obwohl manche Songs schon so einen leicht opernhaften Touch haben. ;) Momentan singe ich beispielsweise gerade "Ti Amo" von Howie Carpendale, ziemlicher Hammer. Stilmäßig kenne ich, wie mein großes Vorbild Elvis Presley, eigentlich keine Grenzen. Ein Song ist interessant für mich, oder nicht. Mir ist egal, ob es Country ist, eine Schnulze, Schlager, Pop, Ballade, Rock, Folk oder was auch immer. Hauptsache ich finde eine Beziehung zu dem Song und er bietet einen Reiz und eine gewisse Herrausforderung.
     
  9. sunflower

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    Erstellt: 29.07.05   #9


    entschuldigung angenommen :D



    das heißt, dein lehrer unterrichtet dich stilistisch in richtung rock/pop? oder was? :confused:


    wieso hat es deiner meinung nach doch etwas länger gedauert, bis du erfolge gemerkt hast? woran is es denn vorher gescheitert? was waren deiner meinung nach die dinge, die am längsten gebraucht haben und am wichtigsten waren?
     
  10. Timothy Sideburns

    Timothy Sideburns Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.05   #10
    :rolleyes:

    Hmmh, das kommt jetzt drauf an, was du unter "stilistisch" verstehst. Also, was den Stil meines Vortrags bestimmt - und übrigens auch das Material -, da bin ich so gut wie völlig selbst für zuständig. Es kommen zwar mal Vorschläge (u.a. das momentane "Ti Amo" oder auch "Copacabana", das ich als nächstes angehen werde), aber im Großen und Ganzen übernehme ich selbst die Auswahl als auch die Art und Weise der Präsentation. Also, was diese Seite von "stilistisch" betrifft, da mischt er sich nicht ein.

    Natürlich besprechen wir Stellen, die problematisch sind, unter gesangstechnischen Gesichtspunkten, d. h. Phrasierungen, Atemstellen, Melodiebögen usw. Hauptsächlich achtet er aber darauf, dass beim Vortrag die Technik da ist. Und die wiederum unterscheidet sich ja nicht wirklich grundlegend von der klassischen Musik. "Gähne" ich aber beispielsweise hier und da zu viel, werde ich schon drauf hingewiesen.

    Ich sagte es ja weiter oben schon: Am längsten gebraucht hat es eigentlich, die Luftigkeit des Tons in den Griff zu bekommen und immer wieder ein Augenmerk drauf zu haben. Das halte ich auch generell für das "Wichtigste" bisher. Es gibt sicherlich Leute, die haben Probleme mit Melodien, Sauberkeit, Text, Rhythmus, Phrasierung, Aussprache, das habe ich glücklicherweise alles nie gehabt. Vielleicht haben solche Leute aber auch viel schneller oder sogar von vornherein einen sehr wenig luftigen Ton, der direkt recht gut "sitzt".

    Viel von meinen Problemen habe ich sicherlich einem durch über die Jahre unkontrolliertem selber Mitsingen zu verdanken. Andere, die mit dem Singen im Unterricht anfangen (was sicherlich selten passiert, aber sagen wir, die früher dazu kommen), haben möglicherweise diese Probleme nicht und entwickeln gleich mit der richtigen Technik einen richtigen Ton und müssen nicht so viel "ausbügeln".

    Auf der anderen Seite ist es natürlich auch ganz klar eine Sache der Muskulatur, die gebildet werden muss und was eben Zeit und Training benötigt. Ganz so viel habe ich in der ersten Zeit auch nicht gesungen/geübt, was die Sache möglicherweise auch noch einmal in die Länge gezogen hat. Viel hat sich vor allem mit beginnendem Auftreten verbessert und das drastisch.
     
  11. Chris Ryan

    Chris Ryan Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 30.07.05   #11
    Wann ich die ersten Fortschritte bemerkt hab? Ab der ersten Stunde. Wahrscheinlich aus dem einfachen Grund weil ich vorher nie gesungen hatte, 30 Jahre lang keinen Ton.
    Die Gesangslehrerin mußte mich erstmal ermutigen überhaupt einen Laut von mir zu geben. Ich hab mich dann auch zusammengerissen aber natürlich nicht besonders geklungen. Hat mich nicht gestört denn ich wußte ja das es ein langer Weg wird. Ich hatte auch, zum Glück, von Anfang an die Möglichkeit mich aufzunehmen.So konnte und kann ich meine Fortschritte und Fehltritte genauer überprüfen. Getrieben von der Euphorie der ersten Stunde hab ich die Grundstückspreise in unserer Gegend erstmal um die Hälfte gesenkt,wenn ihr versteht was ich meine :D ... ich glaub die Leute waren froh wenn ein Hund in der Nachbarschaft gekläfft hat..das hat wenigstens meinen Gesang übertönt.
    Aber aller Anfang ist hart. Auch für Anwohner.
    Ich habe jetzt erst 5 Monate Unterricht, die Fortschritte sind laut meiner Lehrerin und auch nach meinem eigenen Empfinden bis auf wenige Ausnahmen von Stunde zu Stunde bemerkbar (hab alle 14 tage eine Doppelstunde) Zusätzlich nehme ich mich jetzt auch noch mit einer Billigvideokamera auf. Schon hart wenn man sich selber mal beobachten kann aber sehr nützlich. Wenn die Lehrerin im Unterricht von diesem und jenem Fehler redet muß man sich das ja nicht nur merken sondern auch ein Gefühl dafür entwickeln wie es eigentlich funktioniert, da ist die Kamera schonungslos und da kannst du deine Fehler nicht nur hören sondern auch sehen.
    Das Übungsmaterial bringe ich selber mit, von Anfang an, ab und zu wird mir dann aber auch ein sehr lehrreicher Song ans Herz gelegt der eventuell zwar nicht ganz meinem Geschmack entspricht aber bei dem sich verschiedene Techniken gut üben lassen.
    Den Unterricht bereue ich keineswegs im Gegenteil er ist für mich der direkte Weg für meine Ziele. Ich singe Rocksongs der 70iger bis heute, von zb. Bob Dylan und meinem Riesenidol Bruce Springsteen.
    Bin gespannt wohin mich das noch alles bringt, Spaß machts auf jeden Fall.
    Achja Gitarrenunterricht nehm ich auch noch da ich voher in 2 Jahre Autodiktat nicht die Fortschritte gemacht habe die ich erhoffte bzw. mir ehrlich gesagt ein "Reintreiber" fehlte und jemand der Fehler auskorrigiert. Die ich jetzt leider mühsam ausbügeln muß.
    Für den Gesang wollte ich das nicht auch noch haben, deswegen der Unterricht von Anfang an. Was auch sehr interessant ist wie sich die beiden verschieden Unterrichtseinheiten in punkto Rythmik, Gehörschulung, Noten lernen usw. logischerweise ergänzen. Das schafft oftmals mehr Überblick. Also wenn jemand die finanzielle Möglichkeit hat würde ich auch stark für Unterricht plädieren.
    P.S.: @ Doppelkorn...alles Gute zum Geburtstag..
    Bye Chris
     
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