Herangehensweise an die Modes

von Jh0nny, 14.10.05.

  1. Jh0nny

    Jh0nny Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.05   #1
    Hallo!
    Ich würde gerne die Modes zum klingen bringen und wollte nach geeigneten Möglichkeiten fragen. Bisher versuche ich ziemlich erfolglos D-dorisch über die Akkorde C-Dur und D-Moll bzw A-Moll/E-Moll und D-Moll zu spielen. Es hört sich nur nach Geduddel einer Tonleiter über verschiedene Akkorde an. Muss ich einfach mehr Geduld haben, bis sich ein Gefühl für Dorisch einstellt oder ist meine Herangehensweise nicht richtig/ideal? Kann ich mit erhöhter "Konzentration" auf die gr. Sexte (soweit ich weiss der charakteristische Ton für Dorisch) eher ein Gefühl für Dorisch entwickeln?
    Thx für die Hilfe!
     
  2. Paganono

    Paganono Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.05   #2
    Verstehe jetzt dein Problem nicht ganz.

    Wenn du D-Dorisch über C-Dur spielst ist es so als ob du C-Dur (Ionisch) über C-Dur spielst. Also nicht besonders spannend. Versuche Lieber mal A-Dorisch zu spielen.

    Zum kennen lernen reicht es auch erstmal die A-Moll Pentatonik mit einer zusätzlichen großen Sexte zu spielen (Über den A-Moll Akkord natürlich).

    Merke wenn du den Akkord wechselst z.B. von A-Moll nach D-Moll und willst den Dorischen Sound behalten musst du auch von A Dorisch nach D-Dorisch wechseln.
     
  3. Mighty Scoop

    Mighty Scoop Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.05   #3
    Du musst dir anschauen welche Modes zu welchen Akkorden passen. Jeder Mode hat bestimmte charakteristische Intervalle :

    Ionisch : natürlich Dur
    Dorisch : Moll mit großer Sext
    Phrygisch : Moll mit kleiner Sekunde
    Lydisch : Dur mit übermägiger Quarte ( Tritonus )
    Mixolydisch : Dur mit kleiner Septime
    Äolisch : natürlich Moll
    Lokrisch : Moll mit kleiner Sekunde und vermiderter Quinte ( Tritonus )

    Wenn du die Modes zu den Akkorden spielst, müssen oder sollten zumindest die Akkorde auch dies Intervalle enthalten. So kann man zu Powerchords kein Lokrisch spielen, da Powerchors eine normale Quinte enthalten und Lokrisch eine vermiderte Quinte, dadurch wirds dann unharmonisch.

    Wenn du D-Dorisch spielst, bieten sich aufgrund der darin enthaltenen Tonleiter folgende Akkorde als Beispiel an :

    D5, D - Moll, Dmoll7 oder Dmoll7/9/11 usw.

    Stringgod kennt sich da gut aus, der hat irgendwo auch en Artikel geschrieben drüber, aber den find ich irgendwie nicht.
     
  4. Jh0nny

    Jh0nny Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.05   #4
    ALso mir gehts darum, mein Solospiel zuverbessern bzw so zu spielen, dass es mir gefällt.
    Mein Problem ist nur, dass ich soweit ich das überblicken kann immer in Aeolisch (moll) spiele. Nun will ich mich an die Modes machen, weiss aber nicht, wie ich das genau anstellen soll und habe das Gefühl kein Gefühl dafür zu bekommen. Deswegen die Frage, wie ich mir die Modes am Besten drauf schaffen kann. Die Geschichte mit C-Dur / D-Moll: der C-Dur Akkord war referenzmässig gedacht. Macht das einen Sinn? Soweit ich das bisher richtig verstanden habe, macht es wenig Sinn alle Modes gleichzeitig lernen zu wollen, deswegen wollte ich mit Dorisch anfangen. Nur wie?
    Das Schwierige find ich ist, dass die Klangfarbe sich ja nur durch reine Betonung ergibt, aber ich komme irgendwie aus dem Aeolischen nicht raus.
    Thx for help
     
  5. Little_Raven

    Little_Raven Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.10.05   #5
    Du hast dir die Frage doch selbst beantwortet.

    Nimm dir einen Backingtrack auf, der NUR aus D bzw, Dm besteht. Dieser muss nichtmal sonderlich lang sein. Es ist also nicht verkehrt, 4 Takte ständig zu loopen.
    Zu dem Backing nimmst du deine Gitarre und spielst eine Melodie aus der C Dur Tonleiter. Dann wirst du feststellen, dass ein Ton die Sache sehr spannend macht.

    Finde diesen Ton! :)
     
  6. Hans_3

    Hans_3 High Competence Award HCA

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    Erstellt: 17.10.05   #6
    Ja. Denn dies ist ja der einzige Ton, der dorisch von äolisch-moll unterscheidet. Nur durch diesen klingt es dorisch.

    Vorübung zum Hören des Charakters: Akkord moll 6 spielen

    5---------------------------------
    --------7-----------------------
    5----------------------------------
    5------(7)---------------------------
    --------7-----------------------------
    5--------------------------------------

    (Der rote Ton ist die gr. Sexte.)

    Jetzt eine wenig improvisieren auf den Saiten E1 und H und immer schön die gr. Sexte zum Ziel - gedachter Akkord darunter ist a-moll:

    ----------5----------------------------
    5----8-------5---7------------------------

    oder

    ----------5----------------5-----------------
    5----8-------5---8B10--------7------------

    usw. 1000 Möglichkeiten....

    das Ganze ausdehnen auf die ersten 4 Saiten


    ----5-----------5------------------------
    5------5---7-------5-------------------------
    -----------------------5------------
    --------------------------7---5--4------
    ----------------------------------------

    usw.

    Vergleiche dazu in den FAQ in den Patterns von Stringgod:

    Grafik 4, Pattern 2.

    Mit der Zeit muss man das natürlich überall auf dem Griffbrett auf alles Patterns ausdehenen können.

    Oberwichtig bei den Modes ist aber zu Anfang immer, dass man einen Mode und seine Klangwirkung "hören" und empfinden lernt. Sonst kann man an ihn auch nicht bewusst einsetzen. Deshalb auch oben der Vorschlag, erstmal mit dem Akkord zu beginnen, damit man das im Zusamenhang besser hört.

    Hier noch ein Klangbeispiel über d-Moll. Bis 0:15 Pentatonik, bei 0:16 kommt die dorische (große) Sexte dazu und wird danach noch öfters gezielt bis aufdringlich :D angesteuert:

    Rechts speichern unter / 0,4 MB

    Achtung: es lässt sich nicht immer dorisch spielen, nur weil gerade Moll angesagt ist. Wenn der ganze Song (z.B. Gesangsmelodie) auf äolisch moll läuft, ist eine Hörstimmung vorgeprägt, aus der man nicht so ohne Weiteres mal eben die Sexten tauschen kann. Also: nix übers Knie brechen.
     
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