Grundgedanken: Note an, Note aus?

von Leef, 04.01.08.

  1. Leef

    Leef Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.01.08   #1
    Ich weiß nicht so recht wohin damit, also kommt es in die Plauderecke!

    Ich überlege bereits seit einer ganzen Weile, was man mit einem Ton anstellen kann.

    Ton an. Ton aus. Ton an / aus in rhythmischer Folge.

    Habe ich etwas übersehen? Nun wieso die Überlegung? Stellen wir uns jetzt zwei Töne vor, z.B. aus einer Orgel. Damit läßt sich schon viel mehr machen!

    Nur ein Ton von beiden. Beide Töne gleichzeitig. Alternierend. Ein Ton wird gehalten, der andere geht rhytmisch an / aus.

    Da gibt es bestimmt noch mehr! Mich überkam die Frage einfach zu später Stunde, was kann man denn mit einem oder zwei Tönen alles anstellen? Eine ganze Menge!

    Ich bin ziemlich begeistert, von den Überlegungen - mit zwei Tönen ist bereits soviel drin, was soll das erst mit 3 werden? Ich hoffe mich versteht noch jemand... :p

    Auf alle Fälle interessiert mich, ob es hierzu eine Theorie gibt die einen minimalistischen Noten oder Tonvorrat analysiert? Wie ich es bereits angedeutet habe, 1 Note, 2 Noten, 3 Noten und die Möglichkeiten. Gerade das einfache kann so komplex sein! :)
     
  2. Günter Sch.

    Günter Sch. HCA Piano/Klassik HCA

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    Erstellt: 04.01.08   #2
    "musica ricercata" von Ligeti in "klassik"
     
  3. x-Riff

    x-Riff Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 04.01.08   #3
    Hi leef,

    mal so als Gedankenanregung und Bereicherung zu dem An/Aus-Ton:

    Dynamik in der Lautstärke

    Variationen in der Länge des Tons

    Variationen des Rhythmus der einzelnen Töne und der Töne zueinander
    Effekte wie Phaser, Flanger, Delay, WahWah etc. - also ein Modulieren des Ursprungstones, dadurch Bewegung um ein Zentrum herum

    Effekte wie Bending (auf natürliche Weise nur bei Saiteninstrumenten zu erzeugen) - sowie ein Vibrato des Tones

    Stereo-Effekte - das heißt die Wirkung des Tones im Raum (Wenn Du Hörspiele kennst, weißt Du wie effektvoll das sein kann)

    Na dann mal viel Erfolg und Spaß bei der Erkundung des Tons ...

    x-Riff
     
  4. BLA_BLA_BLA

    BLA_BLA_BLA Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.01.08   #4
    Ich würd mal verschiedene Jamtracks anhören und versuchen nur mit einem Ton was zu machen.

    Dann verändert man aber den Ton, außer man machts ganz leicht, was aber einem Vibrato gleichkommt.

    Und: Phaser glaub ich brauch man bei einem Ton nicht, das wird ja eigentlich nur gebraucht, wenn man viele Noten schnell spielt, weil eine Note kann man auch so noch mal anschlagen :p ( Außer mit sehr kleinem Abstand und Lautstärkeveränderung vielleicht )

    Wenn man nur einen Ton spielt, kanns interessant werden, wenn die Begleitung um so mehr variert.

    Man sieht ja wieviel bei 3 Tönen drin ist daran, wie oft die gleichen Akkordfolgen benutzt werden, aber durch verschiedene Pickings sehr viele unterschiedliche Lieder daraus entstehen
     
  5. MatthiasT

    MatthiasT Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.01.08   #5
    Die Musikgeschichte hat ja gezeigt, wie viel man mit drei Akkorden machen kann.


    Wie überall ist Beschränkung ein Katalysator für Kreativität. In der Hinsicht sehr interessant ist Chiptunemusik, vor allem die ganz alten Computerspielsoundtracks. Der C64 mit seinem SID-Chip konnte nur maximal drei Soundspuren erzeugen, wobei eine meist für Drums draufging. Akorde in dem Sinne werden damit unmöglich, und man ist oft gezwungen Bass und Melodiestimmen auf ein einziges Monophones Instrument zu legen, was wiederum nur mit verschobener Rhythmik möglich ist, was sehr komplexe und interessante Songs ergibt.


    Was hier durchdacht wird geht noch weiter, alles auf zwei Töne beschränken und durch Rhythmik bestechen. Das geht sicher sehr gut und wird auch oft als Stilmittel benutzt. So manch King Crimson Song hat im Hintergrund eine Gitarre, die nur einen einzigen Ton spielt, den allerdings in einem ganz anderen Takt als der Rest des Songs. Das kann sehr interessant sein.

    Einen ganzen Song, der aus zwei Tönen besteht will ich mir dann aber doch nicht anhören.
     
