Jazz-Standards - Der Realbook Video-Thread

  • #201
Das einstige Wunderkind des Vibraphon. :love:
Gary Burton, General Mojo's Well-Laid Plan (comp. Steve Swallow).
Hier mit Larry Coryell (guitar), Steve Swallow (bass) und Bob Moses (drums)


View: https://www.youtube.com/watch?v=f7BKXtMCuRM

Obwohl ich das Video zu einer frühen Live-Aufnahme eingestellt habe, möchte ich auch auf die Soloeinspielung hinweisen, bzw. alle Instrumente:
Gary Burton, Alone At Last (1971).

Die Studioaufnahme, auf die sich das Real Book bezieht, ist auf dem Album Duster (1967), neben Gary Burton mit Larry Coryell, Steve Swallow und Roy Haines.

Nächstes Stück ist Gentle Rain von Luiz Bonfá, von dem es sehr viele gute Aufnahmen gibt, Live-Mitschnitte aber eher ohne "Jazz-Prominenz".
 
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  • #205
Die Version von Astrud Gilberto und Stan Getz brachte in der Originalaufnahme eine elektrisierende Verbindung von Coolness und Sinnlichkeit zu Ohren, da können die routiniert dargebotenen Fassungen von Sinatra und Peterson für mich nicht ganz mithalten. :D

Tragisch, die folgende Live-Aufnahme von Gloria's Step im Village Vanguard wurde nur 11 Tage vor dem tödlichen Auto-Unfall von Scott LaFaro aufgenommen, sie wurde damit zu seinem Vermächtnis.


View: https://www.youtube.com/watch?v=rARGPAkIcw4

Weiter geht es mit God Bless the Child der großen Billie Holiday bzw. ihrem Song und jemand von dessen vielen Interpreten...
 
Grund: Satzbau, Schreibweisen
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  • #206
da können die routiniert dargebotenen Fassungen der Sinatra und Peterson für mich nicht ganz mithalten
Geht mir auch so, Astrid Gilberto ist für mich auch die Referenzaufnahme, aber die hat wahrscheinlich jeder "im Ohr".
 
  • #207
na ja, Astrud macht den weichgespülten US-Westcoast-Bossa, in Brasilien kennt die kein Schwein.

Ich habe mit relativ vielen Brasilianern Musik gemacht, ALLE haben hier in Deutschland das allererste Mal Aufnahmen der Dame gehört und waren nicht unbedingt begeistert.
Sie hat unbestritten den Verdienst, den Bossa (in ihrer Form) in der westlichen Welt bekannt gemacht zu haben, USA, Europa und vorallem auch Japan.

"Unsere" Katharina Valente war während der Entstehungsphase relativ lange in Brasilien, hat dank ihrer ausgezeichneten Gitarrentechnik und Rhythmik mit den ganzen Urvätern gespielt und war auch mit denen befreundet. Valente spielt/singt den wesentlich authentischeren Bossa.
 
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  • #208
Astrud macht den weichgespülten US-Westcoast-Bossa...
Zweifellos trifft sie damit auf eine Schwäche von mir. :)

Als ich vor einigen Jahrzehnten das Buch zur Música Popular Brasileira von Claus Schreiner gelesen habe, ging es mir mit einer Vielzahl brasilianischer Musiker nicht anders als deinen brasilianischen Musikerfreunden mit Astrud Gilberto.
Auf Schreiner war ich auch nur gestoßen, weil ich Anfang der 80er den Gitarristen Sebastião Tapajós in seinem Bonner Konzert sehen konnte und danach bei etwas Recherche verzückt festgestellt habe, dass Claus Schreiner Notenausgaben von dessen schönen Gitarrenstücken und eben auch sein Buch herausgegeben hatte.

Gruß Claus
 
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  • #209
den wesentlich authentischeren Bossa.
Wenn das der Anspruch ist, authentisch brasilianisch zu spielen, kann ich verstehen, dass A.G. zu "mainstreamig" klingt.
Mir persönlich hat ihre Art immer gut gefallen und ich hatte noch nicht das Gefühl, dass die beiden Varianten sich ausschließen oder eine besser ist.
Mich stören eher Orchesterarrangements im Marschmusikstil wie dieses hier vom WDR.

