Erster Erfahrungsbericht ADK Mikrofone

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Dort findet ihr u.a. auch technische Details!

Die Moderation!







Hallo zusammen,

hier kommt mein Erfahrungsbericht zu meinen Tests mit den ADK/3-Zigma Mikrofonen im Juli 2016 .

Wer bin ich:

Daniel Sanleandro Fernández, von Hause aus Schlagzeuger und Perkussionist, popularmusikalisches Studium an der Kunsthochschule Arnheim 1994-98. Seitdem als Freelancer im Ruhrgebiet unterwegs und als Dozent an der Städtischen Musikschule Gelsenkirchen beschäftigt.
Seit einigen Jahren gewinnt der Bereich Aufnahmetechnik für mich immer mehr an Bedeutung. Schon lange Zeit bin ich ein begeisterter Hifi-Musikliebhaber und mich treibt der Wunsch an, sehr gut klingende Musikproduktionen im „handgemachten“ Bereich herstellen zu können. Meine Ausbildung und Stärke liegt also bisher eher im Bereich ausführender Musiker, so dass ich hiermit AUSDRÜCKLICH darauf hinweise, dass ein erfahrener Tonmeister/Toningenieur unter Umständen durchaus andere Schlüsse ziehen würde, als ich es in meiner GÄNZLICH SUBJEKTIVEN Beurteilung der Testkandidaten tun werde. Soviel zum Disclaimer...

Warum ADK/3-Zigma:

Da mein Goldesel seit geraumer Zeit aus mir unbekannten Gründen nicht mehr aufgetaucht ist, war ich in den letzten Jahren viel im Netz unterwegs, um Equipment zu suchen, das sich durch besonders gutes Preisleistungsverhältnis auszeichnet. Hierbei bin ich unter anderem auf die schwedischen Line Audio Design Produkte gestoßen. 4 Kleinmembraner (CM3) habe ich bei Nohypeaudio (Name ist Programm) in Belgien erstanden. Der Betreiber des Shops ist selbst auch Mikrofonentwickler und so kaufte ich auch ein Paar seiner hervorragenden Bändchenmikros (LRM-1). Weitere Recherchen im Netz ergaben, dass besagter Kollege auch an der Entwicklung des 3-Zigma Systems beteiligt war, wodurch ich natürlich neugierig wurde. Genau zu der Zeit, als ich mich mit Larry Villela (CEO ADK) in Verbindung setzen wollte, stieß ich auf den Thread im Musikerboard, in dem Kim Braun den Vertrieb für ADK Deutschland ankündigte. Wie der Zufall es will, arbeitet ein alter gelsenkirchener Kollege, dessen Sohn bei mir auch noch just seit ein paar Monaten Unterricht hat beim Trius Vertrieb und ist somit ein Arbeitskollege von Kim. Die Welt ist manchmal echt klein...Das Ganze für einen Wink des Schicksals haltend, habe ich bei Kim nachgehakt, um Mikros zum Testen zu bekommen.



Die Mikros:

Um den Rahmen dieses Erfahrungsberichts nicht zu sprengen, möchte ich gerne auf die Beschreibung einiger technischer Details zu den Mikros verzichten, alle infos gibt es online bei ADK und 3-Zigma, bzw. bei Trius-Vertrieb.

Zum Testen stand mir freundlicherweise ein ganzer Haufen Mikros zur Verfügung:

3-Zigma CHI Wechselkapselsystem :

-Ein großes „Toolkit“ mit 4 Großmembran Kapseln unterschiedlicher Bauart, 4 Mikroverstärker Bodys und 3 Pärchen Kleinmembrankapseln (Kugel, Niere, Hyperniere)

IMG_0839.jpg


-2 einzelne 3-Zigma Bodys mit Großmembrankapsel
IMG_0841.jpg


Die 3-Zigma Serie stellt ein Wechselkapselsystem mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Kapseln und 2 verschiedenen Verstärkerbodies dar.

Die Kapseln:

Kleinmembranen:

- 2x Niere
- 1x Hyperniere
- 2x Kugel diffusfeldentzerrt
- 1x Kugel freifeldentzerrt

Großmembranen:

- 47 (der Kapsel des Neumann U47 nachempfunden)
- 67 (U 67 Nachempfunden)
- 12 (AKG C12 nachempfunden)
- 49 (ebenfalls Neumann angelehnt – m49?)
- 251 (Telefunken ELA M 251 nachempfunden)

Verstärkerbodies:
Es gibt zur Zeit 2 Versionen:

-HA-TL2 Transformatorlos
-HA-FX mit Trafo, dreistufiges Pad, dreistufiges Hochpassfilter

Für das nächste Jahr sind übrigens Bodies mit Röhrenschaltung angekündigt.

Die CHI Mikros lösen zunächst einen ziemlichen „WOW“-Effekt aus. So einen Koffer zu öffnen ist schon echt eine schöne Sache für einen Equipment-Nerd wie mich. Es ging allerdings nicht nur mir so, alle Besucher denen ich den Koffer zeigte, waren zunächst durch den Anblick beeindruckt. Die Mikros sind super verarbeitet und machen haptisch richtig was her. Der Koffer ist für sich genommen schon schön und gibt dem Ganzen einen sehr edlen Touch. Die Großmembrankapseln liegen satt in der Hand und die Gewinde sind präzise gearbeitet, auch wenn man ein wenig Übung braucht, um die Kapseln mit dem feinen Gewinde zu tauschen.
Die beiliegenden Spinnen tun ihren Dienst und fügen sich optisch gut ein. Hierbei lässt allerdings die Haptik der stufenlosen Winkelarretierung etwas zu wünschen übrig. Sie funktioniert zwar tadellos, fühlt sich aber leider etwas weniger „satt“ an, als der Rest der Komponenten. Leider sind in den Spinnen auch keine Adapter auf das hier übliche Gewindeformat für Mikrostative bei, so dass ich meine 1/4 Zoll auf 3/8 Zoll Adapter aus anderen Mikroklemmen herausschrauben musste, um die Spinnen zu benutzen. Ich vermute, dies wird bei späteren Lieferungen aus den USA korrigiert werden.

