Grenzen der Bruststimme

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Stefan_L_01

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Hallo
Wie hoch geht denn bei Männern und Frauen typischerweise oder auch getrennt nach Stimmfach die "nutzbare" Bruststimme? Gerade der Durchschnittswert der Bevölkerung würde mich interessieren. Kann es sein dass die Grenze bei beiden Geschlechtern bei der Mehrheit gar nicht so weit auseinanderliegt?

Danke&Gruß
Stefan
 
6thfoot

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Moin Stefan,

deine Frage wurde auf die eine oder andere Art schon oft gestellt, und eine präzise Antwort für den Durchschnitt der Bevölkerung gibt es wohl nicht. Schon deshalb nicht, weil der Unterschied zwischen geübten Stimmen und dem wie auch immer gearteten Durchschnitt da ja einfließen würde. Wo soll man da trennen?

In der Plauderecke findet sich der baldig 700 Beiträge lange Thread "MB Range Place". Da kannst du ja mal für den Anfang reingucken. Und dann auf verlinkte Threads gehen oder mit der Suchfunktion weitermachen.

Nur noch'n Thread zu Range und so wird nicht auf viel Interesse stoßen, fürchte ich.

Beste Grüße,
6f
 
Foxx

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Die anderen Threads sind allerdings sehr unübersichtlich und man muss sich durch viel Müll wühlen ...

Insofern kurz und knapp (bezieht sich auf eine mindestens OKe Conemporary-Technik, also Mix und/oder Belting):

Die meisten Männerstimmen stoßen, je nach Veranlagung, auf eine erste Grenze zwischen d' und g' bei nicht ausreichend erschlossener Kopfresonanz und eine endgültige Grenze der Vollstimme zwischen gis' und c'' bei erschlossener Kopfresonanz.


Die meisten Frauenstimmen haben diese erste Grenze zwischen a' und c'' und die zweite zwischen cis'' und e''.
 
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Silvieann

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Hierin http://www2.hu-berlin.de/fpm/textpool/texte/ljmueller_feministische-popmusikanalyse.pdf wird die 'Bruststimme' als 'Vollschwingung' bezeichnet, und danach endet das Brustregister für Männer zwischen H und f, für Frauen zwischen h und f', S. 49. Dabei verweist die Autorin auf Göpfert, Bernd (2002): "Handbuch der Gesangskunst", Wilhelmshaven, S. 141.
Das empfinde ich für mich plausibel, denn spätestens bei f' ist für mich (Frauenstimme) Schluß mit Brustregister.
 
moniaqua

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Kann es, dass Dir da jeweils ein ' fehlt beim c'? :)
danach endet das Brustregister für Männer zwischen H und f, für Frauen zwischen h und f',
Das kommt mir tief vor. h erreiche ich gar nicht und oben - f' ist auch wieder nicht so hoch, da kommt eine hohe Stimme mitunter gar nicht runter. Kann es, dass Du Dich einfach um eine Oktave verschrieben hast? Dann wärest Du d'accord zu Foxx und das entspräche auch meinem Gefühl beim Singen.
 
Silvieann

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Das kommt mir tief vor. h erreiche ich gar nicht und oben - f' ist auch wieder nicht so hoch, da kommt eine hohe Stimme mitunter gar nicht runter. Kann es, dass Du Dich einfach um eine Oktave verschrieben hast? Dann wärest Du d'accord zu Foxx und das entspräche auch meinem Gefühl beim Singen.
Für Männerstimmen kann ich das nicht beurteilen, aber für Frauenstimmen kommt mir das richtig vor.
Wie ich schon geschrieben habe, muß ich mich richtig anstrengen, um die Bruststimme bis f' hochzuziehen, klappt bei mir auch nicht immer. Ein f' sollte auch noch ein Hochsopran singen können. Und du erreichst h nicht mit der Bruststimme? Oder erreichst h gar nicht? Wie sollte ich das verstehen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass du h singen kannst. Ob allerdings in reiner Bruststimme, das weiß ich nicht.
 
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Nachtfluegel

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Mhmmm, ich komme bis zum kleinen d runter, ev. sogar noch 1,2 Töne tiefer (ich habe das Gefühl, dass wir im GU an Anfang mal tiefer waren). Jedenfalls habe ich noch nicht probiert, dass in Liedern einzusetzen.

