Ich hatte ja vor einiger Zeit
hier in diesem Thread, den ich vor über 14 Jahren gestartet hatte, schon mal ein Fazit nach 12 Jahren Nutzung verfasst. Wenn ich zurück denke, war ich anfangs auch skeptisch, ob es überhaupt ein iPad sein muss. Auch heute würde ich auch immer noch behaupten, dass im Grunde jedes Tablet in Frage kommen kann, natürlich abhängig von den Anforderungen. Was anfänglich für das iPad gesprochen hatte, wie gleich zu Anfang von
@KeySte betont, dass es nämlich gerade für das iPad einiges an Zubehör gibt, was es für andere Hersteller und Geräte nicht gibt, stimmte zwar, war aber nicht von Dauer, was daran lag, dass Apple alleine Jahre brauchte, um mit USB-C einen allgemeinen Standard für den Anschluss zu etablieren. Die ersten Docks mit noch 30pin hatten bereits mit dem nächsten iPad Modell Probleme, da es vom Formfaktor nicht mehr passte. Dann kam Lightning, und man konnte die ganzen 30pin Kabel und Docks in die Tonne schmeißen. Selbst die Halter waren anfangs nur für ein spezielles Modell geeignet. Wie viele Halter hab ich schon entsorgt, von den ganzen Kabeln und Adaptern gar nicht zu reden... Hier hat die Industrie zum Glück mit universelleren Lösungen nachgearbeitet, nachdem sie den Nutzen der Geräte auf der Bühne erkannt hatten.
Was Audio-Anwendungen angeht hatte das iPad aber von Anfang an die Nase vorne und hat es heute noch. Da haben alle anderen nichts nachgeliefert, das sich durchgesetzt hat. Ich nutze zwar selber das iPad nicht als Soundlieferant, aber es soll wohl ne Menge Leute geben, die das tun, und dass es geht, weiß ich auch, sogar relativ gut, nur ist es für mich vom Handling auf der Bühne zu umständlich.
Für mich ist das Tablet von der Bühne nicht mehr wegzudenken, und ich habe sogar immer mehrere davon gleichzeitig im Einsatz, alleine schon, um nicht zwischen den Anwendungen wechseln zu müssen. Auf einem läuft Bandhelper für die Setlist und die Anzeige der Sheets, mit dem anderen steuere ich den Mixer, mit einem weiteren wechsle ich die Szenen für das Licht. Bandhelper würde auch problemlos auf einem Android laufen, genau wie die Steuerung des Pultes. Die Lichtsteuerung weiß ich ehrlich gesagt nicht, ob es da auch eine Android Lösung gibt.
Bandhelper nutze ich mittlerweile für alle meine Bands, und allen hab ich auch einen Account verpasst, so dass immer alle den aktuellen Stand der Songs und der Setlisten haben. Bei einer Band nutzen wir auch die zentrale Steuerung der Geräte per Master/Slave, so dass ich für alle die Songs umschalte, was die Kommunikation auf der Bühne deutlich verbessert und vereinfacht. Auch hier könnte man problemlos mischen, weil das Endgerät keine Rolle spielt und Bandhelper für beide Systeme verfügbar ist.
Vor einiger Zeit hab ich mir alleine aus Neugier mal ein Android gekauft. Ja, die Bedienung ist anders und gewöhnungsbedürftig, wenn man iOS gewöhnt ist. Wie schon erwähnt, läuft Bandhelper da drauf mehr oder weniger problemlos. Meine Anmerkungen auf den PDFs sind teilweise verschoben, dafür hab ich den Eindruck, dass aufgrund des 16:9 oder 16:10 mehr von meiner DIN A4 Seite dargestellt wird, also unten, wo mein iPad schon scrollen muss.
Was die Probleme angeht, die hier von
@Duplobaustein und
@.Jens angesprochen sind, ja, da muss man klar sagen, kein System ist für die Ewigkeit konzipiert und irgendwann muss man entweder Workarounds finden, oder sich dann doch für ein anderes Gerät entscheiden. Das Problem mit der Datenübertragung auf ein Gerät hatte ich noch nicht, kann natürlich nicht ausschließen, dass es Szenarien gibt, wo man so etwas braucht. Beim Bandhelper kommt halt alles von der Cloud des Programmierers, setzt dann halt voraus, dass jeder sein Gerät synchronisiert hat, bevor er zum Gig oder zur Probe fährt. Wenn nicht, ist das auch kein Beinbruch, Internet sollte man heutzutage überall haben, und sei es über einen Hotspot.
Dass ich mit dem iPad keinen Connect zu einem WEP mehr herstellen kann, hab ich noch nicht bemerkt, weil halt alle meine Accesspoints WPA können. Auch dass ein iPad automatisch das WLAN wechselt, ist mir noch nicht vorgekommen, es sei denn, das ursprünglich gewählte war aus irgendeinem Grund nicht mehr verfügbar - Stromausfall, Reboot, oder einfach mal zu weit mit dem Gerät entfernt, wo es ein freies WLAN gab, zu dem es sich aus welchen Gründen auch immer verbinden konnte.
Wenn ein XR18 mit dem eigenen Accesspoint kein WPA kann, und
Behringer* das hier nicht meinem Firmware beheben kann oder will, muss man sich halt mit einem Workaround helfen. Es gibt auch Geräte, die nur 2.4 GHz Netz können, auch da muss man Lösungen finden. Ich bevorzuge 5.0Ghz auf der Bühne, weil ich denke, dass es sicherer und zuverlässiger ist. Auch da muss ich schauen, wie ich das geregelt bekomme.