[Gitarre] Harley Benton ST-90SA DLX

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Einleitung

Ich bin ja der Einstellung, dass Gitarren mit mehr als einem PU, die pure Dekadenz sind und deswegen lieben ich Lap Steel's, Esquires und LP Junior Modelle (und meine ganzen komischen "Um"-Bauten). Nichts desto Trotz mag ich auch irgendwie die Strat, zumal diese sich auch gut zu einem "One Trick Pony" umbauen lässt.. "Tom Delnge lässt grüßen".. Als Freund der Hausmarke Harley Benton, fand ich die HB-ST-90SA "Swamp Ash Deluxe" immer recht interessant.

Es nahm seinen Lauf

Also.. nach einigem zaudern habe ich mir eine bestellt.. der Versand ging, wie gewohnt, schnell und unkompliziert von statten.. Die Verpackung mit viel Papier anstelle von Plastik "Karton in Karton".. auch wie gewohnt professionell gemacht..

Erster Eindruck

WOW, schick, lecker und nicht leicht.. ;-) .. Instrument auf den Schoß, stimmen (Open G) und ein bissen Trockenschwimmen.. hm? Da schnarrt nichts, da klemmt nichts.. fühlt sich gut an.. wie gesagt, die Dame hat schon Speck auf den Rippen (was ich durchaus mag)..

Verarbeitung

Tja.. selbst nach einiger Zeit schauen, fühlen, überprüfen.. da gibt es nichts zu meckern (mir war aufgefallen, dass einige HB Modelle seit "AC" (after Corona) etwas schlampig verarbeitet waren (da ging einiges wieder zurück) allerdings war Harley Benton da nicht alleine.. egal.. hier passt es .. Neck und Body sind seidenmatt lasiert, was sich gut anfühlt und einen sehr guten Eindruck hinterlässt.

Die Tuner laufen leichtgängig, sind gerade montiert und der Knochensattel ist perfekt gekerbt. Die Bünde sind sauber eingelassen, sehr gut abgerichtet, poliert und penibel an den Bundenden entgratet und verrundet. Ich habe hier noch einen Fender MIM Neck liegen der deutlich schlechter bundiert ist.

Der Neck sitzt ohne Spiel in der Halstasche (siehe Bilder). sämtliche Schrauben sind gerade im Holz versenkt. Das Pau Ferro Griffbrett ist sehr feinporig und gut abgerichtet..

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Was aber wirklich der Burner ist.. ab Werk ist ein "Big Steel Block" verbaut.. da hab ich auch nicht schlecht gestaunt..

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Handling

Die Gitarre hat keine Tendenz zu Kopf- oder Body- Lastigkeit.. sie schmiegt sich an und fällt nicht vom Schoß..

Trocken angespielt entfaltet die ST-90 eine gute Lautstärke und Sustain.. Intonation und Saitenlage gefallen mir gut.. (da ginge noch was, aber ich nutze sie zum Sliden)..

Verbaut sind Single Coils mit gestaggerten Alnico 5 Magneten.. (Roswell STA 5) die auch in anderen HB Strats zu finden sind (ST-62, ST-70). Am Amp (über einen Palmer Eins gespielt) können sie "Strat" also sie tönen nicht schlechter, oder besser als andere Alnico 5 PU mit moderatem Output. Ich persönlich mag die Teile.. sind gute Arbeitstiere.. Besonders die Position 2 gefällt mir (Neck und Middle Parallel).. die PU liefern hier einen genial mittigen Blues- Slide Sound..

Fazit

es ist schon unglaublich was man für 179,- Euro bekommen kann.. einen Swamp Ash Body, 2 Punkt Tremolo mit fettem Steelblock, Alnico PU und eine Verarbeitung die auf hohem Niveau ist.. Ich hatte Originale auf dem Tisch die deutlich Grenzwertiger waren..

Pro

Gute Verarbeitung
Gute Hardware (wie etwa die PU und das Tremolo)
Gute Haptik und Optik
Gutes P/L Verhältnis

Contra

hier könnte ich vielleicht das Gewicht aufzählen (Geschmacks-frage), es gibt sicherlich auch leichtere Vertreter.

Ich werde ihr wohl einen Satz Gotoh Tuner spendieren und ich denke über eine andere PU Bestückung nach (Charlie Christian PU's), schauen wir mal.

Es wäre nette wenn einer der Moderatoren das in die Datenbank aufnehmen würde.. danke..

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:great: Schönes Review, Peter. Danke dafür.