Aber möglich wäre h und f' aber durchaus...beim eingestrichenen F zieh ich auch eher die Mischstimme, als die Bruststimme vor - gehn tut aber beides. :)
 
moniaqua

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Oder erreichst h gar nicht? Wie sollte ich das verstehen? Ich bin mir ziemlich sicher, dass du h singen kannst. Ob allerdings in reiner Bruststimme, das weiß ich nicht.
Ok, ich verziehe mich schamvoll ins Eck und meditiere über die Tonhöhen :redface: Ich hatte mich selber um eine Oktave vertan... Sorry. Es ist das H, das ich nicht erreiche.
Allerdings, nach oben - das f' geht auf alle Fälle in der Bruststimme und je nach Definition kann das schon bis zum f'' raufgehen (wir reden hier von dem auf der oberen Notenlinie :) ) Ich schaffe das nicht, aber ein c'' ist auch für mich noch drin.
 
Foxx

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Hierin http://www2.hu-berlin.de/fpm/textpool/texte/ljmueller_feministische-popmusikanalyse.pdf wird die 'Bruststimme' als 'Vollschwingung' bezeichnet, und danach endet das Brustregister für Männer zwischen H und f, für Frauen zwischen h und f', S. 49. Dabei verweist die Autorin auf Göpfert, Bernd (2002): "Handbuch der Gesangskunst", Wilhelmshaven, S. 141.
Die Werte halte ich für absolut unplausibel, insbesondere für Männer, aber auch die für Frauen sind zu tief angesiedelt.

(Die Arbeit ist übrigens höchstgradig gruselig ... hab mich da ein wenig eingelesen, das ist ja harter Tobak, was da verzapft wird ... und stilistisch auch sehr fragwürdig.)
 
reisbrei

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Wie hoch geht denn bei Männern und Frauen typischerweise oder auch getrennt nach Stimmfach die "nutzbare" Bruststimme? Gerade der Durchschnittswert der Bevölkerung würde mich interessieren. Kann es sein dass die Grenze bei beiden Geschlechtern bei der Mehrheit gar nicht so weit auseinanderliegt?

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Stefan
Du siehst also bereits jetzt, alles völlig klar und und simpel :D
 
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Silvieann

Silvieann

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Du siehst also bereits jetzt, alles völlig klar und und simpel :D
Genau :D :rolleyes:.
Ich denke, dass viele eine Art Mischstimme noch zur Bruststimme mit hinzu zählen.
Ich habe da was gefunden, wo Tanita Tikaram
als Beispiel für Bruststimme und luftige Bruststimme angeführt wird. Meiner Meinung nach wechselt sie dabei jedoch von reiner Bruststimme in die Mischstimme. Reine Bruststimme ist nach meinem bisherigen Verständnis nicht so sehr luftig. Beim Anhören finde ich jetzt, dass sie das meiste von dem Stück in Mischstimme singt. Ich selber habe auch einen Bereich, in dem ich sowohl mit reiner Bruststimme als auch mit Mischstimme singen kann. Und manchmal wechsel ich auch erst sehr spät in die reine Bruststimme, vielleicht so ab f, weil ich da die Mischung nicht mehr hinbekomme. In vielen Bereichen des Singens wird ja auch eine Mischung angestrebt, so dass die Übergänge fließend und nicht mehr hörbar sind.

Hat sich eigentlich @broeschies schon dazu gemeldet? :D
 
Silvieann

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Unter http://newt.phys.unsw.edu.au/jw/voice.html#mechanisms wird mit M0 'Vocal fry', mit M1 in der Regel 'Bruststimme' bezeichnet. Weiter heißt es darin: "Men and women typically change from M1 to M2 at about 350-370 Hz (F4-F#4) (Sundberg, 1987), which is often called a 'break' in the voice."
Danach wechseln also Männer und Frauen gleichermaßen zwischen f' und fis' aus der Bruststimme heraus.
 
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Stefan_L_01

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Hallo Silvieann
Das deckt sich mit meiner Erfahrung. Ich dachte eigentlich Frauen kommen mit einer kräftigen Bruststimme höher rauf und wären besser geeignet hohe Männerstimmen zu singen - die Rockmusik geht ja manchmal hoch rauf (Selbst Chuck Berry´s Jonny B. Goode erreicht eben dieses f' bzw. F4).
Nur zeigte mir die Praxis leider dem ist nicht so, was mich doch arg wunderte...
 
Foxx

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Leute ...

