Grundlegende Frage zu Micros

von Buchi, 22.03.05.

  1. Buchi

    Buchi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 22.03.05   #1
    Ich hab mal eine grundlegende Fage zu Micros.

    Ich habe während meines Studiums unter anderem eine Vorlesung über Grundlagen der Akustik genossen, in der auch die Funktionsprinzipien von Micros behandelt wurden.

    Dabei drängte sich mir eine Frage auf....

    Eigentlich müsste es doch möglich sein, mit einem Micro egal welcher Bauart und einem guten EQ trotzdem den gewünschten Sound aus dem Micro heraus zu holen. Vorausgesetzt, das Micro hat einen entsprechenden Frequenzumfang. Also sprich so ca. 30hz bis 18khz. bei vielen Herstellern, sieht man ja Frequenzdiagramme auf der HP zu ihrem Produkt. Wenn ich diese Daten weiss, kann ich ja geziehlt an diesen Stellen mit einem EQ eingreifen und habe somit dann doch wieder ein neutrales Signal, welches ich weiter verarbeiten kann.

    So jetzt bitte wiederlegt diese Behauptung und erklärt mir warum es sich trotzdem lohnt sich ein teures Neumann Mic zu leisten.
     
  2. 00Schneider

    00Schneider HCA PA-Praxis und Drum-History HCA

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    Erstellt: 22.03.05   #2
    Kurz: Probier mal leicht verwürztes oder verkochtes ein Essen im Nachhinein zu korrigieren. Das Ergebnis ist meist ein anderes als wenn man's neu kocht. Zu viel Salz ist nicht durch mehr Pfeffer ausgeglichen, man müsste das Salz neutralisieren, und dann hat man aber noch was anderes drin...


    Das Problem ist, dass sich der Frequenzgang je nach Einfallwinkel, Schalldruck und Entfernung mehr oder weniger stark verändert. Das zu korrigieren ist nicht so einfach, mit nem 31-Band EQ wird das nichts. Müsste voll-digital sein (wäre einfacher als analog), aber der Aufwand ist dann sehr hoch. Dazu musst du jedes Mikro einzeln durchmessen, da gewisse Streungen vorhanden sind, gerade bei den günstigeren Mikros (inkl. Shure SM 58 z.B., bei günstigen Großmembranmiks sowieso). D.h. du brauchst einen Messplatz (inkl. schalltotem Raum) und jemanden der sich auskennt, und der wird das in der Regel nicht umsonst machen.
    Der Frequenzgang ist aber nur eine Sache, Impulsverhalten und Eigenrauschen wäre da auch noch, und anderes. Es ist ja nicht nur die eine Sache die es auszumerzen gilt.


    Neumann oder allgemein die meisten höherpreisigen Produkte (Gefell, Brauner...) lohnen sich deshalb, da du dir bei Neumann z.B. sicher sein kannst das jedes Mik eines Typs exakt gleich klingt, es sind höchstens leichte Pegelunterschiede festzustellen. Unterschiede sind zwar messbar, aber auf keinen Fall hörbar. Das macht Neumann so teuer, die Sorgfalt der Auswahl der Komponenten, die exakte Fertigung und Endkontrolle. Na gut, etwas überteurt sind sie denke ich, das KMS 105 beim Einführungspreis von 500 € wäre schöner gewesen. Das hat z.B. nicht nur einen einfachen Ploppschutz, da ist 4-stufiger Filter aus Draht- und Gazegeflechten.
    Bei den Großmembranen ist es schwieriger, durch die größere Membran hat man in der Regel eine höhere Eigenfärbung. Jetzt unterscheiden sich aber zwei TLM-103 erst bei 180° Einfallswinkel, aber die Differenzen sind bei -30 dB. Viel zu leise als dass das Nutzsignal (hörbar) beinflusst wird.

    Großmembranmiks sind übrigens einfacher rauschfrei zu bekommen als Kleinmembrane, deshalb sind viele billige Miks für 100 € wie das SP B1 schon rel. gut, die Kleinmembrane für diesen Preis aber meist nicht.