Ich habe die ST-90 auch. Seit Dezember. Und wundere mich immer wieder wie die so 'ne anständige Gitarre für das bißchen Geld zustande bringen.
Die kann definitiv mit teureren Strats konkurrieren. Die Roswells machen einen sehr guten Job. Die Verarbeitung ist auch bei meiner ohne jeglichen Mangel.
Beim Gewicht bin ich bei dir. Meine wiegt 3,9 kg. Aber nun ja, man gewöhnt sich dran...
Ich würde sie jedem empfehlen der für kleines Geld 'ne wirklich anständige Strat sucht.
 
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Ich danke euch für's Gebäck :)

@shadok ... ich denke in der Preisklasse bis gut 500,- Euro müsste man schon lange suchen.. Die Roswell PU sind wirklich so, dass man da nichts wechseln muss.. die "klingen" halt nach Strat..

... na ja und das Gewicht.. als Tele Fan ist man einiges gewohnt.. ;-)
 
Bholenath
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dass man da nichts wechseln muss

Ich hab voriges Jahr eine ST62 OW DLX mit Goldhardware, Fender Noiseless plus roller Stringtrees gebraucht aber ungespielt für sehr kleines Geld (140 EUR) gefunden.
Der Mann hat mir sogar auch noch die original Roswell Pickups dazu gegeben.
Ich war dann lange am überlegen ob ich das wieder rückbaue hab aber dann doch die "Noiseless" drin gelassen. Ich hab aber verschiedene Roswell Pickups in anderen Gitarren (Filtertron, P-90 und LGA90) und muss sagen die sind alle super.
Ich hab der Strat jetzt noch einen 10Way Switch von Freeway spendiert und Optima "Gold" Saiten.
Zufriedenheitsgrad meinerseits 100%. :D
 
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Denkt sich mit meinen Erfahrungen - Kurzes, zackiges Review :great:

Wobei es für mich immer 50% Aufwertung bekommt mit kurzen Klangbeispielen oder gar kurzen Videoaufnahmen - TRAUT EUCH ;)
 
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es ist schon unglaublich was man für 179,- Euro bekommen kann.. einen Swamp Ash Body, 2 Punkt Tremolo mit fettem Steelblock, Alnico PU und eine Verarbeitung die auf hohem Niveau ist.. Ich hatte Originale auf dem Tisch die deutlich Grenzwertiger waren..

Tja, eigentlich nicht zu fassen wie diese Preise zustande kommen. Bei meinem Alembic Build waren die PU´s insgesamt teuerer als Deine neue HB. Runtergebrochen auf die einzelnen Komponenten betrachtet ist das schon erstaunlich. Allerdings darf man nicht vergessen, das ist ein China Produkt mit allen Vor -/ und Nachteilen, langfristig gesehen.
 
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Allerdings darf man nicht vergessen, das ist ein China Produkt mit allen Vor -/ und Nachteilen, langfristig gesehen

wo sollte es denn Nachteile geben? Wir leben in einer globalisierten Welt.. mit allen Vor- und Nachteilen.. ob wir wollen oder nicht.. Selbst in Miele Waschmaschinen sind Teile aus China verbaut.. Was jetzt die Gitarre selber betrifft .. Alles ist solide verarbeitet (hab ich bei Fender schon schlechter gesehen) und die Bespielbarkeit ist sehr gut (ich baue auch selber Gitarren und besitze auch teure Instrumente) ich wüsste nicht wie sich da was zum Nachteil entwickeln sollte.. Ein Instrument gefällt mir oder eben auch nicht.. hat nichts mit dem Preis zu tun.. Diese hier gefällt mir ausgesprochen gut.
 
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BITTE macht den SCHÖNEN TEST hier nicht mit einer politischen Debatte kaputt .......

Das gehört woanders hin, nicht hier ........;)
 
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@OliverT .... ein guter Einwand.. :great:
 
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Noch einmal Danke für die Kekse und Zustimmungen.. :)
 
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BITTE macht den SCHÖNEN TEST hier nicht mit einer politischen Debatte kaputt .......

Das gehört woanders hin, nicht hier ........;)

Ich finde heute (früher nicht), es gehört in ein gutes Review genau so mit rein, wie das Preis/Leistungsverhältnis als Pro-Argument genannt wird. Das mag aus der Konsumentensicht passen, aber so einfach ist die Welt halt nicht.
 
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Ich finde heute (früher nicht), es gehört in ein gutes Review genau so mit rein
Nö. @OliverT hat vollkommen recht.

Es geht hier um die Vorstellung und Bewertung eines Instrumentes und nicht um die Umstände unter denen es produziert wurde.

