Jack & Danny YC-7908 7-Saiter

von Swen, 06.05.08.

  1. Swen

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    Erstellt: 06.05.08   #1
    Da ich mal testen wollte, wie ich mit einer 7-Saiter klar komme und deshalb nicht unbedingt viel Geld ausgeben wollte, habe ich mir kurzer Hand bei Ebay eine J&D YC-7908 ersteigert, da mir diese Gitarre rein optisch besser gefiel als die 7-Saiter von Harley Benton. Bis jetzt habe ich nur mal ab und zu auf einer Ibanez 7-Saiter mit Vintage-Tremolo gespielt, habe also in puncto 7-Saiter leider keine weitere Vergleichsmöglichkeit.

    Nun zu den Features:

    - 24 bündiger Ahornhals mit Palisanergriffbrett und Dot-Inlays
    - Erlekorpus mit gewölbter Decke
    - 1 Tone- und 1 Volumeregler
    - 1 Humbucker, 2 Singlecoils
    - 1 5-Wege-Schalter
    - Floyd Rose Tremolo
    - komplett schwarze Hardware

    Verarbeitung:

    Die Gitarre ist abgesehen von den Bundstäbchen und den Potibefestigungen recht gut verarbeitet. Der Hals sitzt ordentlich und ohne Luft in der Tasche. Die Saitenlage kann man am 24. Bund auf 3 mm bringen ohne dass es schnarrt und die Mechaniken halten auch ohne Fixierung am Klemmsattel die Stimmung. Das Floyd Rose benutze ich aber so gut wie nie, hab nur mal ab und zu die Saiten etwas gedehnt um zu testen, ob sich da etwas verstimmt, was aber nicht der Fall war. Das Holz unter den Potiknöpfen ist leider etwas abgeschliffen, da die Potiknöpfe so tief angebracht waren, dass sie auf dem Lack schliffen, wenn man sie drehte. Ist zwar nur eine Kleinigkeit, aber trotzdem ärglich. Viel ärglericher waren aber die Bundstäbchen, die durch die Bank weg nicht entkratet waren. Das kann einem selbst bei niedrigister Saitenlage die Lust am Spielen verderben. Ich habe es aber mit meinem laienhaften Können und viel Zeit hinbekommen, dass ich mir daran nicht mehr die Finger aufreiße. Dieser Punkt ist für mich das größte Manko an dieser Gitarre.

    Materialien:

    Ich weiß leider nicht, wie viel die Gitarre mal gekostet hat. Aber auf jeden Fall liegt sie im Niedrigpreissegment und da muß irgendwo gespart werden, besonders wenn es sich um eine Gitarre aus Vollholz handelt. An den Mechaniken kann ich nichts aussetzen, da sie die Stimmung auch über viele Tage halten. Dem Floyd Rose und dessen Befestigung traue ich aber nicht ganz über den Weg. Das FR hat zwar wie ob schon erwähnt bei Test immer die Stimmung gehalten, ist aber auf jeden Fall nicht stabiler als das aus meiner ehemaligen Japan RR, sprich es die Grundplatte ist relativ dünn, also nicht mit einem Schaller zu vergleichen. Alle Schrauben am FR sind aber leichtgängig, so dass man bequem und ohne großen Kraftaufwand stimmen kann. Für eine Gitarre dieser Preislage, kann man das vielleicht sogar schon als positiv bewerten. Allerdings kommt erschwerend hinzu, dass die Schrauben an dem Blech, wo die Federn eingehakt werden (komme grad nicht auf den Namen) schon sehr weit draußen sind und dass trotz dass die Gitarre 7 Saiten hat und nur 3 Federn drin sind. Das ist mir igrendwie unheimlich und ich werde deshalb das FR früher oder später fixiren. Da ich so wieso selten ein Tremolo benutze, stört mich das aber auch recht wenig. Für Leute, die so was aber unbedingt brauchen, sind mehr als 3 Federn für das Vibartosystem leider nicht drin und wenn man starke Saiten benutzt, vielleicht sogar nur 2. Dann wäre mir das System auf jeden Fall zu instabil.
    Wo jedoch richtig gespart wurde, ist die Zeit zum Trocknen des Holzes. Ich weiß leider nicht, wie alt die Gitarre ist, vermute mal so zwischen 4 und 7 Jahren. Jedenfalls sieht man, wenn man genau hinschaut und flach über den Korpus sieht viele kleine Wellen im Lack, was auf der Rückseite besonders deutlich wird. Ich vermute, dass dies durch das Arbeiten des Holzes entstanden sind. Ich kann jetzt nur hoffen, dass es nicht schlimmer wird und der Lack gar noch aufreißt. Bei dem vermuteten Alter der Gitarre bin ich da aber guter Hoffnung. Trotzdem finde ich so etwas sehr ärglerich. Mit Qualität hat so etwas nichts zu tun und da man so etwas sicher auch nicht gleich beim Kauf einer solchen Gitarre feststellen wird, wird es danach um so ärgerlicher.
    Die Potis und der Schalter sind noname, verichten aber ihren Dienst. Bis jetzt kratzt zumindest noch nichts. Das Elektrofach ist natürlich nicht abgeschirmt. Aber da habe ich auch nur selten bei Gitarren im unteren Preissegment erlebt.