  6. Leef

    Leef Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.01.08   #6
    Das würde ich gern mal drauf ankommen lassen, deshalb ja auch meine Überlegung, was alles möglich ist. Ich bin mir sicher es gibt solch extreme Minimalisten die auch in der Richtung kreativ waren. Wenn nicht wird es Zeit :p
     
  7. metallissimus

    metallissimus Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 06.01.08   #7
    Ich bin mir nicht sicher, ob das wirklich das ist, was du suchst, aber bei dem Wort drängt sichs ja auf: Minimal Music
     
  8. kleinershredder

    kleinershredder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.01.08   #8
    Das gibt es schon in der oben von Günter erwähnten musica Ricercata von Ligeti.
    Sehr hörenswert ;)
     
  9. toubsen

    toubsen Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.02.08   #9
    hey, cool dass sich auch andere über die gleichen Dinge den Kopf zerbrechen :)

    Was ich hier noch einwerfen würde ist der Unterschied zwischen Ton und Geräusch,
    also definierte Tonhöhe, die das Ohr automatisch in einen Harmonischen Kontext einordnet im Kontrast z.B. zu perkussiven Geräuschen wie sie durch Deadnotes,Clap,Pop u.ä. entstehen und keine definierte Tonhöhe besitzen.
    Das Prinzip findet sich doch recht oft, z.B. im Funk
     
  10. Effjott

    Effjott Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 24.02.08   #10
    Interessant ist sicherlich in diesem Zusammenhang der "C-Jam-Blues" von Ellington, der lediglich aus zwei verschiedenen Melodietönen besteht, im vorliegenden Beispiel(s. Link) aus e und a :

    http://www.mabamusic.de/data/guitarschool.pdf

    Das Bluesschema mit den drei Begleitakkorden(auch Stellvertreterakkorde) sowie rhythmische, dynamische, artikulationstechnische Veränderungen und instrumentale Besetzung können aus diesem Stück schon ein höchst interessantes Gebilde zaubern(Duke Ellington selbst hat wunderbare Einspielungen davon vorgelegt).

    Beste Grüße
    Effjott
     
  11. cello und bass

    cello und bass Mod Streicher/HipHop Moderator

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    Erstellt: 18.05.08   #11
    Nicht zu vergessen die Atacke und Ausschwingzeit eines Tons.
    Bei der von dir Threadsteller erwähnten Orgel auch deutlich vom jeweiligen Register abhängig.
    [Ist eigentlich beim Prinzipal 4" das "C" auf einem Manual die gleiche oder die selbe Pfeife wie bei Prinzipal 8" das "c" auf einem anderen Manual? - Wenn es zwei gleichen Pfeifen wären bräuchtest du fast nur einen Ton :eek:]
     
  12. PVaults

    PVaults Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 19.05.08   #12
    Jo, passt wieder einmal. Wäre vielleicht mal gut, sich MIDI anzuschauen...

    Übrigens, MIDI kann man nicht durch den EQ jagen...
     
  13. Leef

    Leef Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.05.08   #13
    Klar kann man :p Einfach die Midi Daten als analoges Signal auffassen und ab durch! Aber was hat man davon außer ne Menge Krach :D

    Ich habe mir jetzt übrigens das Buch "Minimal Music, Geschichte - Ästhetik Umfeld" von Ulli Götte besorgt, eine spannende Lektüre mit interessanten Beispielen und Einzelportraits von La Monte Young, Terry Riley, Steve Reich und Philip Glass. :great:
     
  14. PVaults

    PVaults Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 21.05.08   #14
    Au, da fällt mir ein, daß ich das tatsächlich schon gemacht habe. Die Idee hatte ich vom Bearbeiten eines schlechten Sync-Signals von der Bandmaschine (jaja, sowas gab es mal...), das ich dann mit einem EQ vom Übersprechen der nebenliegenden Spur gesäubert habe.

    Dasselbe habe ich dann mal mit Midi gemacht, als das Signal sehr schlecht übertragen wurde, weil ich die Midi-Signale per XLR über ein Multicore geben mußte. Hat auch Besserung gebracht...

    Aber zurück zum Thema. Alle Fragen lösen sich, wenn man mal das Midi-Protokoll anschaut. Midi gibt es heute ja auf jedem Rechner, und 25 Jahre nach der Einführung dieses Musikprotokolls sollte sich jeder Musikschaffende zumindest einen kleinen Überblick darüber verschafft haben.
     
  15. rocking-xmas-man

    rocking-xmas-man Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 21.05.08   #15
    Man das Obertonspektrum des tones Verändern - der Ton bleibt der Ton, bekommt aber einen anderen Klang - wenn man das dann noch zeitlich bedingt ändert kommt man auch schnell wieder zum ein- und ausschwingvorgang.
     
  16. omphalus

    omphalus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 29.07.08   #16
    Aus zwei Tönen kannst du genau zwei Melodien machen wenn sich kein Ton wiederholen darf
    Aus drei Tönen kannst du genau 6 Melodien basteln ohne das sich einer der Töne wiederholt.
    unter diesen Bedingungen kannst du aus 8 Tönen bereits 40320 Melodien
    erzeugen.
    Wenn sich die Töne wiederholen dürfen ist die Anzahl der möglichen Melodien schon bei 2 Tönen unbegrenzt
    (s.a.Mathematik,Stichwort" Fakultät")
    greetinx
    omphalus
     
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