Hanuk 50 Kirsche für "Anfängerin"?!

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Kristiane1
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Hallo Zusammen,
meine 10 jährige Tochter hat seit 8 Monaten Unterricht und braucht nun nach einer 7/8 "no-name" eine 1/1 Gitarre und so haben wir uns nach Rücksprache mit dem Lehrer heute beraten lassen und kamen nach ca. 2 Stunden auf eine Hanika 50, aber mit Kirsche (statt Palisander) und Fichtendecke. Ich selber spiele praktisch keine Gitarre, habe aber trotzdem unglaublich große Unterschiede gehört, sogar zwischen der Palisander und der Kirschbaum. Meiner Tochter gefiel Kirschbaum besser, weil sie ua. heller und offener klingt und sie ihr beim spielen besser gefallen hat.
Okay ein Mal geschluckt, 730Euro, dann war das für mich okay (ich gebe zu, 2x geschluckt) und wir haben sie reserviert (soll auch zu Weihnachten sein).
Nun bricht meine Tochter heute Abend in Tränen aus, weil sie ihr zu teuer ist (sie zahlt sie aber gar nicht)....
Ich sehe aber durchaus einen Sinn darin in ein gutes Instrument entsprechendes Geld zu investiern... Liege ich da falsch?
Sie spielt unheimlich gerne, hat pro Woche 45min Unterricht und ist laut Lehrer "begabt", also keine Eintagsfliege oder von uns Eltern aufgezwungen (wir haben ein Klavier, das sie nicht interessiert..)
Wo liegt nun der Fehler? Mit welchen Argumenten kann ich bei ihr weiter kommen oder liege ich völlig falsch?
Vielen Dank für Eure Hilfe und viele Grüße
Kristiane
 
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Ich seh keinen Fehler ;-)
Davon abgesehen, dass ich die Firma nicht kenne.. (sicher, dass du nicht Hanika meinst? Ich finde auch zu Hanuk keine Website, und "50" ist eine Bezeichnung der Hanika Basisklasse. Hier dürfte Kirsche dann ein Sondermodell sein.), denke ich, dass ihr alles genau richtig gemacht habt:

- mit einem günstigen Einsteigerinstrument geguckt, ob das Interesse über eine längere Zeit hält
- mit dem Mädel zum Antesten gegangen
- sie gefragt, was ihr besser gefällt

Ist eigentlich die optimale Lösung.
Auch die Preiskategorie finde ich durchaus nicht schlecht gewählt. Ich geh jetzt mal davon aus, dass es sich um eine Hanika handelt.
Damit habt ihr ein Instrument, dass auch auf Dauer halten wird und selbst bei einem späteren Verkauf noch recht viel Geld bringen sollte.

Von daher seh ich keinen Grund die Gitarre nicht zu kaufen, es sei denn sie wäre zu groß. (10 Jahre und ne normal große Gitarre ist nicht umbedingt der Regelfall. Es kommt aber auf die Körpergröße an, und wenn sie drauf gespielt hat und das gut ging, spricht eigentlich nix dagegen)

Gute Argumente deine Tochter zu überzeugen, dass das durchaus okay ist, wären vllt: "Ich hab dich echt lieb und bin stolz darauf, dass du so großes Interesse am Musikmachen zeigst, deswegen hast du dir das verdient" ;-)
 
Wenn du es dir leisten kannst, sehe ich da kein Problem. Ein gutes Instrument tut dem Lernfortschritt und Spielvergnügen sicher keinen Schaden. Deine Tochter sieht aber vielleicht einen Anspruch auf sich zukommen, dem sie vielleicht nicht gerecht werden kann (die "jetzt habe ich dir eine so teure Gitarre gekauft und du willst trotzdem nicht üben" Geschichte). Daher würde ich gemeinsam mit deiner Tochter noch einmal den Wunsch besprechen und vielleicht eine etwas billigere Gitarre zusammen aussuchen mit der sie zufrieden ist und nicht gleich denkt, jetzt ist ihr weitere Lebensweg (mal ganz drastisch ausgedrückt) festgelegt.

Ich habe meiner Tochter meine Konzertgitarre zum Unterricht mitgegeben, als sie 10 Jahre war und die bisherige 3/4 langsam zu klein wurde. Sie weiß, dass sie auf das Ding aufpassen muss weil sehr teuer. Sie weiß aber auch, dass ich ihr nicht den Kopf abreisse, wenn ein Kratzer reinkommt. Uns sie weiß, dass sie jederzeit aufhören kann, wenn sie keine Lust mehr hat, ohne dass die Familie auf einem teuren Staubfänger sitzenbleibt.

