Grundvoraussetzungen für Schlagzeugunterricht bei Kindern

Wenn ich lese dass manchen Menschen Rhythmusgefühl angeboren sei ("bekräftigt" mit dubiosen, wenig haltbaren Quellen) und man bestimmte Leute die einen gewissen Standard nicht erfüllen ausschließen sollte, dann könnte man meinen die AfD hätte ihren Wahlkampf in die Musikszene verlagert :igitt:

Zum eigentlichen Thema:
Ich unterrichte einige Schüler die erst sechs Jahre alt waren als sie begonnen haben, bzw. habe regelmäßig Neuanfänger in dieser Altersklasse.
Klar haben einige Kinder eine steilere Lernkurve als andere, aber da spielen viele Faktoren mit.
Manche machen halt erst nach zwei oder drei Jahren einen Lernschub, während andere ab da eher stagnieren, nachdem sie einen super Start hingelegt haben.
Manche haben immer wieder mit den selben Sachen Probleme, manche mit fast gar nix.

Von allen Schülern die ich bisher hatte (und da ist das Alter völlig egal), hatte ich schon sehr fitte bis absolut unfähig dabei.
Aber bei keinem hätte ich von vornerein und so pauschal wie ich das jetzt hier lese ausgeschlossen, dass sich das nicht bessert wenn eben regelmäßig geübt wird.
So oder so ist das aber auch keine Grundvoraussetzung, denn nicht jedes Kind (also...eigentlich keins, das ich bisher erlebt habe) geht mit dem Gedanken, später mal seinen Lebensunterhalt mit Trommeln zu erbringen, an das Instrument an.

Prinzipiell ist der Lehrer neben dem Eigeninteresse des Kindes der wichtigste Faktor, denke ich.
Wenn das Verhältnis zwischen den beiden harmoniert, funktionierts auch mit Lernen, Üben, und der Einsatzbereitschaft besser.
Fährt der Lehrer ein unpassendes Konzept, wird das auf Dauer nicht funktionieren.

Die Kids wollen Spaß haben, den Schulalltag aus dem Kopf bekommen und die letzte Single von Mark Forster mittrommeln.

Insofern sind die Voraussetzungen, die ich an neue und sehr junge Schüler stelle:
- Eigeninteresse
- Bereitschaft zum regelmäßigen Üben
- grundlegendes Zahlenverständnis
- Körpergröße die es erlaubt, zumindest an einem Set mit 18"-Kick ordentlich zu sitzen

...und Taktgefühl...
 
Bei manchen Eltern aber leider schon...gerade im Bereich Musik und Sport sind es zu vielleicht 25% Veranlagung / Begabung des Kindes (wenn man wie schon geschrieben überhaupt davon ausgehen kann, dass es soetwas gibt) und zu 75% das strenge Regiment der Eltern, die mit allen Mitteln versuchen ihr Sprößling zu einem "Star" zu machen. Was das dann noch mit Spaß und Freude zu tun hat :nix: ? Da wäre es mir doch lieber mein Kind würde das Instrument links liegen lassen als das ich täglich mit der Knute hinter ihm stehen würde und ihm den Erfolg "einprügle"....

Da werden die unerfüllten Träume und Wünsche auf das arme Kind projiziert. Nach dem Motto "wenn es bei mir nicht geklappt hat, soll es mein Sohn/meine Tochter schaffen". Die Kleinen werden dann auf Gedeih und Verderb in den Musik- oder Sportunterricht geschleift - ob sie wollen oder nicht. Das Ende vom Lied ist oft, dass die Kinder den Zwang hassen und, sobald sie vom Einfluss der Eltern befreit sind, nie mehr etwas damit zu tun haben wollen.
 
