Projekt Halsbruch - Eine "Möwe" mit gebrochenem Hals soll wieder klingen

von GeiGit, 23.05.17.

  1. GeiGit

    GeiGit Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    12.12.13
    Beiträge:
    2.892
    Ort:
    CGS-Schwabbach
    Zustimmungen:
    4.145
    Kekse:
    38.873
    Erstellt: 23.05.17   #1

    Halsbruch - Eine Möwe mit gebrochenem Hals soll wieder klingen



    Vorgeschichte


    Mit gebrochenem Hals und durchhängenden Saiten trug er sie mir behutsam entgegen und fragte ob ich noch eine Chance sehe die Möwe ein zweites Mal zu reparieren.
    Ja, tatsächlich zum zweiten Mal! :nix:
    Vor etwa drei Jahren hatte er mich zum ersten Mal gefragt, ob man einen Halsbruch bei einer Akustikgitarre wieder reparieren könne.
    Ich sagte damals ich müsste es mir anschauen und begutachtete den klaren, direkten Bruch der Kopfplatte zwischen Sattel und den Mechaniken der beiden E-Saiten bei seiner Seagul.
    Damals war der Bruch nahezu glatt und passte sehr gut zusammen, da das Deckfurnier der Kopfplatte nicht komplett durchgebrochen, sondern nur angebrochen war und die Bruchstelle war lang genug für eine stabile Leimverbindung.
    Ich leimte sie damals mit passenden Unterlagen und einigen Schraubzwingen mit Weißleim und erhielt einen fast unsichtbaren Bruch und eine stabile Reparatur die wunderbar funktionierte -

    - Solange, bis eben wieder die kleinen Racker beim Spielen an den Gitarrenständer im Wohnzimmer kamen, die Gitarre dabei umrissen und sie unsanft auf den Boden knallte.
    :weep: :guilty:

    Ein zweites Mal am Boden


    Als er sie mir so entgegentrug sah ich sehr schnell, dass der Bruch diesmal heftiger und endgültiger war. Auch das Deckfurnier war diesmal komplett durch und schon manche Faserspitze abgebrochen und komprimiert.
    Es tut einem im Herz weh wenn man so eine Möwe mit Halsbruch ohne Stützkorsett entgegennimmt und begutachtet.
    Doch auch diesmal war es wieder so, dass ich der Reparatur trotzdem gute Chancen auf Erfolg gab und meinem Mitmusiker gut zusprach und sagte, dass auch eine zweite Reparatur erfolgreich verlaufen könne.

    Der Halsbruch


    Zuhause schaute ich mir den Bruch dann nochmal genauer an:
    Es gab zwar einzelne abgebrochene Puzzlestücke, aber fast alle Teile schienen dabei zu sein.
    Die Bruchstelle verlief teilweise im alten Bruchverlauf des ersten Bruches, hatte aber auch neue Bahnen eingeschlagen wo die Leimung besser wie das Holz selber hielt.
    Seagul mit Halsbruch 01.jpg Seagul mit Halsbruch 03.jpg
    Seagul mit Halsbruch 02.jpg Seagul mit Halsbruch 04.jpg Seagul mit Halsbruch 05.jpg Seagul mit Halsbruch 06.jpg Seagul mit Halsbruch 07.jpg Seagul mit Halsbruch 08.jpg Seagul mit Halsbruch 09.jpg Seagul mit Halsbruch 10.jpg Seagul mit Halsbruch 11.jpg

    Neue Erkenntnis und neuer Leim


    Kurze Zeit nach meiner erfolgreichen ersten Reparatur mit Weißleim stolperte ich über eine richtig gute Doku einer professionellen Halsbruchreparatur an Les Paul-Modellen von @smartin.
    Durch diese Doku habe ich viel dazu gelernt und bin echt dankbar, dass ein Profi seine Methode so freizügig und ausführlich mit der Comunity hier im Board teilt!
    Er beschreibt darin auch klar die Vor- und Nachteile verschiedener Leime und rät deutlich davon ab Weißleim zu nehmen, da er zur vollen Festigkeit hohen Druck und keine Spalten benötigt (was beides bei einer Halsreparatur schwierig und nicht immer gegeben ist) und weil er dauerelastisch bleibt und nach seiner Erfahrung nach 8-10 jahren der Belastung durch den Saitenzug nachgeben kann.
    Als ich das damals gelesen hatte, dachte ich sofort an meine Reparatur der Seagul mit Weißleim und rechnete trotz der erfolgreichen und dichten Verleimung eigentlich damit, dass die Dauerelastizität irgendwann dazu führt, dass mir mein Musikerkollege sagt, dass die Klebung nicht gehalten hat.