Unter Beachtung der Boardregeln sollten Betroffenheits-, Gesellschafts- u. sozialpolitische Themen in den dafür existierenden Foren diskutiert werden...;)


...
 
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ber so einfach ist die Welt halt nicht.

uuund was wolltest du uns jetzt damit sagen..? Wie viele "gute" Reviews hast du denn schon geschrieben... und wo fängt es an "politisch korrekt" zu werden... wenn ich mir eine Fender kaufe (die ja u. A. auch in Mexiko und Asien produzieren)?..

... und an die Anderen.. danke noch mal für die Kekse und Zustimmungen.. :)
 
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...aber so einfach ist die Welt halt nicht....

uuund was wolltest du uns jetzt damit sagen..? Wie viele "gute" Reviews hast du denn schon geschrieben... und wo fängt es an "politisch korrekt" zu werden...

Dann antworte ich mal, denn ich habe bereits diverse Reviews geschrieben. Und bin darüberhinaus in Amps und Gitarren von Markenherstellern tätig und sehe beim Kauf von Original-Ersatzteilen sehr wohl die Tüten, bei denen das vorn Original-Logo der großen Marke (sic!) und rückseitig ein "Made in China" drauf ist. Oder ich sehe in den Amps diverser Markenhersteller auf den Trafohauben den Code des chinesische Herstellers.

Die Welt ist nun mal globalisiert.

Im Review:

Bei einem Amp, Effekt oder Gitarre im Hochpreissegment wird von einer Leserschaft alles klaglos hingenommen, selbst wenn innert des Instrumentes oder des Gerätes schon längst Billiglohnkomponenten drin sind.

Kommt hingegen ein "Gut-und-günstig"-Instrument oder Amp, dann setzen plötzlich die Preis- und Lohndiskussionen ein.

Ein Review sollte sich auf das Gerät / Instrument und dessen Leistung, Parameter, etc. beziehen. Ohne den arbeitspolitischen und gesellschafliche Kontext dazu zu nehmen. Ich meine, das war lange, lange richtig. Heutzutage haben wir aber die globalisierte Welt und schauen über einen Tellerrand hinaus. Ob man ein Review im "althergebrachten" Sinne nun als blauäugig bezeichnen muss, weil man alles an arbeitspolitischem Umfeld weglässt, ist schwierig geworden, bis hin zu Vorwürfen die man sich machen könnte: Mache ich ein tolles Review von etwas Billigem, aber perfekt Funktionierendem, so nehme ich möglicherweise teuren Herstellern damit den Job. Mache ich das nicht, so macht das drei Tage später aber der Nächste. Muß ich dennoch so ein Review machen, weil ich nun mal der Technik und dessen Leistung verpflichtet bin und diese Technik ist ja nun mal da, man kann das nicht ignorieren? Schwierig!

Es ist nicht leichter geworden und daher sollten Review-Regeln eingehalten werden in dem Sinne, dass man wirklich nur technische Machbarkeit betrachtet. Wenn man damit für sich in Probleme oder Konflikt kommt, weil man das nicht mehr vereinbaren kann mit dem arbeitspolitischen und gesellschaftlichen Kontext, in dem so ein Gerät hergestellt wird, dann kann man zurzeit jedenfalls so ein Review nicht machen, solange es den in einem Forum dafür möglichen Konext nicht oder noch nicht gibt. Vielleicht muss auch ein Forum hier neu Rahmenbedingungen schaffen bzw. definieren, wobei die Erfahrung aber auch zeigt, dass dann aus rein technischen Reviews schnell ausartende, politische Diskussionen werden. Es liegt also auch an der Leserschaft, wie sie künftig mit solchen Themen umgehen wird.

:)
 
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@Stratspieler ... genau.. gut geschrieben.. Ich habe nun auch schon einige Reviews geschrieben und da braucht es schon Zeit und Arbeit.. Am Ende wird es dann vielleicht weniger Reviews usw. geben, weil der eine- oder andere User keine Lust mehr hat.. Was nicht heißen soll, dass ich nicht auch gerne über gesellschaftlichen Wandel, Globalisierung, Arbeitsbedingungen usw. diskutiere.. aber dann halt an anderer Stelle.
 
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.... Lass Dich wegen solchen Weltverbessern nicht unterkriegen, die gibt in jedem Forum :igitt:

Wir brauchen REVIEWS HIER, zu viel gibt nicht ;)

Außerdem, konzentriere dich NICHT auf die wo etwas zu monieren haben, sondern auf die, welche es gut finden ;):great:

.... und die sind an der Mehrzahl ;)
 
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