Kann schwer auf Instrumentals singen

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JW2019
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Ich habe glaube ich ein seltsames Problem. Ich singe seit ein paar Jahren und habe im Grunde die ganze Zeit an meinem Range, Atmung und am Klang meiner Stimme gefeilt. Oft auch über originale Songs mit Stimme gesungen aber kaum auf Instrumentals. Ich war erschrocken wie schlecht ich bin und wie anders das Gefühl ist. Ich bin oft nicht richtig im Takt weil mir die Referenz fehlt (die originale Stimme oder Drums) und das Feeling der Stimme passt oft nicht. Wenn ich Accappella singe sieht das anders aus. Der Klang ist mittlerweile richtig richtig richtig schön aber dann kommt die Wahrheit auf dem Instrumental ans Tageslicht und ich könnte verzweifeln. Ich dachte ich übe übe übe bis ich gut klinge und bringe dann meine trainierte Stimme zum Instrumental zur Geltung und gut ist. Nö, ne ganz andere Welt.

Ich weiß auch was ich tun muss: üben! Aber trotzdem wollte ich mein entsetzen hier kurz loswerden und fragen ob jemand hier ähnliche blöde Probleme kennt und ähnlich "blöd" trainiert hat.
 
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Dass man unter dem "Schutz" der Original-Gesangspur eine falschen, ja positiveren Eindruck seiner Stimme bekommt, ist nachvollziehbar und auch normal. Genauso, wie man seine eigene Stimm-Aufnahmen viel schlechter empfindet als während des Singens. Nímmst du dich manchmal a capella auf? Findest du dann auch noch, dass es gut klingt auf der Aufnahme?

kennt und ähnlich "blöd" trainiert hat

Ich habe natürlich auch schon zu Original-Songs gesungen, wer tut das nicht? Aber das war kein "Training", sondern einfach zum Spaß.

Ansonsten komme auch aber noch einer Zeit, wo man Musik nicht allein im stillen Kämmerlein trainiert hat, sondern möglichst bald mit anderen Musikern zusammen. Da kann man sich sowas nicht antrainieren.

Und das würde ich dann auch raten, um da raus zu kommen. Und eben regelmäßig aufnehmen. Ohne Originalspur.
 
Ich hab ja einen Gesangstrainer der sehr gut Gitarre spielen kann und wir üben zusammen 1x die Woche aber ich war eben leicht schockiert wie schwer mir das im Moment fällt. Ja, ich habe unzählige a capella Stückchen in meinem iPhone und habe viele viele Vergleichs-Aufnahmen in denen ich mich ausprobiert habe aber alles ohne den Kontext des Instrumentals.

Ich glaub das Thema kann man leicht beenden, ich werde das eben üben und mich damit abfinden einen seltsamen Weg gegangen zu sein.
 
Hey,
du hast die Schwierigkeit auf Playbacks zu singen, richtig?
Tonal, timing und Stimmung?
Auf you tube gibts viele Karaokeversionen, die leise die Gesangsstimme hinterlegt haben,
vielleicht ist das ein guter Übe-Spielplatz für dich?
Wenn du Noten hast hilft es, die Instrumentalbegleitung mitzulesen, dann weißt du was da geschieht und kannst es im Kontext zu deinem Gesang lesen.
Ansonsten könnte es noch brauchbar sein, viel zweistimmig zu singen, oder Kanon. Oft ist es die Irritation, die beim Playbacksingen aus der Bahn wirft.
Vielleicht nützt Dir irgendwas aus meinen Vorschlägen.
Herzlichen Gruss
Karin
 
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Tonal, timing und Stimmung?

genau.

zum Timing: Hat das Playback Drums gehts noch aber sind es z.B. nur Klavier oder Gitarren Akkorde fehlt mir der Bezug. Im Kopf mitzählen überfordert mich.

Tonal: Der Ton der a cappela sehr gut klang passt trotzdem nicht gaaaaanz sooo gut drauf was mich verwirrt.

Stimmung: Das geht eigentlich wenn ich den Text gut interpretiere. die meisten Karaoke Versionen sind so billig gemacht vom Mixdown und Mastering, das Feeling fehlt im Vergleich zum Original.

PS: und ich habe ein sehr gutes Taktgefühl weil ich seit 15 Jahren Musik produziere, aber das ich dann so unbeholfen bin hat mich überrascht :)
 
Hm, wenn du im Kopf noch mitzählen musst, kennst du das Lied noch nicht gut genug. Dann ist bestimmt gut, du singst das etliche Male mit dem Sänger. Da lernt dein Körper dann vermutlich intuitiv das timing besser zu halten.

Ich finde, es gibt wahnsinnig schöne playbacks im Netz, vielleicht suchst du dir anfangs mal einfache pianoplaybacks um deine Lieder zu arbeiten.

Stimmung würde ich dir raten gaaanz hinten anzustellen, bus tonal und timing passt.

Eine Hörprobe von Dir würde sicher helfen dein Problem besser zu erfassen.