ADK Custom Shop T-FET:

-ein ADK Custom Shop T-FET 47 „Berlin“ Großmembran Mikro


IMG_0842.jpg

IMG_0843.jpg
IMG_0846.jpg


Die Mikros aus der Custom Shop Fet serie haben dieselben Kapseln, wie die CHI. Ansonsten sind diese Mikros die klassischen dicken „Flaschen“, wie man sie von anderen Herstellern kennt. Hochpassfilter, Pad und Charakteristiken lassen sich schalten. Diese Mikros gibt es wahlweise mit jeder der für die CHI Serie gefertigten Kapseln.

Die T-Fet Serie hat eine transformatorbasierte aber röhrenfreie Schaltung und ist laut Hersteller auf Gesang optimiert.

Dieses Mikro kam im schönen Alukoffer daher und hat alles an Zubehör dabei, was man sich wünschen kann (Kabel, Spinne, Poppschutz, Windschutz zum Aufstecken).
Optik und Haptik sind spitze.


ADK Custom Shop Z-Mod

Modell 47 „Berlin“

Die Z-Mod Mikros sind Großmembran Röhrenmikros, die wiederum dieselben Kapseln, wie die CHI oder die T-FET mikros haben. Funktionstechnisch sind diese Mikros den T-Fet sehr ähnlich, jedoch lassen sich 9 Charakteristiken am Netzteil schalten. Bei Bestellung hat man sogar Einfluß auf die genaue Verwendung der Mikrofon-Innereien und kann zwischen Röhren und Transformatoren wählen. Dem Mikro liegen auch Ersatzröhren bei. Weitere Details bitte bei adkmic.com nachschlagen, es git eine Menge infos und Varianten dieser Mikros...

IMG_0847.jpg



IMG_0848.jpg

IMG_0849.jpg

Klotzen, nicht kleckern.
Ein Vorteil dieses Mikros ist, dass man im Zweifel mit dem beiliegenden Koffer auch einen Familienurlaub machen kann, selbst wenn zuhause keine Koffer mehr vorhanden sind.
Äußerst edel kommt dieses Mikro mit samt Zubehör und Verpackung daher, alles wirkt höchstwertig, der haptische Eindruck ist hervorragend.





TEST:

Getestet habe ich die Mikros an folgenden Quellen:
- Männerstimme (Bariton)
- Kinderstimme (Alt/Sopran)
- Flamenco-Gitarre (natürlich Nylon)
- mono Drum-Overhead.
- Sprache


IMG_0770.jpg


IMG_0773.jpg

Zum Vergleich standen außerdem folgende Mikros zur Verfügung:

Bei Drums und Gitarre:

Audio Technica ATM-450
Rode NT-5
Neumann KM 84
Schoeps MK41
Nohype-Audio LRM-1 Bändchenmikro mit Lundahl-Option

Bei Gesang:

Brauner Phantom-C
Brauner VMA


Ursprünglich wollte ich die Samples direkt hochladen, so dass sich jeder ein eigenes Bild machen kann, ich habe mich letztlich aber doch dagegen entschieden, weil hierdurch genauso gut falsche Eindrücke entstehen können. Ich finde man sollte die Mikros in seiner eigenen, gewohnten Recording-Umgebung testen, um verlässliche Schlüsse ziehen zu können. Die Samples, die ich mir beispielsweise auf Gearslutz zu meinen CM3 im Vergleich zu Schoeps MK41 angehört habe kommen den Erfahrungen in meinem eigenen direkten Vergleich dieser Mikros überhaupt nicht nahe.
Ich halte es also definitiv für besser, selbst zu testen und das lohnt sich in diesem Fall unbedingt !!


Ich habe mir alle Samples verteilt auf einen Zeitraum von mehreren Wochen sehr häufig auf mehreren Kopfhörern (Shure InEar, AKG K 702, einfache Sennheiser), über meine Studioboxen (SAC Duetta Aktiv 3-Wege mit ETON Bestückung, Samson Rubicon R6a) und im Auto (Bose) angehört. Die spezifischen Klangfarben der unterschiedlichen Mikros ließen sich auf allen Abhören nachvollziehen und die Eindrücke waren immer dieselben, wobei die Unterschiede zwischen den Samples je nach Qualität der Wiedergabekette natürlich in der Intensität unterschiedlich waren.


Klang:


Rode NT 5 :
zischelig, scharf und dünn, ohne dass wirklich mehr Hochtondetail, als bei den anderen Mikros vorhanden wäre. Ich habe diese Mikros früher mal ganz gut gefunden und z.B. bei Kontrabass und Lesley Cabinet gute Ergebnisse erzielt, aber in diesem Zusammenhang und in dieser Vergleichsriege fällt das NT5 leider ziemlich ab. Vielleicht liegt es auch am Raum oder den Becken, aber grundsätzlich finde ich das Rode im Vergleich klar am schlechtesten. Dieser Eindruck bestätigt sich auch an der Gitarre, wobei die Nylonsaiten die Schärfe des Mikros nicht so stark triggern, wie die Becken des Schlagzeugs. An Nylonsaiten also für meine begriffe eher brauchbar, aber im Vergleich zu den anderen Mikros leider unterlegen.

ATM-450:
Besser, als das Rode aber tendentiell auch eher scharf, dafür passiert untenrum mehr, als beim NT5. Besonders detailliert sind die Takes trotz der stärkeren Höhen als die anderen Mikros auch nicht wirklich, trotzdem mag ich die ATM450 besonders für Toms und Perkussion im Nahfeld sehr.


LRM-1:
Sehr weiche Höhen und ziemlich fett! Deutlich weniger frisch, als die Kondensatorriege, aber sehr schön. Gut mit EQ formbar und wird im Hochton nie scharf, auch wenn man mit dem EQ richtig reinlangt. Der Bassbereich ist vielleicht etwas weich, trotzdem kann man mit diesem Mikro sehr gute Ergebnisse erzielen. Spitzen Mikro für Raummikrofonie und für weich klingende Overheads. Preis/Leistung spitze!

Line Audio CM3:
Der Preis/Leistungs Kracher schlechthin . Für 100€ netto bekommt man ein Mikro, das definitiv erheblich näher an den „großen“ Kollegen dran ist, als es der Preis vermuten ließe. Im Vergleich zu den „Big Boys“ fällt die geringfügig mindere Detailauflösung auf. Ansonsten klingt dieses Mikro sehr neutral und authentisch. Ein super „multi-purpose“ Mikro für natürlich klingende Aufnahmen in jedem Genre!

