Hab das meiste jetzt durchgelesen und gebe jetzt auch mal meinen Senf dazu.
Zum TS (auch wenn ich glaube das er hier nicht mehr auftauchen wird):
bezüglich der ersten 3 Lehrer brauch man eigentlich nichts zu sagen. Bei dem 4 bin ich persönlich geteilter Meinung. Eine One-Man-Show seinerseits ist natürlich alles andere als zweckmäßig und dafür bezahlt natürlich keiner.
Bei der Thematik "Noten" ist das so eine Sache, das man vom Blatt spielen können muss sehe ich für jemanden der das Instrument als Hobby hat nicht als notwendig an.
Aber ich bin zunehmen der Ansicht das man zumindest in der Lage sein sollte zu erkennen was einem die Noten sagen wollen.
Denn wie bereits gesagt ist es eine Sprache. Mir persönlich fallen Fremdsprachen immer sehr sehr schwer. Aber ich denke das man sich schon große Mühe geben muss um nichtmal die einfachsten Informationen (Länge einer Note/Ton)
zu verstehen. Es kommt doch immer darauf an was man erreichen möchte.
Um in NY einen Hamburger zu bestellen muss man sicher nicht perfekt englisch sprechen. Will man jedoch große Literarische Werke oder komplizierte technische Zusammenhänge mit gleichgesinnten diskutieren setzt dies
einen viel größeren Wortschatz sowie umfangreichere Kenntnisse der Grammatik voraus.
Der Vergleich des Noten-lesen-lernen mit dem erlernen des Alphabet hingt meiner Ansicht nach. Denn die 26 Buchstaben welche wir alle mit 6 oder 7 Jahren gelernt haben werden ja auch in zahlreichen anderen Sprachen genutzt, aber anders angewendet.
Zum Thema Unterricht und Lehrer. Als ich 16 war und mit wachsender Begeisterung Musik von Nirvana ,Metallica,Offspring,,Sepultura usw. anhörte wollte ich auch Gitarre spielen lernen. Viel Geld konnten meine Eltern da nicht investieren.
Meine erste Gitarre war eine "Kapok" für 50€ von Conrad Elektronik...und ja die habe ich noch.
45min Gruppenunterricht die Woche (4 Schüler). Der Lehrer spielte eigentlich Bass. War aber ein super Lehrer. Leider hat er nach einem halben Jahr die Musikschule gewechselt. Wie haben uns mit einfachen Akkorden und deren sauberen Wechsel beschäftigt. Dazu Lieder (meist Ost.Rock wie Puhdys). Die Noten standen da nicht im Mittelpunkt. Alles zu seiner Zeit meinte er.
Sein Nachfolger war auch nicht schlecht, aber ich hatte einfach keinen so richtigen Draht zu ihm. Aus der 4er Gruppe wurde eine 2er Gruppe. Und ich wollte auf die
E-Gitarre wechseln.
Also 1x pro Woche 22 1/2 Minuten Unterricht. Abzuglüch der Zeit zum "Aufbau" und wieder einpacken um Platz für den nächsten zu machen und einem kurzen Feedback waren es evtl. effektiv 15-20min.
Im Nachhinein finde ich das er damals zu früh mit der Bluestonleiter angefangen hat, mit der wir auch im Vorspiel improvisieren sollten,keiner wusste was er da eigentlich spielt. Aber damals hat mich einfach die Lust verloren weil wir nur Lieder lernen sollten bei denen ich froh war wenn sie im Radio zu ende waren. Und da gab es auch keinen Weg rein das zu ändern. Ein richtiges Konzept konnte ich auch nicht erkennen. Und dafür war mir dann mein Geld (inzwischen bezahlte ich das selber) einfach zu schade. Wir haben uns dann geeinigt das er mir die letzten Stunden einfach noch einige Fragen beantwortet und mir den ein oder anderen Kniff zeigt. Das hat auch ganz gut funktioniert.
Sicher war er kein schlechter Lehrer, aber es passte einfach nicht zwischen uns.
Mein nicht ganz so ehrgeiziges Selbststudium hat zwar geholfen weiter zu kommen aber effektiv habe ich wohl in den folgenden 2 Jahren das gelernt was andere in 2-4 Monaten schaffen. Und auf dem Level blieb ich wohl auch bis jetzt.(Ist zumindest meine Einschätzung).
Im Nachhinein finde ich es sehr schade nicht bei einem anderen Lehrer weiter gemacht zu haben. Denn Selbststudium hin oder her....wenn man keinen hat der einem sagt was man falsch macht und worauf man achten muss verfestigen sich Fehler.
Und was einmal drin ist, ist auch schwer wieder abzugewöhnen.
Gruß Marcus