[Gitarre] Duesenberg D-Caster

von X?X, 05.12.07.

  1. X?X

    X?X Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.12.07   #1
    Hallo, hier einmal ein kleines Review zur Duesenberg D-Caster. Die Gitarre war für mich vom ersten Moment an ein Eyecatcher und musste einfach her - vor allem, da ich früher
    schon einmal eine Duesenberg haben wollte, mich aber dann aus dem Bauch heraus für meine Diego Telecaster entschied - habe ich bis heute auch nicht bereut ;-)

    Gekauft wurde sie bei Taranaki Guitars. (http://www.taranaki-guitars.de/cnt/asp/default.asp) Der Service dort ist einfach super und Arne stets parat, wenn man mal Infos braucht oder was auch immer. Bei der D-Caster war es so, dass ich diese eigentlich nur nebenbei in einer Mail erwähnte - ebenso die favorisierte Farbe schwarz. Arne hat da gar nicht lange gefackelt, sich selbst kurz bei Duesenberg über die Gitarre informiert und (da auch nur noch zwei Modelle da waren) gleich eine bestellt - ohne zu wissen, ob ich diese abnehmen würde...verkauft worden wäre sie wohl garantiert auch ohne mich, aber das nenn ich mal vorausschauenden Kunden-Service! Da ich einen passenden Duesenberg-Koffer dabei haben wollte, wurde der gleich noch nachbestellt. Abwicklung lief danach, wie bisher immer, absolut reibungslos...

    Zur Gitarre:

    Der Hals kommt in einem sehr schönen Honigbraun daher und ist nicht großartig oder auch gar nicht? überlackiert (bin da kein Experte). Jedenfalls fühlt er sich sehr angenehm und schön holzig an. Der Korpus ist Richtung Front von einem Binding in Vintage-White umgeben und sämtliche Kanten sind sehr schön abgerundet. Die Tonabnehmer können in der Höhe verstellt werden, sowie in deren Neigung. Die Saitenlage ist sehr gut und kann ordentlich tief heruntergeschraubt werden, ohne dass es irgendwo schnarrt. Bespielbarkeit ist typisch Duesenberg-typisch absolut einwandfrei.

    Bünde, Bunddrähte und deren Kanten sind perfekt poliert, da stört absolut gar nichts den Spielfluss. Das Profil geht wohl als D durch und weder extrem dick noch sehr schmal gehalten - liegt sehr gut in der Hand und lässt einen fix über das Griffbrett gleiten.

    Die Potis vermitteln eine enorm qualitative Haptik, wenn man die fetten Poti-Achsen mal anschaut, dann begreift man schnell, warum dem so ist. Bei dem Ton-Poti wurde ein sogenanntes Speed-Poti verbaut - das Teil ermöglicht den kompletten tonalen Umschwung mit gerade einmal einer fünftel Drehung...darum "Speed"-Poti. Das Teil kann ruhig mal zurückgeregelt werden, klingen tut es immer noch verdammt gut. Kein muffiger Matsch, wie bei vielen anderen Gitarren.

    Die beiden Mini-Schalter sind für den "Schwell-Poti" zuständig. Der eine schaltet diesen ein und bewirkt einen leichten Wah-Effekt, der zweite ist für den Violin-Effekt zuständig.
    Über das "Schwell-Poti" können diese Effekte dann genutzt werden. Sehr hilfreich dabei ist, dass dieses Teil durch eine Feder automatisch zurück in die Startstellung geht - kann also parallel zum Spielen alleine mit dem kleinen Finger gesteuert werden und ermöglicht durch die Feder auch ziemlich schnelle Tremolo-Effekte.

    Der Klang:


    ...ist hervorragend! Die Dominos (P90-like) fördern einen fetten, aber keinesfalls muffigen Ton zutage. Die Gitarre besitzt noch massig Mitten und Höhen, so dass der Klang jederzeit "spritzig" rüberkommt, die schnelle Ansprache trägt natürlich einen enormen Teil dazu bei.

    Tonabnehmer-technisch gibt es hier großes Kino. Die Teile sind verdammt anschlagdynamisch und man kann bei passend eingestelltem Amp alleine durch die Anschlagstärke in winzigsten Abstufungen von clean zu verzerrt übergehen - mach einen Heidenspaß und ich war ziemlich begeistert, als ich ein Intro im Stil der Band Sparta damit aus dem Speaker gekrault habe. Die entsprechende Sounddatei folgt die nächsten Tage noch - hatte ich leider vergessen aufzunehmen.