    Nun ja ;) manchmal kommt es anders als man denkt und in diesem Fall sorgte die Energie der "lieben Kleinen" dafür, dass ich die Möwe viel schneller wieder "gebrochen" zu Gesicht bekam.

    Ich sagte mir natürlich: Ok, dann mach es diesmal gleich mit dem richtigen Leim, dann hält es (hoffentlich) für die Ewigkeit - zumindest hat es die Möglichkeit dazu solange kein erneuter Unfall für ein kürzeres Leben sorgt.

    Wie dem auch sei, ich suchte die Reparaturanleitung und las nochmal nach was @smartin als Leim empfielt:
    Er nimmt dazu einen speziellen Zwei-Komponenten-Epoxy, der sehr teuer und wohl nur in größeren Gebinden zu bekommen ist.

    Da fand ich den Tipp von @coparni dann wiederum gut:

    Auch wenn er laut @smartin nicht unbedingt das idealste ist:
    Ok, große Mengen brauche ich sowieso nicht für diese kleine Bruchstelle. Trotzdem war ich iritiert, da ich irgendwo auch mal die Empfehlung des UHU plus endfest 300 von @smartin gelesen hatte :confused::gruebel:
    Ok, wozu gibt es die Suchfunktion im Board
    ...und da fand ich dann auch die Empfehlung die ich gesucht hatte:
    Und der Vollständigkeit halber sei auch noch dieser gute Thread von ihm erwähnt: Klebstoffe im Instrumentenbau

    Ich beschloss jedenfalls bei dieser Reparatur statt meinem Weißleim meinen UHU plus endfest 300 zu verwenden.
    UHU endfest 300.jpg

    Vorbereitung


    Als erstes entspannte ich die Saiten und fädelte sie aus den Mechaniken aus.
    Dann schraubte ich die Halsspannschraubenabdeckung und die Mechaniken von der Kopfplatte und kontrollierte die gut sich die beiden Teile zusammenstecken lassen, wie viele Späne lose sind und angeklebt werden müssen und wie viel fehlt und durch UHU plus endfest 300 aufgefüllt werden müssen.

    Dann bereitete ich alles für die Leimung vor:
    Ich legte alle Dinge bereit, die ich dafür brauchen würde:
    Gitarre, abgebrochene Kopfplatte, diverse Späne, Gitarrenständer, UHU plus endfest 300, Zwingen, Zulagen, farbloser Tesa, Küchenpapier zum Abwischen, Handschuhe, Nervennahrung :coffee: :keks:
    Ich kontrollierte nochmal ob ich etwas vergessen hatte, schaute zur Sicherheit noch mal auf das Mischungsverhältnis des UHU plus endfest 300, betete und dann ging es los:

    Die Verleimung :fear:


