Hammond T200 dreht zu langsam

von Andreas Bernauer, 20.07.20.

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  1. Andreas Bernauer

    Andreas Bernauer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.07.20   #1
    Hallo, habe vor kurzem eine T200 zum laufen gebracht und konnte auch 2 Wochen problemlos mit ihr spielen. Jetzt wollte ich sie anmachen und der Motor dreht sich nicht mehr. Es ist als hätte er nicht genug kraft die Welle zu drehen. Wenn man die Welle per Hand in Schwung bringt und sie dann anschaltet läuft sie. Allerdings zu langsam. (ca. 3 Töne zu tief)
    Hat jemand eine Idee was das sein könnte?
     

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  2. Don Leslie

    Don Leslie HCA Hammond/Leslie HCA

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    Erstellt: 20.07.20   #2
    Zum einen kann es sein, daß der Tongenerator grundsätzlich an Ölmangel leidet.
    Wann wurde er das letzte Mal geölt?

    Des weiteren hat der Motor 2 Schmiernippel, die mit ein paar Tropfen Öl zu befüllen sind.

    Schließlich gibt es noch den Anlauf/Phasenschieberkondensator - auf Deinem Bild zu sehen, dort, wo das gelbe Kabel hineingeht. Diese Kondensatoren altern und verlieren ihre Eigenschaften (Kapazität).

    Wenn also Ölen nichts hilft, dann den Kondensator erstzen. Suche nach MP-Kondensator, Anlaufkondensator 4µF/400V bis 450V.
     
  3. Andreas Bernauer

    Andreas Bernauer Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.07.20   #3
    Vielen Dank. Wurde alles vor 2 Wochen geölt, sodass alles wieder läuft. Sie stand zuvor 20 Jahre aber hat nach dem Ölen einwandfrei funktioniert.
    --- Beiträge zusammengefasst, 20.07.20, Datum Originalbeitrag: 20.07.20 ---
    Muss ich das dafür aufmachen?
     

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  4. Be-3

    Be-3 Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 20.07.20   #4
    @Don Leslie zu meinem technischen Verständnis: Wie kann das sein? Ich dachte immer, die T-Serie hätte auch Synchronmotoren?

    Ich habe es schon mal geschafft, dass eine RT3 auf halber Geschwindigkeit lief, aber nur 3 Töne zu tief?
    Das kenne ich nur von dem 60-zu-50-Hz-Problem mit fast 4 Halbtönen der amerikanischen Orgeln.

    Viele Grüße
    Torsten
     
  5. Don Leslie

    Don Leslie HCA Hammond/Leslie HCA

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    Erstellt: 22.07.20   #5
    Der Runmotor einer RT3 wie auch B3, also der der klassischen Konsolen, unterscheidet sich in der Bauart grundsätzlich von den selbstanlaufenden Motoren der Spinettmodelle und späteren Konsolen (T-Serie, L-100, H-100,E-100). Ersterer muß gestartet werden und lockt sich in die Frequenz ein. Bremst man ihn ab, so ändert sich nur erst mal der Phasenwinkel zur Betriebsspannung. Bremst man noch mehr, kippt er ab und bleibt stehen. Die 50Hz Motoren können sich auch bei der halben Drehzahl nochmal „fangen“.

    Letzterer ist eigentlich eine Asynchronmaschine, mit einem Phasenschieber-Kondensator, der das zum Anlaufen nötige Drehfeld erzeugt.
    Wird der Motor abgebremst,z.B. durch einen ausgetrockneten Tongenerator, so läuft er mit „Schlupf“, hinkt also der Nenndrehzahl hinterher.

    Kommt er auf seine durch Stator- und Rotordimensionierung festgelegte Drehzahl, z.B. 1500 U/Min bei 50Hz, so läuft er wie ein Synchronmotor.
    Voraussetzung ist, daß die Belastung durch den TG minimal ist, was beim geölten, freilaufenden TG der Fall ist.
     
