[Gitarre] Fernandes Vertigo Shin Samurai 1

von Compo, 30.09.16.

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  1. Compo

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    Erstellt: 30.09.16   #1
    Hallo liebe MB'ler,
    gestern habe ich meine Fernandes Vertigo Shin Samurai 1 aus dem Session-Sale als B-Ware recht günstig erstanden und möchte euch nun hoffentlich einigermaßen hilfreich das gute Stück kurz vorstellen.
    Hersteller-Website .
    Ich entschuldige mich schon einmal für die Bild-Qualität und evtl. Fehler. Das ist mein erstes Review hier und zur Verfügung habe ich lediglich meine Smartphone-Kamera.

    DSC_0430.JPG

    Kurze Eckdaten:

    - Korpus: Mahagoni
    - Hals: Mahagoni eingeleimt
    - Griffbrett: Ebenholz (Laut Gitarre & Bass Palisander, auf der Herstellerwebsite steht "with a 22-fret ebony fingerboard")
    - Mensur: 63cm (24 3/4)
    - Bünde: 22 Jumbo
    - Einlagen: Abalone, Trapez
    - Sattel: Graphtech TREM NUT
    - Brücke: Tune-O-Matic W/Stop Tailpiece
    - Regler: Lautstätke / Ton
    - Schalter: 3-Wege
    - Tonabnehmer: 2x Dual HiOutput Humbuckers
    Gewicht: ~4 Kg

    Wie kam die Gitarre an ?

    Der erste Eindruck als ich den Karton öffnete : Cool, da ist ja sogar ne Tasche bei.
    Tasche aufgemacht, blickte mich der Samurai an. Das Motiv finde ich wirklich sehr cool, mit viel Liebe zum Detail gemacht.
    Die schwarze Hardware passt wirklich gut dazu. Die Griffbretteinlagen glitzern schön. Optisch ist die Gitarre definitiv ein Hingucker.
    Wobei wir (leider) bei der Sache mit der B-Ware wären.
    Wenn ich mir bei Session die Gitarren so anschaue hätte die Gitarre definitiv unter C-Ware fallen müssen. Ein paar Spiel-Spuren sind ja ok, aber ein Riss an der Klinkenbuchse ist da definitiv mehr als Spiel-Spuren.
    Sowohl an der Kopfplatte als auch am Korpus finden sich stellen (teilweise 4-5 cm lang) an denen der Lack weg ist (es kommt wohl eine weiße Grundierung zum Vorschein. Auch findet sich am Hals-Humbucker irgend etwas. Sieht aus als ob jemand mit dem Feuerzeug dran gekommen wäre.
    Komischerweise war die Schutzfolie noch drauf.
    Die Bünde weisen eine gleichmäßige Höhe auf, hätten aber an den Seiten des Griffbrettes ruhig etwas besser geschliffen werden können.
    Auch an der Brücke finden sich deutliche Spuren (der Schwarze Lack ist an einigen Stellen ab). Wer weiß, was dieser Gitarre passiert ist.
    Die verrosteten Saiten, die Kleberückstände auf der Tasche die ich nicht wegbekomme, das schiiefe Poti und die Tatsache, dass die Gitarre überhaupt nicht mal ein wenig eingestellt war, das ist nicht ganz sooooo schlimm.
    Die Gitarre kurz gestimmt, konnte nicht gespielt werden. Die Saiten lagen auf den Bünden auf bis zum 5 Bund.

    Ich habe ja immer den hammermäßigen Preis und die gute Grundsubstanz im Hinterkopf.

    Jetzt kann getestet werden

    Also kurzerhand die Gitarre in die Hand genommen, sie mir kurz genauer angeschaut und sie eingestellt. Dazu muss ich sagen, dass ich noch nie eine Gitarre eingestellt habe. Ich habe es nach meiner Logik gemacht (und etwas Hilfe von ner Website wegen dem Halsstab) und ich glaube, das Ergebnis ist recht gut. Die Saiten sind gerade so nicht mehr am schnarren und die Saiten liegen schön tief. Juhuu, Erfolgserlebnis :patpat:

    Der Hals der Gitarre ist wirklich sehr dünn und (leider) lackiert. Der Korpus an sich fühlt sich im ersten Moment etwas komisch an, aber man gewöhnt sich dran. Mechaniken lassen sich schön drehen, Potis sind sehr leichtgängig.
    Im inneren der Gitarre ist alles schön aufgeräumt und mit Grafitlack und Alufolie abgeschirmt.

    Die Gitarre kurz Trocken angespielt, klingt ein wenig dumpfer als meine EKO Cobra 2 (welche aber wohl auch nur die hälfte wiegt).
    Also ran an den Verstärker, Line6 Spider IV 75.
    ja, ich weiß. Einige werden mich wohl steinigen, aber lasst euch sagen, abseits der total miesen Voreinstellungen lässt sich mit etwas mühe und rumprobieren doch ein akzeptabler Sound raus kitzeln.