    - Zwei gleich lange und gleich dicke Bahnen Binder (Epoxy) und Härter auf einen sauberen Karton geben und mit dem kleinen Spatel lange, sorgfälltig und vollständig miteinander verrühren. (Universelles Mischungsverhältnis 100:80, siehe Datenblatt)
    - Den Kleber auf die Stellen, auf die die abgelösten Späne aufgeklebt werden mit dem Spatel auftragen und dünn und gleichmäßig verstreichen.
    -Abgelöste Späne in Position bringen.
    - Den Kleber dünn und gleichmäßig auf die komplette Bruchfläche der Kopfplatte (incl. Späne) verteilen
    - Kontrollieren ob überall genügend Kleber aufgetragen ist
    - Die Kopfplatte auf den Hals so aufschieben dass alle Späne und die zwei Teile sauber ineinander einfädeln ohne dass etwas verdrückt wird
    - Von Hand anpressen
    - Austretenden Leim sauber abwischen
    - beide Teile unter Druck zusammenpressen und mit möglichst stabilem und breiten farblosen Tesafilm umwickeln.
    Dabei darauf achten, dass die Kopflatte in den Hals der Gitarre sauber eingedrückt wird.
    (der Tesafilm dient dazu die Teile miteinander so zu umwickeln, dass der Kleber nur schwer und nicht zu weit aus den Ritzen austreten kann und der Reinigungsaufwand anschließen um ein vielfaches geringer ist. Er ist sozusagen eine Trennschicht)
    - die passenden/angepassten Zulagen zwischen Gitarre und Zwingen aufbringen (ev. mit Tesa fixieren), die Zwingen gerade ansetzen und fest zudrehen.
    Dabei immer wieder darauf achten, dass die Kopflatte in den Hals der Gitarre sauber eingedrückt wird.
    - Gitarre zum Aushärten der Klebung in den Bodenständer stellen.
    - Ich ließ den Kleber bei ca. 23°C Raumtemperatur aushärten und entschied mich gegen eine zusätzliche Wärmezufuhr per Heißluftfön, da der Tesafilm und meine Plexiglas-Zulage mit der Wärme ungünstig reagiert hätten. Laut Datenblatt wäre die Klebung mit zusätzlicher Temperatur beim Aushärten fester.
    - Ich ließ die Klebung 5 oder 6 Tage zur Aushärtung gespannt. Das ist zwar übertrieben und wahrscheinlich würden die 24 Stunden reichen, ich konnte aber aus Zeitmangel sowieso nicht früher weiterarbeiten.
    Halsbruch mit Zulagen gespannt 1.jpg Halsbruch mit Zulagen gespannt 2.jpg Halsbruch mit Zulagen gespannt 3.jpg Halsbruch mit Zulagen gespannt 4.jpg Halsbruch mit Zulagen gespannt 5.jpg Halsbruch mit Zulagen gespannt 6.jpg

    Kontrolle der Klebung


    Nach dieser Zeit entspannte und entfernte ich alle Zwingen, die Zulagen und den Tesafilm.
    Der Kleber war unter dem Tesafilm sauber in jeder Ritze vorhanden und hatte sie gefüllt. Es war aber insgesammt gut dosiert, da sich keine "Leimreserevoire" irgendwo angesammelt hatten.
    Die Kopfplatte war aber trotz mehrmaligem gezielten Nachdrücken der Kopfplatte in den Hals (Druck in Hals-Achse Richtung Korpus) ganz leicht außeinander. Der Spalt war also nicht komplett dicht, sondern die Kopfplatte war etwa fünf Zehntel gleichmäßig außeinandergedriftet.
    Das wäre beim Weißleim wohl eher nicht passiert, beim UHU plus endfest 300 wäre eine lange Zwinge die die Kopfplatte Richtung Gitarre drückt wohl sinvoll gewesen.
    Auf der anderen Seite kann der UHU plus endfest 300 ja genau das besser wie Weißleim: Spalten füllen.
    Insgesamt war ich mit der Leimung trotzdem sehr zufrieden.
    Sie ist sehr stabil :great:

    Nacharbeit


    Ich kratzte mit einer Messerklinge die feinen Kleberkanten und leichten Überstände von der Klebestelle weg, blieb dabei aber an der Oberfläche, da ich nicht vor hatte den Hals und die Kopfplatte neu zu lackieren.
    Von mir aus darf man so eine Reperatur als leichte Narbe durchaus später noch sehen, da sie ja zum "Gitarrenleben" wie jede andere Macke auch in diesem Falle dazugehört.
    Die feinen Kanten, an denen ich durch den Lack durchgekratzt hatte, färbte ich mit einem passenden braunen Faserstift etwas dunkler.