    Da Klangbeschreibungen aber eher sinnlos sind - hört sie euch einfach mal in den Soundbeispielen an ;-)

    Fazit:

    Perfekt verarbeitete Gitarre zu einem absolut angemessenem Preis. Wer auf Fender-Mensuren steht und die Designs von Duesenberg schätzt, der bekommt hier ein Instrument, dass garantiert lange begeistern kann und wird. Ich gehe sehr davon aus, dass es sich hier ähnlich verhält, wie mit meiner Diego Tele und ich selbst nach Jahren keine Kritikpunkte finde...ich kann die Gitarre definitiv empfehlen.
    ______________________________

    Bilder gibt es einige unter dem folgenden Link:
    --- LINK --- weitere folgen hier demnächst...
    ______________________________

    Die Sounddateien wurden folgendermaßen eingespielt:

    Duesenberg D-Caster clean in meinen Laney VC30 112 Vollröhrenamp. Das Ganze wurde dann mit einem stinknormalen, günstigen Mikrofon abgenommen und über einen Vorverstärker in das Mischpult meiner Turntables und dann in den PC "gespeist". Das Mikro lag frei platziert ca. 1,5m vom Amp entfernt.

    Sounddateien zum Runterladen - als ZIP-File gepackt (ca. 10 MB): --- LINK ---
     
  2. X?X

    X?X Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.01.08   #2
    ...grade noch etwas auf der D-Caster rumgeklimpert und da ich es ganz nett fand und aufgenommen habe - hier eine neue Sounddatei.

    Setup:

    D-Caster Neck PU, Volume voll aufgedreht, Tone Poti leicht zurückgedreht, beide Mini-Switches auf aus

    (da mein Röhrenamp gerade zickt...der MicroCube)

    Microcube auf JC Clean, Tone komplett auf Hi, keine Effekte, minimal Reverb (ca. 2 Uhr), Gain voll aufgedreht, Volume auf 9.30

    Aufgenommen wurde mit einem normalen Mirko, frei im Raum plaziert, in einen Vorverstärker rein und dann über ein DJ-Mischpult über den Record-Ausgang in den Line-In vom PC. Da es sich um nen 1. Take handelt sind natürlich ein paar Töne da, wo sie nicht hingehören, einige Bends nicht korrekt etc...war halt improvisiert von so nem Hobby/Freizeit-"gitarristen" ;) Ich find´s ganz lustig und es gibt einige Soundmöglichkeiten der Duesenberg ganz gut wieder.
    _______________________________________________________________
    --- Die Sounddatei (2,6MB) ---

    http://rapidshare.com/files/81509642/Bad_blood_in_my_veins.mp3
     
  3. _redwing_

    _redwing_ Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.01.08   #3
    Ah wunderbares Review, danke dafür (schon bewertet)
    Fein an dieser Gitarre finde ich v.a. diese kleinen Mods.
    Ohne groß aufzufallen ist es einfach, wie du schon sagst, ganz großes Kino.
    Dir brauch man wohl nicht "viel Spaß" wünschen, den hast du mit der lieben so oder so! :)
    Das bzgl. Taranaki kann ich außerdem nur befürworten, Arne ist immer super nett und gerüstet für Fragen aller Art.
     
  4. clone

    clone Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.01.08   #4
    Hallo,

    Danke für das schöne Review! :great:

    Die D-Caster war mir auch schon ins Auge gefallen... . Weißt du zufällig die Klangunterschiede zu der D-Caster mit den anderen Tonabnehmern drin?
     
  5. X?X

    X?X Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.01.08   #5
    Hi, die andere Version mit HSS-Bestückung sollte erst Anfang diesen Jahres raus kommen und ist, soweit ich informiert bin, aktuell noch nicht erhältlich. Damit wird keiner genaue Aussagen machen können.

    Die Pickupbestückung ist ja dann in Richtung Fat-Strat orientiert. Das heißt natürlich erst einmal, wahrscheinlich 5 Schaltungsmöglichkeiten und mehr Soundmöglichkeiten. Die Singlecoils werden wohl etwas dünner klingen als die P90, der Humbucker dürfte bei verzerrten Sachen bei hohem Gain noch besseren / differenzierter klingenden Sound liefern, als die Dominos in den aktuellen Modellen.

    Das ist aber alles reine Spekulation und kommt auf die verbauten Tonabnehmer an, vor allem weiß ich aktuell auch noch nicht, ob die andere Version ebenfalls einen Mahagoni-Korpus hat, ist zwar wahrscheinlich, aber evtl. könnte ja auch Erle verbaut werden. Das in einem anderen Thread von mir gepostete Bild in der Sunburst-Lackierung zeigt eine Gitarre mit Erle-Korpus.