Hallo Christoph,

eine Frage als besorgter Vater4! kenne ich und habe auch zwei Kinder, die beide musikalisch sehr interessiert sind. Unsere Tochter wollte mit vier Jahren Geige lernen. Ok, haben wir gemacht, Lehrer und Leihinstrument besorgt und los ging`s. Unser Sohn wollte Gitarre lernen und dass haben wir auch gefördert. Beide Kinder noch sehr jung. Hat es geschadet, nein! Unsere Tochter hat drei Jahre später angefangen Klavier zu spielen unseren Sohn hat es zu elektronischer Musik hingezogen und beide sind leidenschaftliche Musiker. Ich selbst spiele Schlagzeug und habe auch Erfahrungen mit diesem Thema. Ich kann es nur befürworten, wenn Kinder ein Instrument lernen möchten und die anfängliche Leidenschaft zu einem speziellen Instrument würde ich in jedem Fall fördern. Schau Dir mal die Vita der ganz großen an. Dort findest Du fast ausnahmslos Schilderungen, dass alle in sehr jungen Jahren mit dem Schlagzeug begonnen haben. Manche haben auch danach noch ein anderes Instrument gelernt. Ich finde gerade Schlagzeug ist ein Instrument, welches nicht nur musikalisch etwas bringt, sondern derjenige auch etwas über sich selbst herausfinden, was einem bei der persönlichen Entwicklung unterstützen kann. Letztlich ist meine Erfahrung, dass sich die Kinder natürlich auch an ihren Eltern orientieren und da ist es auch nicht verwunderlich, dass der Lütte Jung sich wie Papa ein Instrument aussucht und Musik klasse findet. Das ist doch sehr schön und muss unterstützt werden. Ich habe mit 50 mein Schlagzeug aus dem Speicher geholt und wieder ernsthaft mit dem Trommeln angefangen. Daneben habe ich auch wieder Unterricht genommen und siehe da, viele Schülerinnen und Schüler meines Lehrers sind gerade mal so groß dass Sie über die Snare qucken können und denen geht es ausgezeichnet. Übrigens hat mich keiner gefragt, ob ich denn nicht zu alt wäre um mit der Trommlerei weiterzumachen, obwohl ich wahrscheinlich schlechtere Voraussetzungen habe, als Dein Sohn :) . Ich kann Euch nur bestärken und fördert erstens das Vater/Sohn Verhältnis und lt. den üblichen medizinischen Wissensstand unterstütz das Erlernen eines Musikinstrument die Gehirnvernetzungen, Konzentration und Durchhaltevermögen nachweislich. Also auch noch gesund das Schlagzeug - was will man mehr. Viel Spaß Euch zwei :great:
 
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Meine Meinung, die sich auch mit anderen Schlagzeugern/ Lehrern teilt: Zu früh anfangen bringt wenig. Die Kinder müssen erst durch die Schule lernen, eine Zeit lang sich auf etwas zu konzentrieren.
Wenn man später mit einem Instrument anfängt, dann holt man das sehr schnell auf, was andere, die früher angefangen haben, gelernt haben. Der Lernfortschritt ist schneller.
 
Meine Meinung, die sich auch mit anderen Schlagzeugern/ Lehrern teilt: Zu früh anfangen bringt wenig. Die Kinder müssen erst durch die Schule lernen, eine Zeit lang sich auf etwas zu konzentrieren.
Wenn man später mit einem Instrument anfängt, dann holt man das sehr schnell auf, was andere, die früher angefangen haben, gelernt haben. Der Lernfortschritt ist schneller.

Das ist schlicht und einfach falsch - sorry:redface:
Ich war von 4-6 in einer Gruppe, die mit "musikalischer Früherziehung" betitelt war, die Erinnerung ist dementsprechend spärlich gesät - aber dort haben wir im wesentlichen Rhythmus geklatscht und mit allen möglichen perkussiven Sachen, die in einer Musikschule herumstehen gespielt. Und eben ganz einfaches Rhythmuslesen, vermutlich beschränkt auf Ganze-, Halbe und Viertelnoten (weiß ich nicht mehr:rolleyes:), kann mich jedenfalls noch erinnern, dass ich an einer Pauke stand, alle 1-2-3-4-1-2-3-4 gezählt haben und ich irgendeinen auf jeden Fall notiert vor mir liegenden Rhythmus dazu geklopft hab.