    Bespielbarkeit:

    Oben bin ich ja schon auf die scharfkantigen Bundstäbchen eingegangen und muß sagen dass die mir Anfangs wirklich den Spass am Spielen genommen haben. So etwas hatte ich noch an keiner Gitarre, die ich in der Hand hatte, erlebt. Selbst bei der Billigsten war das nicht so schlimm. Letztendlich habe ich mich mit einer kleinen Feile hingesetzt und alle Bundstäbchen oben und unten abgefeilt, denn sie waren alle auf beiden Saiten nicht entkratet. Das war erstens sehr zeitaufwendig und zweitens bin ich trotz aller Behutsamkeit hin und wieder leicht mit der Feile ins Holz des Hales abgerutscht. Das sieht man aber zum Glück nur bei extrem genauen Hinschauen. Gelohnt hat es sich aber auf alle Fällt, am 24. Bund beträgt die Saitenhöhe ca. 3 mm. Es schnarrt nichts und bei einem Halsprofil, was ähnlich der oben erwähnten Ibanez ist, läßt sich die Gitarre wirklich sehr gut bespielen. Das hätte ich nach den bis dato aufgetretenen Mängeln eigentlich nicht erwartet. Mich freut´s natürlich um so mehr.

    Sound:

    Der Sound ist eigentlich so, wie man ihn bei einer Gitarre aus dieser Preislage erwartet, nämlich recht muffig und undifferenziert. Der Humbucker kommt für eine Heavy Strat dieser Art auch viel zu zahm rüber und ist da meiner Meinung nach völlig fehl am Platze. Zwar gibt es bei den PU´s kaum Probleme mit Feedbacks, aber was nützt das schon bei einem meiner Meinung nach viel zu muffig Sound und fehlendem Biss an der Bridge.

    Fazit:

    Plus:
    + stimmstabile Mechaniken (die man eigentlich bei einem Klemmsattel nicht einmal unbedingt benötigt)
    + Bespielbarkeit nach Entkratung der Bundstäbchen

    Minus:
    - Verarbeitung des Halses
    - nicht lange genug getrocknetes Holz
    - Befestigung des FR-Tremolos
    - Sound

    Angesichts dieser Gesichtspunkte kann ich niemand wirklich zum Kauf einer solchen Gitarre raten. Ich habe sie gebraucht gekauft und bereue es trotz der Mängel nicht. Da ich so wie so sehr gern bastle, habe ich mir damit wieder eine Aufgabe gegeben ;). Ansonsten wäre es aber eine sehr ärgerliche Angelegenheit geworden.
     

