Höfner beantragt Insolvenz

  • Ersteller Michael Scratch
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Der Verband der europäischen Musikinstrumentenbauer hat im September eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der vor der US-Zollpolitik gewarnt wird:
Weißt du, wie viel % des Höfner-Umsatzes in den USA gemacht wurde / wird? Ich leider nicht. (PS: Frage ist ernst gemeint, nicht rhetorisch.)
 
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Ein wenig ist es mit Höfner wie mit entfernten Verwandten - man besucht sie praktisch nie, und wundert sich dann, wenn sie verstorben sind.
..ich hab getan, was ich konnte ;) . Immerhin in den letzten 3 Jahren drei Höfners aus neuerer (asiatischer) Fertigung erworben ... waren auch durch die Bank freundliche Teilchen. ...allerdings gebraucht, was dann den Absatz bei Höfner nur wenig zielgerichtet fördert ...
 

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wie viel % des Höfner-Umsatzes in den USA gemacht wurde

Nein, nur allgemein, aber er dürfte einen hohen Anteil ausmachen:

In den vergangenen Jahrzehnten hat Höfner sein Exportgeschäft kontinuierlich ausgebaut und beliefert ausschließlich Geschäftskunden im B2B-Bereich. Mit seinem Produktsortiment erzielte das Unternehmen zuletzt einen Umsatz von rd. 6,5 Mio. €, wovon etwa 65 % auf das Exportgeschäft entfielen.


Wie viele Unternehmen in der Musikinstrumentenbranche ist auch die Karl Höfner GmbH & Co. KG von den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen betroffen. Seit geraumer Zeit sind rückläufige Auftragseingänge zu verzeichnen. Insbesondere das Exportgeschäft hat sich deutlich abgeschwächt – unter anderem infolge veränderter Zollbedingungen und der US-Zollpolitik. Darüber hinaus ist die weltweite Nachfrage an Musikinstrumenten aufgrund der angespannten gesamtwirtschaftlichen Lage deutlich zurückgegangen.

https://www.ra-dr-beck.de/presse/pressemitteilung.php?id=3331
 
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Und nicht, dass Höfner zu wenige Fender- und Gibson-Nachbauten im Programm hat! Hätten sie solche Kopien im Angebot, würde jetzt geschrieben: Kein Wunder, wenn sie nur nachbauen und nichts Eigenständiges haben.

Der Verband der europäischen Musikinstrumentenbauer hat im September eine Pressemitteilung veröffentlicht, in der vor der US-Zollpolitik gewarnt wird:
Hallo,

ich hatte ja auch direkt darauf hingewiesen, dass es für Höfner womöglich eine sehr gute Strategie sei, sich eben nicht mit Strat-, Tele-, oder LP-Kopien zu verzetteln, sondern sich auf eigene eigenständige Modelle zu konzentrieren.
Etwa die Shortys, oder die berühmten Violin-Bässe.

Mit Strat-, Tele-, oder LP-Kopien müssten sie praktisch direkt mit Marken wie Harley Benton, Yamaha oder etwa Jet Guitars, und vielen anderen konkurrieren.
Ihre eigenen Modelle, wie etwa die Shortys, bekommt man wohl praktisch nur von Höfner selber.
Violin-Bässe bekommt man zwar auch von anderen Marken, aber dafür gilt Höfner bei Violin-Bässen immer noch als das Original, quasi als der Gold-Standard, an dem sich die anderen Marken messen müssten.

Bei diesen Konzepten haben sie wohl ein gewisses Alleinstellungsmerkmal.

Allerdings sind Shortys oder Violin-Bässe doch ziemliche Nischen.
Aber auch als alleiniger in der Nische könnte man womöglich sich gut einrichten.

Ich zitiere mich selber: "Aber was weiß ich schon über das Musikinstrumenten-Business?"

Meines Wissens sind gerade die Streichinstrumente von Höfner gefragte Orchesterinstrumente. Geigen, Bratschen Celli und Kontrabässe sehen aber seit Jahrhunderten mehr oder weniger gleich aus. Auch Konzertgitarren und Westerngitarren sehen eben so aus, wie Konzertgitarren oder Westerngitarren aussieht.

Das ist richtig, vielleicht ist der "Rock'n'Roll"-Markt für Höfner nur ein eher geringer Anteil am Geschäft. Sodass es für Höfner auch nicht sinnvoll erschien, etwa größere Qualitäts-Offensiven für die Shortys oder Violin-Bässe aus Asien anzugehen.

Wenn jetzt jemand sagt, daß am Bedarf vorbeiproduziert wurde, weil ER vom Sortiment nicht abgesprochen wird, dann hat derjenige vermutlich den Gesamtmarkt nicht ausreichend im Blick. Ich glaube auch nicht, daß ein kleines Bonedo-Review auf einer deutschen Internetseite - das dazu nur eine einzelne kleine Sparte des gesamten Höfner-Sortiments betrifft - für einen weltweiten Umsatzeinbruch verantwortlich gemacht werden kann.
Es geht nicht um ein einziges Review. Die generelle Tendenz einiger Reviews über die Höfner-Asien-Produkte (im Rock'n'Roll-Bereich) geht schon dahin, dass deren Qualität nicht sehr gut sei.
Und - meine Interpretation - schon weniger gut sei als etwa viele Modelle etwa der Marke Harley Benton (obgleich auch Harley Benton teils sehr deutliche Ausreißer nach unten bei manchen Modellen hat). Nur um mal eine recht bekannte Marke als Beispiel zu bringen....


