Kleine Momente, die gute Songs großartig machen

keSÖn
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Werte Co-Musiknerds!
Gerade im Progressive Rock gibt es immer wieder kleine Momente in Songs, die diese zu einem ganz besonderen Hörerlebnis machen. Ich meine damit nicht, wenn z.B. das Hauptriff eines Rocksongs einfach geil nach vorn geht, sondern wirklich die teils winzigen Details, die oft im Verborgenen liegen. Kleine Gitarrenlicks, Drumfills oder Basslines zum Beispiel, die einem irgendwie im Ohr bleiben und auf die man sich den ganzen Song über wie verrückt freut. Mich würde mal interessieren, ob ihr solche Momente auch kennt und würde mich freuen, wenn ihr sie hier mit dem Forum teilen könntet, damit auch andere eine Freude an diesen Details haben können ;)
Hier mal ein paar Beispiele aus meiner Musiksammlung, damit ihr seht, was ich meine:

1. Karnivool - Deadman: https://open.spotify.com/track/3HSkpPsLyuSAlkS6ikPqf1
Für sich genommen schon ein genialer Song von einer noch genialeren Band, aber wie der Sänger ab 08:20-08:26 den Ton hält und beim Rhythmuswechsel hochgeht, verleiht mir einfach jedes Mal aufs Neue Gänsehaut...live zieht er das übrigens auch eiskalt durch. Fragt mich nicht, woher der Mann das Lungenvolumen nimmt...

2. Ein etwas verkopfteres Beispiel gefällig? Pink Floyd - Happiest Days of Our Lives (Live von "Is there Anybody Out there"). Ohnehin ein endlos spannungsgeladener Song, aber wie sich der gesamte Druck bei 1:01 entlädt, nachdem Nick Mason (oder der andere Drummer, so genau weiß man das nicht) zweimal die offene Hi-Hat anspielt, bevor der Song explodiert, gibt der Stelle den letzten Kick. Für mich klingt es immer so, als würde er die Band auf einer steilen Rampe nach oben "schicken". Herrlich.


3. Wo wir schon bei Pink Floyd sind: Jeder kennt das Rototom-Intro von "Time". Ich freu mich aber bei jedem Durchhören auf eine ganz bestimmte Stelle im Intro: Bei 1:51 spielt Nick Mason absteigende Terzen auf den Roto-Toms. Live hat er das nie gemacht, das gibt's so nur auf der Studioaufnahme, aber es ist melodiös einfach sowas von geil und verleiht dem ohnehin schon unvergesslichen Intro noch die kleine Portion extra-Coolness :)
https://open.spotify.com/track/4xHWH1jwV5j4mBYRhxPbwZ

4. ...uuund nochmal Karnivool (meine derzeitige Lieblingsband. Wer die nicht kennt, verpasst was!) und zwar genauer gesagt, der Song "Goliath" vom Album "Sound Awake" (eines der wenigen Alben, auf denen es mMn keinen einzigen schlechten Song gibt): https://open.spotify.com/track/2NtFSQS453rdrjuGRs2hF3
Der ganze Song geht unheimlich nach vorne, hat einen seeehr ungewöhnlichen Rhythmus und ist einfach ein absolutes Groovemonster. Aber die Stelle bei 2:04 im Chorus, bei der der Bassist Jon Stockman einmal die Oktave der Gitarren mitgeht, ballert mir jedes mal (gute Anlage oder Kopfhörer vorausgesetzt ;)) das Gehirn weg. Ich könnte mir die Stelle stundenlang anhören...


So! Ich hoffe, ihr seht bzw. hört, was ich meine (und erklärt mich nicht für völlig bekloppt) und gebt euren eigenen Senf zu dem Thema dazu :) Ich fände es echt cool, wenn hier am ende eine riesen Liste voller kleiner Momente steht, mittles derer ihr andere Musiknerds an euren Lieblingsmomenten teilhaben lassen könnt ;)

P.S.: Ein richtig beklopptes Beispiel noch von einer noch bekloppteren Band:
"Lysios" von The Hirsch Effekt. Vorweg ein paar Takte zur Band: Wer die Drei nicht kennt, sei hiermit vorgewarnt: THE sind nicht Jedermanns Sache ;) Ich hab die Band allerdings schon mehrmals live gesehen, und auch wenn die Musik teilweise anstrengend anzuhören ist, Live legen die Jungs einfach alles in Schutt und Asche. Dazu kommt ein Füllhorn unkonventioneller Songs, wo sich ruhige Cellomelodien mit brachialen Deathmetal-Riffs abwechseln, jede erdenkliche Taktart im Song verwurstet wird und abartig schnelle Melodien sowohl vom Bass als auch von der Gitarre gespielt werden. Lysios ist ein fast 15 Minuten dauernders Brett, das von Alkoholsucht und deren Folgen handelt. Der Song besteht aus vielen unterschiedlichen Parts, aber eine unfassbar geile Stelle kommt gleich in der zweiten Minute. Der Song baut sich laaaangsam auf, bis bei 1:36 eeeendlich der Bass einsteigt. Die Stelle kriegt mich einfach jedes Mal. Danach folgt ein absolut brutales Metalgewitter, dann ein (zugegeben ziemlich witziger) Mittelpart bei 07:30, gefolgt von noch mehr Metalgeballer, um schlussendlich in einem schräg-groovigen Outro zu enden. Aber hört's euch am besten einfach selbst an:
https://open.spotify.com/track/1KthzrfsWjWTTUy6BdIa2J

Und nun viel Spaß! Ich freu mich auf interessante Beiträge :) Meine Liste lässt sich sicher noch unendlich weiterspinnen, aber ich warte erst einmal ab, wie sich der Thread so entwickelt.
 
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Born to Run/Bruce Springsteen



Das Saxophonsolo bei ca. 2:00. Ich habe selten so ein kraftvolles und dynamische Saxophonsolo gehört wie in diesem Titel. Obwohl so klein ist der Moment jetzt nicht unbedingt, weder das Solo noch der zugehörige Saxophonist. :tongue: Aber da bekomme ich jedes mal wieder Gänsehaut.

Und das Anzählen vor der letzten Strophe bei ca. 3:00, könnte aber so was sein, was du meinst. Ok, man kennt den Song nur mit, aber ohne würde irgendwie was fehlen. Da würde die letzte Strophe vielleicht nur so dahin plätschern. Durch das Anzählen aber bekommt der Song gegen Ende noch mal den nötigen Schub, den er benötigt, um einen den letzten Kick zu geben.

davon mal abgesehen, kenne ich wenige solcher Energie geladenen und kraftvollen Songs, wie diesen hier.
 
E
Engywuck
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Auch Pink Floyd - The gunners dream. Ich liebe die Stelle (bei 2:05) wo die Stimme fast unbemerkt in das Saxofonsolo übergeht...


Beitrag automatisch zusammengefügt:

Und noch mal Pink Floyd - diesmal "The final cut". Ganz großartig die Stelle in Gilmours Gitarrensolo, wo er bei 3:57 in einer ganz einfach diatonisch fallenden Linie zum Grundton zurückkehrt. Da muss ich jedes Mal bewusst hinhören...
 

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