Gründung Label

von newmunc, 14.03.07.

  1. newmunc

    newmunc Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.03.07   #1
    Hi ich bin newmunc (neu in diesem Forum),

    Mein Anliegen: Ich würde gerne ein Label gründen, um darauf regionale Bands unterbringen zu können.

    Ich habe mich auch schon umfassend informiert, aber ich hab trotzdem noch fragen.

    1. Wie bekomme ich es gebacken, dass die von mir gesignten Bands auch wirklich vertrieben werden und ich meine Aufgabe als Label erfüllen kann ?

    2. Wieviel Startkapital bräuchte ich ungefähr um mindestens eine Band voll hochzuziehen ?

    3. Weiß jemand ob es da staatliche Fördergelder gibt ?
     
  2. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 14.03.07   #2
    Zu 3:
    Es gibt mehrere Wege - mit einer google-Suche wirst Du bald fündig werden.
    Erkundigen musst Du Dich dann selbst - meist reicht ein Telefonat, um zu klären, ob das überhaupt in Frage kommt bzw. was geboten wird (das geht vom nichtrückzahlbaren Zuschuß bis zu geringratigen Krediten).

    ACHTUNG: In der Regel darfst Du noch nicht angefangen haben bzw. noch kein Geld ausgegeben oder keine Verträge (auch Mietverträge) geschlossen haben. Das bedeutet oft Ausschluß von Förderung.
    In Gesprächen solltest Du das also etwas runterspielen (habe mir Gedanken gemacht über ... überlege derzeit, ob ... wollte mal fragen, wie das so ist, wenn ...). Möglichst Investitionen noch rausschieben oder vereinbaren, dass zumindest die Rechnungslegung später erfolgt etc.



    Existenzgründung

    Je nach Deinem Status (Arbeitslos etwa) gibt es kostenfreie Seminare, Beratung, Unterstützung bei businessplan und ertragsvorschau bis zu Unterhalt für einen Zeitraum zur Vorbereitung der Selbstständigkeit.
    Ist eine sehr interessante Variante - denn ich glaube kaum, dass Du den Aufbau eines Labels mal so nebenher als Hobby machen kannst. In jedem Fall wird es sowas wie Teil-Selbstständigkeit.
    Günstige Ansprechpartner in neuen Bundesländern sind die sogenannten ego-Piloten (ego für Existenzgründung) - die führen ein Einstiegsgespräch, zeigen die Möglichkeiten auf und beraten über die weiteren Schritte.

    Gründung eines Unternehmens
    Hier wäre die Investitionsbank Ansprechpartner erster Wahl. Für die ersten 2 Jahre gibt es bis zu 40% entweder als Zuschuß zu Investitionen oder Personalmittel. Unbedingt austesten! Verschiedene Varianten ausprobieren: z.B. kannst Du Dir selbst ein (sattes) Gehalt auszahlen (je nach der Art der Gründung) - dann könnte ein Zuschuß zu Personalmitteln sinnvoller sein als für Investitionen.

    Schaffung von Arbeitsplätzen
    Ist glaube ich von Bundesland zu Bundesland verschieden - in Leipzig könnte das BBJ ein Ansprechpartner sein. Auch die Agentur für Arbeit.
    Nicht gleich abwinken - möglicherweise kann eine halbe Stelle für eine Allround-Sekretärin mit recherchemäßigen, sozialen und buchhalterischen Talenten für Dich Gold wert sein - weil Du Dich auf Deine Kernarbeit konzentrieren kannst.

    Je nach Status der möglichen Person (arbeitslos) und in Kombination mit der Schaffung eines (unbefristeten, sozialversicherungspflichtigen) jobs kann das für Dich die ersten 6 Monate bis zu einem Jahr als Arbeitgeber umsonst sein.

    Sonstige Förderung
    Es gibt haufenweise Fördermittel, die nach Sparten strukturiert sind (Innovation, Künste, Medien, bestimmte Regionen etc.) - da solltest Du mal das Visier etwas öffnen. Möglicherweise haben da auch die oben angeführten Ansprechpartner weitere Informationen.

