Hat meine Epi einen Halsbruch, angebrochen, nur im Lack oder wurde bereits repariert?

Mir auch nicht, aber dass ein Hals direkt an der Leimfuge der Schäftung bricht und das durchgehend bis zum Griffbrett eben auch nicht.
Ohne das Instrument in der Hand zu halten, nur aus langjähriger Erfahrung (war 10 Jahre bei Gibson/Epiphone Deutschland im Service), glaube ich nicht, dass der Hals an der Schäftung flächig gebrochen ist (dann wäre er nicht mehr Stabil), sondern durch eine äußere Gewalteinwirkung einen Anbruch hat und dabei an der Schäftungskante der Lack abgesplittert ist. Habe ich sehr oft so erlebt.
Das bedeutet auch, das man beim Biegen nur einen ganz kleine "Spaltbewegung" sieht.
Habe sogar schon erlebt, das durch einen Sturz nur der Lack entlang der Schäftung gesplittert ist.
Aber hier wurde ja schon erwähnt, dass beim Biegen sich ein Spalt zeigt.

Eine Möglichkeit einer Reparatur wäre: -> Sofern überhaupt ein nennenswerte Spalt (Spaltbreite) vorhanden ist.
- Holzleim in eine Spritze
- mit Hilfe von einem Freund den Hals leicht biegen, so das sich der Spalt öffnet (ist Kraftintensiv)
- den Holzleim mittels der Spritze in den Spalt drücken
- Hals/Bruchstelle mittels Schraubzwingen fixieren und aushärten lassen

Schleif- und Lackarbeiten nach belieben

Gruß
 
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Der Bruch ist ja aktuell noch so ursprünglich strukturiert, dass die zwei Flächen noch sauber zusammen passen.
Ich würde den Spalt ein wenig aufbiegen, mit einer Spritze o.ä. Leim möglichst tief einbringen und das ganze zum Trocknen gut fixieren
Schraubzwingen sind der Standard, müssen aber entspr. gut abgepolstert sein, um keine Abdrücke zu hinterlassen. In den einschlägigen Videos gut gemachter Reparaturen solcher Fälle sieht man of den Einsatz sehr starker Gummibänder, dünner Fahrradschläuche o.ä., die stramm um die Bruchstelle gespannt werden.
P.S. @gesch war schneller....
 
Ich glaube ich würde alles so lassen wie es ist, solange sich die Gitarre nicht aufgrund des Schadens laufend verstimmt.
 
Kann man machen, dann hat der Hals aber dort eine Schwachstelle, die beim nächsten Missgeschick leicht bricht und die Reparatur dann u.U. deutlich schwieriger macht.
 
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Man kann den Holzleim auch leicht erwärmen, dann wird er flüssiger. So wie @gesch es beschrieben hat, würde ich es auch machen. Die Stelle ist dann zukünftig nahezu unzerstörbar. Anstelle von Zwingen würde ich jedoch auch einen Schlauch bevorzugen.
 
Eine Möglichkeit einer Reparatur wäre: -> Sofern überhaupt ein nennenswerte Spalt (Spaltbreite) vorhanden ist.
- Holzleim in eine Spritze
- mit Hilfe von einem Freund den Hals leicht biegen, so das sich der Spalt öffnet (ist Kraftintensiv)
- den Holzleim mittels der Spritze in den Spalt drücken
- Hals/Bruchstelle mittels Schraubzwingen fixieren und aushärten lassen

Schleif- und Lackarbeiten nach belieben

Erstmal vielen Dank an alle wegen der regen Beteiligung, freue mich hier immer wieder wie hilfsbereit alle sind!

So ähnlich wie @gesch es schrieb, hab ich es gestern Nachmittag tatsächlich schon gemacht, hier mal mein Vorgehen:

  • Saiten entspannt
  • Gitarre mit den Tonabnehmern nach unten auf Tisch gelegt, Hals mit diesem "Headstock Stand" von Harley Benton vor dem Riss gestützt (damit sich bei Kraftauswirkung auf den Headstock der Spalt leicht öffnet)
  • Mit einer Hand Spalt leicht geöffnet, war nicht mal 1mm, wahrscheinlich nicht mal 0,5mm, Ponal Express rein (der ist zum Glück schön flüssig) und dann den Headstock Stand hinter den Riss, also dass das Eigengewicht der Gitarre durch die Schwerkraft den Riss zusammendrückt. Seitdem "ruht" die Gitarre.

    Ich werde den Biegetest dann morgen wiederholen und gucken, ob der Spalt sich nach wie vor öffnet. Kann gerne mal berichten. :great:
 
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Das Eigengewicht der Gitarre reicht nicht wirklich aus. Nicht ohne Grund verleimt man mit Druck. Drücke dir trotzdem die Daumen.
 
@justamusician

So ein Bruch im Hals bringt ja einiges an Instabilität und Änderung des Kräfteverlaufs/Lastabtragung mit sich.

Da es hier einige Diskussionen bezüglich Einfluß des Holzes auf den Klang, Einfluß des Halses auf den Klang . . . gibt: Kannst Du mal berichten ob sich Deiner Ansicht nach der Klang der Gitarre durchs Leimen verändert hat?
 
Kannst Du mal berichten ob sich Deiner Ansicht nach der Klang der Gitarre durchs Leimen verändert hat?

Ehrlich gesagt bin ich mir nicht mal sicher wie viel Leim es am Ende des Tages wirklich in den Spalt geschafft haben. Könnte mir auch vorstellen, dass ich 98% davon am Ende mit dem Tuch weggewischt habe, als ich vorm "Trocknen" den Lack am Hals gerettet habe.

Ich bin offen gesprochen auch die Kategorie Gitarrist, die sich sehr wenig mit Klangeigenschaften von Hölzern auseinandersetzt. Das was aus dem Holz "zu wenig" oder "zu viel" kommt regel ich mit dem EQ auf meine Bedürfnisse nach. :ROFLMAO:

Aber ich kann's mal versuchen :great:
 
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