Was ich noch nicht wusste und eben gelesen habe, ist auch ganz interessant
João's wife, Astrud Gilberto, was the only one of the Brazilians who could speak English well, and was chosen to sing. Her voice, without any of the mannerisms of trained singers, proved a perfect fit for the song. She was never credited, though, nor did she receive any royalties, and was paid only $120 for her part.[

Katharina Valente
hm, ihre Variante ist schon eine ganz andere Grundstimmung, aber mir persönlich gefällt sie nicht besser. ich kannte natürlich A.G. zuerst.

Hast Du denn mal ein Beispiel von Girl from Ipanema, was für Dich authentisch ist?
 
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  • #210
Astrud Gilberto war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, aber leider bekam sie dort eine Lektion zum Thema "Männer sind Schweine".
Das Arrangement beim WDR Funkhaus Orchester erinnert mich eher an den Stil von Claus Ogerman als an "Marschmusik".

Authentisch halte ich auch für einen schwierigen Begriff in der Popmusik. Die zielt oft auf internationale Märkte statt auf den heimischen, wie das eben aus der Aufnahmegeschichte zu "The Girl..." ablesbar ist.
Außerdem ist Popmusik ein rezenter Stil, der nach den Kriterien der musikalischen Beschreibung wie Form, Rhymthmik, Harmonie und melodischen Aspekten extrem vielseitig ist.

Das folgende Video ist insofern authentisch, als dass es von Antonio Carlos Jobim aus seinem Album Tide stammt, das Arrangement steuerte Deodato bei und aufgenommen wurde der Titel vom Produzenten der Originalaufnahme, Creed Taylor. But, as time goes by...
Es wird also sehr hochwertig aufgefahren, was an Arrangement und an Gastmusikern möglich ist, nur gefällt es mir so gar nicht. :nix:


View: https://www.youtube.com/watch?v=qxlgIvSdtRE

Jetzt krieg' ich allmählich eine Bossa Ataxie, God Bless the Child... :patpat:
 
Grund: Stil-Korrekturen
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  • #212
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  • #213
Hier eine Live Version von 1975,
leider nur ein Ausschnitt, Don Pullen am Klavier.
Ich habe mal "vorgespult" bis zum Einzählen.


View: https://youtu.be/xPWvA1EiezI?si=Ul0lkYnLfs2cvtt2&t=90

"Good Evening Mr and Mrs America" steht bei mir als nächstes ... ein Titel, den ich noch nie wahrgenommen habe ...
 
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  • #214
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  • #215
Don Pullen am Klavier.
Die aufgebrezelte Besetzung wollte ich noch vollständig erwähnen: Charles Mingus (b), George Adams (ts), Gerry Mulligan (bs), Benny Bailey (trp), Jack Walrath (trp), Don Pullen (p), Dannie Richmond (dr).
Benny Bailey habe ich einige Male als Gast deutscher Combos in Clubs gesehen. Seine Engagements waren lange in europäischen Ensembles und er lebte schließlich in Amsterdam. Ich fand ihn noch im fortschrittenen Alter erstaunlich fit auf der Trompete, das hatte mich bei seiner keineswegs so perfekten Blastechnik etwas gewundert.

Jetzt folgt wieder streng kanonischer Jazz. Die Top-Besetzung stellen John Coltrane (ts), Cannonball Adderley (as) Wynton Kelly (p), Paul Chambers (b) und Jimmy Cobb (dr). Sie sind bekanntlich allesamt auch mit Aufnahmen verbunden, die Miles Davis in den '50er Jahren zu einem Fixstern des Jazz werden ließen.


View: https://www.youtube.com/watch?v=09Yk0hJfNts

Weiter geht's mit dem Standard (On) Green Dolphin Street, der als vorderer Titel der "Top 100" ein Pflichtstück ist, das jeder hier kennt und vielleicht auch selbst schon einmal gespielt hat - bitte ohne authentische Aufnahme, wenn's geht. :D
 
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  • #216
...noch auf die starke Version von Billie Holiday mit Count Basie von 1950 zu verweisen...
Danke, gute Version!

Ich habe zwei Stunden nach einer Version von Billie gesucht, die sie kurz vor ihrem Tod live aufgenommen hat, die ist auch richtig stark.
Da war sie körperlich schon so fertig, daß sie das Stück gerade so über die Runden gebracht hat, bei "Strange fruits" mußte sie am Ende dann abbrechen.
Leider nicht gefunden, ich fürchte, das habe ich irgendwo auf den Tonbändern - mal im Radio aufgenommen und momentan nicht im Zugriff.
 
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