    Das Ergebnis


    So ist die Verklebung geworden:

    Seagul mit geleimtem Halsbruch 01.jpg Seagul mit geleimtem Halsbruch 02.jpg Seagul mit geleimtem Halsbruch 03.jpg Seagul mit geleimtem Halsbruch 04.jpg Seagul mit geleimtem Halsbruch 05.jpg Seagul mit geleimtem Halsbruch 06.jpg

    Komplettierung


    Ich montierte also wieder die Mechaniken und die Kopfplatten-Spannstab-Abdeckung, den Steg und zog die Saiten wieder auf.
    Ich stimmte die Gitarre und sie klang echt gut!

    Seagul mit geleimtem Halsbruch 07.jpg Seagul mit geleimtem Halsbruch 08.jpg Seagul mit geleimtem Halsbruch 09.jpg Seagul mit geleimtem Halsbruch 10.jpg Seagul mit geleimtem Halsbruch 11.jpg Seagul mit geleimtem Halsbruch 12.jpg

    Fazit


    Der UHU plus endfest 300 hat gute Dienste getan und eine stabile Verbindung geschaffen.
    Die Verklebungsungenauigkeit ist noch im Rahmen, ich würde das nächste Mal aber eine zusätzliche lange Zwinge anbringen.
    ->Mission erfüllt: Die Möwe mit gebrochenem Hals ist erfolgreich repariert und kann wieder aus vollem Körper erklingen! Hallelujah!!! Danke Jesus!
     
    gefällt mir nicht mehr 12 Person(en) gefällt das
  2. Corkonian

    Corkonian Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    05.01.10
    Zuletzt hier:
    22.08.17
    Beiträge:
    4.616
    Ort:
    Cork
    Zustimmungen:
    1.595
    Kekse:
    16.827
    Erstellt: 23.05.17   #2
    Weißleim nehme ich so gut wie nie. Meist Tittebond, der härtet fast kristallin. Da kriecht nix mehr. Füllt aber such keine Spalten. Dafür dann Bootsbau- Epoxi. Das 30-min Epoxy reicht, das 24h ist besser, kriegt man nur nicht in passenden Gebinden. Uhu have ich noch nicht probiert, dürfte aber auch nur win 30'er Epoxy sein.

    Insofern: Cooke Reparatur! Gut beschrieben!
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
  3. boisdelac

    boisdelac Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    19.06.12
    Zuletzt hier:
    22.08.17
    Beiträge:
    455
    Zustimmungen:
    160
    Kekse:
    2.160
    Erstellt: 23.05.17   #3
    Klebestellen mit Epoxidkleber dürfen nicht soweit zusammengepresst werden, dass kein Spalt mehr zwischen den zusammengefügten Teilen besteht.
    Dann ist die Klebestelle nicht mehr stabil. Den Klebespalt kann man z.B. durch dazwischengelegte einzelne Fibern aus einer flexiblen Elektroleitung erreichen.

    Im Gegensatz dazu müssen Klebestellen mit Weißleim spaltfrei verpresst werden.

    Aber das wisst Ihr alle ja sicher schon. :)

    Schönen Abend wünscht

    Boisdelac
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
  4. GeiGit

    GeiGit Threadersteller Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    12.12.13
    Beiträge:
    2.892
    Ort:
    CGS-Schwabbach
    Zustimmungen:
    4.145
    Kekse:
    38.873
    Erstellt: 23.05.17   #4
    Keine Sorge, da sind mind 5-8 Zehntel Spalt für den Kleber geblieben ;)
     
  5. Blues-Opa

    Blues-Opa Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    01.12.14
    Beiträge:
    353
    Ort:
    Fränkische Pampa
    Zustimmungen:
    196
    Kekse:
    674
    Erstellt: 28.05.17   #5
    Interessant! Warum ist das so?
     
  6. Corkonian

    Corkonian Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    05.01.10
    Zuletzt hier:
    22.08.17
    Beiträge:
    4.616
    Ort:
    Cork
    Zustimmungen:
    1.595
    Kekse:
    16.827
    Erstellt: 28.05.17   #6
    Erstens, kein Weissleim. Bitte nur alipathischen Leim, also Titebond, oder Knochen-/Hautleim verwenden. Weissleim haertet nicht, bleibt dauerelastisch und ist deswegen fuer strukturelle Reparaturen an Saiteninstrumenten ungeeignet.