    Sonstiges
    Nimm auf jeden Fall Kontakt zur Künstler- und Sozialkasse auf.
    Du bist dann faktisch eigenständig im Bereich Kunst/Medien - die KSK übernimmt aber für Dich die Arbeitgeberanteile der Sozialversicherung. Das kann sehr attraktiv sein.

    Nimm auch mal Kontakt mit rockbuerosued auf - der Mensch hat Ahnung und ist nett, aber oft beschäftigt.


    Und mal so aus meinem Erfahrungsschatz:
    Du weißt schon, dass Du da auch ne Menge Energie und Geld in den Sand setzen kannst, oder?
    Und dass das ein Job ist, bei dem Du jede Menge Klinken putzt und Gespräche führst?

    Also ich würde Dir in jedem Fall raten, Dich bei businessplan und ertragsvorschau sowie dem konzept professionell unterstützen zu lassen.

    Das wärs, was mir so auf Anhieb einfällt.
    Wenn Du dazu noch Fragen hast - immer her damit.

    x-Riff
     
  3. Düsseltier

    Düsseltier Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.03.07   #3
    1. Du musst dir einen Vertrieb suchen und dann dafür sorgen das genug PR gemacht wird. Wenn das regional erst mal laufen soll, dann reicht es ja die Musik auf Platte zu packen und auf Konzerten zu verkaufen. Ein "echter" Vertrieb (physisch, also für CDs und digital á la itunes) vertreibt deine Platten dann indem er sie für die Händler verfügbar macht. Wichtig ist natürlich, dass die Leute die Platten auch wollen :) Für dir Promo kannst du dir eine Agentur besorgen, wobei das sehr teuer ist.

    2. Das kommt drauf an. Wenn du eine professionelle Produktion erst noch bezahelen musst und dann noch die Promo Maschiene bezahlen willst bist du schnell bei 20.- 30.000 Euro (Die Zahlen sind auf dem Labelseminar der Bayrischen Musikakademie präsentiert worden. Schau mal unter www.allmusic.de unter "Seminar Record Label" Kann ich nur empfehlen). Die Gründund eines Gewerbes kostet etwa 40 Euro. Stell dich aber auf extrem viel Papierkram, VIEL Portogebühren, dumme Briefe vom Finanzamt und langes warten auf Gema und GVL ein.

    3. Nicht, ich das ausschließe, aber ich denke NEIN. Geld fehlt ja allen überall und ich glaube nicht, dass du mit Zuschüssen rechnen könntest. Jedenfalls hab ich nie was für mein Label bekommen^^ Meld dich mal bitte, wenn du irgendwie diesbezüglich das Gegenteil bewiesen bekommst:D
     
  4. newmunc

    newmunc Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.03.07   #4
    1. Falls jemand die VDM kennt, würde ich gerne wissen, ob jemand weiß ob ich an deren Unterlagen kostenlos herankommen kann oder wo ich derart gute Informationen wie die dort gebotenen sonst irgendwo finde ? (Mir sind 600 € Jahresbeitrag doch etwas zu happig)

    2. Wie lautet die amtlich offizielle Bezeichnung für ein Label ? Kann denen ja nich schreiben: Sehr Geehrte Damen und Herren, Ich möchte gern ein Label gründen und ...

    3. Ich würde evtl. 500 € vom UGB erhalten, aber die wollen ein Konzept. Wie soll ich an so ein Konzept rangehen ? Wie sieht sowas aus ?

    4. Und was mach ich mit den 500 € dann am besten ? Ich möchte kein Personal einstellen, wenn es möglich wäre aber bereits eine Band unter Vertrag nehmen.

    5. Wie sieht so ein Label-Band-Vertrag aus ?

    6. Was muss ich für die Band machen, wenn sie bei mir unterschreibt ? (Außer Promotion, Platten vertreiben etc. ? )

    Muss ich dafür sorgen, dass die Band ihre Platte in einem Studio aufnehmen kann und das dann auch bezahlen, oder wird so etwas per Vertrag geregelt ? (Ich würde zweiteres denken)


    So, das sind erstmal alle meine Fragen.:rolleyes:
     
  5. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 16.03.07   #5
    Nimm´s mir nicht übel, newmunc, aber ich klink mich erst mal aus.