KM 84:
Spitzenmikro. Dem CM3 nicht unähnlich, jedoch etwas frischer und detaillierter. Zurecht ein Klassiker. Die KM 184 kenne ich leider nicht, so dass ich keinen Vergleich ziehen kann.

Schoeps MK 41:
Toll! Dieses Mikro klingt an den getesteten Quellen immer toll. Schoeps bekommt den Spagat aus Höhenanhebung im Brillanzbereich/Airband und der Vermittlung eines beinahe „übernatürlichen“ Klangbildes hin. Sehr frisch aber überhaupt nicht scharf, äußerst detailliert, außerdem sehr gut repräsentierter Bassbereich. Leider hat diese Qualität auch ihren Preis, viel teurer wird´s nicht mehr...

Brauner VMA:
Die Brauner habe ich nur an Gesang gehört. Das VMA klingt spitze.
Es ist sehr detailliert und sehr fokussiert. Die Stimme hat mit diesem Mikro viel Platz im Mix, es klingt nicht breit, sondern im positiven Sinne eng. Außerdem scheint sich ein leichter, edler „Halo“ um die Stimme zu schmiegen. Leider/zum Glück ist dieses Mikro im Hochton nicht gerade unterrepräsentiert, so dass Konsonanten durchaus etwas spitz klingen können. Währen diese Hochtonpräsenz der Bariton Stimme hilft, sich durchzusetzen, klingt die Kinderstimme mit diesem Mikro leider für meinen Geschmack etwas zu scharf. Für die richtige Stimme ist das Brauner ein Sahneteil, jedoch für meine Begriffe leider nicht so vielseitig, wie andere Mikros im Testfeld.

ADK Z-Mod:
Das Z-Mod ist dem Brauner VMA nicht unähnlich. Auch hier höre ich diesen edlen „Halo“ um die Stimmen. In dieser Hinsicht setzen sich die beiden Röhrenmikros für meine Ohren von den anderen Kollegen ab. Das ADK klingt jedoch im Hochton nie scharf, so dass es bei beiden getesteten Stimmen sehr gut funktioniert. Die 47 Kapsel arbeitet in der Röhrenvariante hervorragend. Dieses Mikro ist für Gesang mit edlem Touch in diesem Testfeld eins meiner Favoriten. Spitze!!

Brauner Phantom:
Das Phantom klingt sehr detailliert und ziemlich frisch. Im Vergleich zum VMA fehlt jedoch der edle Touch und die Frische im Klang kann schneller als beim VMA scharf wirken. Ohne direkten Vergleich zu den anderen Mikros des Tests würde ich diesem Mikro sicherlich Bestnoten attestieren, jedoch finde ich einige andere Mikros des Tests vielseitiger und angenehmer im Sound. Ein tolles Mikro, das aber zur Quelle passen muss. An Bariton Stimme noch mehr als brauchbar, fällt das Mikro an der hellen Kinderstimme in diesem Vergleich für meine Begriffe wegen der zu starken Hochtonpräsenz durch.

ADK T-Fet 47:
Man würde nicht vermuten, dass in diesem Mikro die gleiche Kapsel, wie im Z-Mod steckt. Das T-Fet klingt erheblich dunkler, als die Röhrenvariante. Nicht muffig, aber deutlich dunkler. Das T-Fet hat für meine Ohren den deutlichsten „Vintage-Charakter“ aller Mikros im Test. Sehr weich und ohne jegliche Schärfe zeigt sich das Mikro genau so, wie es beworben wird. Mir persönlich wäre der Sound vielleicht etwas zu weich, wobei man mit EQ gut eingreifen kann, ohne dass das Mikro dadurch spitz klingen würde. Ich finde das Mikro super, aber es ist schon eher speziell. Wenn man diesen weichen Sound haben möchte, bekommt man (ich) ihn ohne solch ein Mikro nicht hin, egal wie sehr man im Mix rumschraubt. Für durchsetzungsfähige Pop Vocals in einem dichten Mix würde ich lieber ein anderes Mikro nehmen.
Für eine entspannte Bossa/Jazz Produktion mit Platz im Arrangement ist dieses Mikro allerdings geradezu prädestiniert. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass eine 251, 67 oder 12 Kapsel in diesem Body die Vielseitigkeit des Mikros stark erhöhen würde. Die Frische einer 12er Kapsel kombiniert mit der weichen, samtigen Färbung der Elektronik dürfte eine herausragende Kombination sein!



3-Zigma CHI 12:

Das CHI mit der 12er Kapsel hat einen sehr durchsetzungsfähigen, datailreichen, hellen Sound mit solidem Bassfundament. Trotz des frischen Klangbildes wird das Mikro nicht so scharf, wie die Brauners, Rode und ATM450. Es klingt wirklich edel, nicht wirklich neutral aber an jeder getesteten Quelle großartig!

3_Zigma CHI 251:

Die 251 Kapsel geht sehr in die 12er Richtung, ist aber noch etwas fetter und leicht weniger präsent im Hochton. Mein Favorit aus diesem Testfeld, diese Kapsel ist fantastisch! Keine Schärfe, edel, detailliert, fett und nicht scharf. Wow. Je nach Mikroposition kann es im Bass beinahe schon etwas zuviel werden, aber ein wenig EQ darf man ja ruhig verwenden. Oder man nimmt das 12er...SPITZE!

3-Zigma CHI 47:

Die 47 klingt erwartungsgemäß etwas bedeckter im Hochton und wider mein Erwarten nicht fetter im Bass (man liest ja so oft vom fetten Sound des U47, aber das 251 ist das fetteste in diesem Feld) aber die Mitten sind stärker repräsentiert, und die Konsonanten bei Gesang werden noch weicher. An der Gitarre gefiel mir das 47 erstaunlich gut, es klang durch die geringere Hochtonpräsenz als beim 12/251 etwas „retro“ und sehr natürlich. Für moderne Hip-Hop oder Jazz orientierte Overheadsounds auch sehr gut!

3-Zigma CHI 49:

Das 49 geht noch einen Schritt weiter in dieselbe Richtung, wie das 47.
Konsonanten werden noch weicher, der allgemeine Sound wird mittiger. Deswegen gilt für meine Begriffe das gleiche, wie für das 47, nur eben ein Level weiter. Je nach Stimme kann ein „S“ schon mal in Richtung „F“ gehen. Allerdings sind Höhen grundsätzlich da, man kann sie mit dem EQ holen, lustigerweise wird dieses Mikro dann aber eben nicht scharf, sondern nur heller. Das ist schon echt super!