Das 0815-Kind lernt mit 6 Jahren innerhalb von 2-3 Monaten 25 Buchstaben zu lesen, da sind 3 verschieden lange Notenwerte und laut bis 4 zu zählen 1-2 Jahre vorher total im Rahmen. Und im Gegenteil, es bringt nicht wenig, es bringt unglaublich viel, schon alleine prinzipiell eine Idee von dem, was ich heute unter horizontalen Notenlesen kenne zu haben und nicht mal rational zu wissen, was eigentlich ein Grundschlag ist, aber das Wahrnehmen davon schon 2 Jahre geübt zu haben macht den Einstieg in ein Instrument um so vieles einfacher.

Was natürlich stimmt ist, dass ein "Volleinstieg" vermutlich noch zu früh ist, mit 6 Jahren ist das Hirn noch mitten drin, den menschlichen Bewegungsapparat "sinnvoll bedienen zu lernen", alle 4 Gliedmaßen auf verschiedenen Elementen gezielt und unabhängig voneinander bewegen zu wollen wird nicht viel bringen. Aber eben ganz elementare Sachen - mitzählen und mal nur auf die 1 einen Schlag setzen, mal nur auf 1&3 usw., dass ganze auch mal zu irgendeinem Kinderlied oder eben mal anfangen, einen Rhythmus aus Viertel- Halb- Ganznoten von einem Blatt zu klopfen, dass geht durchaus.
Und wenns dann langsam weg von elementaren musikalischen Basisunterricht hin zu einem spezifischen Instrumentalunterricht geht, ist es das Beste, was dem Kind passieren kann, dass es diesen Basisunterricht auf genau dem Instrument bekommen hat, dass es dann zu erlernen beginnt.

Ich hab mit 6 Jahren zeitgleich mit der Schule mit Trompete begonnen, nicht einmal weil ich es speziell wollte, lediglich weil mir bei einem Musikschul-für-Kinder-ausprobier-Konzert die Posaune gefallen hat, der Lehrer zu meinen Eltern gemeint hat, dass das Instrument je nach Körpergröße erst ab 10-12 erlernbar ist, ich mit Trompete anfangen soll - "Willst du das?" (was sagt ein Kind in der Aussicht irgendwas zu bekommen oder zu dürfen?) "Jaaaa" und so hatte ich einen gefühlt ewigen Zeitraum später plötzlich eine Trompete in der Hand. Und da ist ein Schlagzeug ein Engelsinstrument für Anfänger, das macht wenigstens etwas, wenn man draufhaut. Bis man aus einer Trompete halbwegs konstant etwas herausbringt, was man nicht nur als Geräusch sondern auch als Ton bezeichnen kann dauert es nämlich ein bisschen.

Man darf Kinder auf keinen Fall überfordern, insofern stimmt die Aussage schon, dass zu früh anfangen wenig bringt, aber speziell an Instrumentalunterricht ist das praktische, dass man (vor allem bei Schlagzeug) auf ein motorisch sehr handhabbares Niveau reduzieren kann. Solange nicht mehr geht, geht nicht mehr, aber mir kann niemand erzählen, dass es nichts bringt, wenn man Kinder so früh wie möglich soweit sie motorisch und koordinationstechnisch fähig und von sich aus bereit sind anfängt, an ein Instrument heranzuführen.

Und das der Lernfortschritt von anderen, die erst Jahre später zum ersten mal ein Instrument in der Hand hatten deutlich schneller war - nope. Eher das sie den Rückstand nie aufgeholt haben. Und ich bin kein musikalisches Wunderkind, hatte "lediglich" das Glück, dass sich meine Eltern in die Richtung engagiert haben und ich vor allem in den ersten Jahren einen wirklich guten Lehrer hatte.
 