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    Erstellt: 07.05.08   #2
    Schönes und vor allem ehrliches Review würd ich mal sagen. Viel Spaß beim basteln. :D

    Gruß, Flo
     
  3. Swen

    Swen Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.05.08   #3
    Danke :). Am Basteln habe ich eigentlich immer Spass. So lange wie der Lack noch keine Risse bekommt, werde ich sicher auch an der Gitarre Spass habe. Ich bin schon am Überlegen, ob ich nicht mal einen DiMarzio Evolution an der Brücke einbauen soll. Im Zusammenhang mit dem Erlekorpus könnte das gut funktionieren.
     
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  4. Swen

    Swen Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 31.05.08   #4
    Leider mußte ich noch ein paar negative Dinge an der Gitarre feststellen.

    Heute habe ich einen Evolution in die Gitarre eingesetzt und dabei festgestellt, dass der Volumepoti genau vor dem Loch sitzt. Das dünne Kabel des Orignialhumbucker paßte grad so zwischen Holz und Poti. Das des Evolution leider nicht. So mußte ich das Loch nach außen vergrößern, damit ich das Kabel dort durch bekomme. Den Poti kann ich ja schlecht versetzten. Dann habe ich die Saitenlage noch etwas optimiert und bei Spielen das Tremolo benutzt. Das hätte ich besser lassen sollen. Leider habe ich nicht genau hingeschaut, aber das Tremolo schließt mit der Kante der Ausfräsung ab. Was zur Folge hatte, dass beim Hochdrücken des Tremolos der Lack von der Kante absplitteret und auch etwas Holz abgeschabt wurde (s. Bild). Wie kann man so etwas bauen? 1 - 2 mm Luft dazwischen hätten doch gereicht. Nun stellt sich wohl kaum noch die Frage ob der gewellte Lack an ein anderen Stelle aufplatzt, denn vor dem Tremolo ist es nun schon passiert. Irgend wie ärgere ich mich jetzt schon etwas, dass ich das Ding gekauft habe, auch wenn der Evo in der Gitarre recht gut klingt.
     

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  5. peaveyst7

    peaveyst7 Guest

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    Erstellt: 18.11.08   #5
    ich persönlich finde das die billigen siebensaiter garnicht mal so schlecht sind denn die von harley benton z.b. hat mir viel freude bereitet.
    ich teste demnächst mal die günstigste der jack und danny 7 saiter aus um mal zu gucken ob die was taugen.
    bei der harley benton hab ich die erfahrung gemacht das der sound stark vom amp beeinflusst wird da die pickups relativ neutral klangen und somit logischer weise im cleanberaich nix zu melden hatten.
    aber mal erlich wer kauft sich ne 7 saiter um cleansounds zu bekommen.
    ist der amperst mal ordentlich eingestellt heist es vollgass geben und da hat bei mir bis jetzt jedes der biliginstrumente ein gutes brett geliefert.
    klar das man(n) für 150 euronen kein sound ala PAF erwarten kann aber die machen gut was her und zum ausgiebig testen sind einige modele sogar schon fast zu schade.
    in diesem sinne rock on
     
  6. Swen

    Swen Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.08   #6
    Schlecht ist sie nicht, wenn man erst mal Hand angelegt hat. Der Sound mit dem Evo ist schön definiert, gut bespielen läßt sie sich jetzt auch nur der optische Mangel auf Grund des zu weit vorn angesetzten Tremolos ist leider nicht so einfach wegzubekommen und sehr ärgerlich. So etwas würde einem mit einer Teuren Gitarre höchstwahrscheinlich nicht passieren.
     