3-Zigma CHI 67:

Die 67 er Kapsel klingt wieder mehr in Richtung 12/251 aber nicht so fett und etwas weniger präsent im Air-Band. Trotzdem ist sie näher an 12/251 als an den 47/49. Wenn ich nur 1 Mikro aus dieser Serie nehmen würde, wäre es das 67 oder 251, wobei das 67 wegen der subjektiv flacheren Kurve vielleicht vielseitiger ist. Wenn aber die anderen Kapseln auch zur Verfügung stehen ist es die Variante, die den geringsten Charakter und daher für mich am ehesten verschmerzbar wäre. Das 67 funktionierte an allen Quellen gut und lässt an der Kinderstimme immerhin die dicken Brauner hinter sich, wobei mir die anderen CHI Kapseln grundsätzlich besser gefallen, als die 67.


3-Zigma CHI KM Niere:

Die Nierenvariante der Kleinmembrankapseln aus dem CHI System klingt der 12er Großmembrankapsel ähnlich, allerdings scheint der Klang etwas fokussierter und etwas weniger fett zu sein. Ideal für Overheads bei Schlagzeugabnahme mit zusatzlicher Nahmikrofonie. Das Auflösungsvermögen ist durchaus mit dem Schoeps vergleichbar, wobei das CHI etwas crisper in den hohen Mitten ist, als das Schoeps. Reine Geschmackssache, welches der beiden man besser findet, hier höre ich definitiv keine erkennbaren Qualitätsunterschiede, nur eine etwas andere Färbung.

3-Zigma CHI KM Hyperniere:

Bei der Hypernierenvariante hört man deutlich die engere Charakteristik heraus. Ich habe dieses Mikro auch an Hihat ausprobiert und noch nie eine so gute Kanaltrennung zur Snare bei gleichzeitig hochwertigem Sound gehabt. Dieses Mikro ist dem Schoeps durch die vergleichbare Charakteristik dann sogar noch näher, wobei die grundsätzlichen Unterschiede in der Klangfarbe auch hier nachvollziehbar sind.


3-Zigma CHI KM Kugel Diffusfeldentzerrt:

Dieses Variante klingt ihrer Charakteristik entsprechend räumlicher, als die anderen Exemplare. Der „Haussound“ des CHI Systems ist allerdings auch hier durchhörbar. Crisp, hochauflösend und definiert, in diesem Fall mit erhöhter Räumlichkeit kombiniert. Vorausgesetzt der Raum ist gut, lassen sich hiermit sehr gute Raumaufnahmen erstellen. Auch im Nahfeld an der Gitarre fand ich dieses Mikro sehr gut, wobei mir persönlich der gerichtetere Sound der anderen Kapseln besser gefällt. Mein Aufnahmeraum klingt außerdem sehr kurz und leicht hart im hohen Mittenbereich, so dass zwar gerichtete Nahfeldmikrofonie mit künstlichem Raum zu guten Ergebnissen führt, aber Mikrofonpositionen und Kapselcharakteristika die hohe Raumanteile aufzeichnen meistens Kontraproduktiv sind.

FAZIT :

Ich bin ein Fan von ADK/3-Zigma geworden. Ich hätte nicht vermutet, eine so hohe Qualität von diesen Mikros geboten zu bekommen, wobei ich im Besonderen das 3-Zigma Modularsystem loben muss. Die Tatsache, dass die Mikros aus dieser Reihe qualitativ mit etablierten Mikros aus dem Premiumsegment deutscher Fertigung mithalten können spricht eine deutliche Sprache. Wenn Trius es schafft den Dollarpreis ungefähr 1:1 in Euro umzusetzen, dann sind die 3-Zigma absolute Superschnäppchen. Selbst die teureren (und exklusiveren) Custom Shop Modelle wären definitiv nicht überteuert, lägen sie doch trotz der besseren Ausstattung mit Accessoires durchaus noch unterhalb oder gleichauf mit den qualitativ vergleichbaren Produkten der etablierten Hersteller.
Ich kann jedenfalls jedem DRINGEND empfehlen, diese Mikros mal anzutesten, um sich ein eigenes Bild zu machen.
Wenn Geld keine Rolle spielt oder wirklich nur ein einzelnes (Gesangs)Mikro gesucht wird, lohnt sich der Blick in Richtung ADK Custom Shop durchaus. Wenn es allerdings um die (im Sinne des Wortes) preiswerte Ausstattung mit mehreren Mikros unterschiedlicher Couleur geht, ist das Antesten eines solchen 4x10 Toolkits meines Erachtens ein Muss.

Ich hoffe, trotz meiner zugegebenen Fanboy-Attitude ein ausreichend objektives Statement abgeliefert zu haben und vielleicht dem ein oder anderen weitergeholfen oder zumindest unterhalten zu haben.

Vielen Dank nochmals an Kim Braun vom Trius Vertrieb für die Leihgabe der Mikros.

Gruß,

Daniel
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Großartig! Mir bleibt die Spucke weg. :mampf:

Mir auch, da werden Mikrofone in einen Topf zum Testen geworfen die unterschiedlicher gar nicht sein können.
Das ein Rode nicht gegen ein Shoeps geschweige denn Brauner anstinken kann dürfte auch dem letzten Hobbysoundtüftler klar sein. Ein Mikro unter 500 € mit welchen zu vergleichen die weit über dem 4 oder Mehrfachen liegen ist absolut daneben. Da wird das "Billigteil" immer schlecht weg kommen. Da hat ja schon Neumann kaum Chancen mehr.

Wenn man die Oberliga testet, dann muß man auch in der Klasse bleiben.
Hier hat sich einer viel Mühe gemacht Produkte zu loben, die für die meisten User hier eh unerreichbar bleiben.

Greets Wolle
 
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(...) Ein Mikro unter 500 € mit welchen zu vergleichen die weit über dem 4 oder Mehrfachen liegen ist absolut daneben. Da wird das "Billigteil" immer schlecht weg kommen. Da hat ja schon Neumann kaum Chancen mehr.