... ergänzend zu meinem Beitrag und hoffentlich für Euch zwei eine Anregung - ich bin bekennender Fan von Benny Greb`s DVD "The Language of drumming". Ich finde, egal ob für Erwachsene oder Kinder, diese Herangehensweise geradezu essentiell für alle die sich mit Schlagwerk auseinandersetzen und Spaß am lernen haben wollen. Hier wird mit einem einfachen System allen rudimentären Übungen Rechnung getragen und das Beste ist - es wird nicht langweilig. Warum? Es wird nicht nur schulmäßig auf dem Pad geübt, sondern der ganze Körper, die Sprache und Klanglaute mit einbezogen, sodass ein tiefgreifendes Gefühl für Rhythmik und Groove erzeugt wird, welches sich langsam aber beständig einprägt. Die DVD ist sehr zu empfehlen und auch etwas für Fortgeschrittene aber auch gerade für Kinder, die sich für Schlagzeug interessieren bzw. deren Eltern die möchten, dass ihre Kinder sich weiter musikalisch entwickeln. Das Benny Greb ein ganz sympathischer Knopf ist, der es versteht, die Dinge gut zu vermitteln, machen diese DVD zu einem "must have" für alle Schlagzeuger und nein ich bin an den Tantiemen nicht beteiligt aber eben begeistert. In diesem Sinn "keep on drumming". Servus Thorsten
 
Hallo zusammen,

ich hole diesen Thread aus persönlichem aktuellem Anlass wieder hervor: da mein Enkel, 6 Jahre alt, geäußert hat, er wolle Schlagzeug spielen - seine beiden älteren Schwestern spielen Klavier, dh. er hat eine vage Vorstellung von Üben, regelmäßigem Unterricht usw. - , bin ich hier im Forum mit der Suchfunktion auf dieses Thema gestoßen.

Für mich ist das Resümee der obigen Diskussion, man sollte das Kind machen lassen, wenn es denn Spaß daran hat. Dieser Rat ist sicherlich nicht Schlagzeug-spezifisch, dennoch auch hierbei wohl richtig. Als Eltern/ Großeltern kann man jedoch schlecht ergründen, ob der Wunsch des Kindes nicht nur eine kurzfristige Laune ist, die sich alle paar Wochen ändert wie der Wunsch, Müllmann, Polizist oder Raumfahrer zu werden.

Deshalb meine spezielle Frage: was haltet Ihr davon, dass man zuerst einmal mit einem Cajon anfängt, bevor man den Jungen an ein ausgewachsenes Drumset setzt? Fragen wie Körpergröße und Unabhängigkeit der Gliedmaßen (2 beim Cajon, 4 beim Schlagzeug) wären bei einem Cajon wohl entschärft. Auch könnten die Freude und die Ausdauer, Rhythmus zu machen, mit vergleichsweise wenig Aufwand an Nerven seitens der Umgebung und Finanzen seitens der Eltern getestet werden.

Ich tummle mich üblicherweise in der Akkordeonecke des Forums.

Viele Grüße

morino47
 
Hi,
ich würde zwischen "Erkundung" und "Kaufentscheidung" unterscheiden.
Klar ist jeder Wunsch erst mal spontan, man kennt weder die Konsequenzen noch die Alternativen. Ein Schlagzeug ist kein Himbeerbonbon, wad man kauft und ausprobiert und wenn man es nicht mag, zurück in die Tüte tut

Also ganz klar, erst mal Alternativen wie Cajon ausprobieren und Annäherungen wie eine Schlagzeugstunde bei einem Lehrer oder einer Musikschule mit geeignetem Schlagzeug.