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  6. Be-3

    Be-3 Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 22.07.20   #6
    Vielen Dank für die Erklärungen, Don!

    ich muss zugeben, in meinem Leben noch nie (!) direkt mit Hammond-Tonewheel-Spinett-Modellen in Berührung gekommen zu sein.
    Entweder große (ältere) Konsole (B3/C3/A100/RT3...) oder Transistor-Heimorgel, nichts dazwischen.

    Dass die Spinettmodelle selbststartende Motoren haben, war mir bewusst (von H-100 und E-100 wusste ich das allerdings nicht).
    Aber ich war trotzdem fest davon ausgegangen, dort wären überall ebenfalls Synchronmotoren eingebaut - schließlich gilt es, eine definierte und stabile Stimmung zu halten.
    Im den Plänen des Hammond-L100-Servicemanuals (man sammelt ja so einiges zusammen) steht auch überall "SYNCHRONOUS GENERATOR MOTOR" (zusammen mit dem "MOTOR CAPACITOR" für den Phasenwinkel).


    Ja, genau das hatte ich damals bei der RT3 geschafft: Ausschalten während des Spielens, damit die Drehzahl absinkt, und dann zu spät wieder einschalten, da hat er sich bei der halben Drehzahl eingelockt.


    Ach du liebe Zeit - das würde doch bedeuten, dass die Selbststarter-Modelle nur auf die angestrebte 440-Hz-Stimmung kommen, wenn ist optimal laufen. Aber einen geringen Schlupf hat man bei Asynchronmotoren doch immer?
    Wenn die Orgel mit der Zeit bei mangelnder Wartung schwergängiger wird und dadurch die Motordrehzahl nur um 1 % absinkt, wäre man ja schon bei ca. 435 Hz.
    Das hätte ich nie erwartet! :eek:


    Ja eben - aber einen minimalen Schlupf gibt es doch immer, und der nimmt bei Belastung naturgemäß zu.
    Hammonds Synchronmotoren waren ja durch ihre feste Drehzahlkopplung an die Netzfrequenz Grundlage für seine Uhren, die absolut synchron laufenden 3D-Filmprojektoren und, schließlich, die Orgeln.
    Eigentlich war doch die Orgel "nur" eine weitere Anwendung für seinen Synchronmotor... :rolleyes:

    Du hast mein Weltbild zerstört ;) - trotzdem Danke und viele Grüße
    Torsten
     
  7. Don Leslie

    Don Leslie HCA Hammond/Leslie HCA

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    Erstellt: 22.07.20   #7
    Vergiß das mit der Asynchronmaschine. Es ist ein Synchronmotor. In der Tat beruhte das Hammond Patent ja auf dem klassischen Synchronmotor und es war, glaube ich, im ersten Entwurf sogar eine Kurbel zum Anwerfen vorgesehen. In Serie ging die Orgel dann mit dem Startmotorprinzip.

    Mit der L-100 in den 60ern wurde erstmalig vom Start/Run-Motorprinzip abgelassen und es wurde der selbststartende Motor eingesetzt, wahrscheinlich auch deshalb, weil das Starten der Orgel einem Laien über einen einfachen Einschaltvorgang leichter zu erklären war. Kosten- und Marketinggründe kamen hinzu.

    Es gibt ein sog. Haltemoment, das überschritten werden muß, damit die Mitnahmedrehzahl unterschritten wird. Nach dem Starten könnte man den Kondensator auch wegnehmen.
     
  8. Be-3

    Be-3 Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 23.07.20   #8
    Puuuh, dann ist mein Weltbild doch wieder gerettet!

    Das mit der ursprünglich geplanten Kurbel wusste ich nicht - ist ja putzig: Eine Drehorgel!

    Danke und Gruß :hat:
    Torsten
     
  9. Don Leslie

    Don Leslie HCA Hammond/Leslie HCA

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    Erstellt: 23.07.20   #9
    Ich laß das mit dem Weltbild mal so stehen. :)
     
  10. Be-3

    Be-3 Mod Emeritus Ex-Moderator HFU

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    Erstellt: 23.07.20   #10
    Ähnlichkeiten mit real existierenden Verlagsgruppen sind zufällig und nicht beabsichtigt. :whistle:
     
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