Ist ja ganz spannend, wie sich das hier zur Diskussion des Kunstbegriffs verlagert hat. ;-) Ich will das hier mal exemplarisch aufgreifen:
kommerzieller erfolg ist kein maßstab zur beurteilung, genausowenig wie ausmaß der akzeptanz.
Da stimme ich Dir zu. Gilt aber in beide Richtungen, soll heißen: Obwohl es von vielen Menschen geliebt und gekauft wird, kann es dennoch Kunst sein. (Sonst dürfte man nicht einmal das Werk der Beatles als Kunst bezeichnen - und darüber will doch wohl keiner ernsthaft streiten...)
die beweggründe sich künstlerisch zu betätigen sind maßgeblich für die definition von kunst.
Da tendiere ich in eine ähnliche Richtung, wobei: Das Ergebnis ist für mich eigentlich immer Kunst, bzw. das bestimme nicht ich exklusiv. Ein Ergebnis, dass von irgendjemandem (und wenn es er einzige Mensch auf der Welt ist) als Kunst empfunden wird, IST Kunst.
Deswegen ist das, was HF letztlich veröffentlicht, bzw. live präsentiert, ohne Frage Kunst.
Diskutabel dagegen finde ich die Bewertung, ob HF denn Künstlerin ist. Dagegen könnten die genannten Argumente sprechen, dass sie ja eigentlich lediglich die Kunst anderer (Songwriter, Produzenten Choreographen, Stylistin etc.) präsentiert.
Allerdings stellt Du auf die Beweggründe ab und da muss ich sagen: Wir kennen ihre innersten Beweggründe nicht, nach außen spricht aber ihr Werdegang dafür, dass sie Musik als Leidenschaft, mehr noch, als Berufung empfindet und ihr Leben schon früh darauf ausgerichtet hat.
Und das macht sie – für mein Empfinden jedenfalls – tatsächlich zur Künstlerin.
helene fischers musik ist definitiv keine kunst.
Wie oben angedeutet, ich sehe das differenzierter. Ich denke, ich verstehe, was Du meinst. Wir sprechen hier von einem (Kunst-)Produkt, dass von vorne bis hinten durchgeplant und -designt ist, bei dem nichts dem Zufall überlassen wird, damit es die Erwartungen der Zielgruppe erfüllt und verkauft. Letzteres trifft aber auch auf viele andere Musiker auch zu, man denke mal im Rock-/Metal-Bereich an die schwer angesagte Band "Ghost", deren Image und "Marktpositionierung" für mich kaum weniger auf (zu erwartenden) Erfolg designt ist.
Letztlich kann man auch dem Team hinter HFs Output nicht unwissenderweise absprechen, mit Herzblut und Kreativität zu agieren.
Aber klar: Eine Singer-Songwriterin, die in einem kleinen Club auf der Bühne steht und ihre Songs mit ihren Melodien und ihren Worten performt, nehme ich natürlich auch ganz anders war als Helene Fischer als "Frontend" eines Entertainment-Apparates. Aber wie gesagt: Es spricht dennoch viel dafür, dass man ihr nicht absprechen kann, eine Vollblut-Künstlerin zu sein.