Horn - Wiedereinstieg nach 20 Jahren

J
JonQ
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
10.01.18
Registriert
09.01.18
Beiträge
1
Kekse
0
Hallo zusammen,

ich habe ein kleines Problem beim Wiedereinstieg auf dem Waldhorn und wollte mal ein paar Fragen stellen:

Ich habe als Kind/Jugendlicher (9-12 Jahre) Waldhorn gelernt. Habe dann das Hobby mit dem "größerwerden" und dem Herausbilden neuer Interessen an den Nagel gehängt. Ich habe damals auf einem Leihinstrument gelernt und später ein eigenes B-Horn bekommen. Mit dem Aufgeben des Unterrichtes wurde damals auch das Instrument verkauft.
Ich wollte eigentlich schon immer mal wieder anfangen, aber letztendlich hat es sich erst Ende letzten Jahres ergeben und ich bin jetzt relativ günstig an ein Doppelhorn gekommen. Klar habe ich auf dem B-Horn gelernt und F-Horn noch nie gespielt, aber ich habe auch keinen Nerv jetzt wieder anzufangen und später zu merken, dass mir ein reines B-Horn nicht mehr reicht. Grundsätzlich kann man ja auch auf einem Doppelhorn auf der B-Seite spielen und später die F-Seite mit dazunehmen.

Habe also angefangen auf der B-Seite zu spielen und gemerkt, dass man manche Sachen halt nicht verlernt. Klar fehlt noch jede Menge (und ich habe als Kind nie besonders überragend gespielt), aber ich denke, dass sich das mit der Zeit geben wird. Habe irre Spaß und übe (natürlich ;)) täglich.

Aber: Mir tut nach relativ kurzer Zeit der Daumen weh, da ich ja nur auf der B-Seite spiele. Das Daumenventil aber dauerhaft umstellen wollte ich auch nicht, also habe ich mir eine Grifftabelle angeschaut und angefangen auf der F-Seite zu spielen. Die Töne treffe ich auch relativ gut, jedenfalls im unteren Bereich, höher als bis zum (notierten) c' komme ich eh nicht. Aber mir ist folgendes aufgefallen:

Spiele ich ein notiertes C auf dem B-Horn (bei dem ich ziemlich sicher bin, dass es der richtige Ton ist, denn ich kenne die Griffe und die Tonleiter) und ein notiertes C auf dem F-Horn (von dem ich zumindest glaube, dass es das sein muss), so klingen beide Töne gleich!

Wie gesagt, in dem Alter, in dem ich Horn gelernt habe, lernt man nicht viel Musiktheorie. Nur soviel war mir immer klar: Das B-Horn ist in "B" gestimmt, d.h. spiele ich ein notiertes C, klingt ein B, beim F-Horn müsste dann analog ein F klingen. ALso dürften beide Töne nicht gleich sein, ich bin mir aber sicher, dass ich beidesmal "richtig" gespielt habe. Das einzige Problem das ich habe ist, dass ich nicht weiß wie ein notiertes C auf dem F-Horn klingt, nur auf dem B-Horn.

Ich habe jetzt in meine alten Noten geschaut und festgestellt, dass dort auch grundsätzlich nicht zwischen B- und F-Horn unterschieden wird, was doch eigentlich wichtig wäre. Viel erstaunlicher ist sogar, dass ich Noten für "Hörner in F" früher vom Blatt gespielt habe. Jetzt bin ich natürlich ins Grübeln gekommen und habe mir folgendes gedacht:

Kann es sein, dass ich wenn ich ein notiertes C gespielt habe in Wirklichkeit kein notiertes C gespielt habe, sondern ein notiertes FIS? Das B-Horn würde das ganze dann einen Halbton tiefer machen und es würde dann ein klingendes F herauskommen? Und dass das vielleicht klassisch so gelehrt wird um den Umstieg auf F-Horn bzw. das Lesen in F-notierter Noten zu erleichtern, da ja Hornnoten klassisch in F notiert sind?? Das wäre für mich jetzt ziemlich praktisch, da ich dann ohne große Hürden direkt auf dem F-Horn spielen könnte..

Ich hoffe man kann aus dem Text die eigentliche Frage rauslesen. Ich habe ziemlich lange im Internet gesucht, habe aber auf diese Frage keine konkrete Antwort ergoogelt, aber ihr wisst sicherlich etwas darüber.
 