Wenn man die Oberliga testet, dann muß man auch in der Klasse bleiben. (...)
Nein. Das ist Statusdenken. Der Adel bleibt unter sich und Parias bleiben Parias. Nicht zwangsläufig ist ein günstiges Mikro schlecht(er). Da wird oft auch viel in Namen eingepreist. Allein richtig ist, dass man beim Kauf eines teuren Mikros ohne zu testen sicherer sein kann, nicht in die Kloschüssel zu greifen. Aber gesichert ist auch das nicht.

Mikrofone muss man sich immer anhören (meine ich). Sie haben einen eigenen Charakter, Stärken wie Schwächen. Das betrifft jede Preiskategorie. Ich kaufe ein Mikrofon nicht nach Preis, sondern anwendungsbezogen nach seinem Klangcharakter.

Was mir jedoch an obiger Besprechung fehlt, sind Links zu den Bezugsquellen, Manuals oder wenigstens technischen Daten (...wie hoch ist das Eigenrauschen?...) Preise wären auch nicht schlecht, aber die ändern sich ja mit der Zeit.
 
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Ich finde es völlig legitim und auch erhellend, teure Mikrofone gegen billigere zu vergleichen. Gerade in einer Branche, in der gerne preisgünstige Produkte mit Namen, Aufmachung und Werbung ausgestattet werden, die suggerieren, man könne hier für wenig Geld eine Äquivalent zu einem legendären Spitzenprodukt erwerben.

Die Frage ist ja dann nicht unbedingt: ist ein 3-Zigma CHI 47 wirklich genau wie ein originales Neumann U47, sondern wie weit ist es davon entfernt und lohnt es sich, auch wenn es nicht ganz heranreicht.
 
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Moin!

Sie haben einen eigenen Charakter, Stärken wie Schwächen. Das betrifft jede Preiskategorie

Schon klar, und manche billigen kommen auch ganz gut weg und vor allem taugen etwas. Rode ist z.B. so eine Firma die im unteren Preissegment eine gleichbleibende Qualität abliefert.

Aber man sollte schon in der gleichen Liga bleiben um dort vergleichen zu können, und das hat jetzt nix mit Färbung und den anderen Komponenten zu tun.
Ich kann auch nicht einen VW Golf mit einen Ferarri vergleichen. Allein die Wertigkeit der verbauten Elemente ist doch schon eine andere Liga. Die Signaltreue sowieso. Wo ich beim 500 Euro Mikrofon noch Unsauberheiten im Frequenzgang habe, braucht man bei einem 4000 Euro Teil nicht mehr drüber reden. Wenn du weißt was ich meine.

Die Frage ist ja dann nicht unbedingt: ist ein 3-Zigma CHI 47 wirklich genau wie ein originales Neumann U47, sondern wie weit ist es davon entfernt und lohnt es sich, auch wenn es nicht ganz heranreicht.

Ja klar, aber um das herauszufinden muss ich den Kandidaten dem Original gegenüberstellen und nicht mit anderen Nachbauten allein vergleichen. Das ist in meinen Augen, Äpfel mit Birnen vergleichen.

Und wenn ich hier ein Mikrofonkit habe welches Ü 4000 Euronen kostet, welches hierzulande auch noch unbekannt ist, dann stelle ich mir die Frage, wie kann es erst einmal mit den gleichwertigen mithalten. Bis ich dann irgendwann mal da ankomme, das ich mir das Mikrofon nach dem Klang aussuche. Was hier aber im Board bestimmt nicht viele User machen können, da ihnen die finanziellen Mittel dazu fehlen werden.

Greets Wolle
 
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ich bin mal richtig böse und schreibe die Audiofiles fehlen nicht aus dem angegebenen Grund...
(das Argument ist zweifellos nachvollziehbar, aber passt letztlich auf jedes Mikrofon)
da ist das angesprochene Statusdenken sicher zielführender, als ein '... ich hör' da keinen Unterschied' :gruebel:

cheers, Tom
 
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Mit was sollte man vergleichen und mit was wird verglichen? Eine Frage die sich mir schon lange stellt.

Wie ist das z.B. bei Bonedo mit dem Sternvergabesystem.

Ein Oktava MK012 hat dort z.B. 5 Sterne. Ein AKG C451B "nur" 4 1/2, ebenso wie ein Rode NT5.
Ein Schoeps V4 U auch 5 Sterne.:D Also so gut wie das Oktava.;)

Und was soll mir das Ergebnis signalisieren? Oder ist das in Ranges unterteilt? Ich jedenfalls kann da nix erkennen.
 
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Hallo,
die Audiofiles fehlen nicht aus dem angegebenen Grund...
Du meinst ... :evil:
Ich finde den Beitrag durchaus interessant. Ein Urteil zu den Mikros kann ich mir damit zwar nicht erlauben, aber dennoch ein lesenswerter Beitrag.
Interessant wäre natürlich auch ein Mikro aus der "Studio" Line (also die Einsteigerklasse). Bei MP in Ibbenbühren gibt es die auch.
Grüße
Markus
 
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Mit was sollte man vergleichen und mit was wird verglichen? Eine Frage die sich mir schon lange stellt.

Wie ist das z.B. bei Bonedo mit dem Sternvergabesystem.

Ein Oktava MK012 hat dort z.B. 5 Sterne. Ein AKG C451B "nur" 4 1/2, ebenso wie ein Rode NT5.
Ein Schoeps V4 U auch 5 Sterne.:D Also so gut wie das Oktava.;)

Und was soll mir das Ergebnis signalisieren? Oder ist das in Ranges unterteilt? Ich jedenfalls kann da nix erkennen.
Yepp, die Vergabe der Sterne ohne Bezug auf die Klasse (Einsteiger, Mittel etc.) ist wenig erhellend.

Die 5 Sterne bekommen die Mikros in bezug auf Ihre Preisklasse.

Besser wäre es absolute Klassen zu vergeben, sprich, bewegt sich das MIkro in der Mittelklasse oder ist es ein Spitzenklassemikro.
Dieses System hat auch so seine Tücken, was heißt schon Spitzenklasse, auf was bezogen, auf welches Signal, gilt das immer und so weiter und sofort.

Man muss auch gleiche Voraussetzungen (gleiches Equipment, gleiche Sänger, Gitarristen, gleicher Raum und vieles mehr) haben, sonst ist das wenig erhellend.
Der TE schrieb ja schon, die Files im Internet ergaben andere Ergebnisse wie bei ihm.