  7. peaveyst7

    peaveyst7 Guest

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    Erstellt: 18.11.08   #7
    da hastdu wohl recht aber wie gesagt für das geld bekommt man wenigstens etwas im effekt bereich sieht das leider schon ganz anders aus.
    kleiner tip für das problem mit dem tremolo einch etwas abbeiteln und nachschleifen dann sollte es gehen.
    kann es sein dass musicstore dieses model nicht mehr verkauft.
    finde ich recht schade weill sie mir von der optik her sehr gut gefällt
     
  8. "Joker"

    "Joker" Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 18.11.08   #8
    Super Review , und naja die Gitarre .... :D
     
  9. peaveyst7

    peaveyst7 Guest

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    Erstellt: 18.11.08   #9
    ich denke mann sollte diese gitarren als basis für seine eigene customgitarre sehen denn als rohling sind sie bestens geeignet
     
  10. peaveyst7

    peaveyst7 Guest

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    Erstellt: 21.11.08   #10
    ich hab mir die J&D YC-780 7-String Metallic Black gekauft und möcht hier nun einen testbericht abgeben.

    zuerst die features:
    * Massiver Erlenkorpus
    * Geschraubter Ahornhals
    * Palisandergriffbrett
    * 24 Bünde
    * 2x Humbucker
    * 1x Volumen- / 1x Toneregler
    * 3-Wege-Schalter
    * Vintage-Tremolo
    * Chrom-Hardware
    !!! 3 Jahre Music Store Garantie !!!


    beim auspacken der gitarre sticht sofort das crome in die augen quasi billiges bling bling für den metaler von heute(was keineswegs als negatives statement aufgefasst werden soll).
    auch der lack ist und das ist ja auch bei gitarren in der unteren preisklasse nix neues sehr sauber aufgetragen.
    der hals kommt nicht wie gewönlich bei solchen gitarren mit abgeschrägtem headstock sonder im fenderstyle was bedeutet das hals und headstock aus einem stück bestehen und damit wesentlich stabiler sind als die geschäftete variante.
    die beiden poties arbeiten sehr gut und auch der dreiwegschalter macht keine probleme.
    abstriche müssen hingegen bei denn mechaniken gemacht werde da diese zwar stimmstabil aber nicht durchweg denn selben drehwiederstand haben(macht abr nix weil wenn sich die neuen saiten erst mal gesetzt haben dann brauch man sie ja eh nicht mehr, und neue saiten sollte man aufziehen da die werkssaiten einech nur mist sind).

    praxis:

    Angeschlossen an eine harley benton ga120htopteil mit dazu gehöriger 4X12er gehts auch gleich zur sache und hier kommen die stärken dieser gitarre zum einsatzt.
    klar darf mann hier nicht denn sound ainer K7 oderUNIVERSE erwarten aber dampf macht sie und das ordentlich.
    beim anspielen des ersten riffs werde ich fast umgehaun alls ich ein ordentliches brett höre und sofort stellt sich ein gutes gefüll ein.
    am hals muss etwas nachgestellt werden und auch an den reitern sollte man hand anlegen aber das ist in 5 min. getann.
    auch schicke solo läufe sind zu bewältigen wenn man sich erst mal an denn hals korpus ansatzt gewönnt hat(ok ich gebe zu der ist echt nervig das hätte man besser machen könne aber hey 122 euro und bis jetzt gefällt sie mir noch).
    ob fette numetal riffs oder schnelle thrashflitzer auf dieser gitarre kann man so einiges machen.
    aber wo licht ist da istauch schatten.
    im cleanbereich zeigen sich deutliche unterschiede so fett sie eben noch gebrüllt hat so laut und kraftlos ist sie jetzt.
    viel zu dratiger sound.
    aber mal erlich wer kauft sich bitte eine siebensaitige um clean zu spielen.
    seht ihr.

    Fazit:
    der sound kommt recht gut rüber solange man es nicht mit dem gain übertreibt.
    auch die tiefe siebte saite 7 kommt gut rüber jedoch muss hier gesagt werden das der sound dieser gitarre gegen eine 7 saitige von ibanez trozdem abloosen würde aber für 122 euronen bekommt man eine hübschen einstig in die welt der siebenseitige gitarren.

    mfg peavey
     
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