Eigenschaft
 
Ralinem
Ralinem
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
22.01.22
Registriert
31.10.15
Beiträge
772
Kekse
4.476
Hallo @JonQ,

da die Hornisten hier etwas rar sind und ich auch gern einen Blick über den musikalischen Gartenzaun werfe, versuche ich einmal mit dem angelesenen und ergoogelten etwas Licht ins Dunkel zu bringen.
Ich spiele selbst kein Horn oder Blechinstrument (als Jugendlicher hatte ich ein paar frustrierende Trompeten-Selbstversuche); ich bin gelernter Streicher (und Tasteninstrumente) und ich selber schlage mich bei den Holzbläsern mit Notation- und Griffweisen von C und F Flöten und seit letzter Zeit mit den transponierenden Klarinetten herum (und auch mit Infos über Saxofone).

Am Anfang lernt man zunächst erst einmal die notierten Noten, ohne sich Gedanken darüber zu machen, welchen Unterschied es von notierten zu klingenden Noten gibt, bzw. welcher Ton denn wirklich klingt. Außerdem soll der Lernende nicht mit den historisch bedingten Besonderheiten belastet werden - darüber habe ich einmal mit dem Saxofon-Lehrbuchautor Dirko Juchem bei einem Workshop gesprochen, dass in seinen Lehrausgaben kein Wort darüber verloren wird.


In der klassischen Hornliteratur hat sich die Notation in F herausgebildet, also transponierend und 1 Quint tiefer klingend als notiert; basierend auf der Naturtonreihe des ventillosen Waldhorns; siehe dazu
https://www.vsl.co.at/de/Horn_in_F/Notation
https://de.wikipedia.org/wiki/Horn_(Instrument)#F-Horn_und_F-/B-Doppelhorn

Soweit ich das also verstanden habe (und durch Blick in Onlineseiten von Hornschulen), nutzt auch das Horn in B in dieser modernen Notation die Notation in F, also immer eine Quint tiefer klingend als notiert, das klingende B auf dem B-Horn müsste demnach als f notiert sein, der tiefste Ton der Naturtonreihe eines F-Horns dagegen als c, was Du ja leicht verifizieren kannst.
Das spricht auch dafür, dass Du früher F-Noten vom Blatt mit Deinem B-Horn spielen kannst und dass das notierte c auf F-Horn und B-Horn deines Doppelhorns gleich klingt, dann also eben eine Quinte tiefer als das notierte c, also klingend f.

Man nutzt also keine transponierten Noten für die beiden Hornvarianten, was bei einem F/B Doppelhorn ja auch zu noch mehr Gehirnverwicklungen führen sollte.

Nur soviel war mir immer klar: Das B-Horn ist in "B" gestimmt, d.h. spiele ich ein notiertes C, klingt ein B, beim F-Horn müsste dann analog ein F klingen.
Diese Annahme gilt für transponierte Stimmen wie Klarinette / Saxophon und scheint mit der Knackpunkt deiner Probleme zu sein. B-Horn bezieht sich dort auf die Naturtonreihe basierend auf B und nicht auf die Notation, die dann dennoch in F-Notation ist.


Kann es sein, dass ich wenn ich ein notiertes C gespielt habe in Wirklichkeit kein notiertes C gespielt habe, sondern ein notiertes FIS? Das B-Horn würde das ganze dann einen Halbton tiefer machen und es würde dann ein klingendes F herauskommen? Und dass das vielleicht klassisch so gelehrt wird um den Umstieg auf F-Horn bzw. das Lesen in F-notierter Noten zu erleichtern, da ja Hornnoten klassisch in F notiert sind??
Das auf keinen Fall.
 
Leitgeb
Leitgeb
Registrierter Benutzer
Zuletzt hier
22.01.22
Registriert
29.12.11
Beiträge
238
Kekse
829
So, ich bin auch mal wieder hier ;-)

Also:
Erste Info hast Du schonmal, egal ob B-, F- oder Doppelhorn, deine Noten sind prinzipiell "in F" und deine Grifftabellen beziehen sich auch darauf....sonst wären sie ja auch gleich ;-)

Jetzt aber zum F-Horn spielen und Umbauen:

Geh mal davon aus, daß die meisten Doppelhörner B-Hörner mit Erweiterung sind - spiel B-Horn und nimm das F-Horn da, wo es ausnahmsweise besser ist (und bei den paar Tönen, die halt sonst fehlen) ; und deshalb stell es einfach um!

Was ist es denn für ein Horn?
Ambitionen? Blasorchester im Umfeld? Das kann richtig Spaß machen, und alleine Horn spielen...:yawn:
 

Ähnliche Themen


Neue Themen

Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Oben