Ich habe einen immer gleichen Aufbau, mache das alles selbst, um die komplette Kontrolle zu haben.

Klar ist aber auch, ohne den ganzen Range einer MIkrofongattung zu kennen (von günstig bis edel) wird man Mikros nicht vollständig beurteilen können.
Wenn man mal mit einem 3000€ oder teurer gearbeitet hat, und zwar länger als zwei Wochen, eben auch bei vielen Produktionen, da lernt man den Unterschied zur Klasse tiefer kennen. Das ist leider so.

Da ja aber viele User das Hobbymäßig betreiben, muss man auch auf dem Teppich bleiben, und den Preis/Leistungssieger finden können.
Aber das ist auch schwer. Ich persönlich habe für jeden Preis so meine Preis/Leistungssieger ;)
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
Zum Thema:
Die Zigma Großmembraner wie die Custom Serie von ADK müsste man mindestens mit der Creme de la Creme der deutschen Ingenieurskunst bzw. den USA-Boutiquemikros vergleichen.
Also, bspw. Röhrenmikros von Gefell (UM900, UM92.1s, M990 etc.) oder Flea 49 wie Blackspade UM17b (was noch das günstigste Mikro ist in der Topklasse).
 
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Ich finde den Beitrag durchaus interessant. Ein Urteil zu den Mikros kann ich mir damit zwar nicht erlauben, aber dennoch ein lesenswerter Beitrag...
den Beitrag und die Vorstellung des Sets finde ich auch lesenswert...
aber nicht einmal Teile der vorhandenen Aufnahmen zu veröffentlichen, mit dem Argument: da könnte ein falscher Eindruck entstehen... grenzt fast an Etikettenschwindel.
Absolut jedes Mikrofon klingt in jeder Umgebung und bei jedem Benutzer anders.
Dabei habe ich nicht mal an einen 'shootout' gedacht... eine Gegenüberstellung fände ich eher sinnfrei.
Aber die Hauptakteure zumindest mal anzuhören... soviel sollte man dem Produkt doch zutrauen. ;)

cheers, Tom
 
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Tach zusammen,

aalso, wo soll ich anfangen...?

Zunächst einmal danke an die Forumsmitglieder, die den Erfahrungsbericht gelobt haben. Es war tatsächlich ein großer Haufen Arbeit die Aufnahmen zu erstellen, zu evaluieren und in Textform zu bringen. Schön, dass mein Geschreibsel für manche interessant war.

Da die Preise für Deutschland noch gar nicht feststehen, konnte ich hierzu nicht viel schreiben. Soweit ich weiß, versucht sich Trius am amerikanischen VK zu orientieren und diesen (ca.) 1:1 in Euro umzusetzen - ich meine dies irgendwo in diesem Thread gelesen zu haben. Daraus ergäbe sich ein vermutlicher Preis von ca. 3000-3500€ für das 4x10 Toolkit (USA VK 3000-3500$). Hierzu muss Kim Braun, bzw. Trius was sagen, schließlich verkaufe ich die Mikros nicht, ich habe sie mir lediglich leihen dürfen.

Technische Daten gibt es hier:
http://www.adkmic.com
und hier:
http://www.hybridmic.com

Ich habe mir das aufwändige Aufführen der Daten erspart, weil jede Kapsel in der jeweiligen Konfiguration andere Daten hat.(Daher bitte ich in meinem Erfahrungsbericht auch um das Nachlesen der technischen Details auf der Herstellerseite)

Es überrascht mich sehr, wie man doch durch das äußerst mühevolle Verfassen eines persönlichen, unprätentiös gemeinten Erfahrungsberichts so viel Angriffsfläche bieten kann. Damit hätte ich nicht gerechnet.
Es steht ausdrücklich in meinem Bericht, dass es sich um rein subjektive Eindrücke handelt, die ich (nach bestem Wissen und Gewissen) zu schildern versucht habe. Außerdem versuche ich nicht, jemandem ein Urteil zu den Mikros vorzusagen, sondern empfehle AUSDRÜCKLICH ein eigenes Antesten. Meine Kernaussage sollte eigentlich sein:"Ich finde diese Mikros ausgesprochen gut und PREISWERT. Wenn man gerade Mikros sucht, lohnt sich ein Antesten." Hierzu stehe ich auch.

Man mag mir Überempfindlichkeit vorwerfen, aber wenn ich in einem Gespräch meinem Gegenüber ungeschönt sage, sein Verhalten/Vorgehen/Ansicht seien "total daneben" so hätte ich für meinen Teil die Ebene der höflichen, konstruktiven Kommunikation mit deutlichem Vorsatz verlassen.
Auch kann ich nicht ganz folgen, wenn gemutmaßt wird, ich würde bei meiner Begründung für das weglassen der Files schlicht lügen, weil offensichtlich andere Gründe (von denen ich zumindest nichts weiß) dafür vorliegen. Vermeintlich an der Grenze zum Etikettenschwindel zu wandeln fühlt sich ehrlich gesagt auch nicht wirklich schmeichelnd an.

Schade eigentlich...

Wie kam es zu dieser Mikroauswahl? Ganz einfach, es waren die, die ich mir leihen konnte oder selbst schon hatte. Wenn man schonmal dabei ist, solche Aufnahmen zu machen, ist es ein Leichtes mal eben noch auch das Rode, wenn´s gerade da ist, anzuschließen und mal im Vergleich zu hören. Außerdem wird gerade das Rode oft als preiswerte Alternative zu beispielsweise KM184 gehandelt. Macht es denn dann nicht neugierig, wie sich dieses (gehypte) Mikro gegen andere schlägt? Das CM3 schlägt das Rode für meine Begriffe um Längen, obwohl es die Hälfte kostet. Das CM3 ist meiner Ansicht nach sogar recht nahe am KM84, und zwar TROTZ des Preisunterschieds. Es macht also völligen Sinn, diese Mikros zu vergleichen, weil die Preisklasse mit der Qualität eines Produktes nur bedingt korreliert.