    Das hat folgende Gründe:
    1. Deine Fragen deuten schwerstens darauf hin, dass Dir Wesen und Gegenstand eines Unternehmens mit der Bezeichnung "Label" ziemlich unbekannt bzw. nebulös sind.

    2. Deine Fragen deuten schwerstens darauf hin, dass Du wenig Erfahrung mit Projektmanagement (Konzept erstellen) und der ökonomischen Seite eines Unternehmens (businessplan erstellen) hast.

    3. Deine Fragen deuten schwerstens darauf hin, dass Du schon jetzt mit einer Band anfangen willst, obwohl durch Deine Fragen klar ist, dass Dir nicht klar ist, worauf Du Dich da einläßt.

    Mal eine Frage an Dich:
    Wenn Du eine Band wärest - würdest Du Dich jemand anvertrauen, der so viele und wichtige Fragen über sein Kerngeschäft und die Dienstleistung, die er anbietet, hat wie Du?

    Andersrum:
    Schau Dich mal bei rockbuerosound und anderweitig um. Es wird Angebote von Workshops geben, wo es um sowas wie Labelgründung und so weiter geht.

    Wenn Du ernsthaft an die Sache ranwillst, solltest Du Dir das gönnen.
    Du wirst alle wichtigen Dinge aus fachkundigem Mund hören, wirst ein kompaktes Grundwissen nach Hause nehmen und wichtige Kontakte geschlossen haben.

    Verzeih mir meine Deutlichkeit, aber ich habe etliche Existenzgründungen den Bach runtergehen sehen, mit Folgekosten und Verschuldung der Leute (übrigens auch deren Bekannten und Verwandten, die da selbst Geld reingesteckt hatten, und immer war deren Situation so wie ich sie jetzt bei Dir einschätze: viel Enthusiasmus und Begeisterung, direkt machen und tun wollen, zu wenig Kenntnisse, was Planung von Kosten und Aufwand angeht, keine realistische Einschätzung des Marktes und zu wenig Geduld.

    Am ehesten wünsche ich Dir dass Du Dir so einen Workshop gönnst bevor Du Dich in irgendeine Richtung festlegst und Verpflichtungen eingehst - generell wünsche ich Dir viel Erfolg,

    x-Riff
     
  6. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 16.03.07   #6
    sorry - doppelpost
     
  7. newmunc

    newmunc Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.03.07   #7
    Oh sry, es schien wohl so als wollte ich morgen das Label gründen und übermorgen dann die erste Band unter Vertrag nehmen...So isses nicht

    Und zur Zeit würde ich auch nicht bei mir selbst unterschreiben, aber in zwei Monaten ... wer weiß !
     
  8. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 19.03.07   #8
    Hmmm - nun gut - dieser Eindruck ist tatsächlich bei mir entstanden.

    Heute habe ich ein Interview in der SZ mit dem Gründer eines kleinen Labels (tapete records) gelesen.

    Könnte interessant für Dich sein. Insofern nämlich als dass die Entwicklungschancen reiner Labels - also der Herstellung von CDs/Platten - auf Grund der Schwarz-Kopien als sehr kritisch eingeschätzt wird. Als aussichtsreicher werden die Dienstleistungen der Agentur (Buchen von Konzerten etc.) und der Musikverlag (Rechte und Einnahmen über Rechte) angesehen.

    Bei dem reinen label-Geschäft können je Band/CD leicht Verluste von 5.000 € eingefahren werden.

    Die generelle Schwierigkeit bei einem label scheinen also darin zu liegen, dass:
    > das reine label-Geschäft stark unter Druck steht und keine Änderung in Sicht ist,
    > man nicht weiß, welche von den Bands Verluste und wer Gewinne einträgt (weshalb die von Dir favorisierte Strategie, mit einer Band anzufangen, auch schnell darin enden kann, dass Du erst mal einen Verlust machst, den Du möglicherweise nicht mehr auffangen kannst), und
    > eine breitere Aufstellung (also inkl. Booking und Rechte) ökonomisch sinnvoller erscheint als die Konzentration gerade auf den label-Bereich.

    x-Riff
     
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