Just my 2,5 cent

x-Riff
 
Bei so einem Pad muss man aber schauen, dass das Kind nicht verschreckt wird. So ein 6 Jähriger sieht ein Schlagzeug und das macht eben Krach. Ich war mit 6 nicht anders. Und hätte man mich zum Üben verdonnert wäre aus Schlagzeug - so wie ich mich einschätze - nie was geworden.

Das Problem ist der Kostenfaktor. Mit einem Cajon anzufangen ist wahrscheinlich die bessere Lösung. Die Dinger waren nicht populär, als ich anfing, deswegen gabs die nie. Aber das wäre für den Anfang - bevor ich mir von meinem Kommunionsgeld ein Schlagzeug gekauft hatte - wahrscheinlich was gewesen. Da kann man halt beides vereinen: Spaß - weil macht geräusche. Und zeigen, dass man lernen muss um besser zu werden - um die Ausdauer zu haben, sich tatsächlich was anzueignen. Und die Kosten bleiben überschaubar.

Ich selbst hab n billiges Millenium Cajon. Macht trotzdem Laune :D
 
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Die Cajon ist schon ein spaßiges Instrument auf der man auch die grundlegenden Muster für das eventuell spätere Schlagzeug erlernen kann - ich würde hier aber noch zu bedenken geben, dass eine ("ausgewachsene") Cajon in Sachen Ergonomie für Kinder nicht unbedingt das "Gelbe vom Ei" ist - meine Tochter kommt mit fast 7 Jahren zumindest noch nicht mit den Füßen auf den Boden und neigt dann dazu, wie ein "Affe auf dem Schleifstein" drauf zu hängen. Aufgrund der kürzeren Arme dann auch so weit nach vorn gebeugt das man Angst haben muß, dass sie gleich nen Flachköpper macht.
 
Die Krux ist halt: Stattet man Kinder mit einem Komplettset aus, läuft man Gefahr, dass das Hobby doch nicht gefällt und man den Krempel wieder verkaufen muss. Gibt man den Kindern, welche Schlagzeug spielen wollen, ne abgespeckte Rhythmusvariante, verlieren sie den Spass dabei oder fühlen sich nicht ernst genommen. Die Mitte scheint wohl - mal wieder - die Lösung.

Alles Liebe,

Lim
 
Die Mitte scheint wohl - mal wieder - die Lösung.

Nur blöd herauszubekommen, was die Mitte ist.

Bei Cajon vs. Schlagzeug sehe ich etwa so viele "Gemeinsamkeiten" wie zwischen einem Tretroller und einem 5000 € Rennrad. Wo ist da die Mitte? :nix::confused:
 
Und was noch viel wichtiger ist: wurde bei dem Jungen denn schon der Rhythmusgefühl-Klopftest durchgeführt :ugly:;)??

Vielleicht wäre ja ein günstiges Percussion-Pad eine Alternative - da könnte der Junge drauf rumklöppeln und es kommt immerhin etwas Drumset-Ähnliches dabei raus - ein Mittelweg zwischen Drumset und Cajon zu finden stelle ich mir gerade genauso schwierig vor wie @Haensi.
 
"Gemeinsamkeiten" wie zwischen einem Tretroller und einem 5000 € Rennrad. Wo ist da die Mitte?

Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.

Im Ernst: gibt es im Board persönliche(!) Erfahrungen oder solche vom Nachwuchs, wie das mit der "Stufenlösung" Cajon -> Schlagzeug gelaufen ist?

Einstweilen schon mal Danke für das Mitdenken und viele Grüße

morino47
 
Also ich sehe da schon einen großen Unterschied zwischen Cajon und Schlagzeug. Klar, beide Instrumente werden vom Prinzip her ähnlich bedient, aber rein von der Optik, Haptik und vom Sound her sind das dann zwei verschiedene Welten.
Schon gar nicht würde ich bei einem 6jährigen mit Pad und Stick Control beginnen. Sind essentielle Werkzeuge, ohne Frage! Ich versuche sowas dann aber erst nach einer gewissen Zeit einzubauen.
Ansonsten ist nach meiner Erfahrung die Chance recht groß, dass der Spaß und das Interesse verloren geht.