Von einem Setpreis von 3000-3500€ für das Toolkit ausgehend, landet man pro Mikro gerechnet (4 Speisegeräte, 4 Großmembrankapseln, 6 Kleinmembrankapseln, 4 Spinnen und der Koffer) eindeutig in der Mittelklasse. Ich bin ziemlich sicher, dass ausgerechnet Preisbewusste Kunden hieran ein Interesse haben könnten.
Bei MBHO, einem Renommierten Mikrofonhersteller (dort werden zumindest teilweise die Kapseln für Brauner gefertigt) der als preiswerte, gleichwertige Alternative zu Neumann und Schoeps gilt, landet man beim hauseigenen modularen System bei über 6000€ für eine vergleichbare Konfiguration. Bei Schoeps kosten alleine 2 Mikrofonpaare (2 Kapseln, 2 Verstärker) ohne Spinnen schon fast 6000€.
Nach meiner (SUBJEKTIVEN) Einschätzung können die 3Zigma CHI´s (meine persönlichen Favoriten dieser Tests), die preislich zur Mittelklasse gehören, klanglich durchaus zu Oberklasse gezählt werden, und ich ermutige diejenigen, die sich davon überzeugen wollen, dies zu tun.

Nicht mehr, nicht weniger.

Ich habe bereits mehrfach nach Hörensagen und dem Anhören von online Soundfiles Equipment gekauft und bin nach dem Kauf und dem Sammeln eigener Erfahrungen mit dem entsprechenden Equipment zu sehr anderen Ergebnissen gekommen und habe durchaus auch Geld verschwendet. Mittlerweile gebe ich auf online Files gar nichts mehr, sondern suche eher nach in dieser Hinsicht zurückhaltenden Berichten, die ich immer für seriöser halte, wenn die Kernaussage in Richtung "probier´s selbst, aber tendentiell klingt das Gerät/Mikro folgendermaßen..." geht.
Und genau diese Kernaussage wollte ich treffen.

Wenn ich versuchen würde, jemandem die Teile zu meinem persönlichen Vorteil aufzuschwatzen und Soundfiles zwecks arglistiger Täuschung weglassen würde, könnte ich den ein oder anderen Post verstehen.
Da ich jedoch deutlich dazu aufrufe, nicht auf mein Urteil allein zu hören, sondern eben auf das EIGENE Urteil zu kommen (Antesten), verstehe ich die offensichtliche Unbill in manchen Posts leider nicht so ganz.

Wenn jemand trotzdem UNBEDINGT in die Files reinhören möchte, der möge sich bitte per PN melden, ich würde die Takes dann mailen.


Gruß,

Don
 
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Auch kann ich nicht ganz folgen, wenn gemutmaßt wird, ich würde bei meiner Begründung für das weglassen der Files schlicht lügen, weil offensichtlich andere Gründe (von denen ich zumindest nichts weiß) dafür vorliegen. An der Grenze zum Etikettenschwindel zu ist ehrlich gesagt auch nicht wirklich schmeichelnd.
So ist das halt mit der Semantik... oder dem, was Sprache als Interpretationsspielraum mitbringt.
Ich habe das keineswegs persönlich gemeint, aber:
das sind Oberklasse-Mikrofone, sie wurden (auch von dir) als solche vorgestellt, das ganze drum herum etc
eine gute Sache... wäre da noch sehr zurückhaltend formuliert.
Wenn dann 'ein falscher Eindruck entstehen könnte... was könnte damit wohl gemeint sein ? ;)
nach meinem Verständnis bleibt da nur ein unterschwelliges: aber so richtig hören tut man es nicht ... :gruebel:

Bei allen anderen Punkten gebe ich dir vollkommen recht und whitealbum könnte sich den Satz 'Mikrofone muss man in den eigenen 4 Wänden testen' in die Signatur schreiben... so oft wie er den schon betont hat.
Die Aussage ist also durchaus vertraut - speziell bei der Kundschaft, die hier angesprochen werden soll.
Irgendwie ist es ja auch ein bischen gear porn - da gehört das einfach dazu.

In diesem speziellen Fall ist das Audio auch von der Sache her interessant, weil Wechselsysteme nicht sooo häufig sind.

cheers, Tom
 
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Hallo Tom,

Ich kann Dir zwar nicht ganz folgen (ich weiß immer noch nicht, welcher falsche Eindruck jetzt entstanden ist-vielleicht bin ich auch etwas schwer von Begriff ;) ), danke Dir aber für die Bemerkung, dass es nicht persönlich gemeint war.
Ok, hier zum Hören:
https://soundcloud.com/user-68870764/sets/adk3-zigma-vergleich/s-HkWKh

LG,

Don
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
https://soundcloud.com/user-68870764/sets/adk-test-drums/s-TEDHX

achtung, Drumtrack 14 ist von einem anderen Aufnahmetag!!!
 
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ein rein sprachliches Problem:
deine Formulierung bedeutet im Klartext, dass die Aufnahmen den Erwartungen nicht gerecht werden
(selbst wenn da ein Konjunktiv steht... den ignoriert der Leser)
ensteht bei guten Mikrofonen ein falscher Eindruck, dann ist selbiger schlicht und ergreifend ein 'schlechter'

cheers, Tom
 
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sieh einer an, das Gegenteil war gemeint...
 
G
Gast27281
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Moin!

Ich finde diese Mikros ausgesprochen gut und PREISWERT.

Setpreis von 3000-3500€ für das Toolkit

Ich fange mal hier an. Wenn du das preiswert findest, okay deine Meinung, aber 90% der Leute die ich kenne nennen das teuer. :)

Ich selber kann mir besagte Mikrofone für mein kleines bescheidenes Studio nicht leisten. Aber ich arbeite hin und wieder in der Klassikszene und komme dort auch an die dort heimischen Mikrofontypen heran, Schoeps, Microtech Gfell, Brauner usw. Das ist aber die absolute Oberliga der Mikrofonbranche und einigen Musikern dürfte noch nicht einmal der Name dieser Firmen bekannt sein. Wenn du also deine Testteile in einem Atemzug mit solchen Firmen nennst, dann befindest du dich in der Top Ten der Mikrohersteller und nicht im Mittelfeld und schon gar nicht im Bereich des schmalen Geldbeutels.
Und das ist die Crux, denn wie schon weiter vorn beschrieben, kann ich keinen VW Golf mit einem Ferrari oder Lamborghini vergleichen, aber ich kann beide letztgenannten miteinander vergleichen.

Versteh mich bitte nicht falsch, du hast dir mit deinem Bericht hier allein schon große Mühe gemacht und der ist u.a. auch gut geschrieben, im Prinzip ein super Review eigentlich, wenn da noch einige Punkte negativ wirken. Einen hast du nun mit Tom besprochen.
Für dich mögen Soundfiles keine Aussagekraft habe, für sehr viele andere aber eben doch.