    Nun gut, jetzt muss es nicht Neumann sein, AKG, Audio-Technica und andere bieten auch gute Miks für weniger Geld. Aber die Brauners dieser Welt setzen da eben noch eins drauf.
     
  3. Jürgen Schwörer

    Jürgen Schwörer Offizieller Produkt-Spezialist SHURE

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    Erstellt: 23.03.05   #3
    Hallo Buchi,

    Der Frequenzgang ist meines Erachtens nur eine "Krücke" um den "Klang" eines Mikrofons zu beschreiben.
    Der Frequenzgang misst die Empfindlichkeits des Mikros über den gesamten Frequenzbereich im eingeschwungenen Zustand.

    Wie hört aber der Mensch? Ganz wichtig für den Höreindruck ist der Einschwingvorgang. So erkennen wir auch untersschiedliche Instrumente. Würde man beispielsweise bei einem Klavieranschlag die ersten paar millisekunden abscheiden, so hätten wir Schwierigkeiten wirklich ein Klavier zu erkennen.

    Dieser Einschwingvorgang wird vom Frequenzgang nicht gezeigt. Und doch ist er eigentlich das Wichtigste was für unser Hören maßgebend ist.

    Deshalb können auch Mikrofone, die exakt den gleichen Frequenzgang haben unterschiedlich klingen.

    Grüße
     
  4. Buchi

    Buchi Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.03.05   #4
    erstmal thx für die antworten..

    aber da muss ich jetzt aber nochmal nachhaken :D

    von welcher größe ist dann der einschwingvorgang abhängig?

    weil die Frequenz ergibt sich ja aus den schwingungen der membran...
    und ich sag jetzt mal die kann ja eigentlich nur schwingen, und da die frequenz eine analoge größe ist, kann die membran ja prinzipiell nichts anderes als schwingen innerhalb ihres frequenzumfangs weniger schwingung=tieferer ton...schnellere schwingung=höherer ton. nur wie hängt das dann mit dem einschwingvorgang zusammen? oder liege ich mit dieser annahme falsch?
     
  5. Jürgen Schwörer

    Jürgen Schwörer Offizieller Produkt-Spezialist SHURE

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    Erstellt: 29.03.05   #5
    Hallo Buchi,

    Der Einschwingvorgang ist die Zeit bis die Membranauslankung Ihren Endwert erreicht. Wenn bespielsweise ein dersrt lauter Ton auf die Membran trifft, dass die Auslenkung 1 mm betragen sollte, so schwingt die Mambran erst mal in kleineren Amplituden, bis sis nach einigen Schingungen erste die 1 mm Auslenkung erreicht hat.

    Grüße
     
  6. Manuela

    Manuela Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.04.05   #6
    es gibt mikrofone die ihre membran mehr oder weniger zentriert vor und zurückbewegen, dazu gehören alle dynamischen.

    Auffällig daran ist das die alle nicht besonders gut auflösen, sie können sehr leise Detail bei lautem input nichtmehr übertragen.
    Im Gegensatz dazu gibt es Mics die hauchdünne Großmembranen ohne Spulen verwenden, auf diesen entstehen regelrechte kleine Wellen wenn der Ton auftrifft. Diese Mics können auch bei hoher Lautstärke noch feinste Nuancen hören ! Man verwendet sie im Studio, sie sind unverschämt teuer. Der namhafteste Vertreter dieser Familie ist das Brauner VMH1, es gilt im Studiobereich als die Mutter des guten Geschmacks.
    Im Semibereicch sucht man preiswerte Alternativen, diese tauchen schon auf bei Behringer ( B-2 ), oder T Bone .

    Kondensatoren mögen nicht so gern Nahbesprechung. Dafür ein dynamisches verwenden, vor allem auf der Bühne.
    Ausgenommen Balladen und Frauen, hier nimmt man gern Kondesatormics wie das e845.

    zum Mikro gehört gewöhnlich immer ein Kompressor mit dem man gainunterschiede ausgleichen kann sowie ein guter EQ für den eigentlichen Klang. Dieses Trio macht dann erst das was du willst.
     
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