    Die vorgenannten Leime sind nicht spaltfuellend, die Klebestelle ist also umso besser, je weniger Spalt da ist. Stichwort: Adhaeision.

    Epoxi ist spaltfuellend - Stichwort Kohaesion - und braucht die vorgenannten 0,5mm Klebespalt.

    Kurz gesagt: Leim klebt gut, haelt aber nicht gut zusammen, Epoxi klebt auch, haelt aber mehr zu sich. Dementsprechend ist eine duenne Leimstelle besser als eine duenne Epoxistelle und eine dicke Epoxistelle (viel) besser als eine dicke Leimstelle.
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
  7. Bass Fan

    Bass Fan Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    27.04.14
    Zuletzt hier:
    22.08.17
    Beiträge:
    1.787
    Ort:
    Rhein-Main & Far East
    Zustimmungen:
    1.094
    Kekse:
    10.183
    Erstellt: 28.05.17   #7
    Ich bin jetzt kein Spezialist für Holzverleimungen, aber gilt das oben gesagte - Weissleim vs Epoxi - nur für Reparaturen, oder auch generell für die Produktions-/Verleimungschritte im Gitarrenbau (inkl. E-Gitarren und Bässen)?

    Ich frage daher, weil bei meinem Besuch im Mai 2015 bei einem bekannten japanischen Hersteller mit drei Buchstaben, dessen teure Gitarren hier im Board wohlwollend diskutiert werden, mit schnödem Weißleim der Marke "Bondo" von Fa. Konishi (gibt es hier in JP in jedem Baumarkt) verleimt werden., die standen dort deckenhoch in den Regalen rum. Das hat mich überrascht, erwartete ich doch, dass spezielle Profi-Produkte zum Einsatz kämen.

    Beim "Neubau" hat man ja ev. geringere Spaltmaße? Was sagen die Experten?
     
  8. Corkonian

    Corkonian Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    05.01.10
    Zuletzt hier:
    22.08.17
    Beiträge:
    4.616
    Ort:
    Cork
    Zustimmungen:
    1.595
    Kekse:
    16.827
    Erstellt: 28.05.17   #8
    @Bass Fan Es ist schwer, PVA und z.B. Titebond allein von der Optik zu unterscheiden. Es waere hilfreich, hier eine genaue Bezeichnung des Leims zu haben.
    Generell sind Leimstellen mit PVA im Instrumentenbau unerwuenscht, denn es ergibt eine elastische - und damit daempfende - Kopplung. Kristallisierende Leime (oder auch Epoxi) verbinden hingegen ohne nennenswerte Elastizitaet und damit (relativ) neutral.
     
    gefällt mir nicht mehr 2 Person(en) gefällt das
  9. Bass Fan

    Bass Fan Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    27.04.14
    Zuletzt hier:
    22.08.17
    Beiträge:
    1.787
    Ort:
    Rhein-Main & Far East
    Zustimmungen:
    1.094
    Kekse:
    10.183
    Erstellt: 28.05.17   #9
    @Corkonian

    Ich kann hier nur Fotos der Behälter zeigen, die Aufschrift auf der Rückseite sagt mir 45% Vinyl (denke, die meinen Acryl) und 55% Wasser..., von PVA ist keine Rede. Mir leuchtet auch ein, dass hart kristallisierende Verklebungen besser als elastische sind.
    bondo1.JPG bondo2.JPG

    Sorry, irgendwie haben sich die Fotos gedreht....
     
  10. Corkonian

    Corkonian Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    05.01.10
    Zuletzt hier:
    22.08.17
    Beiträge:
    4.616
    Ort:
    Cork
    Zustimmungen:
    1.595
    Kekse:
    16.827
    Erstellt: 28.05.17   #10
    @Bass Fan Mein japonesisch ist etwas eingerostet. Eine lateinische Transkription waere hilfreich.
    Das, was ich blind im Netz gefunden und mit Google Translate zusammengestoepselt habe, sagt mir, dass das sowas wie Titebond auf japonesisch ist. Also kein PVA-Weissleim.
     