    Gespielt habe ich "I Love Rock'n Roll" in der roten Metal-Stellung.
    Das selbe Lied in Clean plus 1-2 Melodien (Fluch der Karibik, die Melodie von Schrei nach Liebe).
    Plus paar Power-Chords geschrammelt.
    Das Ergebnis war ein wenig ernüchternd. Meine EKO Cobra 2 mit P90-PUs klingt irgendwie besser. Der Sound klingt irgendwie dynamischer, er klingt irgendwie besser. Es fällt mir sehr schwer, es zu beschreiben.
    Meine BC Rich Warlock Widow ist zur Zeit leider auf C# gestimmt , daher kann ich sie auch nicht 100% vergleichen. Aber auch die klingt irgendwie besser.
    Die Fernandes klingt ziemlich dumpf am Verstärker, als ob man die Höhen raus genommen hat (nein, das Poti ist es nicht, hab ich schon probiert ;)). Lediglich der Bass dröhnt. Und der Sound matscht. Clean klingt sie WESENTLICH besser als Verzerrt. Aber auch da nicht so schön wie die EKO.

    Output-Mäßig naja.. Hi-Output steht drauf, ich würde sagen Mid-Output ist drin.

    Gesamteindruck

    Schade, ich habe mich sooooo sehr auf diese Gitarre gefreut, dafür habe ich sogar die Pläne für die Epiphone Explorer 1984 verworfen. Doch die Begeisterung muss sich leider den Platz im Hinterkopf mit den Negativ-Punkten teilen.
    Klar, B-Ware für nen Hammer-Preis geschossen. Dass sie nicht perfekt ist, wusste ich. Aber ich habe ehrlich gesagt auf weniger Mängel gehofft.

    Ich weiß noch nicht, ob ich sie behalte oder zurück sende. Wie ich schon schrieb denke ich, die Gitarre hat eine sehr gute Substanz. Mahagoni-Korpus, geleimter Mahagoni-Hals, sehr viel Platz für Modifikationen im inneren und natürlich die geile Lackierung.
    Das alles für nicht einmal 300€.
    Ein paar Locking-Mechaniken und Seymour Duncan PU's (Evtl Black Winter oder Invader ?) könnten dem guten Stück auf die Sprünge helfen.
    Und wenn man ehrlich ist fallen die Lackschäden nur beim genauen Hinsehen auf. Sollte sich der Riss bei der Buchse als Lackriss heraus stellen, würde ich das ganze auch nicht so tragisch finden.

    Vielleicht liegt es aber auch nur an mir. Ich war so voller Erwartungen, vielleicht waren die einfach zu hoch und deswegen sehe ich das schlimmer als es ist.
    Ich werde die Gitarre auf jeden Fall noch weiter testen und schauen ob sie mir dann doch noch besser gefällt.

    Weitere Bilder folgen jetzt, hoffentlich mache ich das richtig ^^

    Danke fürs Lesen und falls ihr Kritik und Verbesserungsvorschläge habt immer her damit. Soundaufnahmen habe ich übrigens bewusst weg gelassen. Ich traue mich noch nicht, die Öffentlichkeit an meinen "Gehversuchen" teilhaben zu lassen und ich wüsste auch nicht, wie ich auf die schnelle aufnehmen sollte :tongue:

    Gruß Compo

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  2. Honeyspiders

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    Erstellt: 05.10.16   #2
    Danke für dein Review. ;)

    Dass du die optischen Mängel und die Lackschäden mit dem Preis relativierst, leuchtet mir (teilweise) ein.
    Aber wenn sie dir, wie du ja schreibst vom Sound her überhaupt nicht gefällt, dann ist es mMn doch egal ob sie 1000 oder nur 200 Euro gekostet hat.
    In den meisten Fällen wird man nur selten dauerhaft glücklich damit... :nix:
     
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  3. Compo

    Compo Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.10.16   #3
    Hi und danke für dein Feedback.
    Heute habe ich sie schweren Herzens zur Post gebracht als Retoure.
    Ich habe es wirklich versucht. Die letzten Tage hatte ich die Gitarre wirklich oft in der Hand, hab mit dem Verstärker gespielt und hab einfach gewartet ob mir die Gitarre dennoch gefällt.
    Aber leider ist es nicht besser geworden.
    Und leider hat sich auch der Riss als sehr tief heraus gestellt, als ich die Buchse und die Elektronik-Abdeckung abgeschraubt habe.
    Habe auch >hier< etwas dazu geschrieben.
    Schade, in diese Gitarre war sogar meine Frau richtig vernarrt (und das, obwohl ihr meine Gitarren sonst auf die Nerven gehen :D)

    Wäre es bei Lackplatzern geblieben hätte ich sie wohl behalten.
     
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  4. musikuss

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    Erstellt: 05.10.16   #4
    War besser so, glaub mir.
     
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  5. Honeyspiders

    Honeyspiders Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.10.16   #5
    Das ist das Beste was du machen konntest.

    Ich bin mir sicher du hast am Ende richtig entschieden. Optik ist nicht alles. ;)
     
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