P.S. Laut Musiklehrer "talentiert" sind oft alle Schüler, die regelmäßig zahlen ;)
 
Tjo, zwei Gitarrenlehrer, ähnliche Vermutungen und zwei Meinungen ;-)


Find ich generell gut, aber so ganz 100%ig unterstützen kann ich diese Größentabelle da nicht.
Ich bin ziemlich genau 170 und hab Handschuhgröße 7, also eher relativ kleine Hände.
Laut der Liste sollte ich dann eine 61er Mensur spielen.. Ganz ehrlich: das wäre mir deutlich zu klein. Ich komme wunderbar mit 65cm hin (52mm Breite). Ich denke, dass hier ein großer Gewöhnungseffekt die Rolle spielt, da ich auch recht früh auf einer normal großen Gitarre gespielt hab. (11 oder 12 Jahre, und da war ich auch noch klein. im übrigen: heißt das nicht normalerweise "4/4 Gitarre"? "1/1" ist mir noch nicht wirklich untergekommen ;-)

Dennoch halte ich diese Preisklasse für eine 10 Jährige Schülerin für übertrieben.
Hier würd ich sagen: es kommt drauf an wie locker man das Geld hat. Wer ein echtes Klavier rumstehen hat, kann schonmal so arm nicht sein. Auch nicht jede Schülerin hat mit 10 Jahren schon 45 Min Einzelunterricht.
Wenn das Talent und das Interesse da ist und es geldmäßig machbar ist, würde ich immer zur besseren/teureren Gitarre greifen.
Hier wieder meine eigene Erfahrung: Als ich meine erste wirklich eigene Gitarre bekommen hab, war ich 16, hatte 9 Jahre lang gespielt und die Gitarre war eine Hanika 58PC für schlappe 1500€.
Da dachte ich auch: "Oh man, das ist wirklich viel Geld" (ich musste die zum Teil mitfinanzieren), aber es war auch ein enormer Motivationsschub. Das war die Zeit wo ich dann auch mal zig Stunden am Tag gespielt hab, bis die Finger nicht mehr konnten.

Deine Tochter sieht aber vielleicht einen Anspruch auf sich zukommen, dem sie vielleicht nicht gerecht werden kann (die "jetzt habe ich dir eine so teure Gitarre gekauft und du willst trotzdem nicht üben" Geschichte).
Sehr guter Punkt!

P.S. Laut Musiklehrer "talentiert" sind oft alle Schüler, die regelmäßig zahlen ;)
Sehr böse! ... Sehr, sehr böse!!! Pöser oeatschie! :D

(aber in manchen Fällen vmtl durchaus an der Wahrheit)
 
Guten Morgen,
erst mal vielen Dank für Eure schnellen und vielfältigen Meinungen.
Als erstes will ich mich dann auch mal für den Fehler entschuldigen: natürlich ist es eine Hanika!!! Irgendwie war das gestern zu spät wohl, oder so....?! (Habe ea auch eben verbessert)
Eure Argumente sind alle sehr anregend und ich werde auch selber noch mal darüber nachdenken. Auch das mit dem "wenn, dann musst du aber auch", ob ich das vielleicht irgendwie mit rein gebracht habe und sie sich da jetzt unter Druck gesetzt fühlt. Mit der Schule usw. will ich ihr auch nicht noch etwas auf drücken, was ihr vielleicht eigentlich zu viel ist, aber das Thema Gitarre kam rein nur von ihr (wie gesagt, Klavier wäre da gewesen). Andererseits ist meine Tochter sehr gerade in dem was sie macht, sie ist auch keine, die sich schnell zu einem Hobby entscheidet und eben so schnell wieder abbricht.
Wie gesagt, ich bin kein Kenner, deswegen muß ich mich auf das Musikgeschäft, den Lehrer und meine Laiengefühl verlassen und ich weiss nicht, ob es Sinn macht für ca. 300-400 Euro jetzt eine zu kaufen und bis in 2 (?) Jahren dann doch den Schritt zu gehen und die Hanika zu kaufen(weil sie klanglich eben doch das schönere Instrument ist).
Das Argument mit "vorsichtig zu sein" ist klar, aber da habe ich auch zu ihr gesagt, wenn sie die Gitarre irgendwo hin mitnehmen will, kann sie auch meine nehmen, da macht es nichts, wenn die ne Macke bekommt, ihre ist für zu Hause und den Unterricht (das ist eigentlich jetzt schon so).
Wie ist das gegebenenfalls mit Reparaturen? Ist das bei günstigeren Gitarren ebenso möglich?
Viele Grüße
Kristiane
 
@Discracer: Tia, alles ist eben relativ.

Ich sehe auch die ETGA Tabelle als in der Praxis kaum machbar. Das liegt aber vor allem an dem mangelnden Angebot klanglich hochwertiger, kleinerer Gitarren.
Die meisten Gitarristinnen spielen aus diesem Grund 4/4 Größen, obwohl sie rein biomechanisch mit kürzeren Mensuren besser zurechtkämen. (Meine Frau lässt sich jetzt extra eine kleinere Gitarre bauen!)

Ich wollte mit dem Link auch nur anregen sich mal damit zu beschäftigen.

Zur Preisklasse:
Die ist natürlich erst recht relativ. Wenn man das quasi aus der Portokasse bezahlt, dann kann das Instrument gar nicht hochwertig genug sein.
Wenn man aber nach dem Kauf der Gitarre Klimmzüge am Brotkasten machen muss, kann man zB. auf einer mittelklasse Höfner für ca. 400.- auch hervorragend Gitarre spielen lernen.

Edit: Mist zu spät.

@Kristiane: Ich halte es für eine Illusion zu denken, man müsste in späteren Jahren keine weitere Gitarre kaufen, wenn man jetzt die teurere Hanika nimmt. Es wird IMMER eine geben die dann noch besser klingt...

Bei Reparaturen macht es keinen signifikanten Unterschied. Im Normalfall soltte es auch gar keine geben.
Du solltest aber in jedem Fall der Gitarre auch einen vernünftigen Koffer spendieren. Viel Geld für eine hochwertige Gitarre ausgeben und die dann im Stofftäschchen transportieren ist am falschen Ende gespart.
 
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