Klavier stimmen und "Schräger Otto"

von Cosinus, 04.04.06.

  1. Cosinus

    Cosinus Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    12.10.05
    Zuletzt hier:
    30.11.16
    Beiträge:
    350
    Ort:
    Lu
    Zustimmungen:
    11
    Kekse:
    1.304
    Erstellt: 04.04.06   #1
    Habe da mal zwei theotetische Fragen zum "Thema Klavier" stimmen:

    Klavier und Flügel haben ja meines Wissens pro Taste je 3 Saiten (sieht man ja, wenn man mal den Deckel anhebt).

    Werden diese drei eigentlich absolut gleich oder unterschiedlich gestimmt, damit Schwebungen für einen volleren Klang entstehen?

    Ist es das, was das Stimmen so aufwendig und wohl in den meißten Fällen einen professionellen Klavierstimmer nötig macht - mal ganz abgesehen von gleichschwebender temperierter Stimmung und vom Gebrauch von Intoniernadeln und geheimen Mittelchen, mit denen manche angeblich die Filze der Hämmer tränken (das ist wohl wieder eine Wissenschaft für sich - kann man davon leben?)

    Und ist der Begriff "Schräger Otto" nur allgemeines Synonym für ein ungestimmtes Klavier oder steckt da vielleicht eine gewisse Raffinesse dahinter?

    Schließlich war es ja irgendwann in grauer Vorzeit mal modern und hatte irgendwie seinen besonderen Reiz, Stücke in dieser ganz speziellen Stimmung zu hören - wenn es denn eine war. Ich meine jetzt nicht den hier -> :eek: <- :)
     
  2. Jan1980

    Jan1980 Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    02.04.06
    Zuletzt hier:
    19.10.14
    Beiträge:
    120
    Zustimmungen:
    0
    Kekse:
    106
    Erstellt: 04.04.06   #2
    Wenn die Saiten eines Tones gegeneinander verstimmt werden, entsteht kein voller sondern höchstens ein schmutziger Klang. Den will man eigentlich vermeiden.

    Nein, das Stimmen von drei Saiten auf eine Tonhöhe kriegt man eigentlich noch ganz gut hin, der Rest ist m.E. nach schwieriger.
    Ja, Klavierstimmer können von ihrem Beruf leben.
    Den Begriff schräger Otto kenne ich nicht, den würde ich in diesem Zusammenhang einfach auf ein ungestimmtes Klavier beziehen.
     
  3. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

    Im Board seit:
    18.08.03
    Zuletzt hier:
    7.12.16
    Beiträge:
    10.621
    Ort:
    Hamburg
    Zustimmungen:
    1.932
    Kekse:
    23.903
    Erstellt: 05.04.06   #3
    Wie Jan schon sagte, die werden gleich gestimmt. Es ist sogar so, dass die Saiten sich gegenseitig bei GANZ kleinen Unterschieden auf dieselbe Stimmung "ziehen" (die Physik dahinter läuft unter dem Stichwort "(schwach) gekoppelte Oszillatoren"...).

    Die Tatsache, dass es überhaupt zwei (bzw. drei) sind, hat primär was mit der Lautstärke zu tun. Die hohen Töne wären sonst gegenüber den Tiefen viel zu leise, deshalb nimmt man da "mehrchörige" Bespannungen.

    Den Begriff kenne ich auch nicht, ich vermute aber, dass das in etwa dasselbe ist wie ein "Honky Tonk". Das ist eine relativ spezielle Art von Verstimmung, nicht irgendein verstimmtes Klavier.
    DA jedenfalls wird es so gemacht, dass die Töne untereinander richtig (also z.B. temperiert) gestimmt sind und die Chöre (also die Mehrfachsaiten pro Ton) leicht gegeneinander verstimmt sind... Das ist aber IMHO auch nicht schwerer als eine normale Stimmung, nur anders...

    Jens
     
  4. stoennes

    stoennes Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    07.10.04
    Zuletzt hier:
    28.04.15
    Beiträge:
    502
    Zustimmungen:
    1
    Kekse:
    147
    Erstellt: 05.04.06   #4
    Der Schräge Otto hieß eigentlich Fritz Schulz-Reichel und spielte Evergreens auf einem verstimmten Klavier (wie das verstimmt war, weiß ich nicht). Hauptzeit so 40iger - 60iger Jahre des 20 Jahrhunderts.
     
  5. Cosinus

    Cosinus Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    12.10.05
    Zuletzt hier:
    30.11.16
    Beiträge:
    350
    Ort:
    Lu
    Zustimmungen:
    11
    Kekse:
    1.304
    Erstellt: 06.04.06   #5
    Besten Dank Euch Dreien! :great:
     
Die Seite wird geladen...

mapping