"Harmonikas DIX Inox" - Edelstahl Stimmplatten und Stimmzungen

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  • #22
Es gibt auch korrosionsbeständige Varianten wie den 1.4543. Angegeben mit Zugfestigkeiten bis 1720MPa.
Ah Cool! den kannte ich noch noch nicht

... in einem aktuellen Projekt verbaue ich gerade den "kleinen Bruder" von dem Stahl , den 1.4542 in hoher Vergütungsstufe...aus den bisherigen Erfahrungen heraus, würde ich sagen, den im Akkordeon verbauen zu wollen, grenzt an Schwachsinn: Der ist schweinemäßig teuer und die Fertigung kotzt im Strahl!

Drum denke ich alle die exotischen Gedaken hier sind vielleicht nett, sich die mal einfach so durch den Kopf gehen zu lassen, aber letztlich sind die nicht praxistauglich, weil z.B. giftige Stäube freisetzend ( CU-Berillium) oder nicht fest genug wie z.B. " die normalen VA Stähle - kaltverfestigt und vergütet , oder preislich in Regionen wo einem so langsam der Atem stockt... Damit bleibts in der Praxis vermutlich bei dem was am Markt weit verbreitet ist und eingeführt ist und kostenmäßig auch darstellbar ist: vermutlich V2A Stahl der Type 1.4310 ... der "klassische" Niro Federwerkstoff... aber halt mir der Krux dass die Festigkeit nicht die von den normalen Federstahlbändern der Type C100S erreicht.

Dann kann man zumindest sagen: Zunge bei kräftigem Spielgebrauch langfristig gebrochen, aber immerhin rostfrei! :great:
 
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  • #23
[...]Unterwasserakkordeon[...]
Zumindest eine Unterwasser-Stimmplatte gab es schonmal in folgend beschriebenem Versuch:
Ricot
Beitrag automatisch zusammengefügt:

[...]Der ist schweinemäßig teuer [...]
Gibt es da einen Anhaltspunkt zB. ca. Faktor xy über konventionellem C100
[...]die Fertigung kotzt im Strahl![...]
Was genau macht ihn so schwer zu be-/verarbeiten?
 
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  • #24
Gibt es da einen Anhaltspunkt zB. ca. Faktor xy über konventionellem C100
Das kann man glaub ich nicht sinnvoll beantworten.

C100S wird als gewalztes Federband gehandelt, den obengenannten hochfesten hochlegierten Stahl verwendet man typischerweise als Rund- oder Flachstahl - der wird typischerweise nicht als Blech angeboten. Weil das völlig verschiedene Fertigungsprozesse sind, können die hierfür anfallenden Herstellkosten nicht miteinander verglichen werden.

Was man aber vergleichen kann sind die Kosten des Grundmaterials.

C100S ist im Prinzip ziemlich normaler Stahl mit etwas mehr Kohlenstoff aber ohne teure Legierungsbetandteile - Grundmaterial kann also ähnlich wie Baustahl gesehen werden.
Die oben genannte hochlegierten Stähle kosten als Rundmaterial gegenüber Baustahl so ca. das 6 bis 7 fache ( V2A Stahl typischerweise so ca. das 3-fache)
Dazu kommt die ziemlich erschwerte Zerspanbarkeit durch den hohen Chrom und Nickelgehalt was dann die Fertigungskosten weiter in die Höhe treibt, so dass im Endeffekt ein bearbeitetes Teil aus den hochlegierten Stählen schnell mal mehr als das 10-fache kosten können als wenn die aus normalen Stahl gefertigt werden.

Abgesehen davon dass ich nicht weiß, ob sich diese Stähle überhaupt als dünnes Federblech auswalzen lassen (manchmal geht sowas einfach aufgrund des Werkstoffs nicht) sind das dann Preise die schlichtweg eine Fertigung aus solchen Materialien unsinnig werden lassen.


Was genau macht ihn so schwer zu be-/verarbeiten?
... das kann man in 3 Worten nicht erklären.. aber wenn man sich eine Vorstellung machen will, wo die Probleme liegen können und was für Probleme einem ein Material in den Weg werfen kann, dem empfehle ich ganz einfach mal selber ein paar Versuche zu machen. Und selber Erfahrung zu sammeln: Wer s wissen will was passieren kann, soll doch einfach mal ein etwas dickeres Stück Hastelloy oder Inconel Blech bohren .. und wenn das nicht einfach beschaffbar sein sollte, alternativ mal ein Stück Titan bohren wollen und evtl. dort ein Gewinde reinschneiden...so spätestens nach dem 4. oder 5. abgerissenen Gewindebohrer werdet ihr dann vermutlich einen Verdacht bekommen, wo die Schwierigkeiten liegen könnten...


Drum sag ich nochmal:

Die Materialien die derzeit für Niro Stimmzungen verwendet werden sind sehr wahrscheinlich nicht aus Dummheit , Unwissenheit oder Ignoranz so gewählt worden, sondern machen in der Summe schon Sinn, weil die den besten Kompromiss zwischen Machbarkeit hohen Festigkeiten und realistischen Preisverhältnissen darstellen ... und drum wird das sehr wahrscheinlich eben das bereits mehrfach genannte Material 1.4310 sein.

Vielleicht lässt sich bei den dünnen Bändern auch mit 1.,4301 eine ähnliche Festigkeit erreichen... aber alleine die Tatsache dass praktisch alle Federhersteller bei Nirofedern als bevorzugtes Material 1.4310 angeben, lässt schon darauf schließen, dass mit dem Material sich die Anforderungen am Besten umsetzen lassen.

Und weil es bei den Federherstellern oft auch Flachfedern aus genau dem gleichen Material (1.4310) beschaffen lassen schätze ich ganz stark, dass für die Federbänder der Stimmzungenhersteller ebenfalls genau dieses Material verwendet wird.
 
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  • #25
Stahl nicht einfach aussuchen [ ... ] drum gibts für so was auch richtige Experten
M.W. gibt es dank Bologna mittlerweile ganze Studiengänge dafür...
wir können eh nur nehmen, an was wir mit unseren Mitteln rankommen...
B ißchen Stahlkochen auf Ururomas Kohleherd...
Titan bohren wollen und evtl. dort ein Gewinde reinschneiden
Die Optikerin meines geringsten Mißtrauens bezeichnet Titan als Nichtmetall. Man könne es mit üblichen Verfahren
  • nicht zerspanen
  • nicht löten
  • nicht schweißen
1.4542 in hoher Vergütungsstufe... [ ... ] schweinemäßig teuer
Bei 42k€ für eine Gola käme es darauf auch nicht mehr an.
 
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