  11. GEH

    GEH MOD A-Saiteninstrumente Moderator

    Im Board seit:
    12.10.07
    Beiträge:
    17.125
    Zustimmungen:
    3.704
    Kekse:
    50.544
    Erstellt: 28.05.17   #11
    Da kann höchstens unser leider viel zu selten noch anwesender Ex-Mod weiterhelfen:
    @BenChnobli
     
  12. Bass Fan

    Bass Fan Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    27.04.14
    Zuletzt hier:
    22.08.17
    Beiträge:
    1.787
    Ort:
    Rhein-Main & Far East
    Zustimmungen:
    1.094
    Kekse:
    10.183
    Erstellt: 29.05.17   #12
    Mit Hilfe lokaler Intelligenz - Übersetzung sowie zusätzlichem englischen Datenblatt des Herstellers - steht nun fest, daß der Hauptbestandteil in "Bondo" Vinylacetat Polymer ist, also doch "PVA". Muss daher meine obige Aussage in #9 revidieren.

    Interessanterweise ist daher Bondo von den Bestandteilen identisch mit Titebond II, welches ausschließlich PVA als aktiven Bestandteil benennt, das kann man leicht recherchieren über die Webseite whatsinproducts.com. Demnach enthält nur Titebond III kein PVA. Titebond I (Original Wood Glue) enthält neben PVA auch ein Vinylalkohol/Vinylacetat-Copolymer.
     
  13. Kluson

    Kluson Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    23.12.14
    Beiträge:
    1.512
    Zustimmungen:
    478
    Kekse:
    3.943
    Erstellt: 29.05.17   #13
    Interessantes Thema für mich, da mir vergangene Woche ein Strat Hals flöten ging - und zwar als ich neue Mechaniken drauf machen wollte. Das fand ich sehr strange - so etwas hatte ich noch nie. Es sind ja in dem Fall nur ganz kleine Schrauben. Es waren vorher Standard Mechaniken drauf und ich wollte Vintage Tuner anbringen. Als ich die letzte Schraube ( Richtung Griffbrett ) eindrehte, mach es "Knack" und es trat ein Riss von der Schraube zur Kante des Headstockes auf.

    Die Frage ist - wie kann ich so etwas leimen ? Der Riss ist sehr dünn, so dass ich kaum Leim reinbekommen würde
     
  14. Corkonian

    Corkonian Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    05.01.10
    Zuletzt hier:
    22.08.17
    Beiträge:
    4.616
    Ort:
    Cork
    Zustimmungen:
    1.595
    Kekse:
    16.827
    Erstellt: 29.05.17   #14
    Cyanoacrylat superdünn. Dann den Kapillareffekt nutzen und damit das CA in den Riß einziehen lassen.
    Auffüllen, bis zum Rand - sozusagen. Dann 24h stehen lassen und den überstand mit einer Rasierklinge abkratzen oder ggf. so lassen, wie es ist.
    Natürlich hast Du ganz bestimmt darauf geachtet, daß die Löcher passend zum Durchmesser des Schraubenkerns gebohrt waren, oder?
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
  15. chris_76

