Hat die Richtcharakteristik einen Einfluss auf die "Gesamtempfindlichkeit"?

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Hallo liebes Mikrofonsubforum!

Mir ist heute eine interessante Frage zu Ohren gekommen:

Hat die Richtcharakteristik eines Mikrofons einen Einfluss auf die allgemeine Empfindlichkeit des Mikrofons?


In anderen Worten, kann man generell sagen, dass z.B. eine Superniere prinzipiell mehr oder weniger empfindlich als eine Niere ist, wenn man jetzt nur mal vom "direkt rein sprechen" (0° aufm Polardiagramm halt) ausgeht?

Google hat mir dazu weder auf Deutsch noch auf Englisch etwas Brauchbares dazu ausgespuckt. Nur auf der Englischen Wikipedia gab's folgenden Satz:

"A super-cardioid microphone is similar to a hyper-cardioid, except there is more front pickup and less rear pickup."

Allerdings steht dort natürlich nicht, ob sich "more... pickup" auf die Empfindlichkeit oder auf die Breite des Winkels bezieht.

Wer kann mir dazu was Schönes erzählen? :)
 
Stifflers_mom
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naja, in welchem Zusammenhang steht denn die Frage?

Ich muss dich enttäuschen: das kann man nicht pauschalisieren.
Eine Supernieren Kapsel ist ja anders aufgebaut als eine Niere. Von daher kann man da auch nichts vergleichen.
Bezogen auf die gesamte (kugelförmige) Richtung ist eine Niere logischerweise empfindlicher als eine Superniere, das ist klar. Der Feldübetragungsfaktor wird aber sowieso nur von 0° im reflexionsarmen Raum gemessen. Es kann sein, dass eine Niere empfindlicher ist als Superniere, muss aber nicht. könnte theoretisch auch andersrum sein.

Ich hab mal bei ein paar Herstellern die Angaben verglichen. Bei den 140 und 180er Serien von Neumann sind tatsächlich die Nieren etwas empfindlicher als die Supernieren. Bei anderen (AKG, Sennheiser) war der Wert genau gleich.

Was mich allerdings gewundert hat, ist dass die Kugeln meistens einen geringeren Feldübertragungsfaktor hatten als die gerichteten Kollegen... das könnte von der größeren Luftsteifigkeit hinter der Membran (abgeschlossenes Volumen bei Kugeln) kommen oder?
Aber das ist wahrscheinlich genauso schwer zu pauschalisieren. :gruebel:
 
bemymonkey
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Naja, der Zusammenhang ist eher doof: Bekannter von nem Bekannten mag sein e935 nicht, weil es im Vergleich zu den Kondensern, die er normalerweise nutzt, nicht empfindlich genug ist, wenn er nicht direkt mit dem Mund am Korb singt. Er ist dann irgendwie auf die Idee gekommen, dass das bei dem e945 aufgrund der anderen Charakteristik weniger der Fall sein würde.

Soweit ich weiss ist das eher ne Sache von Kondenser vs. dynamisches Mic, oder nicht?

Interessant aber, dass die Herstellerangaben sich z.B. bei Sennheiser nicht unterscheiden. Hast Du bei unterschiedlichen Mikrofonen geschaut, oder bei welchen, bei denen man die Charakteristik umschalten kann?


Aber scheinbar gibt's keine allgemeine Pi*Daumen "$Richtcharakteristik ist lauter als $AndereRichtcharakteristik" Regel, wa? Beruhigt schon mal, ich dachte ja, ich hätte was verpasst ;)

Danke Dir also schon mal - und falls Du noch ein paar Infos hast/findest, her damit ;) :D

PS: Haste vor den VH100R Low-Gain Eingang schon mal nen Boost geschnallt? Wäre produktiver als verkaufen ;) :p
 
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Soweit ich weiss ist das eher ne Sache von Kondenser vs. dynamisches Mic, oder nicht?

Definitiv. dagegen ist die Geschichte mit den Richtcharakteristiken zu vernachlässigen.
Wenn er Kondensatormikros für seinen Gesangsstil vorzieht, dann gibts keine Alternative, als eben solche auch zu verwenden. :rolleyes:


Hast Du bei unterschiedlichen Mikrofonen geschaut, oder bei welchen, bei denen man die Charakteristik umschalten kann?

Natürlich nur bei Einzelkapseln. Umschaltbare Charakteristiken sind ja wieder was ganz anderes.


PS: Haste vor den VH100R Low-Gain Eingang schon mal nen Boost geschnallt? Wäre produktiver als verkaufen ;) :p

ja hab ich. aber aufgrund von leichtem Stilwechsel taugt mir mein neues Baby, ein Mesa DC-5 etwas mehr! :p
 
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Hallo, bemymonkey,

eine Pauschalregel gibt es nicht. Ein gutes Beispiel aus dem Hause Sennheiser: Das MD441 ist eine Hyperniere und braucht schon sehr gute Vorverstärkung, da recht ausgangsschwach; der andere Klassiker, das MD421, ist eine Niere und liefert mehr Pegel.

Viele Grüße
Klaus
 
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Das MD441 ist eine Hyperniere und braucht schon sehr gute Vorverstärkung, da recht ausgangsschwach; der andere Klassiker, das MD421, ist eine Niere und liefert mehr Pegel.

ähm ok, aber jetzt hast du uns "keine Pauschalierungs-Vertretern" ja ins eigene Fleisch geschnitten!
das wäre ja jetzt eher ein Beispiel, das eine Pauschalisierung aufdrängt? je größere Richtwirkung, desto geringerer Pegel... :D
 
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Aus der Aussage über zwei Mikrofone würde ich keine Gesetzmäßigkeit ableiten.
 

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