    Da Sunburst bei Mahagoni wohl nicht entsprechend gut aussah hat Duesenberg aktuell "nur" Vintage-White, Perloid-Blue und Schwarz im Programm...
     
  6. roygbiv

    roygbiv Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.08   #6
    Hi!

    Ich komme grad aus dem Guitar Center in Köln und hab' mich spontan in oben angesprochene HSS D-Caster verguckt. Konnt mich wirklich lange nicht davon losreissen und um die 1200 Euro sind für mich weniger betuchten Studenten zwar viel, aber - sie könnten sich wohl lohnen.
    Spiel bisher eine Fender Highway Telecaster über einen Mesa F-50 Combo. Bei der Tele nutz ich fast ausschließlich den Bridge Singlecoil und hab den Amp recht bassig eingestellt. Oft clean, oder angezerrt und manchmal mit Rat usw. bla.....

    Die angesprochene D-Caster ist cremefarben, sieht sehr sehr schick aus für mich. Für mich ist die Optik auf jeden Fall ein nicht zu unterschätzender Faktor beim Kauf... Ich finde auch die Form an sich genial schlicht! Sie spielt sich irgendwie fender-like, hat aber auch ihren ganz eigenen Charme. Mir hat's extrem gut gefallen (und rumgeschraubt hab ich bisher noch nicht...)! Genauso überzeugend scheinen die Mechaniken zu sein, alles geht sehr fix, aber trotzdem extrem präzise... Nicht zu vergleichen mit meiner 588Euro-Tele! Und auch mit der komm ich bestens klar. Achja, vom Gewicht her ist sie eher leicht - find ich auch gut.
    Was mich dann letztendlich so umgehauen hat ist der Sound! Der hat extrem viel Charakter.... in meinen Ohren!
    Sie hat keinen (!) 5-Wege Schalter, sondern wie die HH D-Caster einen 3-Wege Schalter. Gut so - 5 ist mir einfach zu kompliziert (deshalb auch die Tele, hehe). Den Humbucker finde ich gigantisch.
    X?X, ich würde sagen du hast richtig spekuliert! Der Humbucker ist um einiges heller als die auch im Guitar Center stehende HH-Variante. Für mich ist das optimal, weil ja schon mein Mesa so bassig eingestellt ist. Mit genau den gleichen Amp Einstellungen wie ich sie mit meiner Tele benutze, klingt die Duesenberg echt schön in meinen Ohren. Ruhig auch mal klingelig in Richtung Strat mit den Coils, aber für mich weniger billig (nicht bös' gemeint, hehe). Clean ist die Gitarre extrem vielseitig, die Potis sprechen sehr direkt an und funktionieren optimal. Angezerrt hört sich das alles fast noch besser an... Powerchords zum Beispiel mit dem Humbucker klingen sehr differenziert, fast schon poppig. Genau mein Geschmack irgendwie... Ja, ich finde "poppig" ist irgendwie ein gutes Wort (nicht zu wörtlich nehmen) für die Gitarre. Obwohl ich mir sicher bin, dass sie auch für Metal sehr geeignet ist.

    Achja, ich komm grad aus dem schwärmen nich mehr raus... Bin mal gespannt ob ich mir diesen Traum irgendwie finanzieren kann.
     
  7. X?X

    X?X Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.08   #7
    Hi,

    spar ruhig drauf an - Vorfreude ist auch eine schöne Freude und wenn du später arbeitest, dann finde ich es besser immer mal wieder was vernünftiges zu kaufen, als ständig günstig. Mit der Zeit sammelt sich so oder so genug Kram an.

    Die D-Caster ist ein Traum- immer noch, klanglich total anders als meine aktuelle Telecaster, haben aber beide ihre Berechtigung. Die D-Caster hatte ich gerade noch über meinen schön aufgedrehten Laney VC30 laufen, clean schon absolut genial im Crunch purer, fetter Blues und sie lässt sich so butterweich spielen. Spar also - ist eine Gitarre für´s Leben, wenn du dich mit Handling und Optik (was für mich auch ein sehr wichtiger Aspekt ist) anfreunden kannst und dir dann vor allem auch noch der Ton zusagt...was will man mehr?

    Wenn dir das Teil gefallen hat, dann geht es dir wohl eh nicht mehr aus dem Kopf, würde heißen du holst dir wenn es dumm läuft vorher eine Mittelklasse-Gitarre, die ist zwar schön, reicht an die Duesenberg aber nicht ran und irgendwann muss dann eh die Duesenberg her...du zögerst das doch so bestimmt nur raus ;)
     
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