Herzlichen Gruss
 
danke für die antworten ich werde das einfach üben üben üben müssen und melde mich in 6 monaten wenns immer noch grottig ist :)
 
danke für die antworten ich werde das einfach üben üben üben müssen und melde mich in 6 monaten wenns immer noch grottig ist :)

Mit Üben liegst schon richtig, aber am besten ist es natürlich, zielgenau zu üben. Idealerweise solltest du dir über das Ausmaß der fehlenden Präzision klar werden, d.h. wie viel du zu früh/zu spät in verschiedenen Situationen singst und wann und wieviel zu hoch/zu tief. Das kannst du alleine mithilfe von Software rausfinden, besser ist es allerdings, das von außen durch einen Gesangslehrer beurteilen zu lassen.

Das entscheidende Stichwort in diesem Zusammenhang dürfte Gehörbildung sein: du brauchst beim Singen ständig eine möglichst genaue Klangvorstellung von dem, was du singen willst. Je besser du bei einer gesungenen Phrase die Töne vorausahnen kannst, desto präziser wirst du sie treffen können.
 
Eine allgemein gültige Regel gibt es hier wahrscheinlich nicht. Es kommt aus meiner Sicht aber etwas darauf an, WAS Du eigentlich singen möchtes? Möchtest Du Songs nachsingen - dann brauchst Du die entsprechenden Karaoke Playbacks. Gesanglich bringt Dich das jedoch nur bedingt weiter, wie Du selbst erfahren hast. Möchtest Du eigene Songs singen oder für andere eigene Songs singen (also komplett neue Songs - welche, für die es noch keine Gesangsreferenz gibt), dann ist das eine völlig andere Welt.

Nach meiner Erfahrung ist das völlig normal, dass das Timing aus dem Ruder läuft, wenn kein Beat hinterlegt ist. Das geht auch Pianisten oder Gitaristen so. Eine "einfach so" eingespielte Gitarre mag perfekt klingen, aber wenn man einen Beat nachträglich (!) hinterlegt, dann kann das Timing grausam klingen! - Von daher erst mal Entwarnung für Dich, das ist ganz normal. Zumindest ist das auch bei wirklich guten Musikern so, die ich so kenne. Auch beim Gesang ist das so. Daher wird nie das Instrument und dann der Beat aufgenommen, sondern umgekehrt (oder zumindest immer mit einem soliden Hilfsbeat/Metronom/Click)

Deshalb bekommt ein Studiosänger meistens auch ein spezielles Playback, bei dem immer ein Beat unterlegt ist (kann auch ganz simpel sein) und bei dem alles was stört ausgeblendet wird. Playback einzusingen ohne Beat ist kompletter Nonsens und macht ggf. Sinn für ein Intro, bei dem es genau um solche Unregelmäßigkeiten geht. Das bleibt dann aber ohne Beat.

Auf ein Piano o.ä. einzusingen macht aus meiner Sicht auch nur bedingt Sinn, da solche Instrumente NIEMALS genau auf den Takt gespielt werden. Da swingt es immer oder die sind einfach nicht so genau. Es sei denn, Du möchtest eben genau auf Piano singen und es kommt danach kein Beat drunter. Das Hörempfinden bei einem perkussiven Beat ist jedoch sensibler und präziser, da Percussion punktuierter ist und nicht so verwaschen wie andere Instrumente (attack, decay, frequenz, hall, etc.)

Wichtig für ein gutes Sängerplayback sind die weitgehende Reduktion auf Beat und Akkorde (und der Groove und die Songstimmung sollte natürlich noch erhalten bleiben). Darauf singt man dann. Außerdem sind hoch komprimierte Playbacks wenig hilfreich, weil der Sänger dagegen ansingen muss. Daher (zumindest kenne ich das im Studio so) singt man besser auf ein ungemastertes (unkomprimiertes) Playback, was dem Sänger "Raum" gibt. Kommt natürlich auf auch den Song und das Genre an. Wenn der Gesang steht, dann kann man die anderen Spuren wieder einmischen und mastern....

Was singst Du denn so? Vielleicht hat ja jemand ein passendes Studio-Playback für Dich?
 
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Danke für die umfangreichen Antworten! Wow! Hab mir alles mehrmals durchgelesen.

Was singst Du denn so? Vielleicht hat ja jemand ein passendes Studio-Playback für Dich?

Ich singe Pop/RnB. Danke fürs Angebot. Aber an Playback mangelt es nicht. Zur Not spiele ich mir die Akkorde in Logic selber ein und lege Drums drunter war dafür aber etwas faul und dachte mir, nimm dir ein Playback und leg los und dann kam eben die Entäuschung.
 
@JW2019

Auch wenn ich akustische Songs ohne Drums einspiele, benutze ich eine Klickspur und das ist nicht unüblich. Du darfst im Studio also ruhig ein Metronom unter dein Klavierblayback legen. Vielleicht stellt sich dann auch heraus, dass das Playback absichtliche Tempovarianten hat. Dann ist es ebenfalls völlig normal, dass die erstmal nicht klappen.

Live ist das meist kein so großes Problem, weil man mit den Musikerkollegen interagiert - zumal sich Pianisten bei freiem Tempo oft nach dem Sänger richten statt umgekehrt. Bei einem Playback dagegen führt das Playback - du musst also haargenau wissen, wo und wie die Variationen kommen.
 
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