Grundsätzlich, und das rate ich den Eltern meiner Schüler auch immer, muss man ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen und zur ersten Stunde ein komplettes Drumset im Keller stehen haben.
Vielmehr reichen ja Basics wie eigene Sticks, Notenheft und Gehörschutz für die ersten Wochen aus. Je nach Lernfortschritt dauert es ja durchaus mal ein, zwei Monate bis das Kind ein ausreichend großes Repertoir erarbeitet hat, mit dem sich das Üben am Drumset dann auch wirklich lohnt. Zu diesem Zeitpunkt kann man dann meistens schon gut abschätzen, ob das was Langfristiges werden könnte oder nicht. Dazu solltet ihr bestenfalls viel Rücksprache mit dem Lehrer halten.

Letzterer könnte Euch ggf. auch dabei helfen, wenn es soweit ist, ein gebrauchtes Schlagzeug zu finden. Dann seid ihr zumindest relativ sicher, dass ihr euch nicht dumm und dämlich bezahlt und habt bestenfalls den Kaufpreis bei einem Wiederverkauf wieder drin.

Edit: Rein aus der Erfahurung heraus ist es bei den meisten Kindern ab 5-6 Jahren auch überhaupt kein Problem, alle vier Gliedmaßen unabhängig voneinander zu bewegen. Also wegen mangelnder Koordination würde ich mir echt keine Gedanken machen :)
Wenn der Lehrer/Die Schule ein Kit mit 18" Bassdrum besitzt, sollte auch die Größe kein Problem sein. Bei mir steht zum Beispiel ein Sonor Global Beat mit 18" Bass und 12" Snare (übrigens mein Tip für Kids in jungem Alter), das passt eigentlich für alle.
 
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Wenn der Lehrer/Die Schule ein Kit mit 18" Bassdrum besitzt, sollte auch die Größe kein Problem sein. Bei mir steht zum Beispiel ein Sonor Global Beat mit 18" Bass und 12" Snare (übrigens mein Tip für Kids in jungem Alter), das passt eigentlich für alle.

Ein Bekannter gab den Bambinis immer auf einem Sonor Martini Unterricht.
Trotz der (nicht vorhandenen :D) Größe, klingt das Teil nicht nach "Kinderschlagzeug".



Heute gibt es wirklich mehr als brauchbare "Mini-Drumsets". Früher waren das entweder Spielzeuge, die mit einem Musikinstrument nichts zu tun hatten, oder sündteure "Jazz-Drumsets".
 
Bei Cajon vs. Schlagzeug sehe ich etwa so viele "Gemeinsamkeiten" wie zwischen einem Tretroller und einem 5000 € Rennrad.

Das habe ich als Nicht-Schlagzeuger bisher nicht so gesehen. Wieder mal was gelernt. Wir werden uns also wohl auf ein kleines aber richtiges Schlagzeug konzentrieren. Vielen Dank für Eure nützlichen Tips, insbesondere @der dührssen hat überzeugend argumentiert.

Viele Grüße

morino47
 
Trotz der (nicht vorhandenen :D) Größe, klingt das Teil nicht nach "Kinderschlagzeug".
Naja, finde ich aber schon.
Die Bassdrum hat irgendwie null Attack. Kann natürlich auch sein, dass die einfach nur besch.... gestimmt ist.
Die Toms gehen ja noch.

Ansonsten denke ich auch, dass @der dührssen alles gesagt hat, was Sinn machen würde.
Cajon, oder Djembe usw als "Schlagzeugersatz" mag gehen, um Rhythmen zu lernen, aber ansonsten ist da nichts weiter.
Für Kinder bzw Heranwachsende würde ich auch erstmal schauen, wohin (und ob) die Reise geht.
Dann kann man immer noch schauen.
 

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