Als einziger Käufer oder Nicht-Käufer etwa eines Shorty-Basses für um die 200€ Ladenpreis rette oder stürze ich nicht Höfner in Insolvenz, das ist vollkommen richtig.
Ich halte mich aber für nichts besonderes. Womöglich haben einige andere Interessenten oder potenzielle Käufer ähnlich gedacht wie ich?

Vielleicht habe ich nur ganz falsche Erwartungshaltungen. Vielleicht denke ich fälschlicherweise, Höfner als renommierte Top-Marke bringt auch im sehr preisgünstigen Bereich (der Shortys oder Violin-Bässe aus Asien) eine überdurchschnittliche Qualität, und bin deswegen nur enttäuscht?

Es ist immer Schade, wenn ein renommierter Hersteller mit alter Tradition in Insolvenz geht.
Anscheinend waren es diesmal die dusseligen Import-Zölle in USA.

Grüße
 
Die generelle Tendenz einiger Reviews über die Höfner-Asien-Produkte (im Rock'n'Roll-Bereich) geht schon dahin, dass deren Qualität nicht sehr gut sei

Ich habe schon einige dieser Asienprodukte in der Hand gehabt, da war war noch nie etwas schlechtes dabei. Keine Ahnung auf was für dubiose Reviews du referenziert.
 
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Keine Ahnung auf was für dubiose Reviews du referenziert.
Aber wenn in Testberichten was von schlecht gefeiltem Sattel oder schlechter Intonation steht, lasse ich die Finger davon.

Ich tippe auf dieses hier: https://www.gitarrebass.de/equipment/der-kleine-pilzkopf-hoefner-shorty-violin-bass-im-test/ (War doch nicht bonedo, sondern Gitarre & Bass)
Mehr Probleme macht beim Testgerät der nicht gut eingesetzte und gekerbte Sattel, der die Saiten unnötig hochlegt, in den tiefen Lagen die Bespielbarkeit erschwert und die Intonation versaut, und die mittelgute Bundabrichtung, die in den erstaunlich gut erreichbaren hohen Lagen zunehmend für Schnarren sorgt.

Viele Grüße,
McCoy
 
Guter Hinweis.
Wobei dasTeil weder ein "richtiger" Shorty noch ein "richtiger" Violinbass ist, also auch keine Wiederauflage, sondern irgend'ne "Idee von früher"
 
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Ich zitiere mich selber: "Aber was weiß ich schon über das Musikinstrumenten-Business?"
Mit Blick auf diese Erkenntnis schreibst Du aber recht ausführlich....
Anders ausgedrückt: So viel Meinung bei so wenig Ahnung .... :whistle:
... gilt Höfner bei Violin-Bässen immer noch als das Original, quasi als der Gold-Standard, an dem sich die anderen Marken messen müssten. Bei diesen Konzepten haben sie wohl ein gewisses Alleinstellungsmerkmal.
Von "Gold-Standard" kann meiner Meinung nach keine Rede sein , und andere Hersteller könnten sich bestimmt mit dem tatsächlich gebotenen Höfner-Standard messen, wenn sie denn wollten. Ich hatte diverse dieser Bässe in der Hand, die waren preisangemessen okay, aber nicht supertoll oder herausragend. Nur wie auch Du schon schriebst: Nischenprodukt, der potenzielle Käuferkreis ist sehr überschaubar...

Warum aber Insolvenz anmelden, wenn
die Streichinstrumente von Höfner gefragte Orchesterinstrumente
sind? Nur die allseits beliebte Art, Schulden loszuwerden? Vereinfacht ausgedrückt: Wir melden Insolvenz an, gründen 'ne neue Company und fangen dort ohne Schulden an. Aber eventuell sehe ich das zu negativ...
 
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Warum aber Insolvenz anmelden, wenn [die Streichinstrumente von Höfner gefragte Orchesterinstrumente] sind?
Wenn 1 Mrd. Chinesen plötzlich weniger europäische Geigen bestellen, und bei den Exporten nach USA plötzlich 10% höhere Zölle erhoben werden, wenn dann die deutschen Mitarbeiter inflationsbedingt höhere Löhne brauchen, damit sie beim Bäcker ihre Brötchen kaufen können, merkt man das eben.

Die deutschen Warenexporte in zwei seiner wichtigsten Absatzmärkte sind 2025 deutlich eingebrochen. In den ersten drei Quartalen sanken die Ausfuhren in die USA gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum um fast acht Prozent, nach China sogar um mehr als zwölf Prozent. Seit 2022 sind die Exporte nach China damit um nahezu ein Viertel zurückgegangen. China ist inzwischen nur noch der sechstgrößte deutsche Exportpartner – 2022 lag das Land noch auf Rang zwei.

Zölle und Wettbewerbsverzerrungen belasten​

Der Rückgang der Exporte in die USA hängt vor allem mit der aggressiven Zollpolitik der Trump-Administration zusammen. Hohe Zölle verteuern deutsche Produkte und drücken die Nachfrage.
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaftm Köln https://www.iwkoeln.de/presse/press...a-exporte-um-zwoelf-prozent-eingebrochen.html

Viele Grüße,
McCoy
 
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