Weiterhin fällt die Nähe zum Hersteller / Vertrieb doch schon auf. Auch wenn du das hier löblicherweise auch anführst. Aber das.mir ein Laden, Vertrieb, what ever mal.so mir nichts dir nichts mal eben ein paar von diesen Mikros nur zum testen gibt, ist schon mal etwas seltsam. Ich habe auch einiges an Beziehungen und weiß. Wie schwer es ist gerade an teures Equip zu kommen.

Weiter bin ich hier schon sehr lange aktiv und kenne das Klientel welches hier ist, und da liegt diese Liga leider etwas mehr darüber. Schön klar, das man solchen Leuten auch mal zeigen kann was es sonst noch gibt.

Alle diese Punkte spielen hier in unser Feedback mit hinein.

Vielleicht lässt sich ja der Vertrieb oder der Produktspezialist auf einen Test im MB ein? Dann können wir das Ganze ja auch mal nach unseren Reglements durchspielen.
Bis Dato akzeptieren wir das hier als einen Erfahrungsbericht für den du dir sehr viel Zeit genommen hast! Danke dafür auf alle Fälle.

Greets Wolle
 
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Danke für die beschwichtigenden Erläuterungen Wolle :great:.

Meine Nähe zum Vertrieb habe ich ja im Erfahrungsbericht erklärt. Ich war eh schon spitz auf die 3-Zigma, schon bevor ich erfuhr, dass es einen deutschen Vertrieb gibt. An sich hatte ich MBHO ins Auge gefasst, um mir mal ein modulares System zum Testen zu besorgen, bevor ich durch Recherche auf 3-Zigma gestoßen bin. Dass Trius mir so lange diese Mikros geliehen hat, liegt doch ganz klar daran, dass die neue Marke hier etabliert werden soll. Eine solche Mikrosammlung zum Testen hätte ich von Schoeps sicher nicht bekommen, gell...?

Preiswert heißt in diesem Fall nicht billig, das ist schon klar. Die Custom Shop wären für mich definitiv auch unerreichbar und der Aufpreis zu den CHI´s würde sich für mich nicht lohnen, mein Goldesel ist halt unterwegs...

Bei den üblicherweise (für Highendkomponenten) als preiswert eingestuften Produkten von MBHO kosten die Großmembrankapseln ca 600 netto, die Kleinmembranen ca 175 netto (Hyperniere 220) , die Spinnen ca 110 netto und die Verstärker ca 275 netto.
Geht man von ähnlicher Preisstaffelung innerhalb der Komponenten bei CHI aus, kommt man beim Toolkit bei 3500€ brutto (wenn das dann der VK wird) auf netto Einzelpreise von (stark gerundet) 60€ für Spinne, 120€ für KM-Kapsel, 180€ Verstärker und 350€ für die Großmembranen. Hieraus ergibt sich wiederum ein Einzelpreis von 300€ netto komplett für ein Kleinmembranmikro und 530€ für ein Großmembranmikro. Damit liegen wir durchaus im Bereich von Rode/ Audio Technica. Deswegen finde ich das Set preiswert. Wie gesagt , natürlich nur meine Meinung...

Bei den Gesangstakes sind übrigens keine billigen Mikros dabei, lediglich bei den Drumtakes sind 4 von den 14 Files mit Atm450, LRM-1, CM3 und NT5 gemacht. Wir können diese Files ja "Vergleichsgruppe" nennen.

Funzen die Links?

LG

Don
 
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Ich will mal was Generelles zu Soundfiles sagen, die man sich ggf. zum Vergleich anhören könnte. Es gibt viel zu viele Variablen, um damit tatsächlich Aussagekräftiges zu untermauern. Mir fällt da nur ein: a) Kompressionsformat, das die Nuancen zerstört. Nicht umsonst nimmt man i.d.R. ein WAV-File auf, sogar 88kHz nutzt so mancher. Was soll da ein MP3-Soundfile aussagen? b) Mikrofonvergleiche inkl. Soundfile müssen auf die gleiche akustische Quelle, im selben Abstand und Winkel und zur gleichen Zeit angefertigt sein, um aussagekräftig zu sein. Ansonsten vergleicht man Äpfel mit Kohlköppen. c) Vorverstärker: gleiche Einstellungen sind ein Muss. Aber bei hochpreisigen Top-Liga Mikros sind die besten der besten Vorverstärker gleichfalls ein Muss, sonst geht die Signalkette u.U. durch den Bottleneck eines Low-Budget Gerätes mit fraglichen Qualitätswerten. Weiterhin sagt die Verwendung eines gewissen Vorverstärkers nichts darüber aus, wie das Mikro am eigenen Vorverstärker klingt. d) kritisches Klangmaterial: wer kann schon auf alles zugreifen, was ein Mikro an die Grenzen seines Übertragungsbereichs führt? Und das noch im Vergleich? Utopisch! Das, was mir einfiele, ist ein Test zum Signal-Rausch-Verhältnis, denn sowas hat Realitätsbezug. Lassen sich doch rauscharme Mikros weit besser aussteuern und für sensible, leise Aufnahmen verwenden und nicht nur für Knüppelrock zur Abnahme der Gitarrenbox. Rauschfreiheit ist anwendungsbezogen von Nutzen. Aber wer, wenn er nicht für einen wissenschaftlich korrekten Test ordentlich bezahlt würde, kann sich die Zeit und die Ausstattung nehmen, solches anzufertigen? Nur Nerds. Und vermutlich nur Nerds in einem Labor.

Was ist also von Soundfiles zu halten? - Nichts. Denn sie sind schlicht nicht aussagekräftig. Allein der Test bei sich selbst zuhause am eigenen Equipment zeigt auf, ob ein Mikro zu einem passt oder nicht. - Ehrlich gesagt finde ich es sogar ärgerlich, hier mit solchen Binsenweisheiten ankommen zu müssen. Ich war bislang davon ausgegangen, dass sich hier im Forum Kenner der Materie bewegen und keine kwlxkwn. :mad:
 
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Ich schließe mich rbschu an! Besser hätte ich das nicht erklären können. Deswegen wollte ich ursprünglich keine Files posten....
Gruß
Don
 
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