Klirrfaktor und gefühlte Lautstärke

  • Ersteller RaumKlang
  • Erstellt am
Also Stichwort überflüssige Energie: Um unser Gehör zu schädigen ist eine gewisse Krafteinwirkung über eine bestimmte Zeit (=Energie) notwendig. Die übertragene Energie liegt bei einem Signal mit hohem Klirrfaktor aber auch höher, als bei einem Signal mit niedrigem Klirrfaktor...
warum sollte bei einem Signal mit hohem Klirrfaktor die Energie höher sein? Wo soll diese Energie herkommen. Angenommen natürlich gleiche Verstärkerleistung bei gleichem Wirkungsgrad.
Das ist ja genau das worauf ich mit meiner Ausgangsfrage hinaus wollte. Beobachtung ist nämlich eine bessere Verträglichkeit von "sauberen" Signalen, bei gleicher Energie, als die Verträglichkeit von "schmutzigen" Signalen. Was eben oft dazu führt, dass der Gesamtpegel erhöht wird, was zu höherer Energie und somit doch einer höheren Belastung des Gehörs führt (obwohl man es als angenehmer empfindet)
 
Mhhh joa. Jetzt komme ich ins Schleudern. :D
Wenn ich mir die Kennlinien hier nochmal anschaue, müsste die Energie im verzerrten und im ursprünglichen Signal tatsächlich gleich sein (Leistung und Energie = integrale Größen). Tatsache ist aber, dass Klirr von "minderwertigen" nicht-linearen Bauteilen (zB. Spulen auf der Frequenzweiche, etc.) kommt und eine Box mit hochwertigeren Bauteilen bei gleicher Leistung später an ihre Verzerrungsgrenze kommt, als eine Box mit minderwertigeren Bauteilen. Daher meine Aussage zur Energieverschwendung.
Zur Verträglichkeit sei vllt. noch gesagt, dass das menschliche Gehör bekannterweise empfindlicher auf hohe Frequenzen reagiert, als auf Tiefe. Afaik wird für die gleich laute Wahrnehmung einer tiefen Frequenz wesentlich mehr Schalldruck, also wieder Leistung/Energie, benötigt, als für eine gleich laut wahrgenommene hohe Frequenz. Wird dem sauberen "tiefen" Signal jetzt eine "hohe" Oberschwingung aufgelegt (also Klirr), erreichen uns diese Oberschwingungen mit der gleichen Amplitude(?!), wir nehmen sie aber deutlich lauter wahr. Das meinte ich mit meiner Energiebetrachtung bei viel/wenig Klirr. Ich habe es nur (zu unrecht) auf das resultierende Signal verallgemeinert.
Wenn ich also das resultierende Signal in seine einzelnen Frequenzen/Schwingungen zerlege, hat das Signal mit viel Klirr in den höheren Frequenzen einen größeren Energieanteil. Das würde auch das Pfeifen nach dem Genuss einer lauten, klirrenden PA erklären, dass ja bekanntlich für eine (zum Glück oftmals nur temporäre) Schädigung der Sinneszellen im Ohr steht. Das Ohr lässt sich im oberen Frequenzbereich also leichter (dauerhaft) schädigen, was man ja an der abnehmenden Hörempfindlichkeit für hohe Frequenzen mit steigenden Alter sieht.
Da behaupte ich dann doch mal, dass man sich mit Musik mit hohem Klirrfaktor auch schneller einen Hörschaden holt, als wenn man auf einen niedrigen Klirrfaktor achtet. Mal ganz davon abgesehen, wo der Klirr im Signal nun herkommt.

Kann aber natürlich auch sein, dass das Alles, was ich hier bisher geschrieben habe, totaler Bullshit ist. ;) Wie gesagt basiert das Geschriebene auf 7 Jahren Erfahrung als Musiker, 3 1/2 Jahren als Elektroniker und 2 Semestern als Elektrotechnik-Student. Und mit Fourier-Transformation usw. ist da noch nichts Nennenswertes gewesen. Wenn allerdings nach einer Erklärung gefragt ist, mich die Sache interessiert und ich eine Idee dazu habe, warum sollte ich sie nicht preisgeben?! Bitte korrigiert mich, wenn da irgendwelcher Schwachsinn steht! :)
 
Zuletzt bearbeitet:
Der Ansatz das der Klirr (harmonische und disharmonische Obertöne) im Bereich liegt, wo weniger Energie zu gefühlter höherer Lautstärke und früherer Schädigung führt, ist wohl der Richtige.

Man sollte aber beachten, daß viele Leute bei einer klirrarmen PA dazu neigen insgesamt lauter zu fahren, was dann ja auch wieder zu Schädigungen führen kann ... allerdings klingt es besser und es kommt zu dem bekannten Phänomen: "Ein bissl lauter könnte es noch sein.", aber der Nebenmann zuckt nicht, wenn man es ihm erzählt :D
 
Kann die Beobachtung nur bestätigen. Samstag Death Metal Konzert mit 4 wirklich guten Ba nds gemacht. PA war nach neuem Setup von mir welches vor 1 Woche erstellst worden ist wesentlich angenehmer als das alte Setup es zuließ.

Ende vom Lied um es kurz zu machen. Ich hab erschrocken festgestellt wie Laut es wirklich war, als ich versucht habe mich mit dem Veranstalter am FOH zu unterhalten. Bin aber auch ohne Rückmeldung meiner Ohren nach 4 Stunden geknüppel nach Hause gegangen.

Da war dann "es könnte mehr sein" auch wieder zu merken.
 

Ähnliche Themen


Unser weiteres Online-Angebot:
Bassic.de · Deejayforum.de · Sequencer.de · Clavio.de · Guitarworld.de · Recording.de

Musiker-Board Logo
Zurück
Oben