Bitte einmal zumindest die FAQ durchlesen, dann erübrigen sich einige Missverständnisse wie die, die Silvieann gerade verursacht.


Nach klassischer Nomenklatur ist Vollstimme ungleich Bruststimme. Umgangssprachlich wird es aber oftmals gleichgesetzt.

Die Mischstimme ist kein eindeutig definiertes Register.


Meine Tonhöhenangaben oben beziehen sich auf die Vollstimme, das schrieb ich auch.
 
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broeschies

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Wichtig, wie Foxx schon anspricht, ist der Unterschied zwischen Brust- und Vollstimme (siehe FAQ). Bruststimme ist v.a. außerhalb des klassischen Gesangs etwas schwammig definiert, wird manchmal sogar mit der Vollstimme gleichgesetzt.

In der Forschung gibt es eine Definition von Bruststimme über die Formantenlage. Nach dieser gibt es meistens Brüche an den von Foxx genannten Stellen (Männer d' - g' und Frauen a' - c''). Die genaue Tonhöhe ist dabei bedingt durch die natürliche Formantenlage, die von der Größe des Vokaltraktes abhängt. Die Brustresonanz kann aber von den meisten Menschen (auch untrainierten) mit "Gewalt" bis etwa a' hochgezogen werden durch Verkleinern/Verkürzen des Vokaltraktes.

Bei untrainierten Menschen findet sich das Ende der Vollstimme dann etwa an der gleichen Stelle. Eine hochgezogene Brustresonanz begünstigt dabei auch eine hochgezogene Vollstimme.

Ob und wo es eine Grenze für die Vollstimme gibt, ist nicht ganz klar erforscht. Oft wird aber für Männer eine Grenze zwischen a' und d'' angegeben und für Frauen zwischen e'' und a''.
 
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Stefan_L_01

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Tja, wenn man in den FAQ sucht, dann findet man den Terminus Brust und Vollstimme im Thread "Gesangsregister" schonmal gar nicht.
Im "Glossar" wird unter Bruststimme auf "Register" verwiesen, dort ist ein Link und dort steht:

1. Die Vollstimme (auch: Modalstimme, Bruststimme)

ergo: Vollstimme = Bruststimme

Und bitte, jetzt schreibt nur noch wer weiß welche Tonfrequenz welcher Notation entspricht. Danke!
 
Foxx

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Tja, wenn man in den FAQ sucht, dann findet man den Terminus Brust und Vollstimme im Thread "Gesangsregister" schonmal gar nicht.
Doch, wenn man seine Augen aufmacht. ;)

https://www.musiker-board.de/threads/gesangsregister.344783/#post-4058648

Absatz II.1


Und die Gleichsetzung ist nicht unbedingt richtig, auch wenn sie unter Laien verbreitet ist, siehe Absatz III in den FAQ.


Ich hatte Dich aber verstanden und insofern sind Tonhöhenangaben, die ich gemacht habe, bereits auf die Terminologie, die Du gemeint hast, zugeschnitten. :)
 
Silvieann

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Bei mir selbst ist es definitiv ein Unterschied, ob ich versuche, etwas in möglichst reiner Bruststimme zu singen oder in Mischstimme, die bei mir sowohl Bruststimmanteile als auch Kopfstimmanteile enthält. Und bei mir merkt fast jeder, wenn ich in diese Bruststimme wechsle oder aus dieser Bruststimme heraus wechsle.
Für Männer mag die Bruststimme gleich der Vollstimme sein, ich (Frauenstimme) jedoch spreche und singe fast nie mit dieser möglichst reinen Bruststimme.
Zum einen gibt es da bei mir keinen fließenden Übergang, zum anderen mag ich meist den Klang nicht sehr.
Manchmal, wenn ein Stück arg tief liegt, kann ich nicht anders, als in diese Bruststimme reinzugehen oder den entsprechenden Part überhaupt nicht zu singen. Und manchmal hab ich einfach Lust auf seltsame Töne, so dass ich dann auch versuche, diese Bruststimme möglichst hoch zu ziehen, was mir bisher bis maximal f' (F4) gelungen ist.
Bei meiner Mischstimme nehmen die Bruststimmanteile nach oben hin ab. Ab wann da nur noch reine Kopfstimme da ist, kann ich nicht so genau sagen, aber ich denke, auch da gibt es einen Übergangsbereich, in dem beides möglich ist.
 

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