"Herr Ober, einen Hauch des 50´er & 60´er (Rock´n´Roll)-Sounds bitte"...

von jamakasi, 01.02.08.

  1. jamakasi

    jamakasi Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.02.08   #1
    hallo.

    anbei eines gleich vorne weg: ich stelle hier, keine sorge, keine frage der marke "wie kriege ich diesen oder jenen sound ganz genau so hin - ihr verratet mir dies bitte bestmöglich unter angabe des mikros & wenn es sich dann nicht ganz genau so anhört, seid ihr schuld". :)

    mein anliegen ist eher folgendes: ich habe selbst noch nie ein (homerecording-)studio besessen, habe jedoch als musiker die erfahrung, dass es faktoren über faktoren abseites der mikrofonierung gibt, die (den) sound beeinflussen.

    das was ich über die aufnahmegegebenheiten in der damailigen zeit weiss, ist, dass mit wenigen mikrofonen gearbeitet wurde, mit technikern welche am anfang nach dem "trail & error" prinzip ihre erfahrungen gemacht haben & einige später darin "meister" waren, wenn es darum ging, wenig mikros demensprechend auszurichten um eine komplette band in einem einzigen raum raumakustisch betrachtet bestmöglich aufzunehmen.

    was ich noch "weiss", ist, dass wenn ein tonmeister oder sogar produzent einen klang hinbekommen möchte, welcher den, sorry für das englise wort, "approach" zur damaligen zeit hat, er sich mitunter auch vielleicht zusätzlich gedanken machen muss, ob er nicht auch manche mikros aus der zeit verwendet bzw. weiss, welche mikros aus der heutigen zeit von ihren eigenschaften her so sind, dass sie für einen entsprechenden 50´er & 60´er möglichst dienlich sein können.

    ich hab zum thema "alte mikrofone" auch eine relativ informative seite aufgetrieben (klick), jedoch wird es natürlich schwer, das eine oder andere authentische mikrofon ohne kontakte oder prall gefüllten geldbeutel selbst aufzutreiben oder einen "produzenten" zu finden, welcher bezahlbar mit solchen mikros arbeitet.

    meine frage lautet an dieser stelle also: durch was zeichnet sich aus sicht eines produzenten der sound des ursprünglichen rock´n´rolls wie z.b. Little Richard oder eines Bunker Hills in bezug auf die auswahl der mikrofone aus (original-instrumente aus der zeit aussenvorgelassen)? und was sind überdies hinaus die überlegungen (teures equipment, jahrelange erfahrung und bestmöglich durchberechnete akustikräume mal beiseite), dass produktionen wie die eines peter kraus oder dick brave den hauch authentizität haben und sich nicht pur nach popmusik ahören. "produzent" heisst für mich in dem falle (die für mich ursprüngliche bedeutung eines produzenten) ein künstlerisch/musikalischer leiter, der ein soundmäßiges ziel vor augen hat und weiss, wie er dies erreichen kann.

    gruß
    manuel
     
  2. Astronautenkost

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    Erstellt: 01.02.08   #2
    Das fängt mit den Mikros an. Das U 47 von Neumann/Telefunken war sehr verbreitet oder RCA-Bändchenmikros. Übrigens sind einige Studioaufnahmne von Amy Winehouse auch mit einem solchen gemacht: RCA 77. Hinzu kommen die damaligen Preamps (Röhren) wie in den Custompulten von EMI in Abbey Road oder die 610er von Bill Putnam und entsprechende Kompressoren in den 60ern. Siehe UREI 1176. Die gibts z.T. wieder von Universal Audio oder von Chandler und Drawmer. Ein Bekannter, der in einer 50s-Band spielt schwört auf die Bänchenmikros von Heil. Ein gutes Buch über diese Zeit und die Tonstudios damals ist das "Temples of Sound".
     
  3. jamakasi

    jamakasi Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.02.08   #3
    danke für den buchtipp. werd ich mir mal, wenn sich die gelegenheit ergibt, zu gemüte führen.

    mir ist für mich, nach nochmaligem überlegen, noch ein punkt klar geworden, den ich eigentlich ganz vergessen hatte: früher gab es ja auch weniger bis eigentlich garkeit homerecording mit "low-budget"-ausrüstung. die studios, die es gab, waren vermutlich alle durch die bank, kompromisslos top ausgestattet.
     
  4. Astronautenkost

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    Erstellt: 04.02.08   #4
    Den einen oder anderen Tonbandamateur gab es schon.
     
  5. achim1

    achim1 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.02.08   #5
    Ich denke es hängt u.a. auch damit zusammen, dass alle in der Aufnahmekette befindlichen Gerätschaften (also Mikro, Vorverstärker bzw. Pult, Kompressoren, Hall (entweder richtige Räume oder Hallplatten) Bandmaschinen) gewisse technisch bedingte Artefakte hatten, angefangen beim Eigenrauschen oder Klirrfaktor, Bandkompression, Röhrengeräte (sind ja wieder schwer im kommen). Alleine an den Mikrofonen kann man das glaube ich nicht festmachen.
    Hinzu kommt - und dieser Faktor ist m.E. weitaus schwerwiegender - dass die Produzenten respektive Toningenieure AHNUNG und eine Art "verinnerliches Abbild" des Sounds hatten, den sie machen wollten. Es war zu dieser Zeit unendlich schwierig und großes Fachwissen von Nöten (dass ist es heute immer noch, bzw. sollte so sein), Aufnahmne in dieser Qualität hinzubekommen. Der Musiker und sein Instrument bzw. Verstärker spielten natürlich eine ebenso große Rolle.
    Heutzutage ist der geflügelte Satz "... den Rest mach die Technik..." oder "... wenns mal eim mp3 ist, hört man das sowieso nicht mehr..." ebenso das Selbstverständnis des Konsumguts "Musik" (kann man ja überall downloaden, wenns nicht mehr gefällt -> löschen) viel größer als früher. Deswegen gibts auch fast keine guten Analogstudios mehr, sondern halt nur noch ProTools und Konsorten (was nicht heißt, dass das schlecht ist!!!). Musik wird heutzutage - bis auf wenige Ausnahmen - als Konsumgut produziert, dementsprechend sind auch die Produktionsmethoden. Am Mikrofon alleine, wie gesagt, kann man dass nicht festmachen.

    Ufff, ich hoffe man versteht was ich meine...
     
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