    chris_76 Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    16.04.16
    Beiträge:
    1.243
    Ort:
    B'feld
    Zustimmungen:
    462
    Kekse:
    691
    Erstellt: 29.05.17   #15
    Wahrscheinlich gar net, oder? Bleibt nur einen neuen Hals kaufen? Oder hast Du es doch anders wieder hinbekommen? Mir ist sowas Gott sei Dank bei Strats noch net passiert, ist halt immer ärgerlich wenn sowas passiert, aber klar immer möglich dann. Denke aber im Gegensatz zur geleimten Gitarre ist bei der Strat wenigstens durch den Kauf (wenn gar nix mehr anders geht) eines neuen Halses, ein wenig Glück im Unglück dabei. Ist meist noch am erschwinglichsten, auch wenn der alte original Hals dann net mehr ist. Aber besser als ne neue Gitarre kaufen. Bei ner Paula oder so, ist ein Bruch meist schlimmer zu reparieren. Okay beim Riss des Holzes, geht noch gerade, kann man gut reparieren. Aber hier beim TE sieht der Bruch schon krasser aus, weiß jetzt net wie viel die Gitarre wert ist? Oder war? Hoffe es rentiert sich überhaupt dann ne Reparatur, aber am besten dann vom Profi bzw. Techniker machen lassen. Vielleicht auch ein Schreiner und dann zum Techniker bringen, sollte ja alles neu ausgerichtet werden, Stimmstabilität usw. Im Idealfall kann man des selber, aber nur leimen oder so, damit wird es net getan sein. Denke meist ist da auch was verzogen, vielleicht muß man der Hals dann in nem Schraubstock usw. Aber genau kenne ich mich da natürlich net aus. Jedenfalls ist da ein Fachmann gefragt. Ist glaube mit das schlimmste was ner geleimten Gitarre passieren kann, ähnlich wie beim Fussballer das Kreuzband.
    Gruß
     
  16. Kluson

    Kluson Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    23.12.14
    Beiträge:
    1.512
    Zustimmungen:
    478
    Kekse:
    3.943
    Erstellt: 29.05.17   #16
    einen neuen Hals dafür werde ich nicht mehr holen, es sei denn es läuft mir einer für 50 € über den Weg, ansonsten ist es mir die Sache nicht wert. Ich schaue mal ob ich wieder Saiten drauf mache, denn der Zug wird für den Riss sein übriges tun. Ich habe mal ein Bild eingestellt und die Stelle markiert. Es geht nicht ganz von der Bohrung der Mechanik, sondern - so weit ich sehen kann, von der Schraube bis zur Kante ....

    Vielleicht hätte ich vorbohren sollen ? ;-) War mir bei der Strat aber egal - und da die Schrauben so winzig sind, hätte ich nicht gedacht dass so etwas passiert ....

    squier Head.jpg
     
  17. peter55

    peter55 A-Gitarren, Off- & On-Topic Moderator HFU

    Im Board seit:
    29.01.07
    Beiträge:
    52.552
    Ort:
    Urbs intestinum
    Zustimmungen:
    13.354
    Kekse:
    207.876
    Erstellt: 29.05.17   #17
    Bitte ... wir sind hier bei den A-Gitarren ... E bitte bei den E-Gitarren diskutieren ;)
     
  18. chris_76

    chris_76 Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    16.04.16
    Beiträge:
    1.243
    Ort:
    B'feld
    Zustimmungen:
    462
    Kekse:
    691
    Erstellt: 29.05.17   #18
    Hi Peter grüß dich, gibt es denn sowas dann auch für E-Gitarren speziell. Wäre interessant, da ja Brüche oder das mit den Schrauben, jedem mal passieren kann, und daher vielleicht dann Lösungen erfährt. Hast Du da nen Link dafür? Wäre Nice. Danke
    Gruß
    --- Beiträge zusammengefasst, 29.05.17 ---
    Da es hier ja Hauptsächlich um Akustik geht, und wir den (interessanten) Thread net sprengen möchten, mein abschließender Tipp. Ich würde den Bruch (Ist ja Holz) mal beim gutem Schreiner begutachten lassen, und nen Fachmann (Gitarren Techniker oder Gitarrenbauer) dann einstellen lassen. Besser als irgendwie mit Kleber (gibt sicher gute) und selber wenn man nicht Experte ist experimentieren.
     
  19. peter55

    peter55 A-Gitarren, Off- & On-Topic Moderator HFU

    Im Board seit:
    29.01.07
    Beiträge:
    52.552
    Ort:
    Urbs intestinum
    Zustimmungen:
    13.354
    Kekse:
    207.876
  20. chris_76

    chris_76 Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    16.04.16
    Beiträge:
    1.243
    Ort:
    B'feld
    Zustimmungen:
    462
    Kekse:
    691
    Erstellt: 29.05.17   #20
    Okay Danke für den Tipp, werde ich mal bei Gelegenheit reinschauen. Interessant.
    Gruß
     
